Jüdisches Museum Berlin Testbericht

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Erfahrungsbericht von e_keule

***Seit wann find ich Museen interessant!?;)***

Pro:

interessant, beeindruckend, guter Preise, viele [interaktive] Möglichkeiten

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Heute möchte ich mal über eine eher ungewöhnliche Sache schreiben, nämlich ein Museum. Normalerweise bin ich eher ein Kulturmuffel, aber am letzten Samstagnachmittag konnten mich meine Eltern doch mal überreden mitzukommen!;) Unser Ziel war das Jüdische Museum in Berlin Kreuzberg, was ja meines Wissens nach auch außerhalb Berlins relativ bekannt sein sollte!;) Zwar war ich zuvor schon einmal mit meiner Klasse dort, wie das aber nun mal so ist, kriegt man dann nicht wirklich viel mit und schaltet automatisch ab – mir geht das jedenfalls immer so! ;o) Im folgen Bericht möchte ich euch nun meine Meinung über dieses zweifelsohne besondere Museum etwas näher bringen...

Der Museumseingang und die eigentliche Ausstellung befinden sich in zwei verschiedenen Gebäuden. So muss man sich im Eingangshaus einer Leibesvisitation unterziehen, ähnlich wie auf einem Flughafen. Alle metallischen Gegenstände soll man aus der Jacke herausnehmen, diese werden dann auf ein Band gelegt und durch solch ein Gerät gefahren. Ihr kennt das ja alles sicher!;) Zudem muss man noch durch einen Metalldetektor gehen, der eventuell piept, bei mir war das zum Glück nicht der Fall. Eigentlich schlimm, dass heutzutage solche Sicherheitsmaßnahmen nötig sind. ;-( Nachdem man anschließend seine Karten gekauft hat [Eintrittspreise folgen weiter unten!], sollte man noch seine Sachen noch in der Garderobe abgeben, da in dem Museum ein doch recht warmes Klima herrscht.

Toll jetzt, dass man unterirdisch in das eigentliche Museumsgebäude gelangt. Dieses Gebäude hat die Form eines geborstenen Davidsterns, was eigentlich schon alleine ein Wunder der Architektur ist. Im Untergeschoss befinden sich insgesamt 3 Achsen [diese stehen symbolisch für Kontinuität, Exil und Terror], die miteinander verbunden sind. Zwei Achsen führen zu zwei symbolischen Highlights des Museums. Zum einen gelangt man in den „Garten des Exils“, welcher aus 49 quadratisch angeordneten Säulen besteht. Diese verweisen auf das Jahr 1948, in diesem wurde nämlich der Staat Israel gegründet. Eine anders farbige Säule in Mitte steht übrigens für Berlin, dann geht die Rechnung auch auf. ;) Ölweiden wachsen oben aus den Säulen, diese stehen bei den Juden für Frieden. Die andere Achse führt zu dem recht bekannten Holocaust- Turm. Durch eine Tür wird man in den Betonturm hineingelassen und dann wird die Tür von geschlossen. Dunkelheit, Leere, Angst! Das empfindet man in diesem Moment, denn in dem komplett dunklen Turm sieht man nur einen kleinen Spalt, durch den ein bisschen Licht dringt – dieser Spalt soll die Hoffnung der Juden symbolisieren. Schon am Anfang des Museums wurde ich nachdenklich gestimmt...

Nun folgt man der dritten Achse, die am Ende zu einer Treppe führt. In den Gängen aller Achsen sind an den Seiten übrigens noch viele Originalgegenstände zu bewundern, welche alle eine beeindruckende Geschichte mit sich bringen. Die Treppe muss man nun ganz hoch gehen um zum eigentlichen Anfang des Museums zu gelangen. Insgesamt erwarten den Besucher nun 14 einzelne Bereiche, die sich alle mit den Juden befassen, nur halt alle mit einer anderen Zeit. Angefangen wird im Mittelalter, wenig später folgt das moderne Judentum und der letzte Part befasst sich mit der Gegenwart.

