Italien Testbericht

Italien
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Erfahrungsbericht von Southgirl

Von schönen Inseln, Sehenswürdigkeiten & Touristen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo ihr Lieben!

Vor kurzem war ich auf einem Schüleraustausch in Italien, der an reichgefüllten Tagesausflügen nicht mangelte. Von dem ersten dieser Ausflüge möchte ich hier berichten. Das Ziel war der italienische Teil des Lago Maggiore. Von Stresa (Festland) aus fuhren wir zunächst zu dem Kloster Santa Caterina Del Sasso, anschließend zur Isola dei Pescatori und letztlich zur Isola Bella.

--°--°--°--°-- Stresa --°--°--°--°--

An dem kleinen Bahnhof Stresa angekommen erwartete uns bereits Sonnenschein und eine angenehme Wärme in dieser 5.000 Einwohner „großen“ Stadt. Obwohl sich diese Stadt seit dem 18. Jahrhundert als einer der bekanntesten Bade- und Erholungsorte Europas bezeichnen darf, hatten wir auf Grund der Vorsaison (Anfang Juni) das Glück, nicht von Touristen restlos umgeben zu sein. Trotzdem fielen viele Souvenirstände sofort ins Auge, die von Stresas Bekanntheit zeugten und bereits auf den sommerlichen Ansturm warteten.
Durch kleinere Gassen schlängelten wir uns hinab zum Hafen, der zu Fuß vom Bahnhof aus gut zu erreichen ist. So kamen wir dann auch in den Genuss, ein paar ältere, touristenunberührte Häuser in Augenschein nehmen zu können.
Leider belief sich der gesamte Aufenthalt in Stresa nur auf eine Stunde, so dass eine genaue Besichtigung dieser Stadt uns vorenthalten blieb. Trotzdem enttäuschte mich diese Situation nicht, da es Stresa nicht gelang, bei mir ein außerordentliches Interesse zu wecken. Vielmehr war ich enttäuscht, dass diese malerische Gegend einfach nur auf Tourismus eingestellt war und damit viel ihres sicherlich einmal vorhandenen Charmes eingebüßt hatte.

--°--°--°--°-- Santa Caterina Del Sasso (Legguino) --°--°--°--°--

Nach dem einstündigen Aufenthalt in Stresa fuhr unsere Gruppe mit einem der kleineren Schiffe von Stresas Hafen aus zu dem Kloster Santa Caterina Del Sasso. Auf dem Weg dorthin erfuhren wir einige Details zu der Gründung des Klosters durch einen Vortrag unseres Lehrers. Da ich die Gründungsgeschichte für äußerst interessant halte, möchte ich sie hier in kurzer Form wiedergeben:
Der Tuchhändler Alberto Besozzi erlebte im 12. Jahrhundert Schiffsbruch auf dem Lago Maggoire, als er gegen die Felsen Legguinos fuhr. Von Panik erfasst betete er den Patronen der Schiffsbrüchigen an, Nikolaus von Bari. Wie durch ein Wunder überlebte Alberto Besozzi wirklich dieses Unglück trotz stürmischen Seeganges und verbrachte von nun an aus Dankbarkeit in strengem Glauben sein Leben alleine als Einsiedler zwischen den Felsen Legguinos. Die Geschichte des Einsiedlers sprach sich herum und er gelang zu großem Ansehen. Als nun die Pest hereinbrach, pilgerten die Menschen der Umgebung zu ihm um ihn um Schutz durch Gebete zu bitten. Tatsächlich wurde die Region von der Pest verschont und aus Dankbarkeit errichteten die Menschen der Region gemeinsam mit dem Einsiedler an der Stelle seines Heimes das Kloster, dass sie der heiligen Katherina von Alexandrien widmeten.
Auch noch heute ist das Kloster von Gläubigen bewohnt, die gegen Touristen nichts einzuwenden haben, von ihnen aber eine einem gotteshauswürdige Kleidung verlangen. Kurze Hosen und Shirts, bei denen die Schultern sichtbar sind, sollten wie in allen Gotteshäusern umgangen werden. Das Mitbringen und Benutzen von Videokameras und Fotoapparaten ist aber erstaunlicherweise nicht verboten. Dies sollte man ausnuten, da sich wunderschöne und gut erhaltene Fresken in den Gemäuern des Klosters finden. Weiterhin hat man von den Klosterbrüstungen aus eine wunderschöne Aussicht über den Lago Maggiore, bei der es sich lohnt, ein paar Bilder zu machen.
Die Mönche, die das Kloster bewohnen, wird man allerdings bei einer Besichtigung nicht zu sehen bekommen, da diesen den Touristenverkehr zwar akzeptieren, sich ihm aber nicht selbst entgegenstellen. Trotzdem wird an vielen Stellen des Klosters um eine kleine Spende gebeten, die man ruhig geben sollte und die auch nicht weiter schmerzlich ist, da die Besichtigung keinen Eintritt erfordert.
Eine besondere Attraktion des Klosters, die sicherlich nicht bei jedem Gefallen finden wird, ist der einbalsamierte Leichnam des Einsiedlers, der in einem gläsernen Sarg besichtigt werden kann. Meiner Meinung nach wirkt der leblose Körper aber nicht abschreckend, sondern vielmehr interessant. Erstaunlich erschien mir besonders der Zustand des Leichnams nach so langer Zeit, wo man eigentlich nur noch wenige Knochenreste vermutet hätte...
Des weiteren kann man in einem kleinen im Kloster gelegenen Geschäft viele Souvenirs zu annehmlichen Preisen erwerben. Diese sind natürlich größtenteils von religiöser Natur, also Rosenkränze und ähnliches. Aber auch selbstgemachte Marmelade und schöne Ansichtskarten finden sich hier.
Die Möglichkeit einer Führung besteht meiner Erfahrung nach nicht, so dass es nicht schlecht ist, wenn man sich im voraus über das Kloster und seine Entstehung informiert. Insgesamt sollte für die Klosterbesichtigung eine Dauer von 45 Minuten eingeplant werden, damit man die Fresken auch in aller Ruhe begutachten kann.

