Die wilde Geschichte vom Wassertrinker (Taschenbuch) / John Irving Testbericht

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ab 7,14
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Erfahrungsbericht von Christin78

Eine wilde Geschichte...

Pro:

Interessanter Protagonist, stellenweise sehr lustig

Kontra:

Die Übersetzungsszenen finde ich etwas nervig.

Empfehlung:

Ja

Hallo Ihr Lieben,

Heute möchte ich euch ein Buch vorstellen, das ich kürzlich zu Ende gelesen habe:
„Die wilde Geschichte vom Wassertrinker“, geschrieben hat es John Irving.


Lesemotivation

Ich stöbere ab und zu im Internet herum, um für mich interessante Bücher zu finden, die ich noch nicht kenne und auf die ich alleine nicht gekommen wäre und so fand ich dieses Buch in einem Forum, wo sehr positiv über das Buch geschrieben wurde. Ich schaute erst nach dem Neupreis und entschied mich dann, es bei eBay zu ersteigern.


Der Autor

Der Autor wurde 1942 in den USA geboren, wo er auch heute noch lebt. John Irving ist verheiratet und hat 3 Söhne.
Schon mit 19 Jahren wusste John Irving was er wollte, Romane schreiben und Ringen. Ob ihm das mit dem Ringen gelungen ist, kann ich nicht einschätzen, das Romane schreiben ist ihm sehr gut gelungen.
John Irving hat bisher über 10 Bücher geschrieben, das wohl bekannteste darunter ist „Gottes Werk und Teufels Beitrag“, welches auch verfilmt wurde.
Natürlich könnte ich an dieser Stelle noch viel mehr Biografisches über den Autor schreiben, aber dieser Bericht soll ja keine ausführliche Künstlerbiografie werden, sondern eine Buchrezension, wer also sich für den Autor interessiert, dem steht es frei sich im Internet, weitere Informationen über ihn einzuholen.


Der Inhalt

Protagonist dieses Buches ist Fred Bogus Trumper, auch Thump-Thump und Boogle genannt.
Bogus hat eine Geliebte die ein Kind von ihm möchte, eine Ehefrau die schon ein Kind von ihm hat. Er ist so eine Art Tontechniker bei einem Filmemacher, der seine Geschichte verfilmen möchte. Er hat einen Freund, Merrill Overturf in Europa der verschollen ist und einen Freund in Maine, der an seiner Frau interessiert ist und als Fotograf arbeitet.
Nebenbei arbeitet Bogus Trumper an einer Übersetzung von „Akthelt un Gunthelt“ eine Sage aus dem Altniedernordischen, das soll eigentlich seine Doktorarbeit sein und nimmt in dem Buch nicht gerade wenig Platz ein.
Und Bogus Trumper hat ein Problem mit seinem Penis, das auch recht viel Platz und Raum in dem Buch einnimmt, über das ich aber nicht zu viel schreiben möchte.
Als Leser begleitet man diesen Protagonisten auf seinen Abenteuern, durchlebt zwischenmenschliche Probleme und fragt sich immer wieder, wer dieser Bogus Trumper ist und was er möchte.


