Images And Words - Dream Theater Testbericht

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ab 10,13
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von The_Wishmaster

----- Ohne Worte -----

5
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Pro:

...

Kontra:

...

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leserinnen und Leser!



1989 konnte erstmals eine Band auf sich aufmerksam machen, die bald schon zur absoluten Speerspitze in ihrem Genre zählen sollte: Dream Theater debütierten mit ihrem grandiosen Werk "When dream and day unite" und zeigten, wie man sowohl eingängigen, als auch prograssiven Metal in einer Perfektion spielen kann, wie er selten erreicht wird. Kein Wunder, waren es doch die Musik-Studenten John Myung (Bass), John Petrucci (Gitarre) und Mike Portnoy (Drums), von der die Band ins Leben gerufen wurde und die hier ihr Können demonstrierten. Der endgültige Durchbruch gelang mit dem 92er Werk "Images and Words", auf dem sich am Mikro erstmals ein gewisser James LaBrie verdingte, der bald zu so etwas wie der "typischen Stimme" für die Band werden sollte. Da wir es hier mit einem wahrhaft außergewöhnlichen, nahezu perfekten Album zu tun haben, braucht sich niemand wundern, dass es diese Woche Mittelpunkt unserer Shake Heads-Aktion ist...



1.) ~ Pull me Under ~

Der erste Song und damit die CD wird eingeleitet von einem recht ruhigen, teilweise auch melancholischen Intro, gespielt von akustischen Gitarren, leichten Keyboards im Hintergrund und dazu passendem Drumming. Im Laufe der Spielzeit nimmt die Härte konstant zu, so dass bald Petrucci an der E-Gitte angenehm kräftig riffen darf, während Drummer Mike Portnoy alles mit einem satten Rhythmus unterstreicht. Mit seiner mehr als markanten Stimme steigt James LaBrie dann in die Strophen ein und landet bald bei der eingängigen Bridge, ein Instrumentalteil folgt, danach geht's etwas flotter zur Sache. Kernstück ist der mitsingkompatible Chorus, der sofort ins Ohr geht:

"Pull me under, pull me under,
pull me under, I'm not afraid.
All that I feel is honor and spite,
all I can do is set it right."

Im folgenden Gitarrensolo demonstriert Petrucci ansatzweise sein Können, hält sich aber im Vergleich zu säteren Solo-Eskapaden extrem zurück. Im Wechsel mit dem Refrain werden nun noch mehrere Instrumentalteile geboten, in denen erneut anständig soliert wird, am Ende darf sogar Kevin Moore an den Keyboards mit dramatischen Akkorden eingreifen. Ein überraschend eingängiger Opener, der nicht umsonst als Single ausgekoppelt worden ist.

9/10


2.) ~ Another Day ~

Mit ruhigeren Tönen geht's nun weiter, eine Akustikgitarre und ein sanftes Piano dominieren diesen Titel zu Begin, LaBrie glänzt nebenbei mit seinem umwerfenden Gesang und als kleine Zwischenspiele hat man hier sogar Saxophonisten zum Einsatz gebracht - wohl aber aus der Konserve. Macht nichts, denn der Song ist unglaublich emotional gehalten und überzeugt an allen Ecken und Enden.

"You won't find it here, look another way.
You won't find it here, so die another day."

Das obligatorische Gitarrensolo fügt sich nahtlos in den Gesamtsound ein, wird von LaBries Gesang umspielt und selbst die erneut zum Einsatz kommenden Saxophone passend einfach.

9/10


3.) ~ Take the Time ~

"Take the Time" fängt dagegen wieder etwas härter an, wird eingeleitet von John Myungs treibenden Bass, wartet mit ein paar fetten Riffs auf und verliert sich kurzzeitig in Takt-Spielereien. Die Vocals kommen hier zu Beginn recht kraftvoll und bestimmt rüber, während im Hintergrund eine Gitarre plänkelt, die Keyboards sich mit breiten Akkorden aus den Boxen quetschen. Wer genau hinhört, darf hier Myungs Bass ordentlich rumoren hören, einfach beeindruckend!

"You can feel the waves coming on,
let them destroy you or carry you on.
You're fighting the weight of the world,
but no one can save you this time.
Close your eyes, you can find all you need in your mind,
it's time to take the time..."

