Jerusalem Testbericht




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Erfahrungsbericht von Hylobates
Kein Ort der Besinnung
Pro:
heilige Stätte, beeindruckende Architektur
Kontra:
manchmal überfüllt, keine Stimmung
Empfehlung:
Ja
Aber zunächst mal von vorne. Die ersten 11 Tage habe ich ja zwecks GPS-Messungen für ein FH-Projekt (wen es interessiert: http://www.fh-oow.de/aktuelles/database/index.php?anzeige=Nachricht&id=2618) in der Gegend um Haifa verbracht. Aber zum Abschluss des Trips hatten wir auch noch zwei Tage Jerusalem eingeplant. Nach der Ankunft Donnerstag Nachmittag stand noch ein Bummel durch den arabischen Teil der Altstadt an. Freitag war für Sightseeing eingeplant. Morgens auf der Stadtmauer um die Altstadt und nachmittags Davidsstadt. Die Grabeskirche hätten wir beinahe vergessen. Aber als wir vormittags in einem Straßencafe saßen und einen Saft getrunken haben fiel uns beim Lesen unseres Reiseführers auf, dass wir ja gar nicht weit von der Grabeskirche entfernt waren. Und da wir nichts besseres mehr zu tun hatten, gingen wir da einfach hin.
Geschichtliches und heutige Bedeutung
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Nach der Überlieferung befindet sich die Grabeskirche an der Stelle, an der die Kreuzigung Christi stattgefunden und sich sein Grab befunden haben soll. Daher auch der Name der Kirche in unserem Sprachgebrauch. Die Grabeskirche ist damit eines der größten Heiligtümer des Christentums. Die erste Kirche an dieser Stelle wurde bereits im 4. Jahrhundert n. Chr. unter Kaiser Konstantin gebaut. Während der wechselnden Herrschaften in Jerusalem wurde die Grabeskirche in den folgenden Jahrhunderten immer wieder beschädigt, zerstört und wieder aufgebaut. Die heutige Form ist also ein ziemlich zusammengewürfelter Haufen verschiedener Stile und Glaubensrichtungen. Was allen Epochen jedoch gemein ist, ist dass es stets eine christliche Kirche war.
Heute ist die Grabeskirche das Gotteshaus für gleich sechs verschiedene christliche Konfessionen, was immer wieder zu Konflikten führt. Hauptverwalter der Kirche sind die Griechisch-Orthodoxe, die Römisch-Katholische sowie die Armenische Apostolische Kirche. Weitere Nutzer sind die Syrisch-Orthodoxe, die Koptische und die Äthiopisch-Orthodoxe Kirche. Welche Religion wann, wie lange und wo beten darf ist genau festgelegt. Die Schlüssel zur Kirche befinden sich jedoch seit Jahrhunderten in der Hand einer moslemischen Familie. Schon merkwürdig. Stellt euch mal vor, Bayern und 1860 streiten sich um die Allianz-Arena und Unterhaching bekommt den Schlüssel. Aber so ist nun mal Religion…
Das Innere der Kirche
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Da die Altstadt von Jerusalem ziemlich verwinkelt ist, ist das Gebäude der Grabeskirche von außen eigentlich kaum in voller Größe zu erkennen. Eigentlich sind wir es ja gewöhnt, dass Kirchen freistehende Bauten sind. Die Grabeskirche hingegen ist von allen Seiten an die umliegenden Gebäude angeschlossen. Daher erkennt man auch den Bau an sich gar nicht so wirklich als Kirche. Währe da nicht das Portal und die Kuppel die man vom Vorplatz aus nur erahnen kann, würde man die Kirche wahrscheinlich gar nicht erst finden.
Hat man aber mal den Eingang gefunden, bietet sich eine vielleicht einmalige Ansammlung verschiedener Schreine, Krypten, Kapellen und anderer heiliger Stätten. Gleich hinter dem Portal befindet sich der Salbungsstein Christi. Hier soll Jesus für die Kreuzigung vorbereitet worden sein. Eigentlich ein sehr unscheinbarer Stein aber für viele Gläubige doch eine sehr heilige Stätte. Von hier aus kommt man in den Umgang mit all seinen kleinen Kapellen der verschiedenen Glaubensrichtungen.
