Kaninchen Testbericht

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  • Futterkosten:  gering
  • Pflegeaufwand:  gering
  • Spielbereitschaft:  hoch

Erfahrungsbericht von wildpflaume78

Zwergenaufstand

5
  • Futterkosten:  gering
  • Pflegeaufwand:  gering
  • Spielbereitschaft:  hoch

Pro:

süße Tiere zum Liebhaben, interessante Wesenszüge

Kontra:

Wenn überhaupt, dann evtl. der Dreck

Empfehlung:

Ja

Heute möchte ich über meine zwei süßen Haustiere „Nicki“ und „Johnny“ berichten. Die beiden gehören zur Rasse der Zwergwidder und sind mittlerweile 2 bzw. 1 1/2 Jahre alt.

Vorgeschichte
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Zu den beiden niedlichen Haustieren kamen mein Freund und ich aufgrund der Tatsache, dass wir – obwohl beide berufstätig und räumlich begrenzt in einer Mietwohnung – sehr gerne ein Haustier haben wollten, nach reiflicher Überlegung einen Hund bzw. eine Katze jedoch für nicht vertretbar (wg. der unserer Meinung nach nicht artgerechten Haltung) hielten. Insofern ließen wir uns in einer Zoohandlung beraten, schilderten unsere Situation und bekamen den Tipp, doch einfach ein Kaninchen zusammen mit einem Meerschweinchen zu halten, da dies - lt. Zoohandlung - die optimale Kombination sei. Da mein Freund und ich beide völlig unerfahren auf dem Gebiet waren, nahmen wir uns diesem Tipp an und machten uns auf in die nächstgelegene Zoohandlung. Dort suchten wir uns zwischen den vielen niedlichen Tierchen das süßeste Kaninchen und das süßeste Meerschweinchen heraus, kauften zudem alles erdenklich notwendige für die beiden und fuhren mit ihnen nach Hause! Dort machten wir die beiden mit dem neuen Zuhause vertraut und nach anfänglichem schüchternen Verhalten schien es beiden irgendwann sehr gut bei uns zu gefallen! Mit der Zeit entdeckte Johnny, der Zwergwidder, jedoch seinen Geschlechtstrieb und machte sich an das hilflose kleine Meerschweinchen ran und fing an, sie zu bedrängen! Die Situation verschlimmerte sich immer mehr, so dass das Meerschweinchen, sie hieß übrigens Jessy, immer eingeschüchterter und ängstlicher wurde und uns schrecklich leid tat. Irgendwann mussten wir handeln und haben über das Internet Kontakt zu einer lieben Frau aufgenommen, die sich Meerschweinchen in „Notsituationen“ annimmt. Dort haben wir unsere Jessy dann in liebevolle Hände und in ein Gehege mit ca. 10 anderen quirligen Meerschweinchen gegeben, wo sie sich sofort pudelwohl fühlte. Das hat uns gezeigt, dass wir den richtigen Schritt gemacht hatten. Nun saß aber Johnny völlig allein gelassen, frustriert und traurig in seinem Käfig, so dass so schnell wie möglich ein Spielgefährte für ihn her musste. So kamen wir also zu Nicki, unserem zweiten Schlappohr!

Aber das alles nur am Rande, eigentlich möchte ich euch ja etwas Hilfreiches über unsere beiden Zwergwidder berichten! Auf den ach so hilfreichen Tipp der Zoohandlung komme ich später auch noch zu sprechen! Aber erst einmal ein paar Fakten:

Herkunft
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Zwergwidder, oder Widderzwerge, wie man sie früher genannt hat, kommen ursprünglich aus den Niederlanden, wo sie 1964 das erste Mal gezeigt wurden. Im Jahr 1973 wurden sie hier in Deutschland anerkannt und 2003 benannte man sie letztendlich um in Zwergwidder.

Zwergwidder erreichen ein durchschnittliches Gewicht von 1,4 kg. Ihr Körper ist kurz und gedrungen, das Becken breit und abgerundet. Der Nacken ist kräftig, die Läufe sind kurz. Der Kopf zeichnet sich durch eine breite Stirn, gut ausgeprägte Kinnbacken und eine breite kurze Nase aus.

