Jakob, der Lügner (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
Du sollst nicht falsch Zeugnis reden wider deines Nächsten....
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Mit eben dieser Frage muss sich der jüdische Ghettobewohner Jakob Heyn (Robin Williams) auseinandersetzen; als er zufällig im Hauptquartier der Nazis einen Nachrichtenfetzen aus dem Radio auffängt. Hier erfährt er, dass die Russen bereits vorgerückt sind und es demnach noch Hoffnung gibt, dass die Lager in Polen und Umgebung aufgelöst bzw. befreit werden. Und Hoffnung ist nicht nur das, was bekanntlich zuletzt stirbt; sondern auch das, was die Suizidrate der Ghettobewohner konstant gen Null hält.
//HOFFNUNG, DIE ILLUSIONSKRAFT DER SEELE//
oder
//DIE WESENTLICHE STORY//
Alles beginnt, als jener Jakob Heyn im Zwiegespräch mit seiner toten Frau unter einem Baum steht und eine Zeitungsfetzen erblickt, den der Wind vorbeiträgt. In der Hoffnung, etwas über die politische Lage zu erfahren, eilt Jakob diesem hinterher und gerät somit versehentlich zu nah an die bewaffneten Aufseher, die ihn postwendend mit dem Hinweis auf die Ausgangssperre zu einem der Hauptkommandanten schicken. Dieser erweist sich zum einen nicht als sonderlich interessiert, und zum anderen als ein wenig nachlässig ~ nur durch diesen Zufall kann Jakob einige Satzfragmente aus dem Radio erhaschen, die er nur solang für sich behält, bis er seinen besten Freund Kowalsky (Bob Balaban), der grade im Begriff ist, sich einen Strick um den Hals zu legen, auffindet.
Obschon Kowalsky Jakob nicht glaubt, sieht er von seinem suizidalen Vorhaben ab und folgt Jakob ins Arbeitslager. Auch dortig trifft er auf einen guten Freund ~ seinen damaligen Boxschüler Mischa (Liev Schreiber) ~ der in Begriff ist, sich gegen die Wachen aufzulehnen und seinen eigenen Tod zu riskieren. Um auch dessen Leben zu retten, verrät Jakob Mischa, was er im Radio gehört hat ~ selbstredend unter dem Siegel der Verschwiegenheit.
Doch wie es stets im Leben war, ist, und wohl auch immer sein wird hält diese für damalige Verhältnisse sensationelle Neuigkeit nicht lange vor seiner eigenen Gerüchtentwicklung hintern Berg. Mischa ist es, der die vermeintliche Gunst der Stunde nutzt und um die Hand seiner Freundin Rosa (Nina Siemaszko) anhält ~ und weil deren Vater im Hinblick auf die Zukunftslosigkeit ablehnt, offenbart Mischa ihm und zwangsläufig der handvoll Menschen, die sich im gleichen Haus aufhalten, die Neuigkeit, dass Jakob Heyn selbst ein Radio besäße und gehört hätte, dass bereits Flieger zur Rettung nahen würden.
Um es kurz zu machen: das, was als einzelner aufgeschnappter Satz anfing entwickelt ein gefährliches Eigenleben ~ denn immer mehr Menschen laufen auf Jakob zu und wollen wissen, ob es politische Neuigkeiten gäbe; die dieser in seinem Radio gehört hätte.
Nur allzu verständlich, dass kaum jemand Jakob Glauben schenken wollte, dass er kein Radio besitzt ~ eben weil auf dieses Besitztum die Todesstrafe stand. Hinzu kommt der Umstand, dass Jakob selbst erleben muss, wie sich die Menschen auf die größtenteils selbstgestrickte Hoffnung stürzen und regelrecht am Boden zerstört sind, wenn Jakob nichts neues zu berichten hat. Seine „Ziehtochter“ gibt zudem den letzten Ausschlag dazu, dass die „Radio-Nachrichten“ weiter verbreitet werden ~ doch schon zu diesem Zeitpunkt ist die ganze Sache nach und nach merklich aus dem Ruder geraten.
Allzu gerne würde Jakob aufhören zu lügen; doch er kommt aus diesem Konstrukt nicht mehr heraus ~ zumal Dr . Blumenthal (Gregg Bello), der zwar als einziger von der Nichtexistenz des Radios überzeugt ist, unseren Hauptdarsteller ermutigt, „weiterzumachen“, weiter Hoffnung und Lebenswillen zu streuen....
