I love Rock'N'Roll - Britney Spears Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  durchschnittlich
  • Klangqualität:  gut

Erfahrungsbericht von Pici16

Not a girl not yet a woman - oder wie war das noch?!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Als Tänzerin ist es unumgänglich, die aktuelle Musik mitzuerleben. Kommen neue Songs auf den Markt, so arbeiten wir meist sofort damit. Bisher hat es mir immer sehr viel Spaß gemacht, während des Warm-Ups oder später bei Proben für kleine Schrittfolgen Songs von Britney Spears zu hören – „Crazy“, „Overprotected“ und sogar „Slave 4 you“ unterstützten uns beim Tanzen. Mir gefiel daran immer der gute und deutliche Rhythmus.

Ihr neuestes Werk heißt nun „I love Rock`n Roll“. Naja gut, dass es neu ist, spricht lediglich für ihr persönliches Repertoire, denn der Song im Original von Joan Jett zählt zu den Rock-Klassikern der vergangenen Zeit. Dass Songs gecovert werden, ist heutzutage leider schon Standard. So selten findet man noch Sänger und Gruppen, die mal etwas eigenes auf den Markt schmeißen.

Der Song handelt von...ja, wovon handelt er denn? Von der Liebe zum Rock`n Roll! Zumindest sagt uns das Britney im Refrain im Laufe des Songs immer wieder:

I love Rock`n Roll
So put another dime in the jukebox, baby
I love Rock`n Roll
So come and take your time and dance with me

(Übersetzung:
Ich liebe Rock`n Roll
So steck noch eine Münze in die Jukebox, baby
Ich liebe Rock`n Roll
So komm und nehm dir die Zeit und tanze mit mir)


Der Song erinnert ein bisschen an Dirty Rock – wenn es so eine Bezeichnung überhaupt gibt... Jedenfalls ist sie meiner Meinung nach absolut zutreffend. Der Rhythmus ist eher schnell, hart und begleitet von ihrem stöhnenden Aufschreien. Ihr Gesangstalent macht sich in diesem Song eher wenig bemerkbar – sie spricht den Text mehr als dass sie ihn singt. Des weiteren hört man ihren schweren Atem und die bereits erwähnten Stöhner ständig heraus.

Das zum Lied selber. Ich muss sagen: Eine absolute Enttäuschung für mich. Es kann ja nur noch besser werden, oder?! Zumindest hatte ich Hoffnung, doch dann schaltete ich meinen geliebten Musik-Fernsehsender MTV-Pop ein und was sehe ich?! Eine herumwirbelnde Gestalt mit zerzausten blonden langen Locken, gekleidet in eine enge schwarze Lackhose und einem schwarzen lederähnlichen bauchfreien Top. Doch damit nicht genug! Einmal wirbelt sie vor der Kamera, dann wechselt das Bild auf eine Nahaufnahme ihres hübschen Gesichtes, wobei sie mit ihrer ach so sexy Stimme und ihrem verführerischen Blick dabei ist, singend oder besser gesagt sprechend das Mikrofon halb in den Mund zu nehmen. Nochmal Bildwechsel: Sie springt wild herum – im Hintergrund zwei Gitarristen, die auch kurz vorm Abdrehen sind, ein Schlagzeuger in voller Ekstase und das alles auf rotem Hintergrund.. Oh, Puffstimmung!

Nachdem ich es doch geschafft habe, meine Kinnlade wieder etwas zu heben, kam noch die absolute Krönung des Videoclips: Miss Spears sitzt breitbeinig auf einer schweren Harley Davidson, die sich dreht. Sie räkelt sich obendrauf und reibt ihren Körper am Leder und an den verchromten Motorradteilen... Hilfe, wo sind wir hier gelandet?!

***

Jetzt war ich fertig mit der Welt! Was zum Teufel ist das denn? Das ist doch nicht Britney Spears, die doch ach so scheinheilig und unschuldig ist und die mit dem Sex bis zur Ehe warten will?!

Ich verstehe gar nichts mehr. Anscheinend durchlebt sie gerade eine Art Selbstkrise – vielleicht ist sie ihr Image als Unschuldsengel leid, vielleicht ist sie doch sexgierig geworden oder ihr ist der Ruhm zu Kopf gestiegen und sie braucht einfach Aufmerksamkeit..

Ich weiß jedenfalls nicht, was das alles soll. Bisher mochte ich sie zugegebenermaßen wirklich gerne, fand ihre Musik durchaus tanzbar und schaute mir auch mal gerne ihre Live-Auftritte im Fernsehen an, aber das, was sie ihren Fans nun mit „I love Rock`n Roll“ bietet – sowohl musikalisch als auch videocliptechnisch, ist unter aller Würde. Nicht zuletzt argumentierend mit dem Abschluss des Clips, bei dem sie zu allem Überfluss auch noch anfängt, agressiv die Gitarre an den Lautsprecherboxen zu zertrümmern.

Zumal ihre größte Anhängergruppe aus Jugendlichen und meist auch noch minderjährigen Jugendlichen besteht, müsste sie sich echt mal an den Kopf fassen und sich fragen, wem sie damit etwas beweisen wollte, und vor allem was?! Ist dieser Clip an Justin gerichtet, weil dieser sie verlassen hat? Will sie ihm zeigen, wie erwachsen sie geworden ist und was er verpasst? Hand aufs Herz, aber als Mann wäre dieser Clip nur ein weiterer Grund zum Weglaufen, oder?

Ich kann nur hoffen – ihr selber zuliebe – dass ihr nächster Song etwas anspruchsvoller sowie weniger sexistisch wird und dass er vielleicht auch mal etwas mehr ihrer Persönlichkeit entspricht.
Wollen wir optimistisch sein und ihr nächstes Werk abwarten..

6 Bewertungen