Katzen Allgemein Testbericht
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Erfahrungsbericht von LeaofRafiki
Alles für die Katz
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Meinen einhundertsten Bericht bei Ciao widmete ich natürlich, alles andere wäre unverschämt, meinen vierpfötigen, krallenbewehrten Hausherrschern: den Katten, denn seit mehr als dreissig Jahren teile ich im wahrsten Sinne des Wortes Tisch und Bett mit ihnen. Also macht Euch auf einen langen Bericht gefaßt!
Alles begann im Sommer 1970, als ich mir endlich einen Hund aus dem Tierheim holen durfte. Joschka, so hieß der Schäferhundmischling, war ein ehemaliger Kettenhund, der mich alsbald so sehr in sein Herz geschlossen hatte, daß er mich gegen meinen Vater, als er mich morgens wecken wollte, wütend verteidigte. Daraufhin mußte ich unter Tränen die Hund wieder abgeben, bekam allerdings das Versprechen, einen Schäferhundwelpen aufziehen zu dürfen. Leider wurde da nix draus, da just zu dem Zeitpunkt, wo ich auf den von mir ausgesuchten Welpen wartete, meine Mutter einen notleidenden Airedaleterrier ins Haus holte und ich im Gegenzug, wutschnaubend ob dieses gebrochenen Versprechens aus Trotz ein kleines schwarzes Kätzchen anschleppte. Es dauerte nur wenige Wochen, da bekam Moni, so hieß das kleine schwarze Katzenmädel, eine Gefährtin. Pucky war getigert mit weißen Strümpfen, Kind der Katze einer Klassenkameradin, das dringend ein neues Zuhause suchte. Im Laufe des Sommers siedelte Pucky zu meinem damaligen Freund um, wo sie eine große Familie gründete steinalt wurde.
Vier Jahre später wurde meine Mutter schwerkrank und verriet mir, als ich sie im Krankenhaus besuchte, daß sie im Schaufenster der Zoohandlung in unserem Stadtteil ein dreifarbiges Glückskätzchen gesehen hätte, das müßte ich mir unbedingt anschauen.
Da man Sterbenden niemals ihren letzten Wunsch abschlagen sollte, ging ich also mit Berry dorthin, wo er aufgeregt an der Scheibe eben dieses Ladens hochsprang, seine Nase platttdrückte und einen Riesenzinnober veranstaltete. Hinter der Scheibe saß ein kleines Häufchen Elend mit Knopfaugen, das aussah, als wäre es durch einen Misthaufen gelaufen und fauchte, was das Zeug hielt. Ob\'s nu Dummheit oder geheime Vorahnung war? Jedenfalls nahm ich Berry mit in die Zoohandlung hinein, er stürzte gleich hin zu dem Fellknäuel hin und, statt es totzubeißen und zu fressen, schleckte er das nun nicht mehr fauchende sondern schnurrende Etwas von oben bis unten ab. Die Entscheidung war gefallen, statt mit Hundeknochen kam ich mit einer Katze heim. Meine Eltern waren hellauf begeistert ;-), aber ich wusch meine Hände in Unschuld, schließlich hatte ja Berry, der Airedaleterrier das Kätzchen ausgesucht.
Mein Vater, überfordert von Arbeit, frauenlosem Haushalt und einer renitenten Tochter, die die Wohnung in einen Zoo zu verwandeln drohte, stellte mich vor die Alternative: entweder die Katze geht oder ich! Ich fackelte nicht lange, immerhin war meine Mutter auf dem Weg zur Genesung (nichts wird so heiß gegessen, wie\'s gekocht wird), schnappte mir Tine, so hatte ich die kleine bunte Maus getauft, meinen Schlafsack und meine Autoschlüssel und siedelte in meine erste eigene Wohnung über. Berry und Moni blieben in der Obhut meines Vaters... Tage später tat es ihm leid, aber da war es zu spät. Tine und ich hatten uns bereits häuslich eingerichtet und so half er mir, meinen restlichen Kram in die Wohnung zubringen, der da aus einer Matratze, einem Plattenspieler und meinen Kameras bestand.
Bevor ich allerdings diese meine erste Wohnung in ein gemütliches Heim verwandeln konnte, zog ich bereits wieder um und Happy, ebenfalls eine Glückskatze zu uns. Ich hatte sie aus einer Mülltonne gezogen, saß mit ihr auf dem Schoß in meiner Ente und sie machte mir laut schnurrend klar, daß sie nicht im Traum daran dächte, sich dort wieder fortzubewegen, um weiterhin das Leben einer Straßenkatze zu fristen. Im darauffolgenden kam noch \"Katerchen\" dazu, der eigentlich meinem damaligen Freund gehörte, nachdem wir ihn im Dezember bei Eis und Schnee in einem Türeingang frierend und halbverhungert aufgelesen hatten. Doch leider stellte er sehr schnell fest, daß eine Katze auch Arbeit macht und wurde des Katerchens schnell überdrüssig. Und bevor er ihn durch\'s Dachfenster in den Winter hinausjagte, band er ihm ein Schleifchen um und \"schenkte\" ihn mir Silvester nachträglich zu Weihnachten...
LEKTION NO 1. FÜR EINEN ZUKÜNFTIGEN KATZENSKLAVEN: NICHT DER MENSCH SUCHT SICH DIE KATZE AUS, SONDERN DIE KATZE DEN MENSCHEN!!!
