Italien Testbericht

Italien
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Erfahrungsbericht von andyleery

Italien, das Land der Träume

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Italien:

parlamentarische Demokratie in Südeuropa. Obwohl Italien erst 1861 ein geeintes Land wurde, gilt es als eine der ältesten Kulturen Europas. Italiens von Größe und künstlerischer Brillanz neben der großen Vielfalt seiner Natur haben viele Reisende auf der Suche nach schöner Kunst, Landschaften und Orten religiöser Bedeutung nach Italien gezogen. Rom, eine der ältesten und farbigsten Städte der Welt, ist die Hauptstadt und zugleich größte Stadt Italiens. Vatikanstadt, der Sitz der römisch-katholischen Kirche, liegt in Rom. Vor zweitausend Jahren war Italien das Herz des mächtigen Römischen Reiches, das sich von Schottland bis zum heutigen Irak und vom Rhein bis zur Sahara in Nordafrika erstreckte. Nach Niedergang und Fall des Reiches wurde Italien in eine Reihe großer und kleiner Staaten unterteilt, doch es blieb führend im Handel zu Lande und zu Wasser und auch in der Kunst.

Das moderne Finanzwesen als Fundament des Bank- und Außenhandels und die Wiedergeburt der europäischen Kunst sowie das Gedankengut der Renaissance verbreiteten sich von Italien aus.
Aufgrund fehlender Naturschätze war das geeinte Italien nach 1861 den übrigen europäischen Ländern wirtschaftlich unterlegen. Im Ersten Weltkrieg gewann Italien Territorium, doch die wirtschaftlichen Probleme blieben. Eine faschistische Diktatur unter Benito Mussolini führte zu geringen vorübergehenden Gewinnen, doch im Zweiten Weltkrieg wurde Italien von deutschen Truppen besetzt und von den Alliierten Streitkräften eingenommen.

Es erlitt schwere Schäden in einigen Städten und einen wirtschaftlichen Zusammenbruch. Mit Hilfe anderer Länder machte Italien seine Verluste wett, baute seine Wirtschaft aus und stärkte seine demokratischen Institutionen, um einer der Eckpfeiler eines starken, stabilen Westeuropas zu werden. Als Gründungsmitglied der Europäischen Wirtschaftsgemeinschaft rangiert Italien nun unter den führenden Handels- und Kulturnationen der westlichen Welt.

Land:

Italien ist eine Halbinsel, die sich von Südeuropa ins Mittelmeer erstreckt. Seine Form erinnert an einen Stiefel. Im Norden gehören Teile der Alpen und auch die größte Ebene Italiens, die Po-Ebene, zum Staatsgebiet. Der Stiefelsporn wird auf der Ostseite des Landes von der kleinen felsigen Halbinsel Gargano gebildet. Im Süden sind Absatz, Blatt und Schuhspitze jeweils eigene Regionen von Italien. Vor der Spitze liegt Sizilien, die größte Insel Italiens.
Die zweitgrößte italienische Insel, Sardinien, liegt im Tyrrhenischen Meer gegenüber der südlichen Westküste Italiens. Eine andere relativ große Insel ist Elba, ebenfalls im Tyrrhenischen Meer, auf der Napoleon im Exil war. Zu nennen sind außerdem andere italienische Inselgruppen wie die Pontinischen Inseln bei Neapel, die Liparischen oder Äolischen Inseln vor Nordostsizilien und die Ägadischen Inseln vor dem nordwestlichen Ende Siziliens.

Von Nordwesten bis Südosten ist Italien etwas über 1.080 Kilometer lang. Die breiteste Stelle im Norden misst etwa 560 Kilometer von Westen nach Osten. Der Rest der Halbinsel ist zwischen 160 und 240 Kilometer breit. Italien umfasst eine Gesamtfläche von etwa 300.400 Quadratkilometer. Es ist ein bergiges Land, das von zwei großen Bergsystemen beherrscht wird. Die Alpen liegen im Norden, der Apennin zieht sich über die gesamte Halbinsel. Die Alpen, die die höchsten Berge in Europa sind, erstrecken sich in einem weiten Bogen von der nordwestlichen Küste Italiens zu dem Punkt im Osten, an dem sie nach Österreich und Slowenien übergehen. Die Seealpen sind der Anfang der Kette und liegen direkt westlich der Hafenstadt Genua.

