Erfahrungsbericht von Anonym134
Kölle Alaaf!
Pro:
viel Spaß, nette Leute, PARTY
Kontra:
Kater garantiert!
Empfehlung:
Nein
Liebe Leserinnen und Leser
Wie einige von euch vielleicht wissen, komme ich aus der wunderbaren Stadt Köln, daher ist es fast schon ein MUSS über den einzig wahren, Kölner, Karneval zu schreiben.
Ich werde versuchen Anfängern bzw. Neulingen einen kleinen Einblick zu geben und auch von meinen eigenen Erfahrungen, die ich mit meinem Verein gesammelt habe, zu berichten.
(Macht euch auf einen sehr langen Bericht gefasst!)
KARNEVAL ALLGMEIN
Entstehung des Karnevals
Der Kölner Karneval ist fast so alt, wie die Geschichte der Stadt selbst. Früher wurde die „Wintersonnenwende“ von den Germanen als Vertreibung der bösen Winterdämonen gefeiert.
Die vorösterliche Fastenzeit wurde mit der Fastnacht oder dem Karneval (carne vale = Fleisch lebe wohl!) eingeläutet.
So organisiert wie heute, feiert man jedoch erst seit ca. 178 Jahren. 1823 wurde dann das „Festordnende Komitee“ (heute: „Festkomitee des Kölner Karnevals“) gegründet. Der erste Rosenmontagszug fand also am 10. Februar dieses Jahres unter dem Motto: Thronbesteigung des Helden Carneval" statt („Held Carneval“ war der Vorgänger vom heutigen Prinzen des Dreigestirns).
Eröffnung des Kölner Karnevals
Die sogenannte „fünfte Jahreszeit“ wird traditionell am 11.11. um 11.11 Uhr und 11 Sekunden auf dem Alter Markt eröffnet. Veranstaltet wird das Ganze von dem Traditionscorps der „Altstädter“. Auf den Altermarkt selbst zu kommen, grenzt fast an das Unmögliche, da jeder echte Kölner dabei sein will. Hier heißt es wieder ordentlich klüngeln, damit man die heißbegehrten „Bändchen“ (Eintrittskarte) bekommt.
Aber auch ohne die Eintrittskarten kann man an jeder Ecke feiern und seinen Spaß haben.
Ich persönlich schaffe es immer irgendwie auf den Altermarkt zu kommen, auch wenn ich dafür ein paar Stunden Schule versäume ;)
Der Sitzungs-Karneval
Obwohl der Karneval schon im Vorjahr eröffnet worden ist, fangen die ersten Sitzungen erst im Januar an. Veranstaltet werden diese von größeren (manchmal auch kleineren) Karnevalsvereinen. Manche Sitzungen sind schon ein Jahr im Voraus ausverkauft, aber wenn man will, findet man immer noch ein paar Karten für eine Sitzung.
Es gibt gemischte, sowie reine Damen- und Herrensitzungen, Kinder- und Vereinssitzungen.
Ich selber gehe nur auf 2-3 Veranstaltungen dieser Art (meist unsere eigenen Sitzungen), da ich durch meinen Verein wenig Zeit dafür habe und selber auf Sitzungen auftrete, aber dazu später mehr.
Neulingen würde ich eher gemischte Sitzungen empfehlen, da es auf Herren- bzw- Damen Sitzungen manchmal etwas „wilder“ zugeht ;)
Auf jeden Fall kommt bei jeder Veranstaltung eine Menge Spaß auf.
Die beliebtesten und größten Ball-Säle in Köln sind der Gürzenich, der Satory-Saal, der Ostermann-Saal, der Kristall-Saal, der Kongress-Saal, die Börse und die Flora.
