Katzen Allgemein Testbericht
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Erfahrungsbericht von Nyaasu
REST IN PEACE - Manchmal reichen 9 Leben nicht aus
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Es ist gerade 3:52 Uhr, ich bin vor einer Stunde von der Arbeit gekommen und sollte eigentlich schon längst schlafen, aber da ich irgendwie überhaupt nicht müde bin, habe ich beschlossen, noch einen neuen Bericht zu schreiben. Dieser ist recht kurzfristig eingeschoben, aber mein Tokyo-Bericht wird sooo lang, dass ich unmöglich mit dem Einstellen eines neuen Berichteswarten kann, bis er fertig ist.
Daher schreibe ich jetzt über was ganz anderes...
WORUM GEHT’S?
Wer meinen Bericht bzw. meine Geschichte unter „alles mit B“ gelesen hat, weiß, dass ich eine sehr enge Beziehung zu Katzen habe und daran glaube, dass sie 9 Leben haben. Mindestens.
Jedoch ist Bella, die Katze, um die es in dieser Geschichte geht, nicht gerade meine erste Katze, denn allzu oft musste ich bisher feststellen, dass auch 9 Leben bei weitem nichts ausreichen.
Deswegen widme ich diesen Bericht all den Katzen, die bisher aus den verschiedensten Gründen von mir gegangen sind.
Mögen eure Seelen Frieden finden. Ich werde euch nie vergessen!!!
#1 - MISCHKA
1983, als meine Eltern heirateten und zusammenzogen, holten sie sich eine kleine, struppige Katze ins Haus. Sie war grau-getigert und bekam den Namen Mischka, meistens wurde sie aber liebevoll Mickie genannt.
Mischka hatte gleich einen schlechten Start, denn sie pieselte vor das Katzenklo auf die Badematte (obwohl sie bereits stubenrein war), was meinen Vater dazu veranlasste, ihr eine kalte Dusche zu verpassen. Insgesamt war Mischka aber eine sehr liebe und verspielte Katze.
1984, kurz vor meiner Geburt (an alle, die es noch nicht wissen: Ich werde am 20. März 19 >> ALT!!! ^_^;), beschlossen meine Eltern, Mischka kurzfristig zu meiner Oma zu geben, damit es mit mir keine Probleme gibt. Das sollte eigentlich nur für kurze Zeit so sein, jedoch blieb Mischka bis an ihr Lebensende bei meiner Oma.
Leider hatten das und die Kastration starke Auswirkungen auf ihr Wesen: Sie wurde fett, faul und kratze alles und jeden, nur meine Oma durfte sie manchmal kraulen. Sie fraß oder schlief unter der Eckbank, mehr tat sie nicht.
1998 musste sie aufgrund von Krebs (Knoten im Bauchbereich; auf der Bauchseite wuchs auch kein Fell mehr) eingeschläfert werden. Ich hatte leider nie eine gute Beziehung zu ihr, aber das hatte irgendwie keiner.
#2 & #3 - ROBIN UND LEILA
1989, Geli (ich) war gerade 5 Jahre alt geworden, beschloss ihre Mutter (die schon seit längerem alleinerziehend war), dass dringend wieder Katzen ins Haus mussten, das schmusige Fellknäuel fehlte einem schon irgendwie.
Da Bekannte gerade Katzen zu verschenken hatten, nutzen wir diese Gelegenheit und holten uns ein schwarzes Geschwisterpärchen mit weißem Latz nach Hause, welche nur davon zu unterscheiden waren, dass Robin zwei weiße Pfoten hatte und Leila nicht.
Die beiden verstanden sich prächtig sie spielten und schmusten mit einander und mit uns und trugen fast täglich spielerische Machtkämpfe aus.
Da wir im Erdgeschoss wohnen und ein vergittertes Kabufffenster haben, durch welches eine Katze aber locker durchpasst, erlaubten wir unseren beiden, geschützt mit Halsband und Flohpuder, den Gang in die Freiheit.
Robin war als Kater auch nach seiner Kastration der Lebhaftere von beiden. Er brachte einen Haufen Mäuse, Regenwürmer und manchmal auch einen Vogel mit nach Hause, und einmal auch eine Ratte und eine Taube, es wurde nie langweilig mit ihm. Eines Tages kletterte er auf den höchsten Baum und kam nicht wieder herunter. Anstatt zu klettern, ließ er sich aber dummerweise fallen und landete seitlich (Katzen laden halt doch nicht immer auf den Pfoten) auf einer Mauer. Er fraß drei Tage nichts, behielt aber keine bleibende Schäden.
Mit knapp anderthalb Jahren fand Robin ein grausames Ende. Ich war gerade bei meiner Oma (und Mischka :-) als das Telefon klingelte und meine Mutter mir unter Tränen mitteilte, dass Robin überfahren worden wäre. Er hatte diesen Crash zwar überlebt, jedoch waren ihm dabei beide Vorderpfoten abgetrennt worden. Wie er es geschafft hatte, sich so krüppelig über sämtliche Hinterhöfe nach Hause zu schleppen, wissen wir bis heute nicht. Als meine Mutter zur Mittagspause nach Hause kam, lag Robin auf dem Sofa, auf meiner alten Babydecke, und leckte sich die Pfoten, während Leila nervös und verstört vor dem Sofa auf und ab ging. Sofort fuhr meine Mutter mit Robin zum Tierarzt, musste jedoch einsehen, dass eine Katze ohne Vorderpfoten keine Chance hat und ließ ihn schweren Herzen einschläfern.
Meine Mutter trug die kommenden Tage schwarz, was von meiner Familie herablassend belächelt wurde. (Wir sind leider die einzigen Tierfreunde). Ich war zwar froh, den Anblick nicht ertragen haben zu müssen, war jedoch traurig, dass ich mich nicht von ihm hatte verabschieden können. Die blutige Decke hütete ich wie einen Schatz, und als meine Oma es gewagt hatte, diese zu waschen, brach ich in Tränen aus.
Leila stand die ersten drei Tage und besonders die Nächte nach Robins Tod auf dem Balkon und weinte, als hoffte sie, dass er doch noch wieder kommen würde, oder vielleicht wollte sie ihm durch ihren Totengesang auch nur die letzte Ehre erweisen. Diese Situation zeigte mir übrigens, dass Katzen (Tiere allgemein) sehr wohl eine Seele und Gefühle haben, denn Trauer ist kein Instinkt.
Leila war seit dem etwas ruhiger, war aber auf der anderen Seite auch öfter draußen, manchmal für mehrere Tage.
Ihr Pech war allerdings, dass sie sehr, sehr zutraulich und anhänglich war und sich von jedem Streicheln ließ. Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum sie nach fast sieben Jahren bei uns einfach nicht mehr wiederkam. Vielleicht wurde sie aber auch erschossen oder starb an Rattengift, was bei uns in der Stadt nicht wirklich etwas ungewöhnliches wäre.
