Kanarienvogel Testbericht
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Summe aller Bewertungen
- Futterkosten:
- Pflegeaufwand:
- Spielbereitschaft:
Erfahrungsbericht von Nyx...
Kanarienhaltung
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Ich halte schon seit einigen Jahren u.a. Kanarienvögel und möchte mal mein Wissen weitergeben. Man kann sich natürlich auch Bücher kaufen, aber ich finde es schade, wenn das Wissen um artgerechte Haltung zum Gegenstand der persönlichen Bereicherung wird.
Alles, wirklich alles, aufzuschreiben würde den Rahmen sprengen, und Krankheiten habe ich ganz außen vorgelassen, das überlässt man am Besten denen die es können (sollten), den Tierärzten.
Abstammung:
Nur kurz angerissen, es wurde ja schon ausführlicher behandelt. Der Kanarienvogel stammt von den Kanarischen Inseln (ich habe den unbestimmten Verdacht, daß daher auch der Name kommt ;-)).Sie wurden Ende des 15. Jhds zum ersten Mal nach Europa gebracht, die Originalfarbe ist graugrün. Heute wird auf Gesang (z.B. Harzer Roller), Farbe (z.B. Schwarzvögel) oder Gestalt (z.b. Haubenkanarien) gezüchtet.
Käfigausstattung:
Die Mindestgröße für ein Pärchen sollte 100B x 70H x 50T betragen. Ich lese immer wieder, daß auch kleinere Maße ausreichend sind, nur denke ich, wenn man ein Tier schon in einen Käfig sperrt, sollte dieser auch groß genug sein und ein Käfig, in dem der Vogel von Stange zu Stange hopst, ohne die Flügel strecken zu können ist Tierquälerei. Einen Käfig, der zu groß ist für Kanarien, gibt es nicht. Der Käfig sollte rechteckig sein, nicht rund, und an drei Seiten abgedeckt/verkleidet, damit sich der Kanarie sicher fühlt. Das Käfiggitter sollte aus Metall sein, ohne Kunststoffverkleidung. Im allgmeinen knabbern Kanarien nicht, aber es gibt hin und wieder Exemplare, die es tun (habe eines). Von glänzendem Gitter rate ich ab, denn es kann Lichteinstrahlungen reflektieren und den Vogel damit blenden. Sehr gut geeignet sind graues, dunkelblaues oder dunkelgrünes Gitter. Diese Farben haben auch den Vorteil, daß man selbst den Vogel besser sieht. Der Standort sollte frei von Zug und keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein.
Futternäpfe:
Ob man sie am Boden (nicht unterhalb einer Sitzgelegenheit, sonst werden sie verunreinigt!!!), oder an den Käfigwänden befestigt, ist meist vom Käfigmodell vorgeschrieben. Ich habe beides ausprobiert, konnte aber keine Vorliebe bei meinen Kanaries feststellen. Es war ihnen schlichtweg egal, der Inhalt ist wichtiger. Die Näpfe täglich mit heißem Wasser (ohne Spülmittel) reinigen und dann am Besten 24 Stunden trocknen lassen. Da läßt sich eine Rotation aufbauen indem man einfach zwei Garnituren von Näpfen kauft.
Wasser: Am einfachsten und saubersten sind die gängigen Plastikwasserspender, die ebenfalls täglich mit heißem Wasser gereinigt werden. In manchen Gegenden enthält das Leitungswasser Chlor (erfährt man beim Wasserwerk) worauf der kleine Vogelkörper sehr empfindlich reagiert. Es gibt Mittel zur Wasseraufbereitung, die das Chlor neutralisieren oder man gibt stilles Mineralwasser. Es gibt auch einen Vogeltrank von Vitakraft, der zusätzlich noch Mineralstoffe und Jod enthält. Meine Kleinen bevorzugen ihn, es ist aber durchaus eine Kostenfrage.
Sitzgelegenheiten:
Wenn man einen Käfig kauft, kommt er meist mit schönen, sauberen Plastiksitzstangen. Meine Empfehlung zu diesen: Sofort wegwerfen. Gesund sind Naturäste und Weichholz. Ein paar Äste in unterschiedlicher Dicke sind elastisch und trainieren den Vogelfuß. Wenn man die Äste in der freien Natur sammelt, bitte darauf achten, daß nicht direkt neben einer Straße oder einem (eventuell mit Pflanzenschutzmittel gespritzten) Feld mitgenommen werden.