Auffallendstes und typisches Merkmal bei Zwergwiddern sind jedoch die niedlichen Schlappohren, in der Fachsprache auch „Behang“ genannt. Sie sind ca. 24-28 cm lang und abgerundet.

Das Fell des Zwergwidders verfügt über eine dichte Unterwolle und ist ansonsten kuschelig weich!

Vor dem Kauf...
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...sollte man sich unbedingt gründlich überlegen, ob ein Kaninchen das richtige Haustier ist.

Wie bereits zu Beginn dieses Berichtes erwähnt, haben wir uns für zwei Kleintiere entschieden, weil wir aus beruflichen Gründen relativ viel unterwegs sind, so dass z.B. ein Hund viel zu wenig Aufmerksamkeit und Auslauf von uns bekommen hätte. Man darf aber trotzdem nicht vergessen, dass auch Kaninchen sehr hohe Ansprüche haben und viel Pflege bedürfen.

Wenn man in einer Wohnung lebt, so ist die Anschaffung eines Kaninchens mit Sicherheit sinnvoller als die Anschaffung eines Hundes, da ein Kaninchen deutlich weniger Platz beansprucht als ein anderes Tier. Aber dennoch sollte man darauf achten, dass das Kaninchen einen großzügigen Käfig bekommt und auch die Möglichkeit hat, in der Wohnung genügend Auslauf zu bekommen. Damit verbunden ist natürlich auch die Tatsache, dass Kaninchen teilweise sehr viel Dreck machen. Darüber muss man sich vor der Anschaffung im Klaren sein.

Zu einigen wichtigen Verhaltensmerkmalen der Kaninchen gehören u.a.:

- Das Anknabbern von fast allen Dingen, die es in einer Wohnung findet (Stromkabel, Möbel, Blumen etc.)
- Das schnelle Laufen, hoch springen und Haken schlagen
- Das scharren und graben (auch auf den Plastikunterschalen des Käfigs – das kann ziemlich laut sein)
- Das ausgeprägte Gehör und der Geruchsinn

All das sind Eigenschaften, mit denen man sich bei der Anschaffung eines Kaninchens vertraut machen muss, auch wenn diese nicht immer so schön sind. Es ist also selbstverständlich, dass man vor der Anschaffung sämtliche Stromkabel versteckt verlegen muss, die Blumen in unerreichbare Höhen stellen muss, sich darauf einstellen muss, dass auch mal wertvolle Möbel angeknabbert werden können usw.

Darüber hinaus kann niemals hundertprozentig sicher sein, dass ein Kaninchen gänzlich stubenrein wird. Unseren beiden ist das zwar so einigermaßen geglückt – beide machen ihr Geschäft hauptsächlich in ihrem Käfig oder in ihren zwei „Toiletten“, die in verschiedenen Ecken des Raumes platziert sind – aber dennoch fallen mal einige Köddel oder es wird auch hin und wieder mal eine kleine Pfütze hinterlassen. Das alles ist aber halb so wild, man kann alles sehr schnell wieder sauber bekommen – vorausgesetzt, man hat keinen Teppich in der Wohnung. Dieser sieht nämlich sehr schnell sehr mitgenommen aus und ist nicht wirklich richtig sauber zu bekommen (eigene Erfahrung). Zwar ist ein Teppich als Untergrund für die Kaninchen schöner zum Toben und Laufen, aber durch den Schmutz, den die Tierchen leider manchmal verbreiten, ist so ein Teppich sehr schnell hinüber. Wir haben uns letztendlich für Laminat entschieden, zum Einen, weil uns dies eh besser gefällt als ein Teppichboden, zum anderen aber auch wegen der Hygiene. Wir haben natürlich – auch der Gemütlichkeit wegen – in der ganzen Wohnung kleinere Teppiche und Brücken gelegt. Die Kaninchen haben sich anfangs zwar etwas schwer getan mit dem neuen Untergrund und sind so manches mal mehr gerutscht als gelaufen, aber mittlerweile haben sie sich sehr gut daran gewöhnt, finden es anscheinend sogar manchmal ganz toll, auf dem Boden daherzurutschen und von Teppich zu Teppich zu hüpfen.