Der Straßen- und Kneipen- Karneval
Der Straßenkarneval wird an Weiberfastnacht (natürlich auf dem Alter-Markt) eröffnet. Ab 11 Uhr 11 wird dann in der Stadt den ganzen Tag und die ganze Nacht auf den Straßen, in den Kneipen und in den Büros gefeiert. Wie der Name schon sagt, “beherrschen“ die Frauen an diesem Tag die Männe und die Stadt.
Am Freitag und Samstag wird dann abends in den Kneipen gefeiert. Wichtig dabei ist, Kneipen aufzusuchen, die ausschließlich kölsche Musik spielen (was eigentlich nicht besonders schwer sein dürfte), um das gewisse „Flair“ des Karnevals mitzubekommen.
Am Samstagabend findet dann der Geisterzug statt. Tausende von „Geistern“, „Monstern“ und ähnlichen Gestalten treffen sich, und halten einen Zug ab. Ich persönlich halte davon ein wenig Abstand. (Vielleicht liegt das daran, dass mich meine Eltern als kleines Kind zu einem Zug mitgeschleppt haben, wo ich sie dann für kurze Zeit aus den Augen verloren, und mich inmitten fürchterlich aussehender „Menschen“ wiedergefunden habe.)
Am Samstag finden die Schull- und Veedelszöch (zu dt. Schul- und Stadtteil- Züge) statt. Hier wird dieselbe Strecke wie für den Rosenmontagszug genommen. Nicht nur die Kamelle locken die Zuschauermassen an, sondern auch die phantasievoll gestalteten Kostüme der Schulen (meine Schule geht leider nicht mit) und Veedelsvereine. Nach dem Zug werden die drei besten Gruppen von einer Jury bestimmt. Diese dürfen dann am nächsten Tag im Rosenmontagszug mitgehen (was in Köln als eine Ehre angesehen wird).
Der Rosenmontag ist neben Weiberfastnacht ein Höhepunkt des Straßenkarnevals. Der berühmte Rosenmontagszug geht um 11 vor 11 am Chlodwigplatz los und braucht für den 6,5 Kilometer langen Weg etwa vier Stunden. Die Zuschauer können dem Zug über drei Stunden zuschauen. Im Jahre 2002 steht er unter dem Motto "Janz Kölle es e Poppespill". Stunden, bevor er kommt, beziehen einige Jecke schon ihre Plätze am Straßenrand, mit Campingstühlchen, Proviant und Kölsch ausgestattet. Zur Musik aus den mitgebrachten Kassettenrekordern schunkelt man sich warm. Tipp: mit so vielen Freunden und Bekannten wie möglich zum Zug gehen. So vergeht die Zeit am Zugweg wie im Fluge, man trinkt, tanzt und schunkelt, und bekommt, im besten Fall, vom Zug selbst gar nicht so viel mit. Wer zum ersten Mal dabei ist: Tüte für die Süßigkeiten mitbringen.
Am Abend wird dann noch kräftig gefeiert, obwohl ich zugeben muss, dass ich nach dem Zug halb tot bin und mich nicht länger als 11-12 Uhr wach halten kann.
Nach dem anstrengenden Montag, an dem die meisten Kölner frei haben, ist am Veilchendienstag wieder ein relativ ruhiger Tag. Abends muß man aber noch zu einer Nubbelverbrennung gehen. Der Nubbel ist eine lebensgroße Strohpuppe, die während der Karnevalstage über vielen Kneipen hängt. Er muss für alle Sünden büßen, die während der tollen Tage begangen wurden und wird unter großem Wehklagen, Beschimpfungen und dem Singen von fröhlichen Karnevalsliedern verbrannt. Anschließend strömt das Volk in die Kneipen, um den letzten Karnevalstag der Session gebührend ausklingen zu lassen. Tipp: In der Kneipe erkundigen, wie und wann der Nubbel verbrannt wird.
Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei. (Irgendwann hat eben alles sein Ende....)