Der Solopart wird hier geschmückt von einem überzeugen Gitarre-Bass-Duell, bevor Petrucci erst mal so richtig loslegt und seine Gitarrenkünste im Alleingang demonstriert. Diverse Breaks, dazwischen gespielte Leads, vertrackte Drum-Rhythmen - alles ist dabei, was das Musiker-Herz begehrt und spätestens bei diesem Song sollte man erkennen, was für begnadet geniale Musiker die Jungs sind.

9,5/10


4.) ~ Surrounded ~

Es wird wieder ruhiger, ein sanft klimperndes Keyboard und LaBries emotionale Vocals sind angesagt. Mit dem Einsatz der Drums gewinnt der Song dann enorm an Atmosphäre und als dann auch die Gitarren einsetzen, kann man dem Titel eine unterschwellig positiven Touch nicht absprechen. Das mag wohl zum einen auch an den plötzlich fast schon fröhlich klingenden Key-Akkorden liegen, die einfach wunderschön sind.

And walking to the window
he throws the shutters out against the wall
and from an ivory tower hears
her call: Let light surround you"

9/10


5.) ~ Metropolis Part I - The Miracle and the Sleeper ~

Kommen wir nun zu einem absoluten Klassiker der Bandgeschichte, der sich später auf dem Album "Metropolis 2000: Scenes from am Memory" noch in dem Song "The Dance of Eternity" fortsetzen soll. Zuerst aber erleben wir hier ein unglaublich stimmungsvolles Intro, welches sofort in einen kurzen Instrumentalteil übergeht und sich in den Strophen erstmals etwas sammelt.

"The smile of dawn arrived in early May,
she carried a gift from her home.
The night shed a tear to tell her of fear
and of sorrow and pain she'll never outgrow,
death is the first dance, eternal..."

LaBries eingängiger Gesang vermischt sich hier mit leichten Chor-Einlagen, im Hintergrund wird er begleitet von einem instrumental perfekten Einsatz der Band, jedoch wartet bei diesem Song im Prinzip alles darauf, dass er sich vom Mikro verzieht, was er auch nach knapp 4 Minuten und 20 Sekunden auch macht. Leichtes Keyboardspiel gibt dann den Weg zu einem überragenden Petrucci-Solo frei, untermauert von fettem Drumming. Knapp eine Minute später zweifeln alle Musiker an sich selbst, denn was ab dieser Sekunde da zu hören ist, ist schon fast nicht mehr feierlich. In einem Uptempo-Solopart frickeln sich Petrucci an der Gitarre, Myung am Bass und Moore an den Keyboards die Seelen aus dem Leib und selbst Portnoy an den Drums soliert die ganze Zeit, indem er kleine Breaks, Crashes, etc. einbaut und scheinbar immer seinen eigenen Rhythmus spielt - Wow!

Auf den ungeübten Chart-Mucke-Hörer mag das wie ein einziges Chaos klingen, weil die musikalische Strukturen unglaublich kompliziert und am Anfang sicher schwer nachzuvollziehen sind, der Musiker wird aber mit mutiplen Ohrgasmen zuckend am Boden vor Freude liegen - oder aus dem nächstbesten Fenster springen, weil er solche kranken Sachen (anders kann man es fast schon nicht mehr bezeichnen) niemals selbst nachspielen kann, ohne sich dabei die Finger zu brechen. Kurz - der Song ist perfekt und jeder sollte ihn mal gehört haben, um sich selbst ein Urteil bilden zu können.

11/10


6.) ~ Under a Glass Moon ~

Mit einem anfangs recht melancholisch wirkenden Zusammenspiel aus Keyboardakkorden und Gitarrensolo beginnt der Song, gewinnt aber bald an Härte und entpuppt sich instrumental gesehen als wahrlich grandioser Part. Nahezu nahtlos gleitet man dann in die Strophen, in denen James LaBrie gesanglich überzeugen kann. Denn wirkt seine Stimme in manchen Teilen doch etwas zu hoch angesiedelt und damit leicht quäkend, so passt sie hier in mittleren Tonlagen perfekt zum konstant riffenden Gitarren-Getöne aus dem Hintergrund. Doch auch LaBries Sanges-Eskapaden dürfen nicht fehlen und so finden wir ihn auch hier mit einigen Ausflügen in die höheren Regionen wieder.

"Outside the soundness of your mind,
bathing your soul in silver tears,
beneath a blackened summer sky,
praying for time to disappear..."