Zu den anderen Überlegungen, die man sich vor Anschaffung eines Kaninchens stellen muss, zählt sicherlich auch der Zeitfaktor. Man muss den Tieren täglich mehrere Stunden Auslauf gewähren, die Käfige putzen (1x pro Woche), bei Bedarf zum Tierarzt mit ihnen gehen, ständig für sie frisches Obst und Gemüse einkaufen, Streu für den Käfig besorgen....das alles sind Dinge, die man unbedingt berücksichtigen muss – und die zusätzlich zum Zeitfaktor noch einen Kostenfaktor darstellen. Ein Tierarztbesuch kostet Geld, auch wenn man „nur“ zum Krallenschneiden dort hingeht (ich zahle dafür z.B. jedes Mal 15,- €). Das Streu kostet Geld, ebenso das Futter! Man muss also im Monat durchaus mit 30,- bis 50,- € rechnen, die man für ein Kaninchen ausgeben muss! Auch die Anschaffung eines Kaninchens kostet Geld. Es ist nicht allein mit dem Kauf des Kaninchens getan (diese kosten in einer Zoohandlung „nur“ ca. 20,- €): Man braucht einen geeigneten Käfig (der groß genug sein sollte für eine artgerechte Haltung des Kaninchens, mindestens 1,20 m, bei Haltung von zwei Kaninchen sogar besser noch größer), man braucht einen Futternapf, Trinkflasche, Nagerstein, Salzleckstein, Heuraufe, Häuschen, Fellbürste etc. Alles in allem kommt da eine ganze Menge zusammen – dieser Tatsache muss man sich bewusst sein!

Des weiteren muss man sich vor der Anschaffung die Frage stellen, wo man den Käfig in der Wohnung hinstellt. Er darf auf gar keinen Fall direkt unter einer Heizung stehen, aber auch nicht an einem Ort, wo es zieht. Also auch das will gut überlegt sein!

Ein weiteres Problem könnten bereits vorhandene Haustiere sein. Verstehen sich die Tiere untereinander?

Dann muss man sich bereits vor der Anschaffung überlegen, wo man das Tier lässt, wenn man denn mal verreisen möchte oder man aus anderen Gründen nicht zuhause sein sollte. Es gibt z.B. in vielen Tierarztpraxen „schwarze Bretter“, wo nette Menschen anbieten, die Urlaubsbetreuung für die Tiere zu übernehmen. Wir selber haben auf diesem Wege eine sehr nette Frau kennen gelernt, die sich jedes Mal, wenn wir verreisen oder mal aus anderen Gründen keine Zeit haben, liebevoll unserer Tiere annimmt (aber auch das kostet Geld).

Zu beachten ist auch, dass Kaninchen bis zu 8 Jahren oder noch älter werden können.

Wenn es im Familien- oder Freundeskreis Allergien gegen Tierhaare gibt, so kann der Umgang mit diesen Tieren auf Dauer sehr unangenehm sein.

Kaninchen sind zwar verschmuste Tiere, haben aber dennoch ihren eigenen Kopf bzw. Tagesrhythmus: tagsüber schlafen oder dösen sie, abends oder nachts werden sie erst richtig aktiv! Man kann also nicht von ihnen verlangen, dass sie immer dann Lust zu spielen oder schmusen haben, wenn man selber es möchte!

Dann muss man sich die Frage stellen bzw. im Mietvertrag nachsehen, ob Kaninchen überhaupt in der Wohnung gehalten werden dürfen.

Und sicherlich eine der wichtigsten Fragen: Sollte man dem Kaninchen nicht einen Partner besorgen, damit es nicht so allein ist? Jeder braucht doch Freunde und Spielgefährten!

