Images And Words - Dream Theater Testbericht

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ab 10,13
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  sehr gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von KickSomeAZZ

Images And Words

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

1992 erschien Dream Theater's 2tes Album, "Images And Words". Was sofort auffällt, ist die erheblich gesteigerte Tonqualität im Vergleich zum Vorgänger "When Dream And Day Unite", der durch seine miese Tonqualität ziemlich verschandelt wurde.
Auch ist zu bemerken, daß der ehemalige Dream Theater Sänger, Charles Domici, die Band verlassen hat, bzw. "gegangen wurde". Als Ersatz kam James LaBrie ans Mikro, eine Entscheidung, die Dream Theater bis heute bestimmt nicht bereut haben.
Nun werde ich mal die Stücke im Einzelnen beschreiben, damit hier auch ein bißchen Konzept entstehen kann:

01 - Pull Me Under
Ähnlich wie das später erschienene "A Change Of Seasons" beginnt John P. das Stück mit einer cleanen Gitarrenmelodie, zu der wenig später Mike mit einem als Groove ausgelegtem Fill-In als Drumbegleitung einsteigt. Dann verläßt er wenig später diesen Begleitungsstil und wechselt zum gewohnten Groove-Schema: HiHat, Snare- und Bass-Drum. Danach switcht John die Distortion seiner Gitarre an und "Pull Me Under" zieht dem Hörer mit einem hammerharten Riff fast die Schuhe aus. Zeitgleich mit Mike's einsetzender Double-Bass-Begleitung meldet sich auch Keyboarder Kevin Moore zu Wort, in dem er eine zwar im Hintergrund bleibende, aber doch unverzichtbare Keyboardlinie besteuert. Letztendlich singt auch James die ersten Worte seiner Dream-Theater-Alben-Karriere. Der Gesang zieht sofort alle Hörer wie Hypnose in seinen Bann. Konstant wird das Stück weiter aufgebaut, bis es schließlich einen kleinen Instrumentaleinschub gibt, dem Mike auch gleich mal durch seinen Double-Time-Shift mehr Tempo verleiht. Dann gehts nach einer kurzen Bridge über zum super-eingänglichen Refrain. Das gesamte Schema wiederholt sich einmal, dann klingt das Stück in einem ruhigen Zwischenpart vorläufig aus. Aber durch absolut gekonntes ruhiges und zurückhaltendes Drumming holt Mike den Song wieder zurück, bis John schließlich ein geniales Solo zum Besten gibt, gerade so kurz, um den darauf folgendem Gesang wieder rechtzeitig Platz zu machen. Dann endet das Stück in einer Weiterausarbeitung des Anfangsriffs.
Ich merke gerade, daß ich hier ganz schön ins Detail gegangen bin. Damit ich hier nicht bis spät nachts an der Meinung sitze, werde ich den Rest mal etwas kürzer darstellen...

02 - Another Day

Ganz im Kontrast zu "Pull Me Under" ist "Another Day" ein sehr ruhiges Stück, daß von einer sehr ruhigen Melodie vergestellt wird. Hier zeigen Dream Theater, daß ihnen auch jazzig anmutende Passagen keine Hindernisse sind. Vor allem Mike wischt hier das Klischee vom Tisch, Metal-Drummer könnten nicht gefühlvoll spielen. Stark präsent ist hier auch das Keyboard, daß die ruhige Atmosphäre unterstreicht. Aber es gibt auch noch einen Zwischenteil, der mit mehr Druck und Spannung einhergeht. Aber das lenkt Dream Theater nicht vom Originalsong ab, danach geht es wieder zum Hauptthema und der Song klingt so ruhig aus, wie er angefangen hat.

03 - Take The Time

"Take The Time" ist ein wesentlicher rockigeres Stück als sein Vorgänger, auch um einige Ecken aggressiver und progressiver. Da wird mal hier und da ein 7/8 oder 9/8 Takt eingestreut, oder ein sehr komplexer Instrumentallauf zum Besten gegeben. Schließlich baut sich dies alles zum eingänglichen Refrain auf, der eine nicht ganz so verworrene Stimmung hat. Natürlich darf ein langer Instrumentalpart nicht fehlen. Hier duellieren Kevin und John mit Gitarren- und Keyboardläufen wie in Stücken wie "Afterlife" um die Wette. Auch kommen hier wieder jazzige Passagen, wo Mike den Hörer mit seinen abgedrehten Rhythmen auf eine harte Konzentrationsprobe stellt. Mit einigen Themenweiterverarbeitungen klingt das Stück im Fade Out letztlich aus.

04 - Surrounded

Mit einem sehr ruhigen und wunderschönen Keyboardintro wird "Surrounded" eingeleitet. Spätestens hier wird man merken, daß Dream Theater textmäßig eine "dem Leben zugewandte" Band sind. Der Text erzählt davon, daß man sich vom Leben umgeben lassen soll, auch wenn es einem nicht so gut geht -> "Let Life Surround You".
Perfekt dazu passend setzt der Rest der Band mit einer richtig fröhlichen Begleitung ein. Ich kann die Atmosphäre schlecht beschreiben, weil sie einfach so unglaublich schön ist. Jedenfalls wird es im Mittelteil mal etwas schneller, aber die super Stimmung bleibt trotzdem erhalten.
Ich kann jedem empfehlen, der Scheisslaune hat, sich dieses Lied anzuhören. Danach hat man garantiert bessere Laune!