Meistens jedenfalls... Erst viele Jahre und viele Katzen später sollte ich die Erfahrung machen dürfen, mir selbst eine Katze auszusuchen - zumindest glaubte ich es. Aber in Wahrheit ist es selbst in der guten Stube eines Züchters, wo einem voller Stolz der Nachwuchs der Edlen von und zu präsentiert wird, immer noch so, daß entweder die Katzenmama oder das Kitten entscheidet. Sehr genau konnte ich das vor zwei Jahren aus der Perspektive der Abgebenden beobachten: Als es darum ging, Leas Töchter zu vermitteln, kamen ab und an Menschen vorbei, die sich tatsächlich für ein blaues Somalitkitten interessierten. Ein Pärchen, daß mir sehr sympathisch erschien, wurde allerdings kategorisch abgelehnt. Fine, um die es ging, schnupperte einmal in Richtung dieser Zweibeiner, drehte sich um und sprang flugs auf einen Stuhl. Lea, ganz wachsame Mama, ging ebenfalls hin, schnupperte ebenfalls, drehte sich ebenfalls um, sprang auf denselben Stuhl und legte sich schützend so auf Fine, daß nichts mehr von ihr zu sehen war. Erst als das Pärchen unverrichteter Dinge wieder abzog, verließ sie ihren Posten, auf daß Fine wieder richtig Luft holen konnte.
WAS BRAUCHT DIE KATZ ZUM GLÜCKLICHSEIN?
Also zuerst einmal ihren Menschen, dann ihren Menschen, dann das Fressen, ein sauberes Klo - dann einen Gefährten, zu guter letzt einen Kratzbaum und eine Höhle zum Verstecken ;-)
Ernsthaft, als ich damals mit Tine unter dem einen, meinem Schlafsack unter dem andern Arm unser erstes Domizil bezog, hatten wir nahezu nichts von alledem, was eine Katze angeblich braucht... Ihr Futter bekam sie auf einem angeschlagenen Unterteller, ihr Wasser aus einer kleinen Schüssel, nur ein ordentliches Katzenklo hatte ich von Anfang an. Nachts krabbelte sie zum Schlafen zu mir in den Schlafsack, so daß ich kaum ein Auge zutat aus Angst, sie im Schlaf zu erdrücken. Wenige Jahre später verkroch sie sich sterbenskrank bei mir im Wäscheschrank, kuschelte sich in meine Pullover und hinterließ mir wenigstens das Andenken an ihre Haare. Seitdem gehört eine Flusenbürste zu meiner Grundausstattung.
WAS FÜR EINEN MENSCHEN BRAUCHT DIE KATZ?
...einen, der ohne die Miene zu verziehen, die Katzenhaare mit auf\'s Butterbrot streicht
...einen, der ohne gleich hinterherzukotzen, ausgespuckte Fellknoten vom Teppich klaubt
...einen, der klaglos Streu und Futter in ausreichender Menge bis ins Dachgeschoß schleppt
...einen, der bereitwillig den neuen Kleiderschrank zum Kratzbaum erklärt und etwaigen Besuchern die Krallenspuren als echt alte Wurmlöcher verkauft
...einen, der am Ende des Monats immer noch ein ganzes Regal voller Katzenfutter, aber nichts mehr im eigenen Kühlschrank hat
...einen, der seinen vor Monaten vereinbarten Zahnarzttermin sausen läßt, weil die Katze kränkelt und er lieber mit ihr vier Stunden im Wartezimmer zwischen kläffenden Hunden sitzt
...einen, der sich freiwillig für die nächsten bis zu zwanzig Jahre zum Sklaven seiner Samtpfote macht
...einen, der ohne zu murren Urlaub in Balkonien macht, weil der lang gesuchte Catsitter plötzlich ausgefallen ist
...einen, der seinem rotzfrechen Kind sagt: \"Selber schuld!\", wenn die Katz sich gegen Übergriffe zu wehren wußte
...einen, der morgens die Maus auf dem Fußabtreter als Liebesbeweis anerkennt und dann in einem unbeobachteten Moment in der Biotonne verschwinden läßt
...einen, der die Telefonnummer des notdiensthabenden Tierarztes auswendig kann, nicht aber seine eigene
...einen, der akzeptiert, daß er mit seiner Katze bestenfalls Kompromisse schließen kann, sie aber nie wird erziehen oder beherrschen können
...einen, nicht alle Naselang sein Leben, seine Wohnung und seinen Freundeskreis verändert, da Katzen höchst traditionsbewußt, um nicht zu sagen starrsinnig und konservativ sind
...einen, der die neue Wohnung danach aussucht, ob sie den Bedürfnissen seiner Katze gerecht wird
...einen, der seinem Lebensabschnittsgefährten den Laufpaß gibt, wenn er (oder sie) sich als Katzenhasser entpuppt
...einen, der sich bemüht, kätzisch zu lernen, auch wenn er immer nur radebrechen wird
...einen, für den ein Blick in die Augen seiner Katze reicht, um alle Unbill der Welt zu vergessen
...einen, der bereit ist, seine Katze bis zum letzten Atemzug zu begleiten
Wer jetzt immer noch der Ansicht ist, er müsse sein Leben unbedingt mit (mindestens) einer Katze teilen, darf ruhig weiterlesen. Alle anderen bitte ich, sich sofort weltbewegenderen Themen zuzuwenden.
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DIE KATZE KOMMT INS HAUS
Egal, ob es sich um die erste, die Zweit- oder Drittkatze handelt, das wichtigste ist Zeit und Ruhe! Ein freies Wochenende sollte es schon sein, besser noch ist eine Woche Urlaub ;-)
Wer sein vorbestelltes Kitten vom Züchter abholen will, tut gut daran, beim letzten vorigen Besuch ein getragenes T-Shirt (je durchsiffter und verschwitzter, desto besser) mitzunehmen und dazulassen, damit der Einzugskandidat schon mal den Hausgeruch an- und aufnehmen kann. Aber auch bei älteren Tieren eignet sich diese Methode hervorragend, um den Umzug in die neue Geräusch- und Geruchswelt zu erleichtern. Für bereits im Haus lebende Katzen hat dies den Vorteil, daß der Neuling nicht ganz so fremd riecht.