Das alles sind grundlegende Fragen, die man sich ernsthaft vor der Anschaffung der Tiere stellen muss, damit man hinterher nicht völlig enttäuscht oder überfordert ist mit der neuen Situation!

Aus eigener Erfahrung kann ich berichten, dass es mit dem Partner nicht ganz so einfach ist bei den Kaninchen. Wie bereits anfangs erwähnt, hatten wir zunächst blind und ohne uns zu informieren dem Tipp einer Zoohandlung vertraut und Johnny mit einem Meerschweinchen zusammengesetzt. Wie sich später herausstellte war das alles andere als eine gelungene Kombination. Mittlerweile bin ich mir im klaren darüber, dass Meerschweinchen und Kaninchen nicht zusammen passen. Sicherlich kann es Ausnahmen geben und die beiden werden die dicksten Freunde. Aber könnte es nicht auch einfach nur daran liegen, dass die beiden sich miteinander und ihrer Situation abgefunden haben? Kaninchen und Meerschweinchen sprechen keine „gemeinsame“ Sprache. In unserem Fall ging es ja leider sogar so weit, dass Johnny die kleine Jessy bedrängt hat und immer versucht hat, sie zu besteigen....das war für das kleine Meerschweinchen natürlich eine Qual. Letztendlich haben wir uns aufgrund dieser Tatsache auch von ihr trennen müssen, was aber eine sehr gute Entscheidung war (für Jessy auf jeden Fall). Als Konsequenz war der nächste Schritt, Johnny erst einmal kastrieren zu lassen, um dann später für ihn eine „Freundin“ gleicher Rasse auszusuchen! Beim ersten Aufeinandertreffen mussten wir jedoch leider feststellen, dass es keine Liebe auf den ersten Blick war zwischen den beiden – und auch nicht Liebe auf den zweiten, dritten oder vierten Blick. Heute leben beide in getrennten Käfigen, weil sämtliche Versuche, die beiden zusammenzuführen, kläglich gescheitert sind. Das ist zwar schade und entspricht eigentlich überhaupt nicht dem Ziel, welches wir hatten, als wir Nicki zu uns geholt hatten – aber wir Menschen mögen ja auch nicht jeden – und man kann ja niemanden zu einer Freundschaft zwingen. Das haben wir auch für unsere beiden „Kampfhasen“ eingesehen. Wir haben es mehrfach versucht, beide gleichzeitig laufen zu lassen, was aber immer mit schlimmen Revierkämpfen (mit blutigen Ohren etc.) endete, so dass wir uns bzw. den Tieren das nicht länger antun wollten. Die getrennte Haltung macht es zwar doppelt anstrengend mit den beiden (zwei Käfige, die sauber gemacht werden müssen, getrennter Auslauf etc.), aber es scheint für beide die einzige vernünftige Lösung zu sein!

Man darf also nicht grundsätzlich davon ausgehen, dass Kaninchen und Kaninchen sich gut verstehen müssen. Zwar sagt man im Allgemeinen, dass die Kombination Männlein/Weiblein eine gute Lösung ist – aber Ausnahmen bestätigen hier die Regel!

Umso mehr sind die beiden - jeder für sich - auf uns Menschen fixiert! Jeder versucht auf seine Weise, so viele Streicheleinheiten wie möglich von uns zu bekommen. Und beobachtet einer der beiden, dass sein „Rivale“ gerade mehr Streicheleinheiten bekommt, so schmeißt er sich schon mal demonstrativ auf die Seite, um auf sich aufmerksam zu machen!

Kaninchen gelten ja als sehr verschmuste Tiere und sind daher bei kleinen Kindern sehr beliebt. Bei unseren beiden haben wir jedoch festgestellt, dass diese sich überhaupt nicht gerne auf den Arm nehmen lassen. Insofern haben wir uns angewöhnt, das Tragen und Hochnehmen zu unterlassen, was den beiden sehr gut zu gefallen scheint. Wenn wir die Tür vom Käfig öffnen, dann hüpfen sie selbständig ein und aus, wir müssen sie also nicht hineintragen, und wenn sie gestreichelt werden wollen, dann legen sie sich vor uns auf den Boden und lassen sich verwöhnen. Wenn sie genug haben, dann hoppeln sie jedoch wieder weg bzw. stupsen die Hand mit ihrem Kopf weg.