Das vielleicht größte Heiligtum der Kirche konnte ich leider nicht betreten, da ich dummerweise keine lange Hose dabei hatte (wie blöd kann man eigentlich sein?). Aber allein der Andrang der am vermeintlichen Grab Christi herrschte lässt die Bedeutung schon erahnen. Das Grab befindet sich unter der großen Kuppel der Basilika und wird von einem reich verzierten Schrein verdeckt. Wer einen näheren Blick auf das Grab werfen möchte, muss sich in eine Schlange einreihen, was mir ja erspart blieb.
Im weiteren Rundgang findet man viele kleine mehr oder weniger opulent ausgeschmückte Kapellen mit teilweise ziemlich verwunderlichen Namen. Ich erinnere mich da noch an eine Kapelle der Beschimpfungen oder eine Kapelle der Kleiderverteilung oder so ähnlich. Desweiteren findet man einige Krypten und den sog. Kerker Jesu.
Meine Eindrücke
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Um eines vorweg zu sagen, ich glaube nicht an so etwas wie einen Gott. Was ja nicht bedeutet, dass ich nicht auch irgendwie religiös bewegt werden könnte. An die Klagemauer habe ich mich beispielsweise nicht herangetraut. Ich hätte mich da irgendwie als Eindringling unter den Gläubigen gefühlt. Die Grabeskirche ist allerdings kein solcher Ort. Auch wenn ich den Andrang hier noch als gering empfand, hat man doch an der erstaunlichen Mischung an Besuchern erkennen können, welche Bedeutung der Bau für Christen weltweit hat.
Für mich hat der Bau allenfalls eine größere Bedeutung aus architektonischer Sicht. Von irgendwelchen Streitereien zwischen Priestern oder Mönchen war bei unserem Besuch absolut nichts zu spüren. Aber wie gesagt war die Grabeskirche für mich auch kaum ein Ort der geistigen Einkehr. Wahrscheinlich war dafür der Andrang einfach schon zu groß.
Abschließend bleibt mir nur eins zu sagen. Für Jerusalem-Besucher ist die Grabeskirche auf jeden Fall ein Muss. Für Gläubige sowieso. Wer einen Ort der Besinnung sucht wird hier vielleicht enttäuscht. Als Sakralbau ist sie aber auf jeden Fall sehenswert, wenn auch nicht so prachtvoll wie andere Kirchen.
In diesem Sinne
36 Bewertungen, 13 Kommentare
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25.09.2009, 12:12 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße .... Tina
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24.09.2009, 21:58 Uhr von peter_nordberg
Bewertung: sehr hilfreichSchöner Bericht von dir. lg Peter
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20.09.2009, 17:45 Uhr von laeuft
Bewertung: sehr hilfreichsehr guter bericht, lg franz
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20.09.2009, 13:31 Uhr von NancyNoack
Bewertung: sehr hilfreichSH und einen ruhigen Sonntag
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20.09.2009, 12:50 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichGruss, und einen schönen Sonntag noch! Talulah
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20.09.2009, 12:25 Uhr von tk7722
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht, liebe Grüße
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20.09.2009, 12:18 Uhr von postfee
Bewertung: besonders wertvollschön berichtet, lg Kristina
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20.09.2009, 12:17 Uhr von liebes35
Bewertung: sehr hilfreichEin guter Bericht. LG Steffi
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20.09.2009, 09:32 Uhr von sunrise67
Bewertung: sehr hilfreichGuten Morgen und einen schönen Sonntag!
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20.09.2009, 08:56 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichEin guter Bericht...Lg Sigi
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20.09.2009, 08:54 Uhr von ronald65
Bewertung: sehr hilfreichlg
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20.09.2009, 03:53 Uhr von juriS91
Bewertung: sehr hilfreichhoffe auf gegenbewertung
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20.09.2009, 02:34 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichein schönes wochenende wünsch ich dir. lg. petra
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