Zu guter letzt kommt es, wie es kommen musste: bekanntlich sind die Spitzel überall; und so durchpferchen bzw. zerstören die Nazis das gesamte Ghetto auf der Suche nach dem Radio. Obendrein soll eine bestimmte Anzahl von Juden hingerichtet werden; wenn nicht bis Mitternacht der „sich widersetzende Jude“ mit dem Radio im Hauptquartier auftaucht......
//ALL DIE HOFFNUNG; ALL DIE SEHNSUCHT ~ SIE IST KEIN FLUCH; SIE IST DIE GABE//
oder
//DIE UMSETZUNG//
„Jakob, der Lügner“ wird als „Tragikkomödie“ deklariert. Doch ob das die richtige Bezeichnung ist, darüber lässt sich streiten. Vielmehr gibt es meiner Meinung nach überhaupt kein Genre, welches diesen Film treffend einkategorisieren ließe.
Ansatzweise „wirkt“ dieses Machwerk wie ein zauberhaftes Märchen ~ vor allem wenn man bedenkt, welche tragischen Ausgangspunkte jene Erzählungen meist haben (man denke nur an „Hänsel und Gretel“, die von ihren ärmlichen Eltern mit der Hoffnung auf eine Überlebenschance, die sie selbst nicht bieten konnten, im Wald ausgesetzt werden). Auch hier sehen wir zu Beginn eine Mutter, die ihre Tochter Lina (Hannah Taylor-Gordon) quasi mitten in der Prärie „aussetzt“, damit sie nicht mit dem berühmten „Zug nach Nirgendwo“ abtransportiert wird.
Als Jakob groteskerweise nach seinem „Vorsprechen“ vor dem Hauptmann nicht mehr ins Ghetto reingelassen wird trifft er auf Lina und nimmt diese schließlich zu sich ~ schon an dieser Stelle wird dem Zuschauer klar, dass der Film nicht so eine „drückende“ Atmosphäre aufweist; wie man es von Holocaust-Halb-Dokumentationen um das Jahr 1944 herum erwartet hätte.
Natürlich erwartet den Filmgucker hier keine phantastische Verschönerung der damaligen „Umstände“; ganz im Gegenteil: die Verzweiflung und Ängste der Juden im Ghetto von Lodz (Polen) wird nahezu perfektionistisch eingefangen; das Verbrechen an der Menschlichkeit wird realistisch dargestellt, ohne aber allzu sehr auf die Tränendüse zu drücken. „Selbstverständlich“ wird hier dann und wann jemand erschossen, der nicht nach der Pfeife der Nazis tanzt; „natürlich“ werden Juden auf offener Straße verprügelt, „selbstredend“ wird von Hunger, Krankheit, Kälte, Armut und den KZs berichtet; „gewiss“ bekommen wir auch Selbstmorde zu sehen; und obendrein dürfen wir teilhaben an den „Arbeitsbedingungen“ der Juden.
Doch alles wird noch mit einem Hauch Wärme präsentiert ~ man spürt regelrecht den Zusammenhalt der Ghettobewohner und kann sich sogar erlauben, ein wenig über die Tatsache zu schmunzeln; das die Juden zu flotter Tanzmusik ihre Arbeit antreten dürfen. Ich will keineswegs sagen, dass diese offenbarte Verachtung zum lachen wäre; doch ich wage zu behaupten, dass bei dieser Filmszene kaum einer davor gefeit sein wird; das ganze wenigstens als skurril zu bezeichnen.
Wer jetzt denkt, die Geschehnisse würden auf die Schippe genommen, der irrt:
In „Jakob der Lügner“ wurde vielmehr eine Mischart aus wahrhaftig witzigen und ernsten, melancholischen Szenen geschaffen. Es ist nicht einfach, einen Film über das sog. „größte Verbrechen an der Menschheit“ dergestalt umzusetzen, ohne das man Gefahr läuft, dass sich einige Menschen (vorrangig die Juden selbst) auf den Schlipps getreten fühlen ~ doch der Umstand, dass einige Nebenrollen von Anhängern des jüdischen Glaubens verkörpert wurden, spricht meines Erachtens nach für sich.