Im neuen Heim angekommen, empfiehlt es sich, der Katze erst nach und nach die ganze Wohnung zum Erkunden freizugeben, sonst rutscht man die nächsten Stunden nur auf den Knien rum um unter jeden Schrank, jeden Sessel zu schauen, wo sie sich denn verborgen hat.... Wenn sie nicht gleich aus ihrem Transportkorb herauskommen mag, auch gut. Auch bei ängstlichen Tieren siegt früher oder später die Neugier (oder der Hunger), und sie beginnen die neue Umgebung zu erkunden. Manche forsch mit hochgestelltem Schwanz, manche eher vorsichtig mit platt auf den Boden gedrückten Bauch. A propos Hunger, gaaaaaanz wichtig, speziell bei Kitten: bitte genau das weiterfüttern, was sie in ihrer alten Heimat bekommen haben. Das, was bei einem Umzug an neuen Reizen auf sie einstürzt, reicht schon bei empfindlichen Naturen, um Magen-, Darm- und Immunsystem gründlich durcheinanderzubringen. Das muß man nicht noch durch ungewohnte Kost verstärken ;-) Wenn Futterumstellung, dann immer langsam, erst 1/3 zumischen, dann auf 2/3 neues 1/3 altes Futter erhöhen und schließlich das alte ganz weg lassen.
Ältere, erfahrenere Tiere finden allein den Weg zum Katzenklo, Jungtieren kann man freundlich den Weg zeigen. (Auch hier empfiehlt es sich, die Streu des Vorbesitzers zu verwenden und erst nach und nach umzustellen, wenn man lieber eine andere verwenden möchte.)
Der Prozess des Erkundens kann Stunden, zuweilen auch Tage dauern, wichtig in dieser Phase ist, daß es nicht zu erschreckenden Erlebnissen oder anderen unangenehmen Vorfällen kommt. In dieser Zeit also bitte keine weiteren Katastrophen anlocken!
Irgendwann hat der neue Hausgenosse erstmal genug und wird sich irgendwo zum wohlverdienten Nickerchen, um all die neuen Eindrücke zu verarbeiten, zurückziehen. Wünscht man gewisse Orte in der Wohnung katzenfrei zu halten, sollte man diesem Anliegen von Anfang an Nachdruck verleihen. In der Regel jedoch wird die Katz das womöglich eigens angeschaffte Katzenbettchen verschmähen und sich statt dessen den Lieblingsplatz des Hausherren aussuchen. Sei\'s drum, es war wenigstens den Versuch wert, wenigstens die Illusion eines Hausrechts des Menschen aufrecht zu erhalten ;-)
Langsam beginnt der Alltag einzuziehen...
Ich erwähnte es schon, Katzen sind absolute Gewohnheitstiere! Nichts, abgesehen von Fressen, Schmusen, Spielen oder Schlafen, ist ihnen wichtiger als ein geregelter Tagesablauf. Wer ein unstetes Leben führt, wird entweder sich und die Katze unglücklich machen oder aber von ihr erzogen werden.
Nach und nach entwickeln sich gemeinsame Rhythmen wie auch Eigenheiten und Macken zum Vorschein kommen, die den jeweiligen Wohnungspartner zur Weißglut bringen können. Hier kann ich nur jedem Menschen zu Nachsicht und Toleranz raten, Katzen haben einfach den längeren Atem und die sprichwörtliche Geduld der Katz vorm Mauseloch ;-) Einer meiner Kater zum Beispiel hat sich als Türöffnungskünstler erwiesen, so daß nach und nach sämtliche Türklinken erst hochkant gestellt, dann durch runde Türknäufe ersetzt wurden. Beim Kühlschrank half nur noch eine Diebstahlskette, wollte ich nicht abends, wenn ich nach Hause kam, nur noch die zerknautschten und angeknabberten Reste dem Müll überantworten.
EIN, ZWEI, DREI ganz viele???
Das kommt drauf an... Ich kenne es kaum anders als mit mehreren Katzen, bin daher nicht unparteiisch, und will daher folgendes zu Bedenken geben:
Wenn man alleine lebt und viel außer Haus ist, ist eine zweite Katze ein MUSS. Zwei Katzen beschäftigen sich auch miteinander, sind sich Gegenüber und Spielgefährten (im schlimmsten Fall auch Widersacher), können sich aber selbst in einer kleinen Wohnung immer noch aus dem Weg gehen.
Außerdem, so meine Erfahrung, gibt es Dinge, die KEIN Mensch seiner Katze bieten kann. KEIN Mensch kann so wundervoll über Tisch und Bänke jagen, wie zwei Katzen es miteinander können, kann stundenlang spielen, putzen, antworten, da wir Zweibeiner aufrechten Ganges per definitionem andere Bewegungs- und Verhaltensweisen haben. Kurzum: KEIN Mensch kann eine andere Katze ersetzen!
Es braucht auch niemand Sorge zu haben, daß sich die Katzen dann nur noch miteinander beschäftigen - im Gegenteil, das Begrüßungs- oder Weckgeheul wird zwei- (oder mehrstimmig) ausgeführt und er Chor des \"Wir wollen unser Fressen\"-Miaus bekommt neue Facetten und mensch übt sich im beidhändig Kraulen.
Immer wieder favorisiert wird der zeitgleiche Einzug zweier Katzen, bei Kitten von Wurfgeschwistern, aber auch fremde Kitten gewöhnen sich blitzschnell aneinander. Hier sind in der Regel keine Zusammenführungsprobleme zu erwarten.
