Ju-Jutsu Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 11/2003
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Erfahrungsbericht von Lachesis
Ju-Jutsu Duo - Kampfsport in Perfektion
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Auch nach all den Jahren, die ich nun schon Kampfsport mache, könnte ich mich immer wieder darüber aufregen, von völlig ahnungslosen Zeitgenossen, die sich mit dem Thema Kampfsport nie auch nur annähernd befasst haben, gefragt zu werden, wie ich denn einen so \"brutalen, rabiaten Prügelsport\" ausüben kann. Die Meinung, dass man Kampfsport nur betreibt, weil man sonst in aggressiven Phasen auf wehrlose Menschen auf der Straße losgehen würde oder maximal noch zu Selbstverteidigungszwecken, ist weiter verbreitet als man denkt. Und das völlig zu unrecht!
Die Wettkampfformen beim Ju-Jutsu:
Über \"mein\" Ju-Jutsu habe ich bereits vor längerer Zeit einen ausführlichen Beitrag geschrieben. Deshalb möchte ich mich in Bezug auf den Sport selbst an dieser Stelle kurz fassen. Es handelt sich um eine Mischung aus den effektivsten Techniken verschiedener Kampfsportarten, in erster Linie Judo und Karate, die Ende der 60er Jahre in Deutschland entwickelt wurde - damals noch ausschließlich für Polizei und BGS, was inzwischen ganz anders aussieht. Die Bandbreite des Sports umfasst Atemitechniken (Faust- und Fuß), Würfe, Hebeltechniken, Bodentechniken, aber auch Stockkampf und Waffenabwehr.
Wettkämpfe gibt es in drei verschiedenen Formen: Fighting, Duo und Formenwettkampf.
Fighting nennt man den \"normalen\" Wettkampf, wo zwei Wettkämpfer eins zu eins gegeneinander kämpfen. Hier werden Gewichtklassen unterschieden und in drei Abschnitten - Atemi, Wurf und Boden - wird nach Punkten der Sieger ermittelt.
Formenwettkampf ist das Vorführen einer Technikabfolge zu Musik. Man muss dafür mindestens zu zweit sein. Besonders verbreitet ist der Formenwettkampf jedoch bisher nicht.
Duo:
Nun aber zu meinem eigentlichen Thema - dem Duo!
Es gibt jede Menge Würfe im Judo bzw. Ju-Jutsu - Hüftwürfe, Schulterwürfe, Ausheber, Sicheln - alle in den verschiedensten Ausführungen und Varianten. Diese Dinge lernt und übt man zwar im Training, jedoch wird man die wenigsten davon jemals in einem Judo- oder Ju-Jutsu-Fighting sehen. Im Duo jedoch geht es gerade darum: nämlich Techniken in perfekter Ausführung zu zeigen!
Dafür ist man - wie der Name ja schon sagt - immer zu zweit. Es wird unterschieden nach den Disziplinen Männer, Frauen und Mixed. Gewichtsklassen gibt es nicht. Ideal ist es natürlich, wenn beide Partner von ähnlicher Größe und Statur sind, ein Muss jedoch ist es nicht.
Ich selbst habe vor ein paar Jahren im normalen Fighting gekämpft, bin nun aber mit meinem besten Freund ins Duo Mixed eingestiegen und weil ich ja auch eine ziemlich Kleine bin, ist er einen Kopf größer und seine 25 Kilo schwerer als ich. Gerade im Mixed sieht man sowas aber häufiger, und ich kann mich eigentlich nicht beschweren - größere Leute lassen sich nämlich oft viel besser werfen ;-)
Was im Duo vorgegeben ist, sind je fünf Angriffe in vier verschiedenen Kategorien: Festhalteangriffe, Umklammerungsangriffe, Atemiangriffe und Waffenangriffe - insgesamt 20 Stück, die ich hier nicht alle aufzählen werde. Man muss sich einigen, wer welche Serie angreift, der andere verteidigt. Ziel ist es, eine möglichst ausdrucksstarke, intelligente, dynamische Kombination aus Wurf- ,Atemi- und Hebeltechniken zeigen zu können. Am ehesten vergleichen kann man das Ganze mit einer Kampf-Choreographie im Film. Die beiden Wettkämpfer (bzw. auch ihr Trainer) haben dabei weitgehend freie Hand bei der Wahl ihrer Techniken. Natürlich gibt es einige Dinge, auf die man achten muss:
Worauf es ankommt:
Bevor man sich auf der Matte den Kampfrichtern stellt, sollte man die Kombinationen wirklich drauf haben. Was man zeigt, sollte einigermaßen sinnvoll kombiniert, logisch und realitätsbezogen sein, z.B. ist es durchaus von außen sichtbar, ob jemand wirklich geworfen wird oder lediglich mitspringt. Schon der Angriff muss kraftvoll sein, eine ausdrucksstarke Haltung ist wichtig, Dynamik, Kontrolle, Effektivität und Ausstrahlung. Jede Technik muss einwandfrei erkennbar sein.