Die gesamte Filmatmosphäre wird durch entsprechende Dialoge, Gesten und gar Geschehnisse aufgelockert und obendrein noch näher ans Herz gelegt, als es meiner Ansicht nach „Schindlers Liste“ konnte. Während „Schindlers Liste“ vorrangig aus Dramatik und geschaffener Beklemmung besteht und nicht zuletzt brilliert, bewerkstelligt „Jakob, der Lügner“ eine Art herzliche Atmosphäre zu erwecken; der Regisseur Peter Kassovitz vollbrachte es mit seinem 2001 entstandenen wahren Meisterwerk, den Zuschauer dann und wann „vergessen“ zu lassen, dass es sich bei diesem Film eben nicht um einen „normalen Männer-Freundschaftsbericht“ handelt. Da es vermehrt „locker“ zu Gange geht, wirken die Momente, wenn die Gestapo vor der Tür steht oder gar jemand gefoltert wird noch eindringlicher ~ der Zuschauer spürt selbst die plötzlich aufkeimende, aber hintergründlich doch allgegenwärtige Angst der Beteiligten tief unter der Haut. Dass man selbst immer wieder herausgerissen wird aus einer gemütlich wirkenden Szenerie; einem geselligen Zusammensein der Freunde etwa, sorgt meiner Meinung nach für die gewisse „Besonderheit“ des Filmes.
Der Zuschauer erlebt fast hautnah, wie sich „organisierte Normalität“, gespielter Alltag, Zuversicht und Todesangst abwechseln.
Aberwitzige Dialoge und beizeiten triefender Humor lassen ferner Verständnis aufkommen für die Bewohner; die trotz der ausstehenden Todesstrafe auf Radiobesitz von Jakob immer wieder verlangen, das sich dieser der Gefahr stellt und weiter die Neuigkeiten verbreitet. Während man sich zu Beginn und zweifelsohne auch gegen Ende des Filmes eher Fassungslos ist über die Leichtsinnigkeit Mischas, das „wahrheitsverfremdete Geheimnis“ keine 12 Stunden für sich zu behalten sondern obendrein, wie Jakob Heyn so treffend bemerkt, „ausgerechnet einem Frisör, der größten Tratsche überhaupt“ anzuvertrauen.
Das eigentliche Drama der ganzen Geschichte ist wohl, dass allesamt Jakob vertrauen; dieser selbst aber niemanden so recht trauen kann ~ denn bekanntlich machen Erzählungen, die mit einem „behalt das bloß für dich!“ verziert sind, am schnellsten die Runde. Jakob ist somit Gefangener seiner Selbst; er spürt, dass er zugleich Verantwortung für den Lebenserhaltungstrieb sowie den Lebensleichtsinn trägt. Und da jeder Einzelne „anders tickt“; tickt im Hintergrund leise vor sich hin eine Art Zeitbombe.....
//NUR HOFFNUNG IST UNSER GLÜCK DES ALLTAGS. UND DAS ENDE UNSERE SEHNSÜCHTE IST LEIDER MEISTENS NUR DER TOD//
oder
//EXPLIZITE MEINUNG//
Es wird an dieser Stelle kaum noch jemanden verwundern, dass „Jakob der Lügner“; obschon ich ihn am gestrigen Tage erst das zweite mal gesehen habe, in meiner „persönlichen Hitliste“ ganz oben steht.
Lediglich eine Szene gibt es, mit der ich ein wenig zu kämpfen habe: die „Ziehtochter“ Lina erkrankt schwer; woraufhin Jakob ihr versprechen muss, dass sie ebenfalls Radio hören darf wenn sie wieder gesund wird. Lina fordert die Einlösung dieses Versprechens ein; und Jakob beginnt, ihr ein Programm vorzuspielen, bei dem man eigentlich davon ausgehen sollte, dass die 10 jährige mitbekommt, dass Jakob höchstpersönlich einfach mit verschiedenen Stimmen spricht und demnach die „Nachrichten“ bzw. das Interview mit dem Präsidenten fungiert. Trotzdem ist Lina später nicht nur enttäuscht, sondern regelrecht sauer, als sie Jakobs diesbezügliche Beichte bei dessen besten Freund belauscht. Trotzig fragt sie, was sie Jakob überhaupt noch glauben kann.....
Obzwar die Reaktion dieses Kindes schon verständlich ist; frage ich mich nachhaltig, wie naiv Lina mit ihren 10 Jahren eigentlich sein muss um den vorgeführten Schwindel nicht bemerkt zu haben. Immerhin hat sie obendrein gesehen, wie Jakob in einen Eimer sprach um seiner Stimme einen anderen Ton zu geben.... In diesem Zusammenhang könnte man den Umstand, dass Jakob sogar noch einen Plattenspieler besitzt, ebenfalls in Frage stellen ~ doch diese beiden „Unstimmigkeiten“ wahrlich nur am Rande!
