Justizfachangestellte/r Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 08/2003
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Summe aller Bewertungen
- Einstellungschancen:
- Aufstiegschancen:
- Verdienstmöglichkeiten:
- Sozialleistungen:
Erfahrungsbericht von BiancaR
Ausbildungsberuf: Justizfachangestellte
Pro:
interessante, komplexe Ausbildung im öffentlichen Dienst
Kontra:
man sollte sich für Gesetzestexte und das deutsche Recht interessieren, sonst hat es wohl keinen Sinn
Empfehlung:
Ja
Nach zahlreichen Einstellungstests und Vorstellungsgesprächen wurde ich schließlich auch vom Amtsgericht Cottbus zu einem Test eingeladen. Durch ein paar simple Fragen in den Kategorien Deutsch, Mathe und Allgemeinwissen wollte man die Geeignetheit für den Beruf der Justizfachangestelltn feststellen. Als der Test bestanden war, folgte eine Einladung zum Vorstellungsgespräch. In Gruppengesprächen versuchte man uns näher kennenzulernen. Kurze Zeit später bekam ich die Zusage. Nach 40 Bewerbungen endlich ein Lichtblick. Aber dann kam es: Haushaltssperre. Also wieder Ungewissheit. Aber es wandte sich alles zum Guten.
Am 01.09.1998 ging es los. Als erstes mussten wir den Umgang mit der Schreibmaschine (ja, damals hatte noch nicht jeder Azubi einen eigenen PC) lernen. Das Zehn-Finger-System erwies sich als scheinbar unlösbares Problem. Aber nachdem die Anfangsphase durch war und wir wussten, wo auf der Tastatur sich die einzelnen Buchstaben versteckt hatten, klappte es von 10-Minuten-Abschrift zu 10-Minuten-Abschrift immer besser. Am Ende der Ausbildung waren wir mit bis zu 3.000 Anschlägen in 10 Minuten Profis geworden. Soviel zu diesem Bereich.
Die Ausbildungszeit war bei uns folgendermaßen aufgeteilt. Wir hatten eine Art \"Wochenrhythmus\". Eine Woche Ausbildungskanzlei (Schreibmaschineschreiben und theoretischen Unterricht durch unsere 2 Ausbilder), eine Woche Berufsschule (pure Theorie durch Berufsschullehrer) und eine Woche Geschäftsstelle. Geschäftsstelle bedeutet, dass wir in allen möglichen Abteilungen des Amtsgerichts und des Landgerichts und auch in der Staatsanwaltschaft eingesetzt worden sind. Ein paar Beispiele sind: Strafrechts-, Zivil-, Insolvenz-, Nachlass-, Zwangsvollstreckungsgeschäftsstelle des Amtsgerichts, Strafkammer am Landgericht. In den Geschäftsstellen wurden wir teilweise leider nur zum Kopieren \"missbraucht\"; meistens haben wir aber \"vollwertige\" Arbeit erhalten und durften alles machen, was auch die übrigen Mitarbeiter so machen. Das heißt, Akten anlegen, Ladungen schreiben, Haftbefehle schreiben, Register ausfüllen, Schreiben fertigen, Beschlüsse und Urteile schreiben, Zustellungen veranlassen, Akten an den Richter vorlegen, den Aktenumlauf organisieren, Akten austragen, Fristen berechnen, Posteingang bearbeiten, Tonträger (d.h. Kassetten der Richter/innen) schreiben, in der Verhandlung Protokoll führen, Testamente entgegennehmen, das Grundbuch führen etc. Eine wirklich abwechselungsreiche Arbeit also. Es ist von allem etwas dabei und wird niemals langweilig. Schon durch die verschiedenen Rechtsgebiete kann es nicht langatmig werden. Es ist richtig interessant bei Gericht zu arbeiten und einen Einblick in die Fälle zu bekommen und an Verhandlungen teilzunehmen.
In der Berufsschulzeit lernt man dann die Theorie und vor allem die Gesetze, die hinter den einzelnen Rechtsgebieten stehen kennen. Aber das ist notwendig, schließlich sollte man wissen, warum man in der Geschäftsstelle verschiedene Sachen so und nicht anders macht. Das ist die Grundlage einer funktionierenden Geschäftsstelle. Und die Anwendung des Wissens lässt eh nicht lange auf sich warten. Ich hatte sogar das Glück, ab und zu Urlaubsvertretung sein zu können. Das hat natürlich am meisten Spaß gemacht, weil ich relativ selbständig arbeiten konnte und nur bei Fragen andere Mitarbeiter nerven musste.