Trotz hoher Gipfel und steiler Täler sind die Alpen von Bergpässen durchzogen, die Italien immer einen engen Kontakt zu seinen nördlichen Nachbarn ermöglicht haben. Autobahn- und Straßentunnel machen den Verkehr durch die Berge das ganze Jahr über möglich, die Alpen sind im Sommer wie im Winter bedeutende Erholungsgebiete.
Das Gebirgssystem des Apennin ist die östliche Verlängerung der Seealpen. Es bildet einen langen Bogen, der das Rückgrat der italienischen Halbinsel ist. Der Apennin überquert Italien im Norden, folgt dann der Ostküste entlang der zentralen Region, wendet sich daraufhin der Westküste zu und setzt sich auf Sizilien fort, unterbrochen durch die schmale Straße von Messina.
In Italien liegen unzählige kleinere Berge, von denen viele vulkanischen Ursprungs sind, es gibt mehrere erloschene Vulkane. Die einzigen zwei noch aktiven Vulkane auf dem europäischen Kontinent befinden sich in Italien. Es sind der Vesuv bei Neapel und der Ätna auf Sizilien.

Naturschätze:

Die natürlichen Ressourcen Italiens sind begrenzt. Nur etwa 20 Prozent des Landes, die als landwirtschaftlich nutzbar gelten, sind eben. Die italienischen Bauern haben Hügel terrassiert, um Gärten und kleine Felder anzulegen. Viele kleine Bauernhöfe werden trotz ihrer geringen Größe betrieben.
Der Vorrat an Bodenschätzen ist ebenfalls gering. Erdöl und Erdgas werden vor allem in der unteren Po-Ebene produziert, sowie dem südöstlichen Teil der Halbinsel und auf Teilen von Sizilien, doch der Ertrag ist äußerst unzureichend für ein Land, in der motorisierter Verkehr eine große Rolle spielt. Zwar wird in der nordwestlichen Ecke Norditaliens etwas Kohle gefördert, doch hochwertige Kohle sowie Erdöl und Erdgas müssen in großen Mengen importiert werden.

Allerdings ist die Stromerzeugung durch Wasserkraft an Wasserfällen in den Alpentälern und in manchen Tälern des Apennin so gut entwickelt, dass beinahe an allen verfügbaren Standorten Elektrizität erzeugt wird.
Italien ist im Hinblick auf industriell verwendete Metalle und Minerale stark vom Import abhängig. Es gibt jedoch begrenzte Bauxitquellen in Apulien, Eisenerzvorkommen auf Elba, Blei, Zink und Antimon auf Sardinien, Magnesium und Asbest im Piemont, Quecksilber in der Toskana und Schwefel auf Sizilien.

Klima:

Ein Großteil Italiens weist ein Mittelmeerklima mit kühlen, regnerischen Wintern und heißen, trockenen Sommern auf. Die Wintertemperaturen liegen an den Küsten Süditaliens im Winter selten unter dem Gefrierpunkt, die Sommertemperaturen erreichen häufig 32 °C oder mehr. Der Winter ist die regnerische Jahreszeit. Dann schwellen Bäche, die im Sommer fast kein Wasser führen, zu reißenden Flüssen an und es kommt häufig zu flutartigen Überschwemmungen. Die Sommer sind trocken, bestimmte Erntefrüchte müssen auf der ganzen Halbinsel und auf den Inseln bewässert werden.
Das Klima Norditaliens ist anders als das des Südens. Die Winter sind meist kalt, regnerisch und neblig, in den Alpen gibt es starke Schneefälle. Die Sommer sind nicht so heiß und die Sommerregen unterstützen die Landwirtschaft.

Bevölkerung:

Die Italiener gehören hinsichtlich der Sprache und Religion zu den homogensten Völkern Europas. Die einzige bedeutende Minderheit besteht aus mehreren hundert Bürgern deutscher Sprache, die in den Alpentälern des Nordens leben. Ihre Region, das Trentino-Tiroler Etschtal, liegt im oberen Tal der Etsch, einem Nebenfluss des Po. Sie gehörte zum österreichischen Bundesland Tirol, die Bürger dort bezeichnen ihre Heimat immer noch als Südtirol. Die Region wurde nach dem Ersten Weltkrieg von Italien besetzt. Sowohl Italienisch als auch Deutsch sind dort offizielle Sprachen. Die Menschen haben sich jedoch eine eigenständige Identität erhalten.

Zwei weitere, sehr viel kleinere Minderheiten leben in Norditalien. Eine dieser Gruppen, die Valdotains, haben mit Italienisch und Französisch ebenfalls zwei offizielle Sprachen. Diese Gruppe bewohnt das Aostatal (Valle d’Aosta) im Nordwesten des Landes. Die andere Gruppe in Nordostitalien spricht eine romanische Sprache, die Romantsch oder Ladinisch heißt und dem Italienischen sehr ähnlich ist.
Etwa 95 Prozent der Italiener sprechen Italienisch. Seit über 700 Jahren gilt diejenige Sprachform als Hochitalienisch, die in der Toskana, der Region Mittelitaliens um Florenz, und in Rom gesprochen wird. Doch es gibt viele schwer zu verstehende Dialekte. Zumindest zwei Hauptdialekte, der sizilianische und der sardinische, sind manchmal sogar für Italiener schwer verständlich.
Fernsehen und Rundfunk haben gemeinsam dazu beigetragen, das Land durch den Gebrauch einer gemeinsamen Sprache zu vereinen. Rom ist nicht nur die Hauptstadt Italiens, sondern auch der Hauptsitz der italienischen Radio- und Fernsehstationen.