Kleines Lexikon
Wenn man zur Karnevalszeit nach Köln kommt, ist es unumgänglich ein paar kölsche Begriffe zu kennen, da man sonst den Gesprächen eher schlecht folgen kann:
Ajuja - Freudenruf, in etwa: Auf ins Karnevalstreiben!
Alaaf - meist: Kölle alaaf! Hochruf, wird dreimal hintereinander gerufen
Ähzezupp - Erbsensuppe, wird traditionell gerne zu Karneval gegessen
Bütt - von hier spricht der Büttenredner, der Karnevalist auf der Bühne, der hier im übertragenen Sinn schmutzige Wäsche wäscht (Bütt = Waschzuber)
Bützje - Küßchen, zur Karnevalszeit wird immer und überall gebützt, aber man darf sich auch dagegen wehren (macht an aber eher selten)
Dreigestirn - Prinz, Bauer und Jungfrau sind die obersten Repräsentanten des Kölner Karnevals, sei werden auch Trifolium genannt, der Prinz ist der höchste Repräsentant, ihre Deftigkeit, der Bauer, ist eine Figur, die weit in die Kölner Geschichte zurückgeht und der die Wehrhaftigkeit der Kölner symbolisiert und ihre Lieblichkeit, die Jungfrau, wird immer von einem Mann dargestellt
Fasteleer/Fastelovend - Karneval (NICHT Fasching!)
Funken - Karnevalisten, deren Vereine (rote, blaue, sonstige Funken) auf die Kölner Stadtsoldaten zu Napoleons Zeiten zurückgehen
Jeck - Karnevalsfan, den man nicht weiter beschreiben kann, denn: Jede Jeck is anders!
Kamelle - Bonbons und Süßigkeiten, bei den Zügen werden in den letzten Jahren jedoch kaum noch einfache Bonbons geworfen, die im Rinnstein liegenblieben, sondern Schokolade, Waffeln und andere größere Schleckereien
Kostüm - wichtiges Utensil, zur Karnevalszeit fühlt sich eher derjenige als Außenseiter, der nicht kostümiert ist
Lappeclown - die wohl beliebteste, ewige Verkleidung, mit Hunderten von Stoffläppchen handgenähtes Kostüm
Nubbel - lebensgroße Figur, die über zahlreichen Kölner Kneipen hängt, und die am Veilchendienstag, weil sie alle karnevalistischen Ausschweifungen schuld war, verbrannt wird
Pittermännchen – Bierfässchen
Quetschebüggel - Akkordeon
Ruusemondach - Rosenmontag, kommt nicht von "Rosen", sondern von "rasend"
Schunkeln - der "Volkstanz", einfach bei den Nachbarn einhaken (auch, wenn man sie nicht kennt), und zur Seite hin und herwiegen, funktioniert im Sitzen und Stehen
Strüßjer - Blumensträuße, "Schlachtruf" bei Karnevalszügen
Veedel - das Stadtviertel, als Heimat und Familie von den Bläck Fööss besungen
Zoch - der Karnevalszug
Sonstiges:
3 Dinge die man NIEMALS sagen sollte:
1. Ich komme aus Düsseldorf.
(Bitte macht nie den Fehler, und sagt das, auch WENN ihr aus Düsseldorf kommt, es könnte euch das Leben kosten ;)
2. Helau!
(Ruft NIEMLAS statt „Alaaf“ Helau, denn das ist das Zeichen dafür, dass ihr aus Düsseldorf kommt (siehe oben)).
3. Fasching
(Niemals Fasching sagen, das ist das Schimpfwort für Karneval).
(Ein kleiner Hinweis: Die 3 Regeln nicht zu ernst nehmen, ein kleiner Scherz am Rande :) )
Wie einige von euch vielleicht wissen, komme ich aus der wunderbaren Stadt Köln, daher ist es fast schon ein MUSS über den einzig wahren, Kölner, Karneval zu schreiben.