#4 - TOMMY
Der junge schwarze Kater war leider nur eine Woche bei uns.
Er war sehr neugierig und schmusig und eigentlich ein Jahr nach Robins Tod als Leilas Spielgefährte ins Haus geholt worden, damit sie nicht mehr so allein ist. Die beiden vertrugen sich jedoch gar nicht, und als meine Mutter einmal aus Versehen die extra wegen ihm verschlossene Kabufftür offen ließ, lief er nach draußen und kam nie wieder.
#5 - SAMMY
Als Leila verschwand, war ich 11 gewesen. Meine Mutter wollte keine neue Katze, jedoch konnte ich einfach nicht mehr ohne Katze leben, es war so leer im Haus, und so stimmte meine Mutter zu, dass mir Bekannte zum 12. Geburtstag eine Katze schenkten.
Sie war schwarz (ich mag schwarze Katzen!), etwa drei Jahre alt und kam aus dem Tierheim. So hatte ich gleichzeitig noch eine gute Tat vollbracht.
Am Anfang war Sammy sehr ängstlich und verkroch sich hinter Möbelstücken, wurde aber schnell zutraulich, als sie feststellte, dass sie nun ein Zuhause hat und wir ihr nichts tun. Raus ließen wir sie erst einmal nicht.
Jedoch wurde Sammy bereits im Juni, nach nur drei Monaten, schwer krank. Eigentlich war sie es bereits im Tierheim gewesen, jedoch brach die Krankheit jetzt erst aus. Wie sich herausstellte, litt sie an FIP, eine Krankheit, bei der sich die Lungen langsam mit Wasser voll saugen, bis die Katze qualvoll erstickt. Zudem hatte Sammy 41°C Fieber, was auch für einen Menschen nicht wenig ist.
Für FIP gibt es keine Heilung, jedoch maßen wir jeden Tag Fieber und gaben ihr Antibiotikum, in der Hoffnung, sie irgendwie retten zu können.
Kurze Zeit später, als wir in unserem nicht mehr verschiebbaren Urlaub waren, kam jedoch der irgendwie bereits erwartete Anruf unserer Katzensitter – Sammy hatte eingeschläfert werden müssen, da es keine Hoffnung mehr für sie gab und man ihr weiteres Leiden ersparen wollte.
Ich weinte den ganzen Abend, denn auch wenn sie nicht lange bei uns gewesen war, hatte ich sie doch sehr ins Herz geschlossen, denn sogar beim Fiebermessen hatte sie geschnurrt, so glücklich war sie gewesen, endlich zu Hause zu sein.
#6 - SISSI
Bereits in dem erwähnten Sommerurlaub trafen wir unsere neue Mitbewohnerin. Die Entscheidung wurde sehr kurzfristig getroffen, aber man möge uns angesichts Sammys Tod keine Hartherzigkeit vorwerfen, denn unser neuer Liebling kam von einem Bauernhof, auf dem sehr viele kleine Katzen geboren werden, die unmöglich alle ernährt werden können, und so erleiden die, die nicht vermittelt werden können, den Tod des Ertrinkens.
Und das wollten wir nun auf keinen Fall! Die Wahl fiel uns allerdings sehr schwer, da alle fünf Kleinen wahnsinnig süß waren. Am Ende entschieden wir uns dann für die zierlichste, ein schwarz weißes Katzenmädchen.
Da sie von einer bayrischen Alm kam und uns zudem während dieses Urlaubs Romy Schneider in ihrer erfolgreichsten Filmreihe erfreute, bekam die Katze den Namen Sissi.
Die sieben Stunden Fahrt bis nach Hause waren sehr heiß und stressig, und Sissi wollte einfach nichts trinken. Auf einem Rastplatz entwischte sie uns dann und verkroch sich unter einem Altpapiercontainer, konnte aber von meiner Mutter erfolgreich eingefangen werden.
Sissi wurde sehr schnell zutraulich, und aus dem kleinen Fräulein wurde recht schnell eine ausgewachsene, recht stämmige Katzendame, die bereits mit 9 Monaten qualvoll rollig wurde und daher schnell kastriert wurde.
Drei Monate nach Sissi, im Herbst 1996, kam BELLA zu uns, auf die ich gleich noch weiter eingehen werde. Sissi hasste Bella zu Beginn bis aufs Blut und schlug sie, wo sie nur konnte, jedoch waren sie nach wenigen Tagen plötzlich die dicksten Freunde.
Als Bella dann anderthalb Jahre später spurlos verschwand, wartete Sissi eine Woche lang den ganzen Tag auf dem Balkon, dass ihre kleine Freundin zurückkommen möge. Als sie dies nicht tat, machte sich Sissi auf den Weg, Bella zu suchen. Bella kam wieder, Sissi jedoch nicht, und als wir drei Wochen nach ihrem Verschwinden aus eine Wochenende in Ostfriesland nach Hause kamen, war auf dem Abrufbeantworter die Nachricht einer Nachbarin, dass Sissi überfahren worden war. Nach drei Wochen langer Abwesenheit wurde sie überfahren, direkt vor unserer Haustür, und die Person hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, ihren Körper an die Seite zu legen, sondern ließ sie mitten auf der Straße liegen. Unsere Nachbarin trug Sissis Leiche in den nahegelegenen Park, und meine Mutter ging hin, um sich zu vergewissern, dass es wirklich Sissi war. Sie war es, und so, wie sie zugerichtet war, hatte sie wenigstens nicht mehr lange leiden müssen. Ich war sehr traurig über dieses tragische Ende, war auf der anderen Seite aber froh, Gewissheit zu haben. Sissi war zwar tot, aber wenigstens saß sie nicht in einem Versuchslabor oder so und musste leiden.
#7 - BELLA
Die braune Tigerin wurde, wie bereits gesagt, im Herbst 1996 Mitglied in unserer Familie.
Ihre Mutter hatte sie und ihre 4 Geschwister im Hühnerstall eines Bauernhofes bekommen und nach drei Wochen im Stich gelassen, so dass sich die Bauern der fünf Kleine annahmen.
Als wir dort ankamen, waren die Kleinen gerade erst sechs Wochen alt und lagen alle nebeneinander und zusammengerollt auf dem Heizkörper. Optisch konnte man keinen Unterschied ausmachen. Wer von den Süßen sollte denn nun Sissis neuer Spielkamerad werden??? Während wir uns mit der Bäuerin unterhielten, hopsten ein Mädchen von der Heizung, kam neugierig schnüffelnd an und kletterte gleich in die Handtasche meiner Mutter. Da wussten wir, dass sie Richtige ist!