Die letzten Szenen des Filmes nach dem eigentlichen „Einläuten des wahren Endes der Sehnsüchte“ hätten meiner Ansicht nach auch nicht unbedingt sein gemusst ~ hier wurde augenscheinlich versucht, den Gemütszustand der Zuschauer ebenfalls mit einer trügerischen Hoffnung aufzuhellen. Leider geht dies meiner Meinung nach fast schon ein wenig nach hinten los; da es irgendwie schon zu dick aufgetragen wurde.
Insgesamt jedoch bin ich von der gesamten Darstellung und Umsetzung dieser doch recht gewagten Filmidee angetan, berührt und nicht zuletzt begeistert.
Robin Williams spielte sonstig zwar vorrangig in Komödien mit; doch auch diese Rolle hier schien ihm auf den Leib geschneidert zu sein ~ das die anderen Schauspieler ebenfalls überzeugten, muss ich wohl nicht gesondert erwähnen. Mir persönlich hat es nicht zuletzt aufgrund meiner persönlichen Vorliebe für Liev Schreiber eben dieser es in der Rolle des arglosen Mischas besonders gut gefallen. Ähnlich wie Max in „8 mm“, um mal einen sehr weit greifenden Vergleich zu wagen, scheint er sich der jeweiligen Gefahr der einzelnen Situationen nicht immer bewusst zu sein und betrachtet nächtliche Ausflüge jenseits der Ausgangssperre fast schon wie ein „Räuber und Gendarm“ - Spiel. Er ist es wohl auch, der die ganze Sache erst ins rollen gebracht hat. Im Grunde könnte man fast schon behaupten, dass Mischa „Schuld“ an der gesamten Entwicklung und nicht zuletzt auch eher er denn Jakob dafür „verantwortlich“ ist, dass sich jemand zu den Menschentransportzügen vorwagt um den daselbst Eingepferchten aufmunternde Worte zuzuraunen ~ und für diesen „Regelverstoß“ von den Deutschen erschossen wird.
Beim ersten Ansehen von „Jakob der Lügner“ vor einigen Jahren war ich regelrecht hingerissen und obendrein hin- und hergerissen von den jeweiligen Charakteren, deren Verhalten untereinander und nicht zuletzt dem Gesamtbild der Ghettos an sich. Der Zuschauer wird hier „so ganz nebenbei“ mit der Armut konfrontiert; es wird nicht wie bei anderen Filmen, die dieses Thema behandeln, darauf gepocht und ständig darauf hingewiesen. Obendrein wurde hier darauf verzichtet, die Geschichte zum Kriegsende zu verlegen; was logischerweise ein weittestgehendes Happy end“ zur Folge hätte. Mag sein, dass viele ein Faible für happy ends haben und es sich gewünscht hätten, dass Jakob mit seinen Prophezeiungen Recht gehabt hätte und die Flieger sich nicht als deutsche entpuppt hätten. Mir jedoch sagte es ausdrücklich zu; dass auf diese „Auflösung“ zurückgegriffen wurde. Irgendwie hätte dies die Eigentümlichkeit des wahren Glanzstückes der Filmkunst ein wenig zunichte gemacht und Richtung seichte Unterhaltung gedriftet.
Die spärliche Bekleidung, die Tage ohne Strom, das Dilemma, das die 2er-Gruppen der Arbeiter nach Leistung mit Essen versorgt werden und „natürlich“ auch die Alten und Kranken bis zum Umfallen schuften müssen und sogar die Tatsache, dass schon alle Kinder aus dem Ghetto „entfernt“ wurden plätschern auf den Zuschauer eher wie ein Nieselregen ein; während jenes in vergleichbaren Werken einem Platzregen gleicht und das Gefühl der Betrachter ab und an gar überschwemmt.
Hier wurde jedoch alles genau in der richtigen Dosis dargeboten ~ von der oben genannten Schlussszene evtl. mal abgesehen. Die Idee, Humor mit Dramatik zu verbinden ist sicherlich nicht neu; und in „Das Leben ist schön“ bekommen wir ansatzweise einen ähnlichen Film geboten; wenngleich auch mit dem Unterschied, dass dortig ein Vater lediglich seinem Sohn gewisse Lügen auftischt um diesen das Leben im Arbeitslager erträglicher zu machen. Dennoch kann man die beiden Werke in deren Wirkung nicht wirklich, sondern höchstens ansatzweise vergleichen.