Ich werde versuchen Anfängern bzw. Neulingen einen kleinen Einblick zu geben und auch von meinen eigenen Erfahrungen, die ich mit meinem Verein gesammelt habe, zu berichten.
(Macht euch auf einen sehr langen Bericht gefasst!)
KARNEVAL ALLGMEIN
Entstehung des Karnevals
Der Kölner Karneval ist fast so alt, wie die Geschichte der Stadt selbst. Früher wurde die „Wintersonnenwende“ von den Germanen als Vertreibung der bösen Winterdämonen gefeiert.
Die vorösterliche Fastenzeit wurde mit der Fastnacht oder dem Karneval (carne vale = Fleisch lebe wohl!) eingeläutet.
So organisiert wie heute, feiert man jedoch erst seit ca. 178 Jahren. 1823 wurde dann das „Festordnende Komitee“ (heute: „Festkomitee des Kölner Karnevals“) gegründet. Der erste Rosenmontagszug fand also am 10. Februar dieses Jahres unter dem Motto: Thronbesteigung des Helden Carneval" statt („Held Carneval“ war der Vorgänger vom heutigen Prinzen des Dreigestirns).
Eröffnung des Kölner Karnevals
Die sogenannte „fünfte Jahreszeit“ wird traditionell am 11.11. um 11.11 Uhr und 11 Sekunden auf dem Alter Markt eröffnet. Veranstaltet wird das Ganze von dem Traditionscorps der „Altstädter“. Auf den Altermarkt selbst zu kommen, grenzt fast an das Unmögliche, da jeder echte Kölner dabei sein will. Hier heißt es wieder ordentlich klüngeln, damit man die heißbegehrten „Bändchen“ (Eintrittskarte) bekommt.
Aber auch ohne die Eintrittskarten kann man an jeder Ecke feiern und seinen Spaß haben.
Ich persönlich schaffe es immer irgendwie auf den Altermarkt zu kommen, auch wenn ich dafür ein paar Stunden Schule versäume ;)
Der Sitzungs-Karneval
Obwohl der Karneval schon im Vorjahr eröffnet worden ist, fangen die ersten Sitzungen erst im Januar an. Veranstaltet werden diese von größeren (manchmal auch kleineren) Karnevalsvereinen. Manche Sitzungen sind schon ein Jahr im Voraus ausverkauft, aber wenn man will, findet man immer noch ein paar Karten für eine Sitzung.
Es gibt gemischte, sowie reine Damen- und Herrensitzungen, Kinder- und Vereinssitzungen.
Ich selber gehe nur auf 2-3 Veranstaltungen dieser Art (meist unsere eigenen Sitzungen), da ich durch meinen Verein wenig Zeit dafür habe und selber auf Sitzungen auftrete, aber dazu später mehr.
Neulingen würde ich eher gemischte Sitzungen empfehlen, da es auf Herren- bzw- Damen Sitzungen manchmal etwas „wilder“ zugeht ;)
Auf jeden Fall kommt bei jeder Veranstaltung eine Menge Spaß auf.
Die beliebtesten und größten Ball-Säle in Köln sind der Gürzenich, der Satory-Saal, der Ostermann-Saal, der Kristall-Saal, der Kongress-Saal, die Börse und die Flora.
Der Straßen- und Kneipen- Karneval
Der Straßenkarneval wird an Weiberfastnacht (natürlich auf dem Alter-Markt) eröffnet. Ab 11 Uhr 11 wird dann in der Stadt den ganzen Tag und die ganze Nacht auf den Straßen, in den Kneipen und in den Büros gefeiert. Wie der Name schon sagt, “beherrschen“ die Frauen an diesem Tag die Männe und die Stadt.
Am Freitag und Samstag wird dann abends in den Kneipen gefeiert. Wichtig dabei ist, Kneipen aufzusuchen, die ausschließlich kölsche Musik spielen (was eigentlich nicht besonders schwer sein dürfte), um das gewisse „Flair“ des Karnevals mitzubekommen.
