Illmatic (1994) - NAS Testbericht

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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von Senilm

World is yours cause lifes a bitch

5
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Pro:

siehe text

Kontra:

siehe text

Empfehlung:

Ja

Hallo und Willkommen,

heute soll HipHop wieder einmal im Mittelpunkt stehen - dabei hab ich mir ein Album ausgesucht, welches 1994 als es erschien für einiges Aufsehen und auch Aufregen sorgte.

Zu dieser Zeit hatte HipHop seine erste große Erfolgswelle gerade überstanden und begann sich neu zu reformieren - vor allem in New York, dem Ursprung des HipHop waren Bands wie Naughty by Nature und der Wu-Tang Clan welche NewSchool - HipHop umsetzten.
Doch viele hielten immer noch die OldSchool Heroen vom Schlage eines Eric B & Rakim für die wahren Könner.
Bis ein 20jähriger das Album \"Illmatic\" veröffentlichte...


I. DER KÜNSTLER

Die Rede ist von Nas, einem ebenso geliebten wie umstrittenen Rapper.
Nas hatte 1991 seinen ersten Auftritt in der legendären Combo Main Source.
Ein Jahr später brachte er die vielbeachtete Single \"Halftime\" heraus, welche ihm letztendlich auch einen Plattendeal einbrachte.
Diesen setzte er in das 1994 erschienene Album \"Illmatic\" um - welches zu einem der meistverkauften HipHop - Werke aller Zeiten wurde und gleichzeitig auch den Status als eines der wichtigsten innehat.
Nas musste sich dann allerdings heftiger Kritik erwehren, die ihm nachsagten er hätte seinen Reimstil nur geklaut - und zugegebenermassen hatte Tupac auch nicht ganz Unrecht als er dies behauptete.
Nas versuchte mit seinem zwei Jahre später ausgekoppelten Album \"It was written\" zu kontern und damit Tupac`s \"All eyez on me\" zu schlagen - die Rechnung ging allerdings nicht auf.
Das Album machte klar, daß \"Illmatic\" wohl ein einzigartiges Meisterstück bleiben wird - zwar war \"It was written\" kommerziell erfolgreich, aber lyrisch bei weitem nicht mehr so fortgeschritten wie \"Illmatic\".
Danach ging es dann bergab mit Nas, seine Sympathisanten welche ihn damals wegen seiner Street Poetry hoch schätzten wandten sich von ihm ab, da er sich fortan nur noch als Kommerzrapper verkaufte und die \"Credibility\" missen lies.
Alben wie \"I am... The Autobiography\" und \"Nastradamus\" zeigten wie sehr Nas sich von seinem ursprünglichen Stil entfernt hatte, vorläufiger Tiefpunkt ist \"Stillmatic\" welches dieses Jahr erschienen ist !


II. DAS ALBUM

Auf dem Cover ist ein traurig dreinblickendes Kind zu erkennen, welches vor einer Straßenszenerie steht - alles ist von einem braunen Ton geprägt.
Booklet enthält Playlist, Danksagung und natürlich auch ein Wort der Produzenten - Pete Rock und DJ Premier !

Mit \"The Genesis\" feiert das Album seinen fast zweiminütigen Einstand. Im Hintergrund hört man NAS zunächst leise rappen, bevor er von tiefbouncenden Beats und groovender Bassline in den Mittelpunkt gerückt wird. Mit eingängigem Wordflow macht er klar, daß er nicht diesen \"Bullshit\" welchen man im Radio hört verbreitet und übt sich schon mal darin, seine Geschichte zu erzählen....

Einer der lyrisch wertvollsten Raptitel aller Zeiten dürfte wohl \"N.Y. State of mind\" sein, welches mit tiefgründiger Kontrabassbegleitung, unterbrechenden Klaviereinsätzen und locker klopfendem Beat voranschreitet. Nas sieht sich als Prophet für die \"Schwarzen\" N.Y.`s und Amerikas im Allgemeinen, sein etwas abgehakt wirkender Flowstil beschäftigt sich hauptsächlich mit der alltäglichen Kriminalität und der Ausweglosigkeit der Schwarzen Bevölkerung aus dieser Szenerie.

\"Life`s a bitch\" gefällt mit seiner locker melodischen Art, die schnell ins Ohr geht.
Hier stehen lockere Pianos und ein sanfter Beat als Hintergrundbegleitung zur Verfügung.
Nas dagegen legt mit schnellem Wordflow motiviert los, um sich den Frust von der Seele zu singen - das ganze geht dann in einem eingängig, eindringlichen Refrain auf - welcher schnell ins Ohr geht, und damals der Hauptgrund war, daß Tupac Nas des Stilklauens bezichtigte. Der lyrische Level ist hoch, als Nas plötzlich beginnt in die Zukunft zu sehen und neue Wege aufzuzeigen - doch stellt er auch wieder fest - \"Life`s a bitch\" !