Sonstiges:
Zur Grundausstattung des Kanarienkäfigs gehört ein Badehäuschen. Ich habe mit den abgedeckten Plastikbadehäuschen gute Erfahrungen gemacht, wenn ein Vogel diese allerdings nicht gewohnt ist, dauert es eine Weile, bis er sich hineintraut. Man kann auch eine flache Schüssel auf den Boden stellen (bitte darauf achten, daß sie nicht durch herabfallenden Kot verunreinigt werden kann), die man ein paar Zentimeter tief mit Wasser füllt. Die Badegelegenheit gehört auch täglich mit heißem Wasser gereinigt, und neu befüllt mit lauwarmem Wasser. Ebenfalls erforderlich ist ein Mineralstein oder eine Sepiaschale (am Besten beides) zur Versorgung mit Mineralstoffen. (Anmerkung: Vögel wetzen ihren Schnabel nicht, sie putzen ihn nur an ihren Sitzgelegenheiten)
In den meisten Büchern steht, daß man ein paar Sitzstangen befestigen soll und mehr wird nicht erwähnt. Kanarien sind körperlich nicht in der Lage zu klettern oder zu beknabbern (wie z.B. Wellensittiche), aber sie haben durchaus einen Spieltrieb und ein Bedürfnis nach Abwechslung. Eine einfache Schaukel, die vom Käfigdach herabhängt, kann die Vögel wochenlang beschäftigen, ebenso ein Gitterball mit Glocke, den ich an die Käfigwand gehängt habe, wurde stundenlang angepickt und zum Klingeln gebracht. Große Baumwollringe und Leitern bringen auch Abwechslung und fördern die Flug- und Landefähigkeiten des Vogels. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt und zur Gesundheit eines Tieres gehört nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige. Die Materialien sind billig und die Erfordernis an Bastelkönnen minimal um statt stumpf vor sich dahinvegetierenden Käfigtieren hellwache, mutige und originelle Mitbewohner zu haben.
Futter:
Das Hauptfutter von Kanarien ist eine Körnermischung aus: Glanz, Negersaat, Rübsen, Hanf, Mohn, Weizen, Leinsamen, Salatsamen, Senegalhirse und geschältem Hafer. Die meisten Zoofachhändler oder Züchter mischen es selbst, ich empfehle es dort zu kaufen. Mit dem verpackten Futter aus dem Supermarkt hatte ich schon öfter Probleme durch Pilz-oder Schädlingsbefall, der leicht durch zu lange oder falsche Lagerung entsteht, den man aber erst in spätem Stadium erkennen kann.
Grünfutter:
sollte auch täglich gegeben werden. Ein Renner bei allen Vögeln, die ich bisher hatte, war Kopfsalat. Ein Blatt gewaschen und getrocknet in den Käfig gehängt und sie lassen Ähnlichkeit mit ihren Verwandten, den Geiern, erkennen. Verfüttert werden kann fast jedes Gemüse, am besten geeignet sind: Salat, Apfel, Birne, Karotte/Möhre, Petersilie. Hin und wieder kommt es durch das Grünfutter zu leichtem Durchfall, dann sollte man einen oder zwei Tage keines geben, bis sich der Durchfall wieder gelegt hat. Das Grünfutter muß immer gut gewaschen werden und auf Zimmertemperatur gewärmt, dann trocken gereicht werden, bei härteren Pflanzen (z.B. Karotten.) nehmen Kanarien es leichter in geriebener Form.
Zusatzfutter:
Durchaus nützlich sind Knabberstangen, sie beschäftigen den Vogel, allerdings muß man sie zur normalen Futtermenge dazurechnen, da sie vollwertiges Futter sind. Sehr gerne nehmen Kanarien Kolbenhirse oder rote Hirse, allerdings sollte man sie nur hin und wieder geben, da sie sehr fettreich ist und beim Kanarie leicht anschlägt. Während der Mauser oder zum Aufpäppeln nach einer Krankheit kann man auch ruhig einmal Ei- oder Aufzuchtfutter geben, das ist ein richtiger Energiestoß für den Vogel, allerdings nur kurzfristig.