Ihr Zuhause...
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...sollte bestehen aus:

- einem großen Käfig (min. 1,20 m), ausgelegt mit Streu (entweder normale Holzspäne, oder aber Strohpellets, welche ich bevorzuge, da sie geruchs- und feuchtigkeitsbindender sind),
- einem Trinknapf (man hat die Wahl zwischen einem Tonnapf und einer Nippeltränke, das ist jedem selbst überlassen. Johnny hat einen Trinknapf, Nicki eine Nippeltränke - und beide kommen jeweils wunderbar damit zurecht),
- einem Fressnapf (am besten ebenfalls aus Ton, damit dieser nicht so leicht umkippt),
- einem Häuschen (oder einer vergleichbaren Ablagefläche, weil Kaninchen es lieben, etwas erhöht zu liegen und vor sich hin zu dösen...), - einem Salzleckstein (damit die Tiere wertvolle Mineralien zu sich nehmen)
- sowie einem Nagerstein (damit die Zähne abgenutzt werden, um Zahnfehlstellungen vorzubeugen)

Ernährung
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Das wichtigste, was auf keinem Ernährungsplan fehlen darf, sind Wasser und Heu. Das brauchen sie täglich in ausreichender Menge und vor allen Dingen frisch!

Dann kann man zusätzlich Trockenfutter geben, was meistens aus Pellets (gepresstem Heu) sowie anderen Knabbereien (wie z.B. Erbsenflocken, Haferflocken, Nüssen, Mais etc.) besteht. Trockenfutter sollte auf gar keinen Fall in zu großen Mengen gefüttert werden, da das zu Verstopfung bei den Tieren führen kann (insbesondere dann, wenn die Tiere nicht sehr viel trinken).

Besser bzw. zwingend erforderlich ist es hingegen, täglich frisches Obst und Gemüse zu füttern. Dabei muss man selber ausprobieren, was den Tieren am besten schmeckt. Meine beiden lieben Karotte, Apfel, Paprika, Basilikum, Petersilie, Kohlrabi, Banane, frischen Löwenzahn, Klee und Kiwi am allerliebsten. Hin und wieder probiere ich auch mal etwas neues aus, wie z.B. Trauben, aber da kann es schon mal passieren, dass diese mit einem angewiderten Kopfschütteln abgelehnt werden. Ein sehr hilfreicher Ernährungsplan ist im Internet zu finden unter www.kaninchen.at. Dort ist u.a. zu einer Vielzahl von Gemüse und Obst aufgelistet, was für vitaminreiche Inhaltsstoffe enthalten sind, wofür es gut ist (verdauungsfördernd, erkältungslindernd etc.) und ob man es oft füttern darf oder nicht. Dort schaue ich sehr oft nach, wenn ich mir nicht sicher bin, ob meine Kaninchen etwas Bestimmtes essen dürfen oder nicht!

Im Zoohandel gibt es dann ja noch die berühmt-berüchtigten Knabberstangen. Davon füttere ich nur ganz selten etwas (1-2 im Jahr), weil das schlichtweg „Dickmacher“ sind! Zwar mögen meine Kaninchen diese Knabberstangen sehr gerne (wir würden für Schokolade, Chips & Co. ja auch fast alles tun), aber gesund sind diese auf gar keinen Fall.

Spielzeug
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Als Spielzeug benutzen meine beiden Kaninchen sehr gerne Klopapierrollen! Diese werden dann wild durch den Käfig bzw. die Wohnung geschmissen und auch mal aufgefressen!