Jazzig inszeniert von Pete Rock steht als nächstes \"The World is yours\" ins Haus.
Das Piano klimpert eingängig im Hintergrund, während ein Beat das ganze locker aufbereitet. Nas beruft sich auf seine Verliebtheit in Bücher, redet von Gandhi und anderen Größen und stellt dabei fest, daß jeder solch ein großartiger \"Kämpfer\" und \"Poet\" sein kann - mit Motivation zeigt er eingängigen Wordflow, welcher er geschickt zwischen die konstruierten Pianomelodien setzt. Ein Song der schnell ins Ohr geht und auch das lyrische nicht missen lässt.

Seine erste Single \"Halftime\" veröffentlichte er in einer leicht aufbereiteten Fassung auf diesem Album. Deutlich aggressiver schreitet er hier als \"Nasty Nas\" ein, begleitet von bouncend arroganten Beats, welcher immer wieder von jaulenden Trompeten unterbrochen werden. Lyrisch auf hohem Niveau klagt er an, verurteilt und prophezeit was sein könnte.

In der \"Memory Lane ( Sittin`in the Park)\" macht sich Nas nun zusammen mit Grand Wizard breit.
Mit eingängiger Rhytmik klopfen Schlagzeug und das Piano klimpert eingängig begleitend. Nas stellt sich von Anfang an in den Mittelpunkt - mit feinstem Wordflow sinniert er über Vergangenes und über die Zukunft - und auch über sich selbst - ohne zu merken das ein eingängiger Refrain einsetzt, der mit gescratchter Untermalung leicht OldSchoolflowend ins Ohr geht.

Zusammen mit Q-Tip von A Tribe Qualled Quest nahm er das großartige \"one Love\" auf. Auch hier steht der Jazz wieder im Mittelpunkt - Kontrabass und klimpernde Orgelklänge stehen im Mittelpunkt. Langsam flowend stehen die Instrumente im Gegensatz zu Nas´s schnellem Reimstil ! Er besinnt sich auf wahre Freundschaft im Ghetto, auf verlorene Freundschaft und darauf das man sich nicht unterkriegen lassen darf in dieser Welt. Q-Tip bietet einen eingängig nasal geprägten Refrain, welcher dank Wiederholung eindringlich wird.

\"One time 4 your mind\" steht als düster, langsam tiefgründig bouncendes Werk mit klimperndem Klavier und groovendem Bass dem Reimstil Nas`s gegenüber.
Dieser scheint nicht ganz mit der Instrumentalbegleitung klarzukommen und verliert ab und an seinen Flow - legt dafür aber lyrisch einiges drauf - während er die Gangster der Straße verurteilt - versucht er Ihnen andere Wege aufzuzeigen.

Melodisch und rhytmisch eingängig ist \"Represent\" ein typisches Premier -Werk. Der Beat klopft eingängig und bounced in schnellem Tempo, im Hintergrund begleitet eine melodische surrende Harmonika. Als Nas mit seinem ultraschnellem Flow einsetzt scheinen die Instrumente aber zu verstummen - im Mittelpunkt stehend, erzählt er \"one day in my life\" ! Die Geschichte ist glaubwürdig - die Geschichte eines \"born loosers\", welcher sich auf eigene Faust durchs Leben schlägt und sich schnell die Sinnfrage stellt ! Der von Männerchor begleitete Refrain geht dementsprechend energisch ins Ohr.

\"It ain`t hard to tell\" sollte einer der meistgeschätzten HipHop-Titel aller Zeiten werden. Der jazzig beeinflusste Flow mit extrem eingängig bouncenden Beat geht sofort ins Ohr. Auch Nas beweist hier große Wordflow Kunst und stellt sich mit Worten wie Brandmale in den Mittelpunkt. Während er sich den Beat zuNutze macht um seinen Worten Ausdruck zu verleihen, versucht er sich ein letztes Mal als Prophet und verurteilt ein ums andere Mal seine Umwelt, in der er aufwuchs !


III. MEIN FAZIT

Lyrisch ein absolutes Meisterwerk des HipHop - Street Poetry mit sehr viel Tiefgang. Die beiden Erfolgsproduzenten Pete Rock und DJ Premier sorgen mit ihren unterschiedlichen Stilmerkmalen für HipHop vom feinsten. Ob Jazzig oder temporeich bouncend, der Sound stimmt und untermalt Nas`s Reime eindrucksvoll !

Nur leider stieg der Stern von Nas zu schnell und machte aus ihm einen wohl etwas zu erfolgsverwöhnten Kommerzrapper !

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