Jüdisches Museum Berlin Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von dieanke
Verarbeiten statt vergessen...
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Wir waren mit unserem Geschichtsleistungskurs auf Studienfahrt in Berlin. Vorher hatten wir uns mit der Geschichte des Holocausts ein wenig beschäftigt, hatten uns also umfangreich auf das vorbereitet, was kommen würde.
Das jüdische Museum in Berlin ist allein aufgrund seiner Architektur eine Reise wert. Man sieht auf der einen Seite ein sehr altes Gebäude, in dem sich allerdings nur der Eingang befindet. Auf der anderen Seite sieht man den Bau, der fast monumentalen Charakter hat. Der Neubau stellt einen zerborstenen Davidstern dar, die Fenster verlaufen nicht in geraden Linien, sondern sie stellen die Wunden des jüdischen Volkes dar.
Bevor man nun die Ausstellung betreten darf, wird man streng durchleuchtet. Überhaupt herrschen strengste Sicherheitsvorschriften. In die Ausstellung darf nichts mitgenommen werden, man darf keine dicken Jacken tragen usw. Diese Vorkehrungen sind natürlich aufgrund der jüngsten Vergangenheit fast schon unerlässlich.
Die Ausstellung erreicht man nun durch mehrere Gänge im Keller. Die Gänge stellen die 3 Achsen der jüdischen Geschichte dar: Kontinuität, Terror und Exil. Hier sind die Schicksale diverser Juden dokumentiert. Es sind Originalgegenstände ausgestellt, wie z.B. Tagebücher, Koffer usw. Am schokierensten war für mich das Schicksal eines kleinen Jungen, der von seiner Mutter in das Exil geschickt wurde. Sie packte ihm ein Handtuch ein, das noch genau so zusammengefaltet im Koffer in der Ausstellung liegt, wie sie es hineingelegt hatte. Der Junge sah seine Mutter nie wieder.
Am besten konnte man das Schicksal der Juden im sogenannten Holocaust-Turm nachvollziehen. Der Turm ist einer Gaskammer nachempfunden. Man kommt hinein, die Tür schließt sich dahinter. Man spürt Beklemmungen in diesem engen, dunklen Raum. Von draußen hört man leise die Geräusche der Straße. Von oben dringt wenig Licht in den Raum. Vielen standen beim Verlassen die Tränen in den Augen.
In den obersten Stock gelangt man über einen sogenannten VOID. Voids sind ruhige Plätze, in denen man sich erinnern soll. Man soll über das Erlebte nachdenken, es verarbeiten. In diesem Void ist noch eine besondere Stelle, an der der Boden von Metallgesichtern bedeckt ist. Man kann über sie laufen. Diese Tätigkeit soll den Umgang mit dem Holocaust darstellen. Es soll zu einer Verarbeitung helfen. Man soll die Zukunft auf der schlimmen Vergangenheit aufbauen. Allerdings soll man auch nicht vergessen, was passiert ist, auf welchem Grund man sich bewegt.
In den beiden Obergeschossen ist die Geschichte der Juden von den Zeiten Jesu bis heute ausgestellt. Deutlich erkennt man, dass die Geschichte geprägt ist von Vertreibung und Gewalt. Allerdings ist auch zum Beispiel gezeigt, wie fröhlich die Juden ihre Feste feiern.
Das jüdische Museum in Berlin ist ganz auf neue Medien spezialisiert. Lesen muss man kaum, das meiste bekommt man an Computern vorgelesen. Auch Diashows und Knöpfchen zum Drücken prägen das Erlebnis eines neuen Museums.
Wir hatten leider viel zu wenig Zeit, uns mit allem genau zu beschäftigen. Ein Vormittag ist für den Besuch definitiv zu wenig. Ich würde auf jeden Fall noch mal hingehen.
Eure Anke
Das jüdische Museum in Berlin ist allein aufgrund seiner Architektur eine Reise wert. Man sieht auf der einen Seite ein sehr altes Gebäude, in dem sich allerdings nur der Eingang befindet. Auf der anderen Seite sieht man den Bau, der fast monumentalen Charakter hat. Der Neubau stellt einen zerborstenen Davidstern dar, die Fenster verlaufen nicht in geraden Linien, sondern sie stellen die Wunden des jüdischen Volkes dar.
Bevor man nun die Ausstellung betreten darf, wird man streng durchleuchtet. Überhaupt herrschen strengste Sicherheitsvorschriften. In die Ausstellung darf nichts mitgenommen werden, man darf keine dicken Jacken tragen usw. Diese Vorkehrungen sind natürlich aufgrund der jüngsten Vergangenheit fast schon unerlässlich.
Die Ausstellung erreicht man nun durch mehrere Gänge im Keller. Die Gänge stellen die 3 Achsen der jüdischen Geschichte dar: Kontinuität, Terror und Exil. Hier sind die Schicksale diverser Juden dokumentiert. Es sind Originalgegenstände ausgestellt, wie z.B. Tagebücher, Koffer usw. Am schokierensten war für mich das Schicksal eines kleinen Jungen, der von seiner Mutter in das Exil geschickt wurde. Sie packte ihm ein Handtuch ein, das noch genau so zusammengefaltet im Koffer in der Ausstellung liegt, wie sie es hineingelegt hatte. Der Junge sah seine Mutter nie wieder.
Am besten konnte man das Schicksal der Juden im sogenannten Holocaust-Turm nachvollziehen. Der Turm ist einer Gaskammer nachempfunden. Man kommt hinein, die Tür schließt sich dahinter. Man spürt Beklemmungen in diesem engen, dunklen Raum. Von draußen hört man leise die Geräusche der Straße. Von oben dringt wenig Licht in den Raum. Vielen standen beim Verlassen die Tränen in den Augen.
In den obersten Stock gelangt man über einen sogenannten VOID. Voids sind ruhige Plätze, in denen man sich erinnern soll. Man soll über das Erlebte nachdenken, es verarbeiten. In diesem Void ist noch eine besondere Stelle, an der der Boden von Metallgesichtern bedeckt ist. Man kann über sie laufen. Diese Tätigkeit soll den Umgang mit dem Holocaust darstellen. Es soll zu einer Verarbeitung helfen. Man soll die Zukunft auf der schlimmen Vergangenheit aufbauen. Allerdings soll man auch nicht vergessen, was passiert ist, auf welchem Grund man sich bewegt.
In den beiden Obergeschossen ist die Geschichte der Juden von den Zeiten Jesu bis heute ausgestellt. Deutlich erkennt man, dass die Geschichte geprägt ist von Vertreibung und Gewalt. Allerdings ist auch zum Beispiel gezeigt, wie fröhlich die Juden ihre Feste feiern.
Das jüdische Museum in Berlin ist ganz auf neue Medien spezialisiert. Lesen muss man kaum, das meiste bekommt man an Computern vorgelesen. Auch Diashows und Knöpfchen zum Drücken prägen das Erlebnis eines neuen Museums.
Wir hatten leider viel zu wenig Zeit, uns mit allem genau zu beschäftigen. Ein Vormittag ist für den Besuch definitiv zu wenig. Ich würde auf jeden Fall noch mal hingehen.
Eure Anke
26 Bewertungen, 1 Kommentar
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07.09.2008, 00:24 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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