Zuerst wollten wir sie Babsy nennen, aber da Katzen bei ihren Namen besonders den letzten Laut wahrnehmen, war das sehr ungünstig, da Sissi und Babsy bei auf einem i endeten. Nach einigem Grübeln wurde aus Babsy dann Bella, die Schöne, was gut passte, denn sie hatte ein wunderhübsches Gesicht, türkis-grüne Augen, die an Lagunen erinnerten und deren Farbe sich je nach Laune leicht änderte und ein seidig weiches Fell.
Obwohl Sissi ihr alles andere als freundlich gegenübertrat, blieb Bella standhaft und kam immer wieder an, egal wie viel Prügel sie auch bezog. Das schein Sissi imponiert zu haben, denn schon bald teilten sie Bett, Kratzbaum, Menschen und alles andere.
Sissi ist die einzige Katze, die Bella als Mitbewohnerin akzeptiert hat, alle anderen werden bis heute wenn überhaupt geduldet und haben kein leichtes Leben.
Irgendwann verschwand Bella und tauchte erst nach über zwei Wochen plötzlich jaulend auf dem Dach des Nachbarhauses auf. Versucht mal, um 22 Uhr euren Nachbarn klarzumachen, dass ihr dringend auf den Dachboden müsst! Völlig ausgehungert konnte sie dann aber doch gerettet werden. Ich war sehr glücklich, auch wenn das die Wunde, die Sissis verschwinden und der bald darauffolgende Tod hinterlassen hatte, nicht ganz heilen konnte.
Während Sissi bereits mit 9 Monaten zeugungsfähig war, brauchte Bella dafür bis Dezember 1998. Dass sie rollig war, bemerkten wir auch nur, weil ihr Lover bei uns ein und aus ging, fraß und schlief. Er war ein Koloss von einem Kater, nicht fett, aber kräftig, und ungefähr dreimal so groß wie die damals so zierliche Bella. Er war schwarz und voller Zecken, also ein Streuner, und vielleicht war es sogar unser Tommy.... Jedenfalls trieben es die beiden auf der Balkonbrüstung (die gerade in diesem Moment von einem Sonnenstrahl beleuchtet wurde, so dass sämtliche Nachbarn daran teilhaben konnten), auf dem Hof und in der Küche, was für ein besonderes Aroma in der Wohnung sorgte. Bella passte das gar nicht, ist es doch für die Dame mehr als qualvoll, befruchtet zu werden, und dieser dumme Kerl schoss auch noch dauern daneben!
Ich freute mich, dass es bald Babys geben würde, machte mir aber Sorgen um mein jährliches Weihnachtsbacken mit meinen Freundinnen, welches in wenigen Tagen stattfinden sollte. Doch Bella hatte genug, und einen Tag vor dem Backen rollte sie sich unter dem Kater auf den Rücken und trat ihm mit voller Wucht in der Unterleib. Als dies ein zweites Mal geschah, sah der Kater ein, dass sie keine Lust mehr hatte und ging.
10 Wochen danach, es war gerade Donnerstag, kamen wir nach Hause und Bella war verschwunden. Es war der 5. Februar 1997, draußen war es nass und kalt, und Bellas Niederkunft stand unmittelbar bevor. Hatte diese Katze ihr Baby etwa draußen in der Kälte gekriegt??? Plötzlich kam Bella ins Wohnzimmer, mit einem schlaffen Bauch und Blut am Geschlecht. Die Geburt war also vorbei. Aber wo war das Baby??? Ich schnappte mir eine Taschenlampe und ging, gefolgt von Bella, auf den Hof, fand aber nichts.
Durchgefroren ging ich wieder rein und setzte mich auf mein Bett, um Kommissar Rex zu kucken, als Bella durch eine Lücke in meinem Bettkasten verschwand. PLING, da fiel der Groschen und ich hob das Bett hoch, und tatsächlich, dort lag, auf einer blutigen Wolldecke, ein trockenes und sauberes, blindes Katzenbaby, dass seiner Mutter zum Verwechseln ähnlich sah, nur war sein Fell nicht braun sondern eher graubraun. Ich rief nach meiner Mutter und versuchte vorsichtig, dass Baby hochzunehmen. Und da Bella schnurrte, sah ich mein Vorhaben als genehmigt an und knuddelte das kleine Wollknäuel erst mal, welches sich als Mädchen herausstellte. Als Sailor Moon Fan war sofort klar, wie sie heißen sollte, und so bekam sie den Namen Luna.
Bella vertraute uns sehr und ließ ihr Baby auch mal allein, da sie wusste, dass sie bei uns nichts zu befürchten hatte. Zwischendurch schaute auch der Kater mal wieder vorbei, beschnüffelte sein Kind und wartete darauf, dass er bei Bella wieder zu Zug kommen würde. Als er feststelle, dass sie kastriert wurde, verschwand er.
Bella entwickelte jedoch eine Abneigung gegen Luna, als diese älter wurde und schien sichtlich verärgert darüber, dass wir beschlossen hatten, dieses Baby zu behalten.
Bella haben wir noch heute, und sie ist ein richtiges Mistvieh. Sie verprügelt die Nachbarskatzen und frisst ihnen das Futter weg, sie benutzt lieber Sandkästen und Blumenbeete als das Katzenklo, will immer nur das teuerste Futter und alle Aufmerksamkeit für sich. Trotz allem ist sie sehr schmusig, und wenn sie maunzt, dann springen wir gleich, weil wir froh sind, dass sie da sind, und besonders ich sie mehr liebe als fast alles andere. Sie ist mein Baby, meine Puhmel-Katze, und sie ist mir so was von ähnlich, dass es richtig gruselig ist. Sie ist jetzt fast 6,5 Jahre bei uns und wir es auch hoffentlich noch lange bleiben.
Mäuse hat sie übrigens nie gefangen, die können vor ihr rumlaufen und es interessiert sie nicht, nur aus erzieherischen Gründen hat sie während Lunas Kindheit eine Maus gefangen, um diese mit den Nagern vertraut zu machen.
#8 - LUNA
Auch wenn sie ihrer Mutter äußerlich sehr ähnlich war, hatte Luna sonst so gar nichts mit ihr gemeinsam. Ein schönes, weiches und dichtes Fell hatte sie, ja, aber sonst? Ihre Augen waren bernsteinfarben statt grün, sie war eher ängstlich als frech, ihr Körper eher moppelig als zierlich und auch sonst war sie sehr merkwürdig und, um es zuzugeben, wenig intelligent, weswegen sie bald nur noch Blödi genannt wurde.
Dass sie größer und kräftiger war, besonders im Verhältnis zu gleichaltrigen, war aber auch kein Wunder, schließlich hatte sie sowohl Mamas Milch als auch ihre Aufmerksamkeit für sich allein, war also sozusagen ein verwöhntes Einzelkind.
Sie lebte sehr zurückgezogen und ging wenig raus, aber in dem verflixten Alter von anderthalb Jahren verschwand auch sie und kam nie wieder. Ich hab sie nie so gemocht wie manch andere Katze.