Im weiteren Verlauf werden wir erneut mit einem grandiosen Solopart überrascht - wobei das ja eigentlich bei Dream Theater gar keine Überraschung mehr ist - der mit einem Funfair-Keyboard und drückendem Basslauf aufwarten kann und bei dem natrülich auch Petruccis Gitten-Gefrickel erneut überzeugt, bevor man mit den Riffs vom Anfang den Song zu seinem Ende bringt.

9/10


7.) ~ Waiting for Sleep ~

"She shuts the doors and lights
and lays her body on the bed,
where images and words are running deep.
She has too much pride
to pull the sheets above her head,
so quietly she lays and waits for sleep..."

Unglaublich gefühlvoll ertönen hier LaBries Vocals, die sich zusammen mit dem dezenten Keyboard-Geklimper zu einem beeindruckend atmosphärische Gesamtsound verweben. Im Hintergrund schwelgen leichte Streicher und wir sind überrascht - diesmal aber wirklich - weil nach knapp zweieinhalb Minuten ohne den Einsatz von Gitarre oder Drums schon wieder Schluss ist.

9/10


8.) ~ Learning to live ~

Nach einem stimmungsvollen Keyboard-Einsatz wird hier sofort zum ersten Takt-Gefrickel angesetzt, welches wir gerne über uns ergehen lassen, denn immerhin setzt nach einem ruhigen, bassbetonten Teil, dann endlich der Gesang ein, bedächtig und melancholisch.

"There was no time for pain,
no energy for anger.
The sightlessness of hatred slips away,
walking through winter streets alone.
He stops and takes a breath
with confidence and self-control..."

Dieser erste Teil des Songs zieht sich dann über die ersten knapp fünf Minuten hin und lebt von seinem Wechsel aus Strophe, Chorus und kleinen instrumentalen Zwischenspielen. Nach diesem Part denkt man dann schon, der Song würde sich seinem Ende neigen, aber immerhin weist er ja eine Geamtspielzeit von elfeinhalb Minuten auf. Folglich geht's erst einmal mit einer klassischen Gitarre weiter, die von sattem Drumming begleitet wird, bevor dieses leicht härter wird und dazu dann auch eine verzerrte Gitte erklingt. Ausgiebig wird soliert, wobei sogar der gute James mit einem kurzen "Ohohohoh" nochmal zum Einsatz kommt. Die solierende Alleinherrschaft wird dann übrigens von Kevin Moore übernommen, der seinem Tastenbrett schönste Töne entlockt, bevor Petrucci mit dem Sechssaiter ihm ins Wort fällt und die beiden sich mehrfach duellieren. Ein kurzer Sanges-Part wird von einem ebenso knappen Bass-Teil gefolgt, danach sind erneut die Solokünste des Herrn Petrucci gefragt - und der lässt sich natürlich nicht zweimal bitten. So endet der Song letztlich ebenso genial wie er begonnen hat.

10/10



~ Fazit ~

Eigentlich könnte das Fazit so kurz sein: Perfekt! Aber dann würde es ja wie das Fazit einer Blind Guardian-CD klingen... *hüstel* Also empfehle ich "Images and Words" in allererster Linie all denen, die selbst ein Instrument spielen. Denn man braucht schon ein gewisses musikalisches Grundverständnis, um die teils echt abgefahrenen Strukturen nachvollziehen zu können. Wer sich das zutraut, der sollte auf jeden Fall in dieses Album reinhören, weil er im instrumentalen Bereicht einfach grandios ist. Als einziges Manko wäre demnach der Gesang von James LaBrie anzuführen, der einigen vielleicht an gewissen Stellen zu abgedreht sein dürfte, aber im Endeffekt einfach perfekt zu den Songs passt. Auf instrumentaler Seite kann man Dream Theater sowieso nahezu unmöglich das Wasser reichen, also empfehle ich eine ganze Portion Zeit und ein gepflegtes Matteschütteln, denn mit "Images and Words" kann man auf jeden Fall eine Menge Zeit verbringen, um alle Geheimnisse und Spielereien zu entdecken.



In diesem Sinne...

Stay Dark!

The-Progmaster



PS: Alle Freunde des schnellen Klicks sollen von einem Drum gebreakt werden... ;)


Shake Heads!

34 Bewertungen, 1 Kommentar

  • LittleSparko

    26.12.2006, 21:58 Uhr von LittleSparko
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg, daniela