Städte:

Bereits um 1900 hatten die drei größten Städte Italiens, Rom, Mailand und Neapel, jeweils etwa 500.000 Einwohner. Ein Großteil der italienischen Bevölkerung lebte in sehr kleinen Orten und Dörfern. Über die Hälfte der Menschen waren Bauern, und die Industrie war hauptsächlich im nordwestlichen Landesteil angesiedelt.

Die Stadtbevölkerung Italiens ist seit 1900 beträchtlich gewachsen. Rom, die größte Stadt, hatte 1996 fast 2,6 Millionen Einwohner, Mailand etwa 1,33 und Neapel um 1,1 Millionen. Seit Ende des 19. Jahrhunderts sind viele Menschen aus Italien ausgewandert, vor allem nach Nord- und Südamerika und nach dem Zweiten Weltkrieg nach Australien. Hunderttausende von Italienern leben heute vorübergehend oder auf Dauer in der Schweiz, in Frankreich oder in Deutschland.
Als die italienischen Städte anwuchsen, verlagerten sich die Einkommensquellen von der Beschäftigung in der Landwirtschaft auf industrielle Tätigkeit. Weniger als 10 Prozent der Arbeitskräfte arbeiten heute in der Landwirtschaft. Die Mehrheit ist in der industriellen Fertigung, im Dienstleistungssektor, im Handel oder in der Bauindustrie beschäftigt.

Bildung und Gesundheit:

In Italien besteht Schulpflicht für Kinder zwischen dem 6. und 14. Lebensjahr. Der Schulbesuch ist kostenlos. Kindergärten werden von der römisch-katholischen Kirche und anderen Organisationen gefördert. Die Grundschulen lehren die Kenntnisse in den Grundfertigkeiten. Die Mittelschulen bieten sowohl allgemeine Lehrpläne an als auch die Vorbereitung auf höhere Schulen. Technische Schulen unterrichten in verschiedenen Berufsrichtungen.
Italien hat 27 staatliche und private Universitäten. Die Privatuniversitäten werden von der römisch-katholischen Kirche unterstützt. Die Universität Bologna, die um 1200 gegründet wurde, ist die älteste Universität Italiens und eine der ältesten der Welt. Die größte Universität ist die Universität Rom mit über 140.000 Studenten.

Wirtschaft:

Italiens Wirtschaft litt an schweren Schäden nach dem Zweiten Weltkrieg. Später war das Land in der Lage, die Wirtschaft mit Unterstützung durch den Marshallplan und durch die Mitgliedschaft in der Organisation für Wirtschaftliche Zusammenarbeit in Europa wieder aufzubauen. Vor allem in der Landwirtschaft kam es zu strukturellen Veränderungen, die Folge einer Landreform und intensiver staatlicher Planung zur Erhöhung der landwirtschaftlichen Produktion waren. Gleichzeitig zogen viele Menschen aus den ärmeren südlichen Gegenden Italiens in die reicheren Gebiete von Mittel- und Norditalien.

Industrie:

Die Organisation der italienischen Industrie ist ganz anders als in den meisten Ländern. Während der Großen Wirtschaftskrise der dreißiger Jahre erlitten die Banken Italiens schwere Verluste. Die italienische Regierung übernahm in einem Versuch, die Wirtschaft zu stützen, das Management der Banken und gründete Holdinggesellschaften. Die größte staatliche Holding, das Institut für Industriellen Wiederaufbau (IRI), wurde Anfang der dreißiger Jahre gegründet. Das IRI und andere Holdings halten Anteile an einer großen Anzahl von Unternehmen, Stahlhütten und Werften bis hin zur staatlichen Fluggesellschaft. Außerdem kontrollieren sie viele Firmen, darunter Hersteller von Computersoftware, Elektronik und Kraftfahrzeugen. Dieses breit gefächerte Eigentum an Unternehmen hat den italienischen Staat zum größten Arbeitgeber des Landes gemacht.
Die Eisenbahnen, das Postsystem, der Verkauf von Tabak und Salz sowie die meisten Elektrizitätserzeuger und -verteiler unterliegen der vollständigen Kontrolle der Regierung im Rahmen staatlicher Monopole.