Der Wettkampf:
Im Wettkampf treten immer zwei Paare gegeneinander an. Sie kommen abwechselnd auf die Matte und der Hauptkampfrichter gibt in ungeordneter Reihenfolge die Angriffe vor - drei aus jeder der fünf Serien. Das Paar muss dann wissen, was es zu tun hat - trotz Aufregung. Fünf weitere Kampfrichter geben dann (wie zum Beispiel beim Eiskunstlauf) Punkte. Das Paar, das am Ende mehr Punkte hat, gewinnt die Runde und kommt weiter.
Das Schöne am Duo:
Mein Partner und ich sind nun noch nicht allzu lange im Duo dabei und auch in die Wettkämpfe wollen wir erst nächstes Jahr richtig einsteigen. Allerdings haben wir beide festgestellt, dass Duo eine Menge Spaß macht. Wenn man erst einmal seine zwanzig Kombinationen zusammen hat, hat man ein riesiges Potential, an dem man endlos feilen und ausbessern kann. Angefangen bei Kleinigkeiten wie der Ausgangsstellung und der Haltung bis hin zu perfekten, schnellen Kombinationen ohne Wackler, ohne jeglichen überflüssigen Schritt, ohne jemals aus dem Gleichgewicht zu kommen oder einen Wurf zu versemmeln, ist es ein weiter Weg bis man richtig gut wird. Das Können an Technik und Bewegungsformen wird ausgesprochen gut geschult, weil man gezwungen ist jede Technik wirklich bis ins kleinste Detail zu beherrschen.
Auch macht es großen Spaß bei diesem Sport aus sich herausgehen zu können und ein selbstbewusstes, starkes Auftreten zu üben. Ausstrahlung und das Rüberbringen von Aggressivität und Kraft ist nämlich von großer Wichtigkeit, erst recht im Mixed, wo der weibliche Part von den Kampfrichtern die größere Aufmerksamkeit erhält.
Ju-Jutsu Duo ist im Gespräch olympische Disziplin zu werden. Es wäre großartig, wenn dieser Sport auf diese Weise ein größeres Publikum erreichen würde. Für die Zuschauer wäre es auf jeden Fall eine großartige Möglichkeit, Kampfsport einmal von einer anderen Seite kennen zu lernen - als hochgradig ästhetisch und beeindruckend.
Und wer einmal die Chance hat, bei einem Ju-Jutsu-Wettkampf dabei zu sein, sollte sich das Duo nicht entgehen lassen!
Die Wettkampfformen beim Ju-Jutsu:
Über \"mein\" Ju-Jutsu habe ich bereits vor längerer Zeit einen ausführlichen Beitrag geschrieben. Deshalb möchte ich mich in Bezug auf den Sport selbst an dieser Stelle kurz fassen. Es handelt sich um eine Mischung aus den effektivsten Techniken verschiedener Kampfsportarten, in erster Linie Judo und Karate, die Ende der 60er Jahre in Deutschland entwickelt wurde - damals noch ausschließlich für Polizei und BGS, was inzwischen ganz anders aussieht. Die Bandbreite des Sports umfasst Atemitechniken (Faust- und Fuß), Würfe, Hebeltechniken, Bodentechniken, aber auch Stockkampf und Waffenabwehr.
Wettkämpfe gibt es in drei verschiedenen Formen: Fighting, Duo und Formenwettkampf.
Fighting nennt man den \"normalen\" Wettkampf, wo zwei Wettkämpfer eins zu eins gegeneinander kämpfen. Hier werden Gewichtklassen unterschieden und in drei Abschnitten - Atemi, Wurf und Boden - wird nach Punkten der Sieger ermittelt.
Formenwettkampf ist das Vorführen einer Technikabfolge zu Musik. Man muss dafür mindestens zu zweit sein. Besonders verbreitet ist der Formenwettkampf jedoch bisher nicht.
Duo:
Nun aber zu meinem eigentlichen Thema - dem Duo!
Es gibt jede Menge Würfe im Judo bzw. Ju-Jutsu - Hüftwürfe, Schulterwürfe, Ausheber, Sicheln - alle in den verschiedensten Ausführungen und Varianten. Diese Dinge lernt und übt man zwar im Training, jedoch wird man die wenigsten davon jemals in einem Judo- oder Ju-Jutsu-Fighting sehen. Im Duo jedoch geht es gerade darum: nämlich Techniken in perfekter Ausführung zu zeigen!
Dafür ist man - wie der Name ja schon sagt - immer zu zweit. Es wird unterschieden nach den Disziplinen Männer, Frauen und Mixed. Gewichtsklassen gibt es nicht. Ideal ist es natürlich, wenn beide Partner von ähnlicher Größe und Statur sind, ein Muss jedoch ist es nicht.