Man merkt, dass das Museum wirklich alle Zielgruppen ansprechen will und auch anspricht. So befinden sich nicht nur trockene Informationsschilder in den einzelnen Bereichen, sondern man hat auch viele interaktive Möglichkeiten, wobei diese nicht nur für Kinder gedacht sind. In jedem Teilbereich befinden sich etwa 2-3 Schilder, die durchaus interessant sind und auch nicht allzu lang, das Wichtigste ist zusammengefasst. So hab auch ich die meisten Schilder gelesen, weil es wirklich informativ, interessant und teilweise auch bewegend war. Es gibt übrigens auch zwei 3D Kinos, die beide einen ca. 10 Minuten langen Film zeigen, welcher auch sehenswert ist. Toll auch sicher die Idee mit den Bäumen, an die man Zettel hängen kann – beim ersten soll seine Wünsche raufschreiben [damit sind aber nicht solche Sachen wie „Ich wünsche mir zu Weihnachten eine Playstation 2“ gemeint!;)] und beim zweiten soll man das Wort „Freiheit“ definieren. Ich fands auch ziemlich interessant zu gucken, was die anderen Leute raufgeschrieben haben! *grins*

Des weiteren werden sehr viele kleine Filme gezeigt, die einem die jeweilige Zeit etwas näher bringen. Klar, dass das vor allem am hinteren Teil der Ausstellung der Fall ist. Zudem gibt es viele Touchscreens, mit denen man an weitere Informationen bzw. an weitere Geschichten gelangt. Auch zahlreiche Originalgegenstände, Rätsel [für Kinder] und andere Interaktionen werden geboten. Ihr seht, dass das Museum keineswegs trocken ist, es zieht einen wirklich in seinen Bann...

Natürlich will ich euch wie versprochen noch die Eintrittspreise nennen. Vollzahler müssen 5 € auf den Tisch legen, der ermäßigt Eintritt kostet hingegen nur die Hälfte. Zudem gibt es noch ein Sonderangebot, dieses gilt aber nur für 2 Erwachsene mit bis zu 4 Kindern [10 €]. Anstehen mussten wir am Samstag komischerweise überhaupt nicht, das ist aber sicher immer von der Tageszeit und den Umständen [Schulklassen,...] abhängig. Auch im Museum war es nicht zu voll, bei der Größe verteilen sich natürlich auch die ganzen Leute schnell. Übrigens waren wir 3 Stunden im „Jüdischen Museum“, diese Zeit sollte man schon einplanen, denn nur durch rennen bringt auch nichts. ;o)

Natürlich habe ich auch noch die Adresse sowie einige Kontaktmöglichkeiten herausgesucht, vielleicht habe ich mit diesem Bericht bei euch ja ein bisschen Interesse geweckt!?;)

Jüdisches Museum Berlin
Lindenstraße 9-14
10969 Berlin

Telefon: 030-308 78 56 81
Internet: www.jmberlin.de
EMail: [email protected]

Abschließend kann ich sagen, dass der Nachmittag in dem Museum durchaus gelungen war. Man erfährt durch einen Besuch wirklich sehr viel über die deutsch-jüdische Geschichte und man kann sich alles auch viel besser merken, da es nicht so trocken vermittelt wird. Vor allem die vielen interaktiven Möglichkeiten machen das Museum für alle Altersgruppen interessant. Der „Garten des Exils“ und der „Holocaust-Turm“ beeindrucken aber den geneigten Besucher am meisten. Meiner Meinung nach ist ein Besuch im „Jüdischen Museum“ für alle Berliner und Berliner Touristen ein Muss! Insgesamt vergebe ich daher alle 5 Sterne!

Greetz keule

PS: Danke für’s Zeit nehmen, Lesen, Bewerten und eure Kommentare! ;-)

27 Bewertungen, 1 Kommentar

  • April

    29.01.2005, 16:42 Uhr von April
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr eindrucksvoll fand ich auch "Gefallenes Laub" (Shalechet) von Menashe Kadishman, wo die vielen -gefallenen- Gesichter in unterschiedlichen Farben, Formen und Größen zu sehen sind! Ein sehr interessanter Bericht! LG April