Sonstiges & Tips:
Freiflug: Ich habe schon von einigen Kanarienbesitzern gehört, daß sie mit Erstaunen darauf reagieren, wenn man von Freiflug spricht. Wenn man Kanarien in einer Voliere von 20 x 20 Metern hält, denke ich haben sie ausreichend Bewegung, wenn sie in einem kleineren Käfig gehalten werden, brauchen sie den Freiflug um Muskeln und Sehnen intakt und Kreislauf und Stoffwechseln in Schwung zu halten. Ihn sein Leben in einem Käfig fristen zu lassen, ist so als würde ein Mensch nur in einer Wohnung leben und dürfte nie hinaus. Voraussetzung ist natürlich ein vogelsicheres Zimmer, das heißt: Gardinen zuziehen/Jalousien herunterlassen, Vorsicht bei Lampen, die heiß werden können, Spiegel verhängen oder entfernen, der Vogel erkennt ihn nicht als solchen, Spalten zwischen Möbeln, Büchern, offene Schubladen schließen/entfernen, der Vogel kann hineinrutschen, giftige Zimmerpflanzen entfernen.
Den ersten Freiflug würde ich so 2-3 Wochen nachdem der Vogel sich in dem Zimmer befindet geben. Die meisten Vögel gehen spätestens alle 2 Stunden in den Käfig um zu fressen oder trinken. Falls der Vogel abends nicht mehr in den Käfig will, würde ich ihn nicht herumscheuchen, sondern über Nacht draußen lassen, die meisten sind danach recht froh wieder in den Käfig zu "dürfen" ;-). Falls er unbedingt in den Käfig muß aber keine Intention dazu zeigt, kann man das Zimmer fast völlig verdunkeln und ihn dann behutsam fangen. Das ist aber eine Notfallsmethode, denn der Vogel wird durch jedes Fangen scheuer und es besteht auch Verletzungsgefahr für das fragile Tier.
Zähmung:
Kanarien können genauso zahm werden wie Wellensittiche, wenn sie einzeln gehalten werden (was aber bei beiden NICHT artgerecht ist!), sie haben allerdings ein anderes Sozialverhalten als Wellensittiche. Kanarien verpaaren sich nicht dauerhaft, außerhalb der Paarungszeit leben Kanarien in kleinen Schwärmen, daher ist auch ihr Verhalten Artgenossen gegenüber etwas "kühler" oder weniger menschelnd. Aber sogar Kanarien im Schwarm können futterzahm werden, ich habe es mit Salatblättern geschafft, es braucht allerdings viel Zeit und viel Geduld.
Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, es bliebe noch viel hinzuzufügen, aber meine Geier verlangen schon nach ihrem Salat. :-)
Alles, wirklich alles, aufzuschreiben würde den Rahmen sprengen, und Krankheiten habe ich ganz außen vorgelassen, das überlässt man am Besten denen die es können (sollten), den Tierärzten.
Abstammung:
Nur kurz angerissen, es wurde ja schon ausführlicher behandelt. Der Kanarienvogel stammt von den Kanarischen Inseln (ich habe den unbestimmten Verdacht, daß daher auch der Name kommt ;-)).Sie wurden Ende des 15. Jhds zum ersten Mal nach Europa gebracht, die Originalfarbe ist graugrün. Heute wird auf Gesang (z.B. Harzer Roller), Farbe (z.B. Schwarzvögel) oder Gestalt (z.b. Haubenkanarien) gezüchtet.
Käfigausstattung:
Die Mindestgröße für ein Pärchen sollte 100B x 70H x 50T betragen. Ich lese immer wieder, daß auch kleinere Maße ausreichend sind, nur denke ich, wenn man ein Tier schon in einen Käfig sperrt, sollte dieser auch groß genug sein und ein Käfig, in dem der Vogel von Stange zu Stange hopst, ohne die Flügel strecken zu können ist Tierquälerei. Einen Käfig, der zu groß ist für Kanarien, gibt es nicht. Der Käfig sollte rechteckig sein, nicht rund, und an drei Seiten abgedeckt/verkleidet, damit sich der Kanarie sicher fühlt. Das Käfiggitter sollte aus Metall sein, ohne Kunststoffverkleidung. Im allgmeinen knabbern Kanarien nicht, aber es gibt hin und wieder Exemplare, die es tun (habe eines). Von glänzendem Gitter rate ich ab, denn es kann Lichteinstrahlungen reflektieren und den Vogel damit blenden. Sehr gut geeignet sind graues, dunkelblaues oder dunkelgrünes Gitter. Diese Farben haben auch den Vorteil, daß man selbst den Vogel besser sieht. Der Standort sollte frei von Zug und keiner direkten Sonnenbestrahlung ausgesetzt sein.