Anders sieht es aus, wenn einer Alteingesessenen Samtpfote ein Neuzugang vor die Nase gesetzt wird. Hier kann es schon zu Hauen und Fauchen kommen. Ist der Altersunterschied nicht ganz so groß, gibt\'s auch hierbei nicht allzuviel Probleme, vorausgesetzt, man beherzigt folgendes:
weibliche Tiere sind meist Revierverteidigerinnen, wohingegen Kater Rangverteidiger sind. Das bedeutet, einer älteren Katze einen jungen Spund ins Revier zu setzen, löst, so es sich nicht grad um ein ausgesprochen mütterliches Seelchen und ein braves Kitten hat, ersteinmal Revierkämpfe aus. Hier kann mensch gegensteuern, indem dem Neuankömmling von Anfang an Reviergrenzen gesetzt werden á la: dieser Platz ist besetzt! Je nach Charakter und Naturell werden die beiden im Laufe der nächsten Wochen die Wohnung in zwei neue Reviere aufteilen.
Einem Platzhirsch ein dominantes Katerchen auf den Hals zu hetzen, grenzt an Dummheit... Hier sind Katerkämpfe bis hin zu durch die Luft wirbelnden Fellknäulen, die flusen oder im schlimmsten Fall anrüchigen Urinmarken möglich. Oft aber ist irgendwann eine neue Rangfolge hergestellt, die zuweilen anders aussehen mag, als mensch sich das vorgestellt (oder gewünscht) hat. Oberste Regel für den Dosenöffner: so wenig wie möglich eingreifen und NIE Partei gegen den Alteingesessenen ergreifen! Habt immer im Hinterkopf, daß der Neuankömmling ein Eindringling ist, den ihr als die Oberkatze Mensch dem Altgedienten vor die Nase gesetzt habt...
Klar gibt es auch Fälle, wo man eingreifen muß, so habe ich vor Jahren, als Lea und Jojo ins Haus kamen und von Frieda angegriffen wurden, einen wochenlange Zusammenführung praktiziert: die Kitten kamen ins Badezimmer, in dessen Holztür ein Fenster gesägt worden und mit Maschendraht gesichert war. So konnten sie Sicht- und Geruchskontakt aufnehmen, ohne gleich gekratzt und gebissen zu werden. Nach und nach hab ich dann die den Kitten freundliche gesonnenen mit ins Badezimmer gelassen, bis sie genug \"Verbündete\" hatten, um sich der rauhen Wirklichkeit der ganzen Wohnung zu stellen. Heut sind die zwei die dominantesten hier...
ERSTAUSSTATTUG FÜR DIE KATZ:
Man nehme...
Eine Katze, klar, dazu
zwei Futternäpfe, einen für Trockenfutter, einen für Nassfutter
einen großen, schweren Wassernapf, den sie nicht so leicht umschütten oder durch die Gegend schieben kann, dann tritt man auch nicht so oft in Pfützen hinein
ein Katzenklo, wahlweise mit oder ohne Haube (ausprobieren, was sie lieber mag ;-) )
Streulöffel zum Saubermachen desselben
Katzenstreu, hier empfehle ich Klumpstreu, die leichter zu säubern und somit sparsamer ist
ein Transportkorb (braucht man schon beim Abholen, spätestens aber beim ersten Tierarztbesuch)
einen guten, vertrauenserweckenden Tierarzt, der was von Katzen versteht
IM LAUFE DER ZEIT KOMMT HINZU
der Impfpaß
diverses Spielzeug
eine Katzendecke (damit schützt man den von ihr eroberten Lieblingsplatz vor allzuviel Haaren, außerdem wandert sich als vertrauenserweckende Maßnahme in den Transportkorb wenn nötig)
etwas zum Krallen schärfen (Kratzbaum, Kratzbrett, eine an die Wand genagelte Sisalfußmatte etc.)
etwas zum Verstecken und sich Zurückziehen (ein Weidenkorb, eine Katzenhöhle, ein Kuschelbett oder einfach ein Karton mit Frauchens Pullover)
Kamm und Bürste (bei Langhaarkatzen unabdingbar, bei Kurzhaarkatzen wenn\'s beliebt)
mindestens eine Kleiderbürste *ggg*
ein spezieller Vorsatz für den Staubsauger
im Medizinschrank ein Extrafach für Antiflohmittel, Entwurmungsmittel und anderen sich im Lauf der Zeit ansammelnden Medikamenten
eine katzengerechte neue Wohnung mit glatten Böden, Balkon oder Garten ;-)
KÄTZISCHE ENTWICKLUNG
Anders als beim Hund wird das Alter einer Katze ungefähr so verglichen:
Das erste Katzenjahr entspricht 16 Menschenjahren. Hier ist also gebündelt in einem Jahr das Säuglings-, Kleinkind- Flegelalterstadium, wie jeder, der schon einmal Jungtiere gehabt hat, bestätigen kann...
Das zweite Katzenjahr geht bis 24 Menschenjahre. Dies ist die Zeit, wo sich die Katze vom \"nur Flausen im Kopf\" bis hin zum jungen Erwachsenen entwickelt.
Das dritte Katzenjahr umfaßt nur die nächsten 4 Menschenjahre, also bis \"28\", das vierte Katzenjahr weitere 4 Menschenjahre bis 32.
Im achten Jahr wäre die Katz als Mensch 48 Jahre alt, im zwölften Jahr reif für die Pensionierung mit 64 Jahren, mit 15 Jahren wäre sie als Mensch schon 76 Jahre alt und mit 20 Katzenjahren könnte sie als Mensch ihren 96igsten Geburtstag feiern.
Andere Sichtweisen, vor allem die der Futtermittelhersteller, sprechen bereits bei einer 7-jährigen Katze von einer Seniorin. Tatsache ist, daß eine Katze ab dem 4. Lebensjahr merklich ruhiger wird und spätestens hier sämtliche Macken ausgeprägt und Altersstarrheiten angelegt sind ;-)
An dieser Stelle ein Plädoyer für alte Katzen:
Geht in die Tierheime, schaut auf die entsprechenden Seiten im Internet und bietet auch ruhig einer alten Samtpfote ein neues Zuhause! Ihr werdet zwar nicht zusammenwachsen wie mit einem Jungtier, aber es kann sich eine wunderbare Freundschaft entwickeln, die von gegenseitiger Achtung geprägt ist. Gerade ältere Tiere, die sonst niemand mehr haben will, werden sehr aufmerksame Hausgenossen!
