Ich bin Sam (DVD) Testbericht

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ab 68,42
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr wenig
  • Anspruch:  durchschnittlich
  • Romantik:  hoch
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von P.Nibel

Sind Gefühle PEINLICH...?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

In Filmen der Regisseurin Jessie Nelson, welche für den Film \"Ich bin Sam\" verantwortlich ist, mit absoluter Sicherheit.

Denn von Anfang an bemerkt der Zuschauer, dass die Regisseurin sichtlich kaum über das Gespür verfügt, was wirklich zu viel sein könnte. Fast jede Szene des sonst so interessant anmutenden Streifens verkommt im Tränendusel. Aber eigentlich hätte ich es ja wissen müssen, denn Jessie Nelson hat bisher stets Ähnliches auch als Co-Autorin für die Filme \"An Deiner Seite\" oder \"Seite an Seite\" verzapft. Und - jammerschade um den schönen Stoff - auch \"Ich bin Sam\" ist eben ein Paradebeispiel für Hollywood, wenn es ganz dick kommt.

Dieser Film hat seine Momente, bestimmt. Wohl jeder Film hat seine Momente - bis auf jene, die partout keine haben wollen. Doch in diesem Drama, mit Sean Penn (als behinderter Sam) in der Hauptrolle, sind die wirklich annehmbaren Minuten hauptsächlich der achtjährigen Dakota Fanning vorbehalten, die eine beileibe nicht unbedingt leichte Rolle mit einer bestechenden Leichtigkeit mimt. Sie ist einfach Lucy.

Der behinderte Sam kommt wie die Jungfrau zur Tochter. pnibel. Seine Freundin, eine Obdachlose versteht sich, haut gleich nach der Geburt ab und drückt ihm vorher noch die kleine Lucy in die Arme. Ein Behinderter wird Vater sein. Sam wird Vater sein. Zunächst für sieben Jahre.

Sam und seine Tochter Lucy lesen im Bett immer wieder und wieder dieselbe Geschichte, die einzige, die Sam lesen kann. pnibel. Lucy hat längst gemerkt, dass ihr Vater nicht mehr mithalten kann. Irgendwann wird sich Lucy dümmer stellen, als sie ist und sagt zu ihrem Vater: \"Ich will nicht lesen können, wenn Du nicht lesen kannst.\" Ein Bild malt sie, auf der sie und ihr Daddy Hand in Hand zu sehen sind - er ist das Kind.

Hmm...schöne Momente, die zu Herzen gehen. Und Dakota Fanning muss zum Glück nur Lucy sein, ein natürliches Mädchen in den künstlichen Wirrungen von außen. Ja, wie im Leben, aber es ist nur Kino. Es geht nicht darum, wie ein \"Behinderter\" es schafft, ein Kind großzuziehen, wie er es packt, das Allerbeste aus seinem Schicksal zu machen, wie er eine ganz eigene Welt baut, die - auch wenn man von außen vielleicht etwas verwundert dreinblickt - funktioniert. Die schönsten und stärksten Szenen und viele jener besagten Momente hat der Film, wenn er die ersten sieben Jahre von Lucy rafft. Da schwelgt die Inszenierung, da reichen Gesichter.

Doch Regisseurin Jessie Nelson hat nicht den Mut zum Märchen, dass am Ende trotzdem die Realität trifft. Nein, dazu fehlt ihr das notwendige Fingerspitzengefühl. Denn der Film bleibt nicht lange dort. Zack. Raus. Es könnte ja doch zu schwierig werden.

Sam wird - bei einem haarsträubenden Anlass - verhaftet. Wie sollte es anders sein, die Ämter merken, dass was faul ist in der Familie Dawson. Sie sperren Lucy ins Heim und arbeiten nun daran, dem behinderten Sam das Sorgerecht zu entziehen. Und an diesem Punkt beginnt der Film mit seiner Konstruierung blutleerer Versatzstücken und Handlungen in die Peinlichkeit abzugleiten: Sam krallt sich eine Anwältin, auf das es zum Gerichtsstreit kommt. pnibel. Zu allem Unglück wird die auserwählte Rechtsanwältin auch noch von Michelle Pfeiffer gespielt. Ja, die, die ohne Tränen heult.

Erstaunlich, dass die Regisseurin darauf verzichtet hat, den behinderten Sam und die Anwältin Rita sich ineinander verlieben zu lassen. Ein Pluspunkt für Frau Nelson. Das werden wir ihr nie vergessen. Wenn da nicht plötzlich Personen aus der Handlung kippen und wichtige Handlungsstränge einfach nicht aufgelöst würden.

Noch ein Wort zu Sean Penn: Ohne Zweifel gehört dieser Schauspieler zu den ganz großen Akteuren, ja gar mittlerweile Regisseuren. Eben das gab auch Hoffnung und war vielleicht auch ein Pluspunkt, der meine Filmwahl beeinflusste. Aber leider fielen meine Erwartungen diesbezüglich in ein großes schwarzes Loch und waren nie wieder gesehen. Penn ist Sam und noch dazu geistig behindert. Oft, allerdings viel zu oft ist er noch \"behinderter\", trägt auf und kippt im Bemühen, echt zu sein, einfach ab. Allein Sean Penns Mimenroutine holt ihn dort raus, Regisseurin Jessie Nelson bestimmt nicht. Denn die kann es nicht....












In Liebe P.Nibel

6 Bewertungen