Futternäpfe:
Ob man sie am Boden (nicht unterhalb einer Sitzgelegenheit, sonst werden sie verunreinigt!!!), oder an den Käfigwänden befestigt, ist meist vom Käfigmodell vorgeschrieben. Ich habe beides ausprobiert, konnte aber keine Vorliebe bei meinen Kanaries feststellen. Es war ihnen schlichtweg egal, der Inhalt ist wichtiger. Die Näpfe täglich mit heißem Wasser (ohne Spülmittel) reinigen und dann am Besten 24 Stunden trocknen lassen. Da läßt sich eine Rotation aufbauen indem man einfach zwei Garnituren von Näpfen kauft.
Wasser: Am einfachsten und saubersten sind die gängigen Plastikwasserspender, die ebenfalls täglich mit heißem Wasser gereinigt werden. In manchen Gegenden enthält das Leitungswasser Chlor (erfährt man beim Wasserwerk) worauf der kleine Vogelkörper sehr empfindlich reagiert. Es gibt Mittel zur Wasseraufbereitung, die das Chlor neutralisieren oder man gibt stilles Mineralwasser. Es gibt auch einen Vogeltrank von Vitakraft, der zusätzlich noch Mineralstoffe und Jod enthält. Meine Kleinen bevorzugen ihn, es ist aber durchaus eine Kostenfrage.
Sitzgelegenheiten:
Wenn man einen Käfig kauft, kommt er meist mit schönen, sauberen Plastiksitzstangen. Meine Empfehlung zu diesen: Sofort wegwerfen. Gesund sind Naturäste und Weichholz. Ein paar Äste in unterschiedlicher Dicke sind elastisch und trainieren den Vogelfuß. Wenn man die Äste in der freien Natur sammelt, bitte darauf achten, daß nicht direkt neben einer Straße oder einem (eventuell mit Pflanzenschutzmittel gespritzten) Feld mitgenommen werden.
Sonstiges:
Zur Grundausstattung des Kanarienkäfigs gehört ein Badehäuschen. Ich habe mit den abgedeckten Plastikbadehäuschen gute Erfahrungen gemacht, wenn ein Vogel diese allerdings nicht gewohnt ist, dauert es eine Weile, bis er sich hineintraut. Man kann auch eine flache Schüssel auf den Boden stellen (bitte darauf achten, daß sie nicht durch herabfallenden Kot verunreinigt werden kann), die man ein paar Zentimeter tief mit Wasser füllt. Die Badegelegenheit gehört auch täglich mit heißem Wasser gereinigt, und neu befüllt mit lauwarmem Wasser. Ebenfalls erforderlich ist ein Mineralstein oder eine Sepiaschale (am Besten beides) zur Versorgung mit Mineralstoffen. (Anmerkung: Vögel wetzen ihren Schnabel nicht, sie putzen ihn nur an ihren Sitzgelegenheiten)
In den meisten Büchern steht, daß man ein paar Sitzstangen befestigen soll und mehr wird nicht erwähnt. Kanarien sind körperlich nicht in der Lage zu klettern oder zu beknabbern (wie z.B. Wellensittiche), aber sie haben durchaus einen Spieltrieb und ein Bedürfnis nach Abwechslung. Eine einfache Schaukel, die vom Käfigdach herabhängt, kann die Vögel wochenlang beschäftigen, ebenso ein Gitterball mit Glocke, den ich an die Käfigwand gehängt habe, wurde stundenlang angepickt und zum Klingeln gebracht. Große Baumwollringe und Leitern bringen auch Abwechslung und fördern die Flug- und Landefähigkeiten des Vogels. Der Phantasie sind kaum Grenzen gesetzt und zur Gesundheit eines Tieres gehört nicht nur die körperliche, sondern auch die geistige. Die Materialien sind billig und die Erfordernis an Bastelkönnen minimal um statt stumpf vor sich dahinvegetierenden Käfigtieren hellwache, mutige und originelle Mitbewohner zu haben.
Futter:
Das Hauptfutter von Kanarien ist eine Körnermischung aus: Glanz, Negersaat, Rübsen, Hanf, Mohn, Weizen, Leinsamen, Salatsamen, Senegalhirse und geschältem Hafer. Die meisten Zoofachhändler oder Züchter mischen es selbst, ich empfehle es dort zu kaufen. Mit dem verpackten Futter aus dem Supermarkt hatte ich schon öfter Probleme durch Pilz-oder Schädlingsbefall, der leicht durch zu lange oder falsche Lagerung entsteht, den man aber erst in spätem Stadium erkennen kann.