Wer hingegen das Abenteuer bestehen möchte, ein Katzenkind groß zu ziehen, sollte darauf achten, daß es alt genug ist, die Reise weg von Muttern und Geschwistern in ein neues Zuhause anzutreten. Alt genug heißt mindestens 10 Wochen, besser noch zwölf Wochen alt! Nicht umsonst dürfen Züchter ihre Kitten frühestens mit zwölf Wochen abgeben. Das hat folgenden (Hinter)Grund:
Der erste Monat ist für die rein körperliche Entwicklung. In dieser Zeit entwickelt sich der Welpe rasant. Er wird blind und taub geboren, hat zur Orientierung nur den Geruchs- und Tastsinn zur Verfügung (deswegen schnurren Katzenmütter auch wie wild). In den ersten Tagen entwickelt sich das Gehör, nach 8-10 Tagen öffnen sich die Augen, aber bis das Kleine etwas erkennen kann, vergeht noch ein Weilchen. Richtig, d.h. (jagdtauglich) scharf sehen können Jungkatzen erst mit drei bis vier Monaten, ungefähr zum Zeitpunkt des Zahnwechsels.
Der zweite Monat ist für die motorische Entwicklung, hier ist das Spiel mit Mutter und Geschwistern immens wichtig. Es wird trainiert, was das Zeug hält. All die für uns so lustig aussehenden Spiele unter den Geschwistern sind im Grunde genommen harte Trainingsarbeit für das spätere Überleben, denn es weiß ja nicht, daß es später einen fürsorglichen Dosenöffner für sich haben wird.
Der dritte Monat ist für das Sozialverhalten. In diesen wichtigen Wochen lernt das Kitten alles, was es für einen späteren erfolgreichen Umgang mit anderen Wesen, auch Katzen, braucht. Es ist zwar genetisch mit einer ganzen Menge Instinkte und Verhaltensweisen ausgestattet, diese aber richtig einsetzen zu können, muß im Kontakt mit Artgenossen gelernt werden! Hier setzt auch die eigentliche Erziehung der Mutterkatze zu einem später \"gut erzogenen Hausgenossen\" an.
Kleiner Exkurs: Normalerweise trennt sich die Mutter von ihren Kindern, wenn diese auch ohne sie überlebensfähig sind, das heißt, wenn sie ungefähr drei bis vier Monate alt sind. Die erste Zeit ohne die Mama, die sie mit angeschleppter Nahrung versorgt, ist noch einmal eine sehr gefährliche für Jungkatzen, fällt sie doch zusammen mit der Zeit des Zahnwechsels. Und wer schon mal versucht hat, mit einem lockeren Zahn feste zuzubeißen, weiß, wie schwierig und u.U. schmerzhaft das ist. Leider brauchen Katzen aber, um den Tötungsbiß z.B. an einer Maus richtig ausführen zu können, festsitzende Reißzähne, abgesehen davon, daß dieser Tötungsbiß NICHT angeboren, sondern erlernt ist ;-) Exkurs Ende.
Es gibt leider nach wie vor die verbreite Unsitte, Kätzchen schon mit sechs Wochen, in schlimmen Fällen sogar noch früher von der Mutter zu trennen. (Hab ich doch vor wenigen Wochen auf dem Parkplatz eines Supermarktes einen Mann gesehen, der noch blauäugige Welpen verschenkte *grrrrrrrr*) Aber selbst wenn Euch die kätzische Sozialisation nicht so am Herzen liegt, gibt es zwei weitere Gründe, die Kleinen so lange wie möglich beider Mutter zu lassen: Ernährung und Immunsystem. Mit fünf Wochen können Katzenkinder zwar schon alleine fressen, brauchen aber immer noch die Muttermilch als zusätzliche Energiequelle. Diese Phase, in der sie weniger gesäugt werden und beginnen selbständig zu fressen, ist die gefährlichste in ihrem jungen Leben überhaupt. Mit der Muttermilch bekommen sie von der Mutter Abwehrstoffe, die sie gegen Krankheiten schützen. Dieser Abwehrschutz läßt mit abnehmender Muttermilch nach. Die Kitten sind aber noch zu klein, als daß ihr Organismus eigene Abwehrstoffe hätte bilden können. Von daher appelliere ich eindringlich an Euch: TRENNT KEIN KITTEN OHNE NOT VON DER MUTTER, SOLANGE ES NICHT MINDESTENS ZEHN WOCHEN ALT IST!!!
Ohne Not heißt: solange die Mutter lebt und ihre Kinder versorgen kann, also gesund und unverletzt ist sowie genügend Milch hat, Finger weg! Wenn Euch so ein Winzling angeboten wird, übernehmt lieber die Patenschaft für Mutter und Kind mit dem Versprechen, das Kätzchen zu Euch zu nehmen, sobald es groß genug ist dafür. Besucht Mutter und Kind, so oft ihr wollt (und die Besitzer es zulassen), aber laßt sie beinander!
Eine einzige Ausnahme mag ich gelten lassen - bei Kitten von wild lebenden Müttern muß es manchmal sein, daß sie im Alter von sechs, sieben Wochen von der Mutter getrennt werden, um überhaupt menschenzahm zu werden. Sonst kann es passieren, daß die Mutter ihnen im Sozialisationsmonat alles an menschenscheu vermittelt, was sie in ihrem Leben gelernt hat. Dieses sogenannte \"einwildern\" sollte aber Menschen überlassen werden, die genügend Erfahrung damit haben. Es ist alles andere als ein Zuckerschlecken, was eine Heerschar von ehrenamtlichen TierschützerInnen gewiß bestätigen kann.