05 - Metropolis Pt.1: The Miracle And The Sleeper

Definitiv das Highlight des Albums. Mit verträumten Keyboardakkorden setzt Kevin ein, John steuert zurückhaltende Staccatoakkorde bei. Dann setzt das Stück in voller Härte ein: Man kann sich gar nicht vorstellen, wie mitreißend diese 4 einfachen Akkorde sein können! Alle geben hier ihr Bestes, um dies zu bewerkstelligen. Mike begleitet konstant die Basslinie mit seinen Bass-Kicks, John füllt jeden Zwischenraum immer wieder mit einer neuen Spielerei aus und John M. hält sicher an der grundlegenden Basslinie fest. Danach wechselt John P. in ein sich repetierentes Gewitterriff, dessen Härte durch Mikes Downbeat noch mehr unterstrichen wird. Nun setzt auch James mit seinem Gesang ein, der ein weiteres Mal sein perfektes Können demonstriert. Das Besondere an dem Stück: es wiederholt sich nichts im gewohnten Strophe-Refrain-Schema! Wahrscheinlich ist den 5 Künstlern zuviel eingefallen, als daß sie etwas hätten wiederholen können...
Nach dem Gesangspart starten Dream Theater ihren bis dato wegweisensten Instrumentalpart. Hier packen sie wirklich ALLES rein: Witzige Passagen, Dissonanzen, Tempiwechsel en masse, ungerade Taktzeiten, halsbrecherische Soli und Läufe, nicht zu vergessen ein "asskicking" Basssolo des sonst sich eher zurückhaltenden Bassisten John Myung. Diesen Part zu beschreiben ist schwer, denn er ist einfach komplex bis zum geht-nicht-mehr. Ich selbst mußte ich an die 10 mal hören, bis ich Gefallen daran gefunden habe. Aber jetzt MUSS ich ihn immer hören, weil er so genial ist. Wie bei fast allen Dream Theater Stücken braucht man eben seine Zeit, um deren Genialität zu entdecken.
Nachdem dieser Instrumentalpart abklingt, folgt eine kurze ruhige Passage, die aber sofort wieder mitreißend von der ganzen Band aufgegriffen wird und James kann nun endlich wieder mitsingen. Dieser Teil gefällt mir am Besten, weil hier die ganze angestaute Spannung sich entlädt. Ausklingen tut das Stück mit einer Demonstration, was Mike so alles mit seinem Drumset machen kann... schnelle Double-bass Kicks, Fills auf den Toms, es ist einfach genial.

06 - Under A Glass Moon

Nach kurzem Vorspiel von Gitarre und Keyboard setzt Mike mit dem Groove ein, der das weitere Geschehen des Stückes bestimmt. Es geht ziemlich hart weiter, im schnelleren Teil des Stückes verwirrt Mike den Hörer ein weiteres Mal mit gelegentlichen Abändern seine komplexen Spielweise. Dann setzt James mit seinem Gesang ein, ein sehr schöner Teil, weil hier wirklich alles perfekt miteinander harmoniert. Im weiteren Verlauf hört man das Stück durch alle Parameter der Musik gehen... mal ruhig, mal heftig, langsam, schneller... eben Dream Theater. Ganz zum Schluß wird wieder das Anfangsthema aufgegriffen und kling auch genauso auf, allerdings kann John seine Kreativität nicht unterdrücken und verändert seinen Gitarrenpart etwas.

07 - Wait For Sleep

Dieses Stück wird nur vom Keyboard gespielt. In perfekter Harmonie mit diesem singt James eine einfühlsame Gesangslinie, die unter die Haut geht. Den beiden Johns und Mike wird hier eine Pause gegönnt.
Das Stück demonstriert sehr schön die Virtuosität, die in Kevin Moore steckt, der die Band leider 1994 verließ.

08 - Learning To Live

Ähnlich komplex wie "Metropolis" ist "Learning To Live" aufgebaut, allerdings wurde hier mehr Wert auf geradlinigere Songstruktur gelegt. Mit einem Keyboardintro beginnt das Stück und ein weiteres Mal wird man vor eine Konzentrationsprobe gestellt, als Drums und Gitarre scheinbar gegen den Takt einsetzen. Das hält das Stück aber nicht davon ab, nach einem etwas rockigeren Teil zum ruhigen Gesangseinsatz überzugehen. Hiernach wird konstant auf den Refrain hingearbeitet, der wie auch die nachfolgende Passage eher rockig gehalten ist. Nach ein paar Zwischenspielen geht das Stück in einen ruhigen, fast spanisch anmutenden Teil über. Aus diesem entwickelt sich langsam, aber sicher wieder eine Spannung, die einen über mehrere komplexe Passagen letztenldich zum Schluß des Liedes geleitet. Ein sehr schönes Stück, was allerdings auch oft gehört werden muß, bis man seine Qualitäten erkennt.

Das "Images And Words" Album ist ein sehr gelungenes Album, was eigentlich in keiner Plattensammlung fehlen sollte. Bleibt noch zu erwähnen daß sich Dream Theater aus ihrem vorherigen Vertrag mit Mechanic Records freikaufen mußten (ja, wirklich!), bis sie ihren Deal bei Elektra unterschreiben konnten. Es wird außerdem viel gemutmaßt, ob Mike seine Snare-Drum getriggert hat bei den Aufnahmen des Albums. Er selbst bejahte dies, weil der Produzent ihn damals dazu gedrängt hatte. Aber das soll kein Kritikpunkt sein, denn mit oder ohne Triggern, irgendwer muß das Teil schließlich auch gespielt haben... ;D

5 Bewertungen, 1 Kommentar

  • astrosoft

    24.11.2003, 15:59 Uhr von astrosoft
    Bewertung: sehr hilfreich

    hallo! schön, dass jemand sich ausführlich der genialen frühwerke von dt gekonnt annimmt... :-) astrosoft ps: schau mal bei meinen berichten nach... ich bespreche dort die neue dt - train of thought... ist auch genial!