Am Samstagabend findet dann der Geisterzug statt. Tausende von „Geistern“, „Monstern“ und ähnlichen Gestalten treffen sich, und halten einen Zug ab. Ich persönlich halte davon ein wenig Abstand. (Vielleicht liegt das daran, dass mich meine Eltern als kleines Kind zu einem Zug mitgeschleppt haben, wo ich sie dann für kurze Zeit aus den Augen verloren, und mich inmitten fürchterlich aussehender „Menschen“ wiedergefunden habe.)
Am Samstag finden die Schull- und Veedelszöch (zu dt. Schul- und Stadtteil- Züge) statt. Hier wird dieselbe Strecke wie für den Rosenmontagszug genommen. Nicht nur die Kamelle locken die Zuschauermassen an, sondern auch die phantasievoll gestalteten Kostüme der Schulen (meine Schule geht leider nicht mit) und Veedelsvereine. Nach dem Zug werden die drei besten Gruppen von einer Jury bestimmt. Diese dürfen dann am nächsten Tag im Rosenmontagszug mitgehen (was in Köln als eine Ehre angesehen wird).
Der Rosenmontag ist neben Weiberfastnacht ein Höhepunkt des Straßenkarnevals. Der berühmte Rosenmontagszug geht um 11 vor 11 am Chlodwigplatz los und braucht für den 6,5 Kilometer langen Weg etwa vier Stunden. Die Zuschauer können dem Zug über drei Stunden zuschauen. Im Jahre 2002 steht er unter dem Motto "Janz Kölle es e Poppespill". Stunden, bevor er kommt, beziehen einige Jecke schon ihre Plätze am Straßenrand, mit Campingstühlchen, Proviant und Kölsch ausgestattet. Zur Musik aus den mitgebrachten Kassettenrekordern schunkelt man sich warm. Tipp: mit so vielen Freunden und Bekannten wie möglich zum Zug gehen. So vergeht die Zeit am Zugweg wie im Fluge, man trinkt, tanzt und schunkelt, und bekommt, im besten Fall, vom Zug selbst gar nicht so viel mit. Wer zum ersten Mal dabei ist: Tüte für die Süßigkeiten mitbringen.
Am Abend wird dann noch kräftig gefeiert, obwohl ich zugeben muss, dass ich nach dem Zug halb tot bin und mich nicht länger als 11-12 Uhr wach halten kann.
Nach dem anstrengenden Montag, an dem die meisten Kölner frei haben, ist am Veilchendienstag wieder ein relativ ruhiger Tag. Abends muß man aber noch zu einer Nubbelverbrennung gehen. Der Nubbel ist eine lebensgroße Strohpuppe, die während der Karnevalstage über vielen Kneipen hängt. Er muss für alle Sünden büßen, die während der tollen Tage begangen wurden und wird unter großem Wehklagen, Beschimpfungen und dem Singen von fröhlichen Karnevalsliedern verbrannt. Anschließend strömt das Volk in die Kneipen, um den letzten Karnevalstag der Session gebührend ausklingen zu lassen. Tipp: In der Kneipe erkundigen, wie und wann der Nubbel verbrannt wird.
Am Aschermittwoch ist dann alles vorbei. (Irgendwann hat eben alles sein Ende....)
Kleines Lexikon
Wenn man zur Karnevalszeit nach Köln kommt, ist es unumgänglich ein paar kölsche Begriffe zu kennen, da man sonst den Gesprächen eher schlecht folgen kann:
Ajuja - Freudenruf, in etwa: Auf ins Karnevalstreiben!