KURZER EXKURS in KÄTZISCH:
Manchmal ist es angebracht, von seinem hohen Roß des Menschlichen Ausdrucksvermögens abzusteigen und sich des Kätzischen zu bedienen.
Geht es um Zärtlichkeiten und Liebesbeweise, kann man seiner Katze ruhig auch einmal \"Köpfchen geben\", d.h. ihr mit der eigenen Nase vorsichtig ein paar Mal über die Stirn fahren. Umgekehrt genießt es Nele manchmal, wenn sie mir \"das Köpfchen putzen darf\", d.h. ich halte ihr meinen Kopf hin und sie leckt meine Stirn ab (*ihhhhhwiekitzeltdierauheZunge*)
Das \"Putzen\" kann man imitieren, indem man den Zeigefinger mit Speichel naß macht und damit der Katze über das (Kopf)fell streicht. Meist antwortet sie gleich wie oben bei Nele beschrieben.
Bei Auseinandersetzungen kann man die eigene Samtpfote auch verblüffen, wenn man ihr zeigt, daß man ihre Sprache gelernt hat:
Da wir Menschen nicht Fauchen können, reicht es, nur den Luftzug zu imitieren: also leicht pusten!
Das, was Mutter Katze bei ihren Kindern macht, wenn die was nicht sollen, nämlich ihnen einen \"Katzenkopf\" geben, macht mensch, indem er ihr mit Nachdruck mit einem Finger auf die Stirn tippt.
Will man einer Katze signalisieren, das man ihr freundlich gestimmt ist, bietet sich blinzeln an. Ein ihr offen in die Augen schauen wird eine menschenungeübte Katze IMMER als Bedrohung auffassen, da das Starren unter Katzen eine Aggressionshandlung ist. Von oder bei Menschen aufgezogene Kätzchen wachsen übrigens bilingual auf: sie lernen im Laufe der Zeit, manche schneller als andere, daß z.B. der gerade Blick auf sie bzw. in ihre Augen seitens des Menschen KEINE Bedrohung darstellt, seitens eines kätzischen Gegenübers jedoch höchste Alarmbereitschaft hervorruft.
So.
Bevor dies nun noch in ein halbes Buch ausartet, zum Abschluß nur noch zwei Buchempfehlungen, beide zwar schon etwas älter, aber für den, der sich wirklich über kätzisches Verhalten informieren will, unbedingt zu empfehlen:
als erstes DER Klassiker schlechthin:
Paul Leyhausen: Katzen. Eine Verhaltenskunde. Verlag Paul Parey. (Ursprünglich 1956 !veröffentlicht), 1982 neu herausgegeben.
Paul Leyhausen: Katzenseele. Wesen und Sozialverhalten. Kosmos Verlag 1996
Die laienhafte, pardon, populärwissenschaftliche Übesetzung der Verhaltenskunde ohne jeden wissenschaftlichen Anteil..., aber leichter zu lesen
Ferdinand Brunner/Kurt Hawacek: Wie sag ich\'s meiner Katze. Vom Umgang mit einem eigenwilligen Hausgenossen. 1976, später als Fischer Taschenbuch erschienen, z.T. antiquarisch auffindbar.
Für weitere Fragen steht meine mail-adresse zur Verfügung ;-)
© LeaofRafiki, 04.08.2001/ 01.07.2002
ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Sobald dieser Bericht oder Teile davon von einem anderen Verfasser als LeaofRafiki bei Ciao, Dooyoo, Yopi, Hitwin, Griasdi oder Ecomments erscheint, handelt es sich um geklaute Worte !!!!!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-02 14:49:29 mit dem Titel Das Bad am Samstagabend
Wenn es etwas gibt, was so unnötig ist wie ein Kropf, dann ist es das Baden von Katzen, zumal die meisten Katzen ausgesprochen wasserscheu sind. Wenn man von wenigen Ausnahmen, wie z.B. den legendären Türkisch Van, die zum Fischen in die Gewässer springen und deren Halter ihnen teils einen eigenen Badeteich anlegen oder meiner Lea, die, Neugier sei ihr zweiter Name, unter dem Rasensprenger sitzen blieb und den auf sie und um sie herum fallenden Wassertropfen nachsah, absieht.
Eine weitere Ausnahme sind Kätzchen, also neugierige Katzenkinder, die bei Balanceakten, was ihr Mensch denn da so merkwürdiges treibt, abrutschen und in die Badewanne plumpsen, wie es meine Nele tat und schneller, als ich gucken konnte, zum Rand paddelte, wo ich ihr dann allerdings doch als Kletterhilfe Beistand leistete...
Katzen sind von Natur aus sehr reinliche Tiere, die sich zu unserem Ergötzen auf anmutigste Art und Weise selber stundenlang putzen können, so daß die Unterstützung ihres Menschen bei der Reinhaltung und Fellpflege, abgesehen vom Bürsten, auf wenige Notfälle beschränkt bleiben sollte, denn dadurch würde die wasserabweisende und wärmespeichernde Funktion des Fells empfindlich gestört. Was wir, bei zu häufigem Duschen und/oderBaden ja an uns selbst bzw. trockener Haut beobachten können.
Trotzdem mag es nun einige wenige Fälle geben, in denen ein Bad für die Katz angesagt ist: sei es aus medizinischen Gründen, um ein bestimmtes Mittel großflächig auf die Haut auftragen zu können (ein sogenanntes medizinische Bad also), oder aber, daß die Fellverschmutzung so großflächig ist, daß ihr anders nicht beizukommen ist.
Gründe dafür könnten sein:
die Katze ist beim Renovieren der Wohnung in den Farbeimer gesprungen (hier empfiehlt es sich, ERST die Katze, anschließend die Wohnung zu reinigen),
sie hat sich in einer Öllache am portugiesischen Strand oder sonstwo gewälzt
oder ist auf der Flucht vor Nachbars Lumpi in die Jauchegrube gefallen...