#9 - LINUS
Nach Lunas Verschwinden lachte sich meine Mutter bei Bekannten mal wieder einen schwarzen Kater an. Er hatte riesige Kulleraugen, war zutraulich und verschmust und einfach nur süß, so dass auch ich ihn sofort in mein Herz schloss. Daher bekam er den Namen Linus, wie der mit der Schmusedecke von den Peanuts.
Bella war so gar nicht mit dem Neuen einverstanden, erst recht nicht, weil er ein Kater war, aber lange hatten wir leider nichts von ihm, denn auch er verschwand nach knapp einem Jahr spurlos.
10# - KITTY
Im Oktober 2000 war ich mit meiner Tante in Belgien, und als ich wieder kam, hockte auf dem Sofa, eine kleine, zusammengerollte Katze. Diese war vierfarbig und sah aus, als wäre sie in einen Malkasten gefallen. Meine Mutter stellte sie mir als Kitty (wie kreativ...) vor, welche eine Streunerin aus Breckerfeld war und zu uns gekommen ist, um sich von ihrem Katzenschnupfen auszukurieren. Bella war wie immer sehe böse und schmollte, daher bekam sie von mir in der kommenden Zeit besonders viel Aufmerksamkeit.
Leider war Kitty es als Streuner gewöhnt, da hinzumachen, wo sie gerade ging und stand, und so war es auch bei uns – Sofa, Badematte oder Kleiderschrank, und sogar die Bettdecke meiner Mutter (während diese darunter lag und schlief, wohlgemerkt), nicht war vor ihr sicher. Meine Mutter ist eins ehr jähzorniger Mensch, und manchmal hatte ich echt Angst, sie würde Kitty umbringen, was die Situation nicht besser machte.
Zudem war sie (jetzt erst recht) sehr scheu und zurückhaltend. War also nichts mit Vierfarbige bringen Glück und so...
Im Sommer 2001 wurde Kitty klammheimlich trächtig, so dass wir es erst merkten, als ihr Bauch anfing zu wachsen. Während der Tragezeit war sie erstaunlich sauber.
Als Nest entschied sie sich für ein Schrankfach, welches so von Sesseln verdeckt war, dass sie gerade hindurch schlüpfen konnte. Als die Wehen einsetzten, wollte meine Mutter gerade in den Sommerurlaub starten (ich blieb freiwillig zurück), wartete aber ab, bis das erste Baby, ein orange getigerter Junge, da war. Dieser lag leider falsch herum und bereitete Kitty starke Schmerzen. Dann musste meine Mutter aber wirklich los, und machte mich auf in mein Zimmer, um allen möglichen Leuten per Mail die frohe Botschaft mitzuteilen. Dazu kam ich aber vorerst nicht, da Kitty so lange schrie, bis ich mich wieder zu ihr setzte, und erst dann fuhr sie mit der Geburt fort. Es folgten ein schwarzes Mädchen und ein weiteres, vierfarbiges Mädchen, welche leider alle das Zuhause wechselten.
Nachdem ihre Kinder das Haus verlassen hatten, vergaß Kitty alle Vorsätze in punkto Stubenrein, und wenige Wochen später verschwand sie.
#11 – SHEILA
Da meine Mutter es noch nie mit Vorsätzen hatte, hielt sie auch den zum Thema „Jetzt aber keine neue Katze mehr!“ nicht, denn bereits im darauffolgenden Herbst (November 2001) bekamen wir neuen Zuwachs. Es war erneut eine Katze aus Breckerfeld, doch diese war wieder schwarz und wurde wirklich gerettet, denn zwei ihrer Geschwister waren bereits jämmerlich erfroren. Bellas Reaktion muss ich wohl nicht mehr erläutern.
Sheila war zwar stubenrein, jedoch hing noch überall, wenn auch für Menschennasen unbemerkt, Kittys Duft, und so dachte sich Sheila, wo andere können, kann ich auch, und das tat sie dann auch. Das führte dazu, dass sie viel Zeit alleine im Badezimmer verbrachte und ihr nur Küche, Flur und Bad (und halt draußen) zugänglich waren. Zudem litt sie eine Zeit lang an starkem Durchfall (diese Haufen hätten auch von einem mittelgroßem Hund stammen können!), welches es ihr irgendwie unangenehm machte, das Katzeklo zu benutzen. Mittlerweile ist dieses Problem jedoch behoben.
Sheila war sehr scheu, noch scheuer als Kitty, und sollte eigentlich nur als Wintergast bei uns bleiben, jedoch wurde auch daraus nichts und sie ist bis heute noch bei uns.
Im Sommer 2002 wurde auch Sheila trächtig (siehe mein Bericht dazu :-), jedoch blieb auch von ihren Kindern keines bei uns.
Sheila war immer sehr zierlich, ist jedoch nach der Kastration aufgegangen wie ein Hefekuchen und ist jetzt eher moppelig, hat dafür aber das schönste Fell, das ich jemals an einer Nicht-Rassekatze gesehen habe. Sie ist immer noch scheuer als Bella, aber doch schon recht zutraulich und sehr schmusig. Zudem kann sie nicht alleine sein und sucht sogar Bellas Nähe, wenn von uns keiner da ist. Am Anfang konnte ich sie nicht leiden, weil ich dauern ihre Scheiße wegmachen musste, aber mittlerweile gehört sie einfach dazu und ich würd sie auch nicht mehr hergeben wollen.
FAZIT
Unsere Katzen waren alle ganz normale 08/15 Katzen, also europäische Kurzhaar, aber das machte sie nicht weniger besonders oder wertvoll, und dazu waren sie noch resistenter gegen Krankheiten und einfach unempfindlicher als so manche Perser, Kartäuser & Co.
Warum lasst ihr die Katzen denn raus, wenn so vielen was passiert ist, fragen viele. Nun, klar verliere ich keine meiner Katzen gerne, aber es sind nun einmal Wildtiere, und nie würde ich sie in einer Welt einsperren, in die sie nicht hineingehören. Zumal die meisten von Anfang an Freigänger waren. Ein Risiko ist immer da, aber Kinder sperrt man schließlich auch nicht für immer ein, oder?
Katzen haben ihren eigenen Kopf, sind egoistisch und störrisch und manchmal sogar richtig fies und hinterhältig, aber das mag ich an ihnen. Sie lassen sich nicht alles gefallen, sagen nein, wenn sie nein meinen und wissen, was sie wollen. Das finde ich sehr beeindruckend, dieses Selbstbewusstsein ist beneidenswert,.
Auch wenn ich manche Katzen mehr und manche weniger gern hatte, waren es doch alle meine Katzen, die ich geliebt habe, und jede einzelne wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen und meinem Gedächtnis haben.