Grünfutter:
sollte auch täglich gegeben werden. Ein Renner bei allen Vögeln, die ich bisher hatte, war Kopfsalat. Ein Blatt gewaschen und getrocknet in den Käfig gehängt und sie lassen Ähnlichkeit mit ihren Verwandten, den Geiern, erkennen. Verfüttert werden kann fast jedes Gemüse, am besten geeignet sind: Salat, Apfel, Birne, Karotte/Möhre, Petersilie. Hin und wieder kommt es durch das Grünfutter zu leichtem Durchfall, dann sollte man einen oder zwei Tage keines geben, bis sich der Durchfall wieder gelegt hat. Das Grünfutter muß immer gut gewaschen werden und auf Zimmertemperatur gewärmt, dann trocken gereicht werden, bei härteren Pflanzen (z.B. Karotten.) nehmen Kanarien es leichter in geriebener Form.
Zusatzfutter:
Durchaus nützlich sind Knabberstangen, sie beschäftigen den Vogel, allerdings muß man sie zur normalen Futtermenge dazurechnen, da sie vollwertiges Futter sind. Sehr gerne nehmen Kanarien Kolbenhirse oder rote Hirse, allerdings sollte man sie nur hin und wieder geben, da sie sehr fettreich ist und beim Kanarie leicht anschlägt. Während der Mauser oder zum Aufpäppeln nach einer Krankheit kann man auch ruhig einmal Ei- oder Aufzuchtfutter geben, das ist ein richtiger Energiestoß für den Vogel, allerdings nur kurzfristig.
Sonstiges & Tips:
Freiflug: Ich habe schon von einigen Kanarienbesitzern gehört, daß sie mit Erstaunen darauf reagieren, wenn man von Freiflug spricht. Wenn man Kanarien in einer Voliere von 20 x 20 Metern hält, denke ich haben sie ausreichend Bewegung, wenn sie in einem kleineren Käfig gehalten werden, brauchen sie den Freiflug um Muskeln und Sehnen intakt und Kreislauf und Stoffwechseln in Schwung zu halten. Ihn sein Leben in einem Käfig fristen zu lassen, ist so als würde ein Mensch nur in einer Wohnung leben und dürfte nie hinaus. Voraussetzung ist natürlich ein vogelsicheres Zimmer, das heißt: Gardinen zuziehen/Jalousien herunterlassen, Vorsicht bei Lampen, die heiß werden können, Spiegel verhängen oder entfernen, der Vogel erkennt ihn nicht als solchen, Spalten zwischen Möbeln, Büchern, offene Schubladen schließen/entfernen, der Vogel kann hineinrutschen, giftige Zimmerpflanzen entfernen.
Den ersten Freiflug würde ich so 2-3 Wochen nachdem der Vogel sich in dem Zimmer befindet geben. Die meisten Vögel gehen spätestens alle 2 Stunden in den Käfig um zu fressen oder trinken. Falls der Vogel abends nicht mehr in den Käfig will, würde ich ihn nicht herumscheuchen, sondern über Nacht draußen lassen, die meisten sind danach recht froh wieder in den Käfig zu "dürfen" ;-). Falls er unbedingt in den Käfig muß aber keine Intention dazu zeigt, kann man das Zimmer fast völlig verdunkeln und ihn dann behutsam fangen. Das ist aber eine Notfallsmethode, denn der Vogel wird durch jedes Fangen scheuer und es besteht auch Verletzungsgefahr für das fragile Tier.
Zähmung:
Kanarien können genauso zahm werden wie Wellensittiche, wenn sie einzeln gehalten werden (was aber bei beiden NICHT artgerecht ist!), sie haben allerdings ein anderes Sozialverhalten als Wellensittiche. Kanarien verpaaren sich nicht dauerhaft, außerhalb der Paarungszeit leben Kanarien in kleinen Schwärmen, daher ist auch ihr Verhalten Artgenossen gegenüber etwas "kühler" oder weniger menschelnd. Aber sogar Kanarien im Schwarm können futterzahm werden, ich habe es mit Salatblättern geschafft, es braucht allerdings viel Zeit und viel Geduld.
Ich erhebe keinerlei Anspruch auf Vollständigkeit, es bliebe noch viel hinzuzufügen, aber meine Geier verlangen schon nach ihrem Salat. :-)
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