Sollte sie allerdings den Topf Gulaschsuppe vom Herd geholt haben, kann man i.d.R. ruhig abwarten, bis sie sich am eigenen Fell gesättigt hat, und dann erst die Rest entfernen...
Sollte es aber doch einmal zwingend notwendig sein, die Katze zu baden, so sollte man folgende Tips beherzigen:
Der Raum, in dem die Wasserschlacht stattfinden soll,
sollte auf angenehme Temperatur (d.h. mindestens 25 Grad! Katzen mögen und brauchen es, erst recht, wenn sie naß sind, wärmer als Menschen) aufgeheizt sein, damit sich die Katz weder Pips oder ärger noch, eine Lungenentzündung holt und
sollte keine palastmäßigen Ausmaße haben, es sei denn es ist das Spiel „Fang die Katz" als Zwischenübung eingeplant.
Alles, was nicht naß werden oder bei evtl. Kampfhandlungen zu Bruch gehen soll, ist tunlichst außer Reichweite zu bringen.
Man selbst, als wasserwerkender Folterknecht, sollte sich in einen Taucheranzug zwängen, Badeanzug/Badehose oder Bikini empfehlen sich nur dann, wenn sichergestellt ist, daß die Katze weder Krallen noch Zähne zur Gegenwehr einsetzen kann, andernfalls ist ein anschließender Aufenthalt in der Notaufnahme wohl unumgänglich (wann war noch gleich die letzte Tetanusimpfung???)
Die Badewanne/Duschtasse sollte mit einer rutschsicheren Matte ausgestattet sein, das gibt sowohl der Katze Halt als auch dem badewütigen Menschen, falls es zu katzenbedingten Gleichgewichtsstörungen kommt
An Utensilien sollte bereit liegen:
ein mildes Shampoo, vom Tierarzt oder aus dem örtlichen Zoo-Fachhandel
ein Stapel Handtücher zum Abtrocknen
Feudel, Wasserstaubsauger etc.
und für die Sekunden danach eine Flasche Cognac o.ä.
So wohlfeil gerüstet schreite man zu Tat!
Nachdem die Katze gelockt oder eingefangen, ins Badezimmer bugsiert und die Tür hinter sich geschlossen wurde, wird das erbarmungswürdige Opfer in die handbreit gefüllte Badewanne/Duschtasse oder das Waschbecken gesetzt und das Fell angefeuchtet, wobei Kopf und Ohren ausgespart werden (sollen). Wohl dem, der wie die indische Götting Kali über mehr Arme als normal verfügt!, und sie gleichzeitig festhalten und einshampoonieren kann.
ACHTUNG, Katzen können sich in ihrem eigenen Fell drehen, wenn sie nicht festgehalten werden wollen, diese Greif-Übung potenziert sich noch durch glitschiges Shampoo!
Mit viel lauwarmem (ca. 30 Grad, oder wie bei Säuglingen mit dem Unterarm die Temperatur testen!, die Katze soll ja nicht gekocht werden) Wasser das Shampoo wiederausspülen, und anschließend das klägliche Bündel aus nassem Fell und Knochen, das im nassen Zustand wie ein kätzisches Biafrakind aussieht statt wie vordem wie ein prächtiges Fellmonster..., in ein am besten vorgewärmtes Handtuch hüllen und sanft(!) mit demselben das überschüssige Wasser aufsaugen. Trockenrubbeln bzw. Frottieren ist nur bei Kurzhaarkatzen angesagt, sonst kann man gleich noch mit der Rasurmaschine hinterhergehen, um all die verfilzten Knoten rauszuschneiden...
Nachdem auf diese Weise etliche Handtücher verbraucht wurden (die auch gut zum Blutstillen auf menschlicher Haut geeignet sind), entläßt man das Tier an einen warmen Ort zum Nachtrocknen. Dies kann einige Stunden dauern, währenddessen Zugluft wegen der Erkältungsgefahr zu vermeiden ist. Ganz mutige Naturen können, um der Folter die Krone aufzusetzen, versuchen, die Katze trocken zu fönen, allerdings lieben die meisten Katzen einen Fön genauso sehr wie den Staubsauger (oder andere pustenden Krachmacher. Immerhin wird „Pusten" schnell mit „Fauchen" assoziiert.)
Wie dem auch sei, will man nicht die nächsten Stunden damit zubringen, die (nasse, halbtrockene oder fast trockene) Katze zu suchen, sollte dieser „Trockenraum" ein abgeschlossener sein, denn sie wird so schnell sie kann, aus den Klauen ihres Folterers in ein geschütztes Eckchen flüchten, um sich dort erstmal selber sauber zu machen, sprich ihr in Unordnung geratenes Fell wieder in die richtige Ordnung bringen und versuchen, all den fremden Geruch aus ihm zu tilgen.
Sobald sie wieder ansprechbar und somit geneigt ist, ihrem Menschen auch wieder etwas Aufmerksamkeit zu schenken, manche Katzen können nach einer solchen Prozedur tagelang schmollen, ist dann die große Entschuldigungs- und Versöhnungsfeier mit Schmusen, Leckerlie, Schmusen, Leckerlie, Schmusen und Leckerlie angesagt.
Verwendete Quellen:
http://www.alsdorfer-katzeninfo.de/bad.htm
http://www.somalicats.de/gesund2.htm
Wer nun den Verdacht hat, ich würde dieses wichtige Thema nicht ernst nehmen oder gar schlimmer noch, keine eigenen Erfahrungen wiedergeben, dem antworte ich mit einem entschiedenen eriwanischen JEIN.
Ich halte es für absoluten Blödsinn, eine Katze zu baden und wenn ich sowas von Katzenhaltern mitbekomme, die dies ihren Tieren z.B. vor einer Ausstellung antun, damit das Fell noch ein büschen seidiger, glänzender oder was weiß ich wie aussieht, kann ich nur den Kopf schütteln und mich mit Mühe heftigeren Reaktionen enthalten.