--°--°--°--°-- Isola dei Pescatori --°--°--°--°--

Nach der Besichtigung des Klosters ging es für uns mit dem selben kleinen Boot weiter zu der Isola dei Pescatori, der Fischerinsel. Wie der Name bereits besagt, war einst die Fischerei das Haupteinkommen der Insel. Heute jedoch wird ehr nach Touristen gefischt.
Die kleine und längliche Insel ist komplett auf Tourismus eingestellt. Ein Souvenirstand folgt auf den nächsten. Sämtliche Preise bei den Souvenirs unterscheiden sich arg von denen des Festlandes, sie sind viel höher! Daher ist es empfehlenswert hier nicht nach Mitbringsel für Zuhausegebliebene zu suchen. Man selbst sollte auch lieber auf Fotos als Andenken zurückgreifen, will man nicht seine Urlaubskasse allzu sehr strapazieren.
Unsere Gruppe besuchte zur Mittagszeit diese Insel, eine Zeit in der viele Restaurants restlos überfüllt waren. Mit einem Blick auf die Speisekarte störte uns diese Situation allerdings nicht mehr sonderlich und wir griffen gerne auf die mitgenommenen Lunchpakete zurück. Die Preise waren einfach viel zu hoch angesetzt, so dass man für eine schlichte Pizza und eine Cola locker 13 Euro bezahlt. Nudelgerichte waren noch teurer, von Fisch ganz zu schweigen... Ein Mittagessen auf der Isola die Pescatori ist somit wohl nicht nur für Schüler, sondern auch für viele Familien mit Kindern unerschwinglich. Es ist also empfehlenswert, das nötigste an Getränken uns Essen schon mitzunehmen. Ein kleines Eis bleibt aber trotz Unterschied zum Festland noch erschwinglich.
Viele Möglichkeiten für Besichtigungen lässt diese Insel nicht offen. Mir ist nur die Kirche San Vittore bekannt, auf deren Besichtigung wir aber aus Zeitmangel verzichteten. Trotzdem lohnt sich ein kleiner Spaziergang durch enge Gassen und am Wasser entlang.
Insgesamt halte ich diese Insel für mittelmäßig interessant. Ein paar Stunden kann man auf ihr gerne und angenehm verbringen, ein paar Tage wären allerdings sicherlich öde und dazu noch sehr teuer.

--°--°--°--°-- Isola Bella --°--°--°--°--

Das letzte Ziel unserer Tagesfahrt war die Isola Bella, der man eine schiffsähnliche Form nachsagt, auf der wir aber lediglich eine Stunde verbrachten. Somit erhielten wir nicht die Möglichkeit, den 1632 erbauten Palazzo Borromeo mit seinen prunkvollen Gärten zu besichtigen. Eigentlich schade, denn bereits von Außen ließ sich eine prunkvolle und sehenswerte Gestaltung des Palastes und seiner Gärten vermuten.
Trotzdem bot sich uns auch außerhalb des Palastes ein sehr netter Anblick, der zum Träumen verleitet. Mir erscheint es nicht wunderlich, dass sich die Isola Bella bereits seit dem 18. Jahrhundert zu einem der Weltwunder zählen darf.
Ein Aufenthalt von mehreren Stunden ist auf dieser Insel sicherlich lohnenswert. Ein negativer Aspekt jedoch spielten für uns Schüler, wie bereits auf der Fischerinsel, die Preise, die alle phänomenal hoch sind.

--°--°--°--°-- Fazit --°--°--°--°--

Insgesamt verbrachten wir einen sehr schönen Tag am Lago Maggiore. Selbiger hat mehr als eine Attraktion zu bieten, wenn man ihn bei gutem Wetter besichtigt. Bei schlechtem Wetter, wie ich von meiner Austauschpartnerin erfuhr, sollte man auf einen Besuch dieses Sees allerdings besser verzichten, da man ihn nur bei Sonnenschein wirklich genießen könne.
Die Preise für Souvenirs und vor allem Lebensmittel jedoch waren durchweg unangenehm. Auf Konsum sollte man daher so weit wie möglich verzichten.
Persönlich fand ich besonders die Isola Bella, die ihrem Namen alle Ehre macht, ansprechend. Trotzdem denke ich, dass auf jeder der kleinen Inseln des Lago Maggiore ein längerer Aufenthalt langweilig wäre. Ein oder zwei Tagesausflüge zu dem See halte ich daher ehr für angebracht.
Schwimmsachen kann man bei einem Besuch des Sees getrost zu Hause lassen. Das Wasser ist sehr schmutzig und lädt wirklich nicht zum Baden ein. Schade eigentlich...
Eine Bootsfahrt über den See ist nicht nur unumgänglich, wenn man die schönen Inseln besichtigen möchte, sondern auch sehr angenehm und schön! Der Fotoapparat sollte auf keinen Fall zu Hause gelassen werden.

Ich hoffe, ich konnte euch insgesamt mit meinen Erfahrungen bezüglich des Lago Maggiore weiterhelfen. Über Kommentare zu euren Erfahrungen oder ähnlichem würde ich mich freuen!
Gruß, Southy

(c) by Southgirl, 11. Juni 2002

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