Bella ist jedoch die Katze, die ich neben Leila am meisten geliebt habe und noch heute liebe, und auch wenn die 7 meine Pechzahl ist, glaube ich, in ihr eine Glückskatze gefunden zu haben. Sie ist nicht mein Haustier, sondern ein gleichwertiges Mitglied unserer Familie, meine Verbündete und Freundin. Ich hab dich lieb, Süße!
Daher schreibe ich jetzt über was ganz anderes...
WORUM GEHT’S?
Wer meinen Bericht bzw. meine Geschichte unter „alles mit B“ gelesen hat, weiß, dass ich eine sehr enge Beziehung zu Katzen habe und daran glaube, dass sie 9 Leben haben. Mindestens.
Jedoch ist Bella, die Katze, um die es in dieser Geschichte geht, nicht gerade meine erste Katze, denn allzu oft musste ich bisher feststellen, dass auch 9 Leben bei weitem nichts ausreichen.
Deswegen widme ich diesen Bericht all den Katzen, die bisher aus den verschiedensten Gründen von mir gegangen sind.
Mögen eure Seelen Frieden finden. Ich werde euch nie vergessen!!!
#1 - MISCHKA
1983, als meine Eltern heirateten und zusammenzogen, holten sie sich eine kleine, struppige Katze ins Haus. Sie war grau-getigert und bekam den Namen Mischka, meistens wurde sie aber liebevoll Mickie genannt.
Mischka hatte gleich einen schlechten Start, denn sie pieselte vor das Katzenklo auf die Badematte (obwohl sie bereits stubenrein war), was meinen Vater dazu veranlasste, ihr eine kalte Dusche zu verpassen. Insgesamt war Mischka aber eine sehr liebe und verspielte Katze.
1984, kurz vor meiner Geburt (an alle, die es noch nicht wissen: Ich werde am 20. März 19 >> ALT!!! ^_^;), beschlossen meine Eltern, Mischka kurzfristig zu meiner Oma zu geben, damit es mit mir keine Probleme gibt. Das sollte eigentlich nur für kurze Zeit so sein, jedoch blieb Mischka bis an ihr Lebensende bei meiner Oma.
Leider hatten das und die Kastration starke Auswirkungen auf ihr Wesen: Sie wurde fett, faul und kratze alles und jeden, nur meine Oma durfte sie manchmal kraulen. Sie fraß oder schlief unter der Eckbank, mehr tat sie nicht.
1998 musste sie aufgrund von Krebs (Knoten im Bauchbereich; auf der Bauchseite wuchs auch kein Fell mehr) eingeschläfert werden. Ich hatte leider nie eine gute Beziehung zu ihr, aber das hatte irgendwie keiner.
#2 & #3 - ROBIN UND LEILA
1989, Geli (ich) war gerade 5 Jahre alt geworden, beschloss ihre Mutter (die schon seit längerem alleinerziehend war), dass dringend wieder Katzen ins Haus mussten, das schmusige Fellknäuel fehlte einem schon irgendwie.
Da Bekannte gerade Katzen zu verschenken hatten, nutzen wir diese Gelegenheit und holten uns ein schwarzes Geschwisterpärchen mit weißem Latz nach Hause, welche nur davon zu unterscheiden waren, dass Robin zwei weiße Pfoten hatte und Leila nicht.
Die beiden verstanden sich prächtig sie spielten und schmusten mit einander und mit uns und trugen fast täglich spielerische Machtkämpfe aus.
Da wir im Erdgeschoss wohnen und ein vergittertes Kabufffenster haben, durch welches eine Katze aber locker durchpasst, erlaubten wir unseren beiden, geschützt mit Halsband und Flohpuder, den Gang in die Freiheit.
Robin war als Kater auch nach seiner Kastration der Lebhaftere von beiden. Er brachte einen Haufen Mäuse, Regenwürmer und manchmal auch einen Vogel mit nach Hause, und einmal auch eine Ratte und eine Taube, es wurde nie langweilig mit ihm. Eines Tages kletterte er auf den höchsten Baum und kam nicht wieder herunter. Anstatt zu klettern, ließ er sich aber dummerweise fallen und landete seitlich (Katzen laden halt doch nicht immer auf den Pfoten) auf einer Mauer. Er fraß drei Tage nichts, behielt aber keine bleibende Schäden.
Mit knapp anderthalb Jahren fand Robin ein grausames Ende. Ich war gerade bei meiner Oma (und Mischka :-) als das Telefon klingelte und meine Mutter mir unter Tränen mitteilte, dass Robin überfahren worden wäre. Er hatte diesen Crash zwar überlebt, jedoch waren ihm dabei beide Vorderpfoten abgetrennt worden. Wie er es geschafft hatte, sich so krüppelig über sämtliche Hinterhöfe nach Hause zu schleppen, wissen wir bis heute nicht. Als meine Mutter zur Mittagspause nach Hause kam, lag Robin auf dem Sofa, auf meiner alten Babydecke, und leckte sich die Pfoten, während Leila nervös und verstört vor dem Sofa auf und ab ging. Sofort fuhr meine Mutter mit Robin zum Tierarzt, musste jedoch einsehen, dass eine Katze ohne Vorderpfoten keine Chance hat und ließ ihn schweren Herzen einschläfern.
Meine Mutter trug die kommenden Tage schwarz, was von meiner Familie herablassend belächelt wurde. (Wir sind leider die einzigen Tierfreunde). Ich war zwar froh, den Anblick nicht ertragen haben zu müssen, war jedoch traurig, dass ich mich nicht von ihm hatte verabschieden können. Die blutige Decke hütete ich wie einen Schatz, und als meine Oma es gewagt hatte, diese zu waschen, brach ich in Tränen aus.
Leila stand die ersten drei Tage und besonders die Nächte nach Robins Tod auf dem Balkon und weinte, als hoffte sie, dass er doch noch wieder kommen würde, oder vielleicht wollte sie ihm durch ihren Totengesang auch nur die letzte Ehre erweisen. Diese Situation zeigte mir übrigens, dass Katzen (Tiere allgemein) sehr wohl eine Seele und Gefühle haben, denn Trauer ist kein Instinkt.
Leila war seit dem etwas ruhiger, war aber auf der anderen Seite auch öfter draußen, manchmal für mehrere Tage.
Ihr Pech war allerdings, dass sie sehr, sehr zutraulich und anhänglich war und sich von jedem Streicheln ließ. Dies ist wahrscheinlich der Grund, warum sie nach fast sieben Jahren bei uns einfach nicht mehr wiederkam. Vielleicht wurde sie aber auch erschossen oder starb an Rattengift, was bei uns in der Stadt nicht wirklich etwas ungewöhnliches wäre.
#4 - TOMMY
Der junge schwarze Kater war leider nur eine Woche bei uns.