Nicki spielt sehr gerne mit einem Stofftier, dieses scheint ihr bester Freund zu sein. Sie schleckt ihm liebevoll über den Kopf, stupst ihn durch ihren Käfig und benutzt ihn als Kopfkissen.....und wenn es sie „überkommt“, dann rammelt sie diesen auch schon mal ab und an ;-)

Krankheiten
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Krankheiten gibt es bei Kaninchen natürlich auch eine ganze Menge, viele davon sind leider äußerst bedrohlich und oft auch tödlich. Aber zum Glück sind meine beiden bislang noch nie ernsthaft krank gewesen. Nicki hatte lediglich einmal eine etwas schlimmere Verstopfung, was einen Tierarztbesuch notwendig gemacht hat. Sie hat einen Tag lang nichts gegessen und nichts getrunken und war vom Kreislauf her letztendlich ziemlich instabil! Der Tierarzt hat ihr verschiedene Spritzen gegen Krämpfe, Kreislaufprobleme etc. gegeben, so dass es ihr bereits am nächsten Tag wieder besser ging. Nach Auskunft des Tierarztes könnte diese Verstopfung möglicherweise an dem zu viel Füttern von Trockenfutter gelegen haben. Ich habe daraufhin die Futtermenge drastisch reduziert (eine kleine Handvoll pro Tag genügt).

Ab und an hat insbesondere Nicki Bauchschmerzen, wenn ihr etwas nicht gut bekommen ist (ich habe z.B. beobachtet, dass dies häufig der Fall ist, wenn ich ihr Fenchel gefüttert habe). Das macht sich dadurch bemerkbar, dass sie sich nicht wie gewohnt auf ihren Futternapf stürzt, sondern appetitlos in der Ecke sitzt. Meistens gebe ich ihr dann etwas Kamillentee oder einen krampflösenden Magen-Darm-Tee in ihre Trinkflasche und zusätzlich noch ein Heizkissen – das hilft dann meistens wunderbar!!!!

Natürlich gibt es auch ernstzunehmendere Krankheiten bei den Tieren wie z.B.

Myxomatose (Kaninchenpest)
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Diese Krankheit äußert sich durch Anschwellung der Schleimhäute. Sie wird durch Flöhe und Stechmücken übertragen und kann tödlich enden, wenn man die Krankheit nicht frühzeitig entdeckt. Es ist daher eine vorbeugende Schutzimpfung 2 x jährlich (Frühling und Herbst) sehr zu empfehlen.

RHD (Rabbit Haemorrhagic Disease)
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Symptome für diese Krankheit sind Appetitlosigkeit, Atembeschwerden, Nasenausfluss, Fieber. Auch diese Krankheit kann innerhalb kürzester Zeit zum Tode führen. Daher ist auch hier eine vorbeugende Schutzimpfung zu empfehlen.

Kokzidiose
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Diese Krankheit kann ohne Auftreten von Krankheitszeichen ausheilen, kann bei schlimmerem Verlauf aber auch zum Tode führen. Symptome sind u.a. Durchfall. Durch eine medikamentöse Behandlung kann dem Tier geholfen werden.

Trommelsucht (akute Magenblähung)
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Diese Krankheit kann durch das Füttern von feuchten oder erhitztem (gärenden) Grünfutter auftreten und ist durchaus sehr ernst zu nehmen. Feststellen kann man die Krankheit an der trommelartigen Blähung des Magens, der Wölbung im Brustraum sowie damit zusammenhängender Atemnot. Wird diese Krankheit diagnostiziert, so muss eine strenge Heu-Wasser-Diät eingehalten werden. Zusätzlich werden gärungshemmende Mittel gegeben, bei sehr schweren Fällen werden die Magengase über eine Sonde abgeleitet.

Magenverstopfung
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Diese Krankheit entsteht durch eine Ansammlung schwerverdaulicher Stoffe im Magen des Tieres, z.B. durch Bildung von Ballen unverdaulicher Stoffe aus Haaren, Trockengrasstengeln etc. Die Symptome sind Fressunlust, Trägheit, Unruhe, verminderter Kotabsatz. Um dieser Krankheit vorzubeugen, sollte nicht zu viel Trockenfutter gefüttert werden, es sollte aber auch darauf geachtet werden, dass das Fell regelmäßig gebürstet wird (Kaninchen befinden sich mehrmals jährlich im sog. Fellwechsel, da kann es schon mal passieren, dass sie büschelweise ihres dichten Fells verlieren. Durch das sich Abschlecken und ihre eigene Körperpflege kann es passieren, dass sie Haarbüschel verschlucken).