Allerdings hab ich schon etliche Katzen nach einem unfreiwilligen Bad versorgen müssen, und weiß daher, daß es arg gefährlich werden kann, wenn die Katze bis auf die Haut nass geworden ist. In diesem Sinne:
bleibt trocken!
Eine wunderschöne Badebeschreibung gibt‘s hier:
http://www.wasjugan.de/katzen-baden.htm
© LeaofRafiki 09.12.2002 / 03.03.02
P.S: Der Beitrag zum Thema, wie man Katzen Medikamente verabreicht, ist in die neu eingerichtete Kategorie umgezogen!
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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Yopi, ab und an bei talkon, nach dem Relaunch selten Dooyoo, und noch seltener bei Ecomments, Griasdi oder gar Hitwin *grins*
Alles begann im Sommer 1970, als ich mir endlich einen Hund aus dem Tierheim holen durfte. Joschka, so hieß der Schäferhundmischling, war ein ehemaliger Kettenhund, der mich alsbald so sehr in sein Herz geschlossen hatte, daß er mich gegen meinen Vater, als er mich morgens wecken wollte, wütend verteidigte. Daraufhin mußte ich unter Tränen die Hund wieder abgeben, bekam allerdings das Versprechen, einen Schäferhundwelpen aufziehen zu dürfen. Leider wurde da nix draus, da just zu dem Zeitpunkt, wo ich auf den von mir ausgesuchten Welpen wartete, meine Mutter einen notleidenden Airedaleterrier ins Haus holte und ich im Gegenzug, wutschnaubend ob dieses gebrochenen Versprechens aus Trotz ein kleines schwarzes Kätzchen anschleppte. Es dauerte nur wenige Wochen, da bekam Moni, so hieß das kleine schwarze Katzenmädel, eine Gefährtin. Pucky war getigert mit weißen Strümpfen, Kind der Katze einer Klassenkameradin, das dringend ein neues Zuhause suchte. Im Laufe des Sommers siedelte Pucky zu meinem damaligen Freund um, wo sie eine große Familie gründete steinalt wurde.
Vier Jahre später wurde meine Mutter schwerkrank und verriet mir, als ich sie im Krankenhaus besuchte, daß sie im Schaufenster der Zoohandlung in unserem Stadtteil ein dreifarbiges Glückskätzchen gesehen hätte, das müßte ich mir unbedingt anschauen.
Da man Sterbenden niemals ihren letzten Wunsch abschlagen sollte, ging ich also mit Berry dorthin, wo er aufgeregt an der Scheibe eben dieses Ladens hochsprang, seine Nase platttdrückte und einen Riesenzinnober veranstaltete. Hinter der Scheibe saß ein kleines Häufchen Elend mit Knopfaugen, das aussah, als wäre es durch einen Misthaufen gelaufen und fauchte, was das Zeug hielt. Ob\'s nu Dummheit oder geheime Vorahnung war? Jedenfalls nahm ich Berry mit in die Zoohandlung hinein, er stürzte gleich hin zu dem Fellknäuel hin und, statt es totzubeißen und zu fressen, schleckte er das nun nicht mehr fauchende sondern schnurrende Etwas von oben bis unten ab. Die Entscheidung war gefallen, statt mit Hundeknochen kam ich mit einer Katze heim. Meine Eltern waren hellauf begeistert ;-), aber ich wusch meine Hände in Unschuld, schließlich hatte ja Berry, der Airedaleterrier das Kätzchen ausgesucht.
Mein Vater, überfordert von Arbeit, frauenlosem Haushalt und einer renitenten Tochter, die die Wohnung in einen Zoo zu verwandeln drohte, stellte mich vor die Alternative: entweder die Katze geht oder ich! Ich fackelte nicht lange, immerhin war meine Mutter auf dem Weg zur Genesung (nichts wird so heiß gegessen, wie\'s gekocht wird), schnappte mir Tine, so hatte ich die kleine bunte Maus getauft, meinen Schlafsack und meine Autoschlüssel und siedelte in meine erste eigene Wohnung über. Berry und Moni blieben in der Obhut meines Vaters... Tage später tat es ihm leid, aber da war es zu spät. Tine und ich hatten uns bereits häuslich eingerichtet und so half er mir, meinen restlichen Kram in die Wohnung zubringen, der da aus einer Matratze, einem Plattenspieler und meinen Kameras bestand.
Bevor ich allerdings diese meine erste Wohnung in ein gemütliches Heim verwandeln konnte, zog ich bereits wieder um und Happy, ebenfalls eine Glückskatze zu uns. Ich hatte sie aus einer Mülltonne gezogen, saß mit ihr auf dem Schoß in meiner Ente und sie machte mir laut schnurrend klar, daß sie nicht im Traum daran dächte, sich dort wieder fortzubewegen, um weiterhin das Leben einer Straßenkatze zu fristen. Im darauffolgenden kam noch \"Katerchen\" dazu, der eigentlich meinem damaligen Freund gehörte, nachdem wir ihn im Dezember bei Eis und Schnee in einem Türeingang frierend und halbverhungert aufgelesen hatten. Doch leider stellte er sehr schnell fest, daß eine Katze auch Arbeit macht und wurde des Katerchens schnell überdrüssig. Und bevor er ihn durch\'s Dachfenster in den Winter hinausjagte, band er ihm ein Schleifchen um und \"schenkte\" ihn mir Silvester nachträglich zu Weihnachten...
LEKTION NO 1. FÜR EINEN ZUKÜNFTIGEN KATZENSKLAVEN: NICHT DER MENSCH SUCHT SICH DIE KATZE AUS, SONDERN DIE KATZE DEN MENSCHEN!!!