Das das Ganze im öffentlichen Dienst spielt, ist die Bezahlung ganz gut und der Urlaub ordentlich. Auch Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt es. Bei uns war es so, dass nur so viele Azubis eingestellt wurden, wie am Ende der Ausbildungszeit übernommen werden konnten. Das ist ebenfalls ein deutliches Plus.
Ich hoffe, ich habe nicht allzu viele wichtige Details vergessen und konnte auf einen sehr tollen Beruf neugierig machen. Danke.
Am 01.09.1998 ging es los. Als erstes mussten wir den Umgang mit der Schreibmaschine (ja, damals hatte noch nicht jeder Azubi einen eigenen PC) lernen. Das Zehn-Finger-System erwies sich als scheinbar unlösbares Problem. Aber nachdem die Anfangsphase durch war und wir wussten, wo auf der Tastatur sich die einzelnen Buchstaben versteckt hatten, klappte es von 10-Minuten-Abschrift zu 10-Minuten-Abschrift immer besser. Am Ende der Ausbildung waren wir mit bis zu 3.000 Anschlägen in 10 Minuten Profis geworden. Soviel zu diesem Bereich.
Die Ausbildungszeit war bei uns folgendermaßen aufgeteilt. Wir hatten eine Art \"Wochenrhythmus\". Eine Woche Ausbildungskanzlei (Schreibmaschineschreiben und theoretischen Unterricht durch unsere 2 Ausbilder), eine Woche Berufsschule (pure Theorie durch Berufsschullehrer) und eine Woche Geschäftsstelle. Geschäftsstelle bedeutet, dass wir in allen möglichen Abteilungen des Amtsgerichts und des Landgerichts und auch in der Staatsanwaltschaft eingesetzt worden sind. Ein paar Beispiele sind: Strafrechts-, Zivil-, Insolvenz-, Nachlass-, Zwangsvollstreckungsgeschäftsstelle des Amtsgerichts, Strafkammer am Landgericht. In den Geschäftsstellen wurden wir teilweise leider nur zum Kopieren \"missbraucht\"; meistens haben wir aber \"vollwertige\" Arbeit erhalten und durften alles machen, was auch die übrigen Mitarbeiter so machen. Das heißt, Akten anlegen, Ladungen schreiben, Haftbefehle schreiben, Register ausfüllen, Schreiben fertigen, Beschlüsse und Urteile schreiben, Zustellungen veranlassen, Akten an den Richter vorlegen, den Aktenumlauf organisieren, Akten austragen, Fristen berechnen, Posteingang bearbeiten, Tonträger (d.h. Kassetten der Richter/innen) schreiben, in der Verhandlung Protokoll führen, Testamente entgegennehmen, das Grundbuch führen etc. Eine wirklich abwechselungsreiche Arbeit also. Es ist von allem etwas dabei und wird niemals langweilig. Schon durch die verschiedenen Rechtsgebiete kann es nicht langatmig werden. Es ist richtig interessant bei Gericht zu arbeiten und einen Einblick in die Fälle zu bekommen und an Verhandlungen teilzunehmen.
In der Berufsschulzeit lernt man dann die Theorie und vor allem die Gesetze, die hinter den einzelnen Rechtsgebieten stehen kennen. Aber das ist notwendig, schließlich sollte man wissen, warum man in der Geschäftsstelle verschiedene Sachen so und nicht anders macht. Das ist die Grundlage einer funktionierenden Geschäftsstelle. Und die Anwendung des Wissens lässt eh nicht lange auf sich warten. Ich hatte sogar das Glück, ab und zu Urlaubsvertretung sein zu können. Das hat natürlich am meisten Spaß gemacht, weil ich relativ selbständig arbeiten konnte und nur bei Fragen andere Mitarbeiter nerven musste.
Das das Ganze im öffentlichen Dienst spielt, ist die Bezahlung ganz gut und der Urlaub ordentlich. Auch Weihnachts- und Urlaubsgeld gibt es. Bei uns war es so, dass nur so viele Azubis eingestellt wurden, wie am Ende der Ausbildungszeit übernommen werden konnten. Das ist ebenfalls ein deutliches Plus.
Ich hoffe, ich habe nicht allzu viele wichtige Details vergessen und konnte auf einen sehr tollen Beruf neugierig machen. Danke.
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