Er war sehr neugierig und schmusig und eigentlich ein Jahr nach Robins Tod als Leilas Spielgefährte ins Haus geholt worden, damit sie nicht mehr so allein ist. Die beiden vertrugen sich jedoch gar nicht, und als meine Mutter einmal aus Versehen die extra wegen ihm verschlossene Kabufftür offen ließ, lief er nach draußen und kam nie wieder.
#5 - SAMMY
Als Leila verschwand, war ich 11 gewesen. Meine Mutter wollte keine neue Katze, jedoch konnte ich einfach nicht mehr ohne Katze leben, es war so leer im Haus, und so stimmte meine Mutter zu, dass mir Bekannte zum 12. Geburtstag eine Katze schenkten.
Sie war schwarz (ich mag schwarze Katzen!), etwa drei Jahre alt und kam aus dem Tierheim. So hatte ich gleichzeitig noch eine gute Tat vollbracht.
Am Anfang war Sammy sehr ängstlich und verkroch sich hinter Möbelstücken, wurde aber schnell zutraulich, als sie feststellte, dass sie nun ein Zuhause hat und wir ihr nichts tun. Raus ließen wir sie erst einmal nicht.
Jedoch wurde Sammy bereits im Juni, nach nur drei Monaten, schwer krank. Eigentlich war sie es bereits im Tierheim gewesen, jedoch brach die Krankheit jetzt erst aus. Wie sich herausstellte, litt sie an FIP, eine Krankheit, bei der sich die Lungen langsam mit Wasser voll saugen, bis die Katze qualvoll erstickt. Zudem hatte Sammy 41°C Fieber, was auch für einen Menschen nicht wenig ist.
Für FIP gibt es keine Heilung, jedoch maßen wir jeden Tag Fieber und gaben ihr Antibiotikum, in der Hoffnung, sie irgendwie retten zu können.
Kurze Zeit später, als wir in unserem nicht mehr verschiebbaren Urlaub waren, kam jedoch der irgendwie bereits erwartete Anruf unserer Katzensitter – Sammy hatte eingeschläfert werden müssen, da es keine Hoffnung mehr für sie gab und man ihr weiteres Leiden ersparen wollte.
Ich weinte den ganzen Abend, denn auch wenn sie nicht lange bei uns gewesen war, hatte ich sie doch sehr ins Herz geschlossen, denn sogar beim Fiebermessen hatte sie geschnurrt, so glücklich war sie gewesen, endlich zu Hause zu sein.
#6 - SISSI
Bereits in dem erwähnten Sommerurlaub trafen wir unsere neue Mitbewohnerin. Die Entscheidung wurde sehr kurzfristig getroffen, aber man möge uns angesichts Sammys Tod keine Hartherzigkeit vorwerfen, denn unser neuer Liebling kam von einem Bauernhof, auf dem sehr viele kleine Katzen geboren werden, die unmöglich alle ernährt werden können, und so erleiden die, die nicht vermittelt werden können, den Tod des Ertrinkens.
Und das wollten wir nun auf keinen Fall! Die Wahl fiel uns allerdings sehr schwer, da alle fünf Kleinen wahnsinnig süß waren. Am Ende entschieden wir uns dann für die zierlichste, ein schwarz weißes Katzenmädchen.
Da sie von einer bayrischen Alm kam und uns zudem während dieses Urlaubs Romy Schneider in ihrer erfolgreichsten Filmreihe erfreute, bekam die Katze den Namen Sissi.
Die sieben Stunden Fahrt bis nach Hause waren sehr heiß und stressig, und Sissi wollte einfach nichts trinken. Auf einem Rastplatz entwischte sie uns dann und verkroch sich unter einem Altpapiercontainer, konnte aber von meiner Mutter erfolgreich eingefangen werden.
Sissi wurde sehr schnell zutraulich, und aus dem kleinen Fräulein wurde recht schnell eine ausgewachsene, recht stämmige Katzendame, die bereits mit 9 Monaten qualvoll rollig wurde und daher schnell kastriert wurde.
Drei Monate nach Sissi, im Herbst 1996, kam BELLA zu uns, auf die ich gleich noch weiter eingehen werde. Sissi hasste Bella zu Beginn bis aufs Blut und schlug sie, wo sie nur konnte, jedoch waren sie nach wenigen Tagen plötzlich die dicksten Freunde.
Als Bella dann anderthalb Jahre später spurlos verschwand, wartete Sissi eine Woche lang den ganzen Tag auf dem Balkon, dass ihre kleine Freundin zurückkommen möge. Als sie dies nicht tat, machte sich Sissi auf den Weg, Bella zu suchen. Bella kam wieder, Sissi jedoch nicht, und als wir drei Wochen nach ihrem Verschwinden aus eine Wochenende in Ostfriesland nach Hause kamen, war auf dem Abrufbeantworter die Nachricht einer Nachbarin, dass Sissi überfahren worden war. Nach drei Wochen langer Abwesenheit wurde sie überfahren, direkt vor unserer Haustür, und die Person hat sich noch nicht einmal die Mühe gemacht, ihren Körper an die Seite zu legen, sondern ließ sie mitten auf der Straße liegen. Unsere Nachbarin trug Sissis Leiche in den nahegelegenen Park, und meine Mutter ging hin, um sich zu vergewissern, dass es wirklich Sissi war. Sie war es, und so, wie sie zugerichtet war, hatte sie wenigstens nicht mehr lange leiden müssen. Ich war sehr traurig über dieses tragische Ende, war auf der anderen Seite aber froh, Gewissheit zu haben. Sissi war zwar tot, aber wenigstens saß sie nicht in einem Versuchslabor oder so und musste leiden.
#7 - BELLA
Die braune Tigerin wurde, wie bereits gesagt, im Herbst 1996 Mitglied in unserer Familie.
Ihre Mutter hatte sie und ihre 4 Geschwister im Hühnerstall eines Bauernhofes bekommen und nach drei Wochen im Stich gelassen, so dass sich die Bauern der fünf Kleine annahmen.
Als wir dort ankamen, waren die Kleinen gerade erst sechs Wochen alt und lagen alle nebeneinander und zusammengerollt auf dem Heizkörper. Optisch konnte man keinen Unterschied ausmachen. Wer von den Süßen sollte denn nun Sissis neuer Spielkamerad werden??? Während wir uns mit der Bäuerin unterhielten, hopsten ein Mädchen von der Heizung, kam neugierig schnüffelnd an und kletterte gleich in die Handtasche meiner Mutter. Da wussten wir, dass sie Richtige ist!
Zuerst wollten wir sie Babsy nennen, aber da Katzen bei ihren Namen besonders den letzten Laut wahrnehmen, war das sehr ungünstig, da Sissi und Babsy bei auf einem i endeten. Nach einigem Grübeln wurde aus Babsy dann Bella, die Schöne, was gut passte, denn sie hatte ein wunderhübsches Gesicht, türkis-grüne Augen, die an Lagunen erinnerten und deren Farbe sich je nach Laune leicht änderte und ein seidig weiches Fell.