Alaaf - meist: Kölle alaaf! Hochruf, wird dreimal hintereinander gerufen
Ähzezupp - Erbsensuppe, wird traditionell gerne zu Karneval gegessen
Bütt - von hier spricht der Büttenredner, der Karnevalist auf der Bühne, der hier im übertragenen Sinn schmutzige Wäsche wäscht (Bütt = Waschzuber)
Bützje - Küßchen, zur Karnevalszeit wird immer und überall gebützt, aber man darf sich auch dagegen wehren (macht an aber eher selten)
Dreigestirn - Prinz, Bauer und Jungfrau sind die obersten Repräsentanten des Kölner Karnevals, sei werden auch Trifolium genannt, der Prinz ist der höchste Repräsentant, ihre Deftigkeit, der Bauer, ist eine Figur, die weit in die Kölner Geschichte zurückgeht und der die Wehrhaftigkeit der Kölner symbolisiert und ihre Lieblichkeit, die Jungfrau, wird immer von einem Mann dargestellt
Fasteleer/Fastelovend - Karneval (NICHT Fasching!)
Funken - Karnevalisten, deren Vereine (rote, blaue, sonstige Funken) auf die Kölner Stadtsoldaten zu Napoleons Zeiten zurückgehen
Jeck - Karnevalsfan, den man nicht weiter beschreiben kann, denn: Jede Jeck is anders!
Kamelle - Bonbons und Süßigkeiten, bei den Zügen werden in den letzten Jahren jedoch kaum noch einfache Bonbons geworfen, die im Rinnstein liegenblieben, sondern Schokolade, Waffeln und andere größere Schleckereien
Kostüm - wichtiges Utensil, zur Karnevalszeit fühlt sich eher derjenige als Außenseiter, der nicht kostümiert ist
Lappeclown - die wohl beliebteste, ewige Verkleidung, mit Hunderten von Stoffläppchen handgenähtes Kostüm
Nubbel - lebensgroße Figur, die über zahlreichen Kölner Kneipen hängt, und die am Veilchendienstag, weil sie alle karnevalistischen Ausschweifungen schuld war, verbrannt wird
Pittermännchen – Bierfässchen
Quetschebüggel - Akkordeon
Ruusemondach - Rosenmontag, kommt nicht von "Rosen", sondern von "rasend"
Schunkeln - der "Volkstanz", einfach bei den Nachbarn einhaken (auch, wenn man sie nicht kennt), und zur Seite hin und herwiegen, funktioniert im Sitzen und Stehen
Strüßjer - Blumensträuße, "Schlachtruf" bei Karnevalszügen
Veedel - das Stadtviertel, als Heimat und Familie von den Bläck Fööss besungen
Zoch - der Karnevalszug
Sonstiges:
3 Dinge die man NIEMALS sagen sollte:
1. Ich komme aus Düsseldorf.
(Bitte macht nie den Fehler, und sagt das, auch WENN ihr aus Düsseldorf kommt, es könnte euch das Leben kosten ;)
2. Helau!
(Ruft NIEMLAS statt „Alaaf“ Helau, denn das ist das Zeichen dafür, dass ihr aus Düsseldorf kommt (siehe oben)).
3. Fasching
(Niemals Fasching sagen, das ist das Schimpfwort für Karneval).
(Ein kleiner Hinweis: Die 3 Regeln nicht zu ernst nehmen, ein kleiner Scherz am Rande :) )
7 Bewertungen, 2 Kommentare
-
26.10.2002, 12:09 Uhr von Kira-sempai
Bewertung: sehr hilfreichSehr nützlich, wenn ich auch Helau! anstatt Aalaaf rufe.... übrigens sagt man das in Teilen des Saarlandes auch! und wirs sind bestimmt keine Düsseldorfer! :)
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29.05.2002, 19:16 Uhr von bachelor
Bewertung: sehr hilfreichWar wirklich lang! ;-) Aber ich habe es gerne gelesen. :-) Für mich, der überwiegend dem Strassenkarneval nachgeht, war es mal interessant, ein paar Einblicke in den "Alltag" eines vereinsaktiven Karnevalisten zu bekommen. Sehr gelungen
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