Meine Meinung

Vorweg möchte ich erwähnen, dass mir dieses Buch sehr gut gefallen hat, es war das erste was ich von John Irving, aber ganz sicher nicht das letzte.
Bogus Trumper ist ein komischer Zeitgenosse, der sich nicht wirklich nachvollziehbar verhält, der sein Verhalten aber selber auch nicht nachvollziehen kann, wie also soll der Leser es dann können.
Ich empfand dieses Buch als sehr lustig und teilweise auch als sehr traurig. Es waren Stellen in dem Buch wo ich Tränen gelacht habe und an anderen Stellen tat mir der Protagonist so leid, das ich richtig traurig wurde. Bogus sucht nach etwas, weiß aber selber nicht so wirklich wonach er sucht. Wenn man sich selber auf der Suche nach etwas befindet, das man nicht definieren kann, kann einem so ein Protagonist ganz schön mitreißen.
Eigentlich kann ich sagen, das in diesem Buch nichts und doch alles passiert. Es gibt Bücher, die liest man und fragt sich hinterher, was habe ich da eigentlich gelesen, worum ging es? Die Handlung kann man nicht beschreiben alá „Dann passierte das und dann jenes“ und genauso ist es in diesem Buch auch, es passiert viel und doch nichts. Wir begleiten als Leser den Protagonisten und können nicht von ihm lassen, zumindest ging es mir so und letztendlich passiert nichts und genau das ist das Spannende an diesem Buch. Ich habe Trumper als einen sehr sympathischen Protagonisten empfunden, der mir im Laufe des Buches immer mehr ans Herz gewachsen ist, einen leicht verwirrten Eindruck machte er auf mich, einen Suchenenden.
Die anderen Personen die da wären, Biggie Bogus Frau, Tulpen seine Geliebte, Merrill Overturf sein Kumpane aus Europa, Ralph sein Boss und Freund, Couth sein jetziger Freund und Freund aus Jugendzeiten nehmen zwar recht viel Platz ein, spielen aber jeder für sich keine Rolle, sind nur im Zusammenhang mit Trumper interessant und werden auch nur im Zusammenhang mit ihm erwähnt. Ausgefeilt wurde meiner Meinung nach keiner dieser Charaktere und eigentlich sind sie alle Nebenfiguren, sie sind nur so weit wichtig, wie sie für Trumpers Entwicklung in diesem Buch eine Rolle spielen.
Ein paar Sätze möchte ich auch zur Schreibweise John Irvings schreiben. Zum Anfang des Buches hatte ich damit so meine Probleme, einige Sätze waren für mich vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen und für mich nicht nachvollziehbar, bis ich darauf gekommen bin, dass diese Sätze gar keinen Sinn haben und auch kein Zusammenhang besteht, wichtig sind sie meiner Ansicht nach um die Figur Trumper, besser darzustellen, denn so einiges was er macht hat auch keinen Sinn. Ich empfand die Sätze teilweise als sehr komplex, wobei keine Fremdwörter, bzw. kaum Fremdwörter vorkamen. Was mich bis zum Ende hin irritierte, die Erzählperspektive wird häufig gewechselt, zum einen hätten wir den Ich-Erzähler und dann wird wieder aus der dritten Person heraus erzählt. Ich habe keine Logik in diesen Wechseln erkennen können, für mich waren sie nicht nachvollziehbar.
Zwischendurch habe ich immer gedacht, das Bogus die Geschichte selber erzählt, was er wirklich erlebt hat. Dann kamen aber wieder Szenen, wo ich mir diesbezüglich sehr unsicher wurde und der Anschein auf kam, das einiges nicht von ihm erlebt wurde, sondern nur in seiner Fantasie abspielte, diese Szenen waren mit der eigentlichen Handlung für mich auch nicht zu vereinen. Leicht verwirrend, aber dadurch wurde das Buch für mich noch interessanter.
Ich habe keine Ahnung ob das vom Autor beabsichtigt war, oder ob es sich um einen Übersetzungsfehler handelte. Ich hatte ja erwähnt, das Bogus eine Frau Biggi hat und eine Geliebte Namens Tulpen. Biggi hat große Brüste, Tulpen hat kleine. Zum Ende hin, haben auf einmal beide große Brüste und einige Eigenschaften, die zum Anfang seiner Frau zugeschrieben wurden, hatte dann seine Geliebte. Ich nahm zwischenzeitlich an, dass es sich eventuell um eine Person handeln könnte, die mehrere Persönlichkeiten hatte, aber dieses wurde nicht bestätigt. Also habe ich keine Ahnung, ob das beabsichtigt war und wenn ja warum.
Komme ich zu etwas, was mich wirklich sehr genervt hat und das waren die Abschnitte in denen die Übersetzung als dem Altniedernordischen eine Rolle spielte. Ich fand sie langweilig und störend, obwohl ich auch hier eine Parallele gesucht zwischen der Handlung aus der Übersetzung und Trumpers Leben. Ich bin mir auch ziemlich sicher, dass es eine Parallele gibt, nur habe ich diese beim ersten Lesen nicht entdecken können. Ich kann mir irgendwie so gar nicht vorstellen, welchen Sinn diese Abschnitte haben könnten, wenn nicht die Parallele zu Bogus Leben. Ich habe eben geschrieben beim ersten Lesen, ja ich bin der Meinung, dass man dieses Buch ein zweites Mal lesen sollte um es besser zu verstehen und ich finde dieses Buch ist es auch wert ein zweites Mal gelesen zu werden.
Insgesamt möchte ich dieses Buch als sehr lesenswert bezeichnen, das ich ohne Einschränkungen weiter empfehlen möchte.


Noch ein paar „technische Daten“ zu dem Buch

Es ist im Diogenes Verlag erschienen unter folgender ISBN Nr. 3-257-22445-1, es hat 486 Seiten und kostet neu momentan 12,90 Euro. Mit etwas Geduld und Glück bekommt man es bei eBay für 1-2 Euro, ich selber habe es dort für 1,25 ersteigert plus 0,85 Euro Versandkosten.


Mein Fazit

Ein Buch das ich bestimmt noch ein zweites Mal lesen werde, da einige Fragen offen geblieben sind, die ich mir beim ersten Mal nicht beantworten konnte, ich bin darauf weiter oben schon eingegangen. Bogus Trumper ist eine sympathische, aber leicht verwirrende Person, die Handlungen begeht, die einerseits total lustig sind, andererseits aber auch traurig und nicht nachvollziehbar. Eine komplexe Figur ist Trumper, von der es gerade in der zeitgenössischen Literatur meiner Meinung nach zu wenig gibt.
Auch wenn ich von den Stellen, die die Übersetzung aus dem Altniedernordischen etwas genervt war, sehe ich keinen Grund, Punkte abzuziehen, so dass ich diesem Buch die komplette Sternchenzahl und eine Empfehlung ausspreche.


Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen.
Bis zum nächsten Bericht

Christin

17 Bewertungen, 7 Kommentare

  • BroeselWerner

    29.02.2008, 08:45 Uhr von BroeselWerner
    Bewertung: sehr hilfreich

    lieben Gruß vom BroeselWerner

  • Miraculix1967

    28.02.2008, 19:41 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super beschrieben! SH und LG Miraculix1967

  • emanuels

    28.02.2008, 15:40 Uhr von emanuels
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Emanuel

  • gerrhosaurus1978

    28.02.2008, 08:56 Uhr von gerrhosaurus1978
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG, Daniela

  • frankensteins

    28.02.2008, 01:40 Uhr von frankensteins
    Bewertung: sehr hilfreich

    toller Bericht lg werner

  • morla

    28.02.2008, 00:52 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg. petra

  • Clarinetta2

    27.02.2008, 20:09 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    top geschrieben