Obwohl Sissi ihr alles andere als freundlich gegenübertrat, blieb Bella standhaft und kam immer wieder an, egal wie viel Prügel sie auch bezog. Das schein Sissi imponiert zu haben, denn schon bald teilten sie Bett, Kratzbaum, Menschen und alles andere.
Sissi ist die einzige Katze, die Bella als Mitbewohnerin akzeptiert hat, alle anderen werden bis heute wenn überhaupt geduldet und haben kein leichtes Leben.
Irgendwann verschwand Bella und tauchte erst nach über zwei Wochen plötzlich jaulend auf dem Dach des Nachbarhauses auf. Versucht mal, um 22 Uhr euren Nachbarn klarzumachen, dass ihr dringend auf den Dachboden müsst! Völlig ausgehungert konnte sie dann aber doch gerettet werden. Ich war sehr glücklich, auch wenn das die Wunde, die Sissis verschwinden und der bald darauffolgende Tod hinterlassen hatte, nicht ganz heilen konnte.
Während Sissi bereits mit 9 Monaten zeugungsfähig war, brauchte Bella dafür bis Dezember 1998. Dass sie rollig war, bemerkten wir auch nur, weil ihr Lover bei uns ein und aus ging, fraß und schlief. Er war ein Koloss von einem Kater, nicht fett, aber kräftig, und ungefähr dreimal so groß wie die damals so zierliche Bella. Er war schwarz und voller Zecken, also ein Streuner, und vielleicht war es sogar unser Tommy.... Jedenfalls trieben es die beiden auf der Balkonbrüstung (die gerade in diesem Moment von einem Sonnenstrahl beleuchtet wurde, so dass sämtliche Nachbarn daran teilhaben konnten), auf dem Hof und in der Küche, was für ein besonderes Aroma in der Wohnung sorgte. Bella passte das gar nicht, ist es doch für die Dame mehr als qualvoll, befruchtet zu werden, und dieser dumme Kerl schoss auch noch dauern daneben!
Ich freute mich, dass es bald Babys geben würde, machte mir aber Sorgen um mein jährliches Weihnachtsbacken mit meinen Freundinnen, welches in wenigen Tagen stattfinden sollte. Doch Bella hatte genug, und einen Tag vor dem Backen rollte sie sich unter dem Kater auf den Rücken und trat ihm mit voller Wucht in der Unterleib. Als dies ein zweites Mal geschah, sah der Kater ein, dass sie keine Lust mehr hatte und ging.
10 Wochen danach, es war gerade Donnerstag, kamen wir nach Hause und Bella war verschwunden. Es war der 5. Februar 1997, draußen war es nass und kalt, und Bellas Niederkunft stand unmittelbar bevor. Hatte diese Katze ihr Baby etwa draußen in der Kälte gekriegt??? Plötzlich kam Bella ins Wohnzimmer, mit einem schlaffen Bauch und Blut am Geschlecht. Die Geburt war also vorbei. Aber wo war das Baby??? Ich schnappte mir eine Taschenlampe und ging, gefolgt von Bella, auf den Hof, fand aber nichts.
Durchgefroren ging ich wieder rein und setzte mich auf mein Bett, um Kommissar Rex zu kucken, als Bella durch eine Lücke in meinem Bettkasten verschwand. PLING, da fiel der Groschen und ich hob das Bett hoch, und tatsächlich, dort lag, auf einer blutigen Wolldecke, ein trockenes und sauberes, blindes Katzenbaby, dass seiner Mutter zum Verwechseln ähnlich sah, nur war sein Fell nicht braun sondern eher graubraun. Ich rief nach meiner Mutter und versuchte vorsichtig, dass Baby hochzunehmen. Und da Bella schnurrte, sah ich mein Vorhaben als genehmigt an und knuddelte das kleine Wollknäuel erst mal, welches sich als Mädchen herausstellte. Als Sailor Moon Fan war sofort klar, wie sie heißen sollte, und so bekam sie den Namen Luna.
Bella vertraute uns sehr und ließ ihr Baby auch mal allein, da sie wusste, dass sie bei uns nichts zu befürchten hatte. Zwischendurch schaute auch der Kater mal wieder vorbei, beschnüffelte sein Kind und wartete darauf, dass er bei Bella wieder zu Zug kommen würde. Als er feststelle, dass sie kastriert wurde, verschwand er.
Bella entwickelte jedoch eine Abneigung gegen Luna, als diese älter wurde und schien sichtlich verärgert darüber, dass wir beschlossen hatten, dieses Baby zu behalten.
Bella haben wir noch heute, und sie ist ein richtiges Mistvieh. Sie verprügelt die Nachbarskatzen und frisst ihnen das Futter weg, sie benutzt lieber Sandkästen und Blumenbeete als das Katzenklo, will immer nur das teuerste Futter und alle Aufmerksamkeit für sich. Trotz allem ist sie sehr schmusig, und wenn sie maunzt, dann springen wir gleich, weil wir froh sind, dass sie da sind, und besonders ich sie mehr liebe als fast alles andere. Sie ist mein Baby, meine Puhmel-Katze, und sie ist mir so was von ähnlich, dass es richtig gruselig ist. Sie ist jetzt fast 6,5 Jahre bei uns und wir es auch hoffentlich noch lange bleiben.
Mäuse hat sie übrigens nie gefangen, die können vor ihr rumlaufen und es interessiert sie nicht, nur aus erzieherischen Gründen hat sie während Lunas Kindheit eine Maus gefangen, um diese mit den Nagern vertraut zu machen.
#8 - LUNA
Auch wenn sie ihrer Mutter äußerlich sehr ähnlich war, hatte Luna sonst so gar nichts mit ihr gemeinsam. Ein schönes, weiches und dichtes Fell hatte sie, ja, aber sonst? Ihre Augen waren bernsteinfarben statt grün, sie war eher ängstlich als frech, ihr Körper eher moppelig als zierlich und auch sonst war sie sehr merkwürdig und, um es zuzugeben, wenig intelligent, weswegen sie bald nur noch Blödi genannt wurde.
Dass sie größer und kräftiger war, besonders im Verhältnis zu gleichaltrigen, war aber auch kein Wunder, schließlich hatte sie sowohl Mamas Milch als auch ihre Aufmerksamkeit für sich allein, war also sozusagen ein verwöhntes Einzelkind.
Sie lebte sehr zurückgezogen und ging wenig raus, aber in dem verflixten Alter von anderthalb Jahren verschwand auch sie und kam nie wieder. Ich hab sie nie so gemocht wie manch andere Katze.
#9 - LINUS
Nach Lunas Verschwinden lachte sich meine Mutter bei Bekannten mal wieder einen schwarzen Kater an. Er hatte riesige Kulleraugen, war zutraulich und verschmust und einfach nur süß, so dass auch ich ihn sofort in mein Herz schloss. Daher bekam er den Namen Linus, wie der mit der Schmusedecke von den Peanuts.