Schnupfen
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So wie der Mensch auch, kann ein Kaninchen ebenfalls einen Schnupfen erleiden, der aber durchaus ernst zu nehmen ist beim Kaninchen. Er äußert sich durch Nasenausfluss, Niesen, Husten, schlimmstenfalls sogar durch Schiefhalten des Kopfes oder Drehbewegungen. Die Tiere werden dann mit Antibiotika und Vitaminpräparaten behandelt.

Das sind nur einige wichtige Krankheiten, die beim Kaninchen auftreten können. Sollte man irgendetwas Auffälliges beim Kaninchen feststellen, so sollte man nicht lange zögern und zum Tierarzt gehen, bevor es zu spät ist! Die kleinen Tiere stecken viele in unseren Augen harmlose Krankheiten nicht so ohne weiteres weg, weil meistens das Herz-Kreislauf-System in Mitleidenschaft gezogen wird, was dann sehr schnell zum Tode führen kann.

Fazit
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Kaninchen sind wundervolle Haustiere! Aber man darf nicht unterschätzen, dass auch diese kleinen Lebewesen sehr viel Pflege und Aufmerksamkeit bedürfen! Wenn man sich jedoch Zeit für sie nimmt, ihnen viel Liebe und Zuneigung gibt, so werden sie es einem danken und zeigen, dass sie sich „pudelwohl“ fühlen.

Für Kinder sind diese Tiere mit Sicherheit geeignet. Wobei man die Tiere dann von klein auf daran gewöhnen sollte, dass sie geschmust und auf dem Arm getragen werden. Bei unseren beiden ist das mittlerweile nicht mehr möglich, es wäre eine Tortur für sie, wenn wir auch nur annähernd versuchen würden, sie auf den Arm nehmen zu wollen. Dafür sind sie aber in ihrem Wesen so selbständig geworden, dass wir sie getrost für mehrere Stunden frei in der Wohnung laufen lassen können, ohne ständig ein Auge auf sie haben zu müssen. Sie gehen selbständig in ihrem Käfig ein und aus, kommen zum Kuscheln, wenn sie kuscheln möchten, verziehen sich in ihre Ecke, wenn sie ihre Ruhe haben möchten!

Ich kann jedem, der sich überlegt, Kaninchen anzuschaffen, nur dazu raten. Sie sind kuschelig weich und total niedlich, haben sehr interessante Wesenszüge und es macht einfach unendlich viel Spaß, sie in ihrem Verhalten zu beobachten und sich mit ihnen zu beschäftigen!

Hilfreiche Tipps, nicht nur zum Thema Ernährung, gibt es unter folgender Adresse: www.kaninchen.at. Diese Seite kann ich jedem empfehlen, der sich über Kaninchen allgemein informieren möchte, oder aber hilfreiche Tipps und Ratschläge benötigt!

Sehr hilfreich ist auch folgende Internetseite:

www.meeri-kaninchen-freunde.de.vu

Dort findet man zahlreiche Informationen und Tipps, aber auch ein sehr hilfreiches Forum, wo man auf seine Fragen zu Krankheiten etc. sehr schnell kompetente und hilfreiche Antworten bekommt.

Selbstverständlich stehe auch ich gerne für Fragen bereit!

Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und viele Grüße

Wildpflaume78

P.S. Dieser Bericht ist ebenfalls veröffentlicht unter www.ciao.de unter meinem Nickname Sassi2002

7 Bewertungen, 1 Kommentar

  • fzuleger

    10.03.2005, 16:23 Uhr von fzuleger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Hey du schon wieder - Super Bericht! Sehr informativ.