Ich selbst habe vor ein paar Jahren im normalen Fighting gekämpft, bin nun aber mit meinem besten Freund ins Duo Mixed eingestiegen und weil ich ja auch eine ziemlich Kleine bin, ist er einen Kopf größer und seine 25 Kilo schwerer als ich. Gerade im Mixed sieht man sowas aber häufiger, und ich kann mich eigentlich nicht beschweren - größere Leute lassen sich nämlich oft viel besser werfen ;-)
Was im Duo vorgegeben ist, sind je fünf Angriffe in vier verschiedenen Kategorien: Festhalteangriffe, Umklammerungsangriffe, Atemiangriffe und Waffenangriffe - insgesamt 20 Stück, die ich hier nicht alle aufzählen werde. Man muss sich einigen, wer welche Serie angreift, der andere verteidigt. Ziel ist es, eine möglichst ausdrucksstarke, intelligente, dynamische Kombination aus Wurf- ,Atemi- und Hebeltechniken zeigen zu können. Am ehesten vergleichen kann man das Ganze mit einer Kampf-Choreographie im Film. Die beiden Wettkämpfer (bzw. auch ihr Trainer) haben dabei weitgehend freie Hand bei der Wahl ihrer Techniken. Natürlich gibt es einige Dinge, auf die man achten muss:
Worauf es ankommt:
Bevor man sich auf der Matte den Kampfrichtern stellt, sollte man die Kombinationen wirklich drauf haben. Was man zeigt, sollte einigermaßen sinnvoll kombiniert, logisch und realitätsbezogen sein, z.B. ist es durchaus von außen sichtbar, ob jemand wirklich geworfen wird oder lediglich mitspringt. Schon der Angriff muss kraftvoll sein, eine ausdrucksstarke Haltung ist wichtig, Dynamik, Kontrolle, Effektivität und Ausstrahlung. Jede Technik muss einwandfrei erkennbar sein.
Der Wettkampf:
Im Wettkampf treten immer zwei Paare gegeneinander an. Sie kommen abwechselnd auf die Matte und der Hauptkampfrichter gibt in ungeordneter Reihenfolge die Angriffe vor - drei aus jeder der fünf Serien. Das Paar muss dann wissen, was es zu tun hat - trotz Aufregung. Fünf weitere Kampfrichter geben dann (wie zum Beispiel beim Eiskunstlauf) Punkte. Das Paar, das am Ende mehr Punkte hat, gewinnt die Runde und kommt weiter.
Das Schöne am Duo:
Mein Partner und ich sind nun noch nicht allzu lange im Duo dabei und auch in die Wettkämpfe wollen wir erst nächstes Jahr richtig einsteigen. Allerdings haben wir beide festgestellt, dass Duo eine Menge Spaß macht. Wenn man erst einmal seine zwanzig Kombinationen zusammen hat, hat man ein riesiges Potential, an dem man endlos feilen und ausbessern kann. Angefangen bei Kleinigkeiten wie der Ausgangsstellung und der Haltung bis hin zu perfekten, schnellen Kombinationen ohne Wackler, ohne jeglichen überflüssigen Schritt, ohne jemals aus dem Gleichgewicht zu kommen oder einen Wurf zu versemmeln, ist es ein weiter Weg bis man richtig gut wird. Das Können an Technik und Bewegungsformen wird ausgesprochen gut geschult, weil man gezwungen ist jede Technik wirklich bis ins kleinste Detail zu beherrschen.
Auch macht es großen Spaß bei diesem Sport aus sich herausgehen zu können und ein selbstbewusstes, starkes Auftreten zu üben. Ausstrahlung und das Rüberbringen von Aggressivität und Kraft ist nämlich von großer Wichtigkeit, erst recht im Mixed, wo der weibliche Part von den Kampfrichtern die größere Aufmerksamkeit erhält.
Ju-Jutsu Duo ist im Gespräch olympische Disziplin zu werden. Es wäre großartig, wenn dieser Sport auf diese Weise ein größeres Publikum erreichen würde. Für die Zuschauer wäre es auf jeden Fall eine großartige Möglichkeit, Kampfsport einmal von einer anderen Seite kennen zu lernen - als hochgradig ästhetisch und beeindruckend.
Und wer einmal die Chance hat, bei einem Ju-Jutsu-Wettkampf dabei zu sein, sollte sich das Duo nicht entgehen lassen!
27 Bewertungen, 3 Kommentare
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02.03.2009, 20:02 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSehr interessant zu lesen. LG Leseratee.
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14.11.2008, 00:45 Uhr von Striker1981
Bewertung: sehr hilfreichSH und Liebe Grüße vom STRIKER
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03.03.2008, 18:46 Uhr von mu4you
Bewertung: sehr hilfreichlg mu4you
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