Industrie und Landwirtschaft sind in den drei Hauptteilen Italiens sehr unterschiedlich. Norditalien hat mit Abstand die gesündeste Wirtschaft mit dem größten Anteil an Industrie, den besten Ackerlandflächen und den höchsten Einkommen unter den Bauern, Arbeitern und Angestellten im Dienstleistungsbereich. Mittelitalien ist weniger begünstigt, Süditalien ist der ärmste Landesteil. Diese Unterschiede im Einkommensniveau und demzufolge auch im Lebensstandard bestehen schon seit Jahrhunderten.

In der Zeit zwischen 1945 und 1950 begann die Regierung mit dem Versuch, die Wirtschaft Süditaliens und von Teilen Mittelitaliens durch umfangreiche Investitionen zu verbessern. Die Investitionsfonds für Süditalien setzen sich aus Staatseinnahmen und ausländischen Hilfszahlungen zusammen, wobei die Hilfe aus dem Ausland auch von Italiens Partnern in der EU kommt. Diese Fonds investieren in landwirtschaftliche und öffentliche Arbeiten. Die Hilfe wird auch auf die Industrie erweitert, die neue Fabriken in Mittel- und Süditalien bauen möchte.


Tourismus:

Jahrhunderte lang haben die italienischen Sehenswürdigkeiten Menschen aus aller Welt begeistert. Touristen werden nicht nur von Orten religiöser und künstlerischer Bedeutung angezogen, sondern auch von der abwechslungsreichen und schönen Landschaft. Das Geld aus dem Tourismus trägt beträchtlich zur italienischen Wirtschaft bei. In italienische Lire eingetauschte Fremdwährungen helfen, die italienischen Importe zu bezahlen. Zur gleichen Zeit ist das Tourismusgeschäft einer der wichtigsten Dienstleistungssektoren Italiens. Die meisten Touristen kommen aus Deutschland, der Schweiz, Österreich, Frankreich, Großbritannien und den USA.

Internationale Beziehungen:

Italien ist seit der Gründung der Organisation des Nordatlantikpaktes (NATO) im Jahre 1949 Mitglied dieser Allianz. Das Land trat 1955 den Vereinten Nationen bei. Italienische Staatsmänner, angeführt vom langjährigen Ministerpräsidenten Alcide De Gasperi, spielten ein wichtige Rolle bei der Entstehung der Europäischen Gemeinschaft für Kohle und Stahl und später der EWG sowie der Europäischen Atomenergiegesellschaft EURATOM, deren Gründungsurkunde 1957 in Rom unterzeichnet wurde. Im Laufe vieler Jahre ist Italien eine der Weltmächte geworden, die für die westlichen Länder eine politische und wirtschaftliche Führungsposition innehaben und intensive Beziehungen zu den USA pflegen.

Häufige Regierungswechsel aufgrund von Misstrauensvoten oder Korruptionsvorwürfen haben eine gleichbleibende Regierungspolitik in Italien vielfach unmöglich gemacht. Wahlen wurden häufig vorgezogen und neue Koalitionen gebildet. Trotzdem sind Korruptions- oder Justizaffären an der Tagesordnung. Selbst der Vorwurf der Zugehörigkeit zur Mafia traf und trifft Politiker aller Richtungen. So wurden 1995 und 1996 Prozesse gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Andreotti wegen Mafiazugehörigkeit oder gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Berlusconi wegen Beamtenbestechung geführt.

Der wegen Kriegsverbrechen angeklagte ehemalige SS-Offizier Erich Priebke wurde von einem Militärgericht freigesprochen. Ihm war vorgeworfen worden, 1944 maßgeblich an der Erschießung von 335 italienischen Geiseln in den Ardeatinischen Höhlen am Stadtrand von Rom beteiligt gewesen zu sein. Das Gericht anerkannte jedoch, dass er unter Befahl gehandelt habe, und wertete auch das tadelsfreie Verhalten des Angeklagten in den folgenden fünfzig Jahren positiv. Der Freispruch wurde jedoch von einem Zivilgericht aufgehoben.
Die Partei Lega Nord (LN) tritt seit mehreren Jahren für eine Abspaltung der norditalienischen wirtschaftsstarken Regionen und die Unabhängigkeit Padaniens ein. 1997 hat sie sich in Lega per L’Indipenza delle Padania (Liga für die Unabhängigkeit Padaniens) umbenannt.

12 Bewertungen, 2 Kommentare

  • Juliaroberts13

    18.03.2002, 16:43 Uhr von Juliaroberts13
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super Ausführlicher Bericht! BYE

  • Zarah24

    03.03.2002, 14:43 Uhr von Zarah24
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht, sehr Interessant