Bella war so gar nicht mit dem Neuen einverstanden, erst recht nicht, weil er ein Kater war, aber lange hatten wir leider nichts von ihm, denn auch er verschwand nach knapp einem Jahr spurlos.
10# - KITTY
Im Oktober 2000 war ich mit meiner Tante in Belgien, und als ich wieder kam, hockte auf dem Sofa, eine kleine, zusammengerollte Katze. Diese war vierfarbig und sah aus, als wäre sie in einen Malkasten gefallen. Meine Mutter stellte sie mir als Kitty (wie kreativ...) vor, welche eine Streunerin aus Breckerfeld war und zu uns gekommen ist, um sich von ihrem Katzenschnupfen auszukurieren. Bella war wie immer sehe böse und schmollte, daher bekam sie von mir in der kommenden Zeit besonders viel Aufmerksamkeit.
Leider war Kitty es als Streuner gewöhnt, da hinzumachen, wo sie gerade ging und stand, und so war es auch bei uns – Sofa, Badematte oder Kleiderschrank, und sogar die Bettdecke meiner Mutter (während diese darunter lag und schlief, wohlgemerkt), nicht war vor ihr sicher. Meine Mutter ist eins ehr jähzorniger Mensch, und manchmal hatte ich echt Angst, sie würde Kitty umbringen, was die Situation nicht besser machte.
Zudem war sie (jetzt erst recht) sehr scheu und zurückhaltend. War also nichts mit Vierfarbige bringen Glück und so...
Im Sommer 2001 wurde Kitty klammheimlich trächtig, so dass wir es erst merkten, als ihr Bauch anfing zu wachsen. Während der Tragezeit war sie erstaunlich sauber.
Als Nest entschied sie sich für ein Schrankfach, welches so von Sesseln verdeckt war, dass sie gerade hindurch schlüpfen konnte. Als die Wehen einsetzten, wollte meine Mutter gerade in den Sommerurlaub starten (ich blieb freiwillig zurück), wartete aber ab, bis das erste Baby, ein orange getigerter Junge, da war. Dieser lag leider falsch herum und bereitete Kitty starke Schmerzen. Dann musste meine Mutter aber wirklich los, und machte mich auf in mein Zimmer, um allen möglichen Leuten per Mail die frohe Botschaft mitzuteilen. Dazu kam ich aber vorerst nicht, da Kitty so lange schrie, bis ich mich wieder zu ihr setzte, und erst dann fuhr sie mit der Geburt fort. Es folgten ein schwarzes Mädchen und ein weiteres, vierfarbiges Mädchen, welche leider alle das Zuhause wechselten.
Nachdem ihre Kinder das Haus verlassen hatten, vergaß Kitty alle Vorsätze in punkto Stubenrein, und wenige Wochen später verschwand sie.
#11 – SHEILA
Da meine Mutter es noch nie mit Vorsätzen hatte, hielt sie auch den zum Thema „Jetzt aber keine neue Katze mehr!“ nicht, denn bereits im darauffolgenden Herbst (November 2001) bekamen wir neuen Zuwachs. Es war erneut eine Katze aus Breckerfeld, doch diese war wieder schwarz und wurde wirklich gerettet, denn zwei ihrer Geschwister waren bereits jämmerlich erfroren. Bellas Reaktion muss ich wohl nicht mehr erläutern.
Sheila war zwar stubenrein, jedoch hing noch überall, wenn auch für Menschennasen unbemerkt, Kittys Duft, und so dachte sich Sheila, wo andere können, kann ich auch, und das tat sie dann auch. Das führte dazu, dass sie viel Zeit alleine im Badezimmer verbrachte und ihr nur Küche, Flur und Bad (und halt draußen) zugänglich waren. Zudem litt sie eine Zeit lang an starkem Durchfall (diese Haufen hätten auch von einem mittelgroßem Hund stammen können!), welches es ihr irgendwie unangenehm machte, das Katzeklo zu benutzen. Mittlerweile ist dieses Problem jedoch behoben.
Sheila war sehr scheu, noch scheuer als Kitty, und sollte eigentlich nur als Wintergast bei uns bleiben, jedoch wurde auch daraus nichts und sie ist bis heute noch bei uns.
Im Sommer 2002 wurde auch Sheila trächtig (siehe mein Bericht dazu :-), jedoch blieb auch von ihren Kindern keines bei uns.
Sheila war immer sehr zierlich, ist jedoch nach der Kastration aufgegangen wie ein Hefekuchen und ist jetzt eher moppelig, hat dafür aber das schönste Fell, das ich jemals an einer Nicht-Rassekatze gesehen habe. Sie ist immer noch scheuer als Bella, aber doch schon recht zutraulich und sehr schmusig. Zudem kann sie nicht alleine sein und sucht sogar Bellas Nähe, wenn von uns keiner da ist. Am Anfang konnte ich sie nicht leiden, weil ich dauern ihre Scheiße wegmachen musste, aber mittlerweile gehört sie einfach dazu und ich würd sie auch nicht mehr hergeben wollen.
FAZIT
Unsere Katzen waren alle ganz normale 08/15 Katzen, also europäische Kurzhaar, aber das machte sie nicht weniger besonders oder wertvoll, und dazu waren sie noch resistenter gegen Krankheiten und einfach unempfindlicher als so manche Perser, Kartäuser & Co.
Warum lasst ihr die Katzen denn raus, wenn so vielen was passiert ist, fragen viele. Nun, klar verliere ich keine meiner Katzen gerne, aber es sind nun einmal Wildtiere, und nie würde ich sie in einer Welt einsperren, in die sie nicht hineingehören. Zumal die meisten von Anfang an Freigänger waren. Ein Risiko ist immer da, aber Kinder sperrt man schließlich auch nicht für immer ein, oder?
Katzen haben ihren eigenen Kopf, sind egoistisch und störrisch und manchmal sogar richtig fies und hinterhältig, aber das mag ich an ihnen. Sie lassen sich nicht alles gefallen, sagen nein, wenn sie nein meinen und wissen, was sie wollen. Das finde ich sehr beeindruckend, dieses Selbstbewusstsein ist beneidenswert,.
Auch wenn ich manche Katzen mehr und manche weniger gern hatte, waren es doch alle meine Katzen, die ich geliebt habe, und jede einzelne wird immer einen besonderen Platz in meinem Herzen und meinem Gedächtnis haben.
Bella ist jedoch die Katze, die ich neben Leila am meisten geliebt habe und noch heute liebe, und auch wenn die 7 meine Pechzahl ist, glaube ich, in ihr eine Glückskatze gefunden zu haben. Sie ist nicht mein Haustier, sondern ein gleichwertiges Mitglied unserer Familie, meine Verbündete und Freundin. Ich hab dich lieb, Süße!
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