Dank der einmaligen Umsetzung von „Jakob der Lügner“ taucht man hier ein in die aufkeimende Welle der Hoffnung, die durch die gefährlichen, aber auch lebensverlängernden Lügen gesät wird. Es gelang mir und wird sicherlich auch jedem anderen „gelingen“, die Grausamkeit der einstigen Geschehnisse und eben auch die jeweiligen Gefühle nachzuempfinden. Zu guter letzt wurde bei „Jakob der Lügner“ auch nicht vergessen, dezent darauf hinzuweisen, dass nicht alle Deutschen von dem „Vorgehen“ überzeugt waren....
//ERGO //
Sehr lange Rede, sehr kurzer Sinn:
„Jakob der Lügner“ ist endlich mal wieder ein Nazi-Film, der völlig anders als das altbewährte daherkommt. Es gibt, wenn ich ehrlich bin, meiner Meinung nach fast zu viele Holocaustfilme, die alle in die selbe Kerbe schlagen. Ich will nicht sagen, dass ich der Auffassung bin, dass das leidige Thema endlich mal zum ruhen gebracht werden sollte ~ nein, vielmehr geht es mir darum, dass schier alle Nase lang ein neuer Film „rund um Hitler“ auf den Markt geworfen wird und fast schon eine Art „Übersättigung“ eintritt bzw. zumindest bei mir eingetreten ist.
Viele Regisseure versuchten in gewissermaßen unterschiedlicher Art und Weise wieder und wieder die Jahre vor, im oder unmittelbar nach dem 2. Weltkrieg zu be- und durchleuchten. Die Perspektive wechselte im Laufe der Zeit von inhaftierten Juden zu versteckten Juden; zu Freundschaften oder gar Liebschaften zwischen Juden und Deutschen und landete irgendwann bei der „Idee“, nicht nur von den Schattenseiten des Holocaust zu berichten sondern auch von dem unglaublichen Zusammenhalt und der tiefen Freundschaften in dieser Zeit.
Dennoch gibt meiner Kenntnis nach keinen vergleichbaren Film, der „Jakob der Lügner“ toppen könnte. Ich hatte ein wenig befürchtet, dass jenes Werk gen Kitsch tendieren würde ~ doch davon sind wir hier weit entfernt. Romantik wird zwar eher klein geschrieben; doch insbesondere die Zwiegespräche zwischen Jakob und (der toten) Hanna gehen demgemäss unter die Haut. Wie eben auch der gesamte „Rest“ des Filmes, den ich mit nichts anders als „beeindruckend“ und eben absolut „besonders umschreiben“ würde....
Wie der Deutsche Offizier, dem Jakob schließlich gegenübersitzt, es ebenfalls auf den Punkt bringt „Welcher Mensch möchte nicht den nächsten Tag erleben? Oder den Tag danach?“ erinnert dieser Film noch mal daran, was wir auch bei „Titanic“ lernen sollten: das jeder Tag oder gar jeder erLEBTe Augenblick zählt.
Die Band „Schandmaul“ lehrt und heutzutage: „Leb ~ ehe deine Sehnsucht stirbt“ ~ und Jakob hat die gesamten Ghettobewohner mit seiner Lügengeschichte am LEBEN erhalten. Obschon „der Vorhang nicht fallen kann, ehe nicht die letzte Zeile gesprochen ist“ sterben manche innerlich eben schon bei lebendigem Leib....
19 Bewertungen, 7 Kommentare
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10.07.2006, 23:01 Uhr von Zzaldo
Bewertung: sehr hilfreichDa hast du mal wieder einen sehr informativen und interessanten Bericht geschrieben. Daher ein klares sh von mir für dich. Was anderes wäre echt nicht angebracht. LG Stephan
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09.07.2006, 01:19 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße Edith und Claus
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07.07.2006, 23:09 Uhr von tanja2003
Bewertung: sehr hilfreichsh und liebe Grüße....Tanja
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07.07.2006, 21:51 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich und ausführlich. (¯`´•.¸.•´´¯) Man liest sich (¯`´•.¸.•´´¯)
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07.07.2006, 21:50 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreich***SH und LG***
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07.07.2006, 21:38 Uhr von SuicideToday
Bewertung: sehr hilfreich~*~sehr hilfreich~*~man liest sich~*~
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07.07.2006, 21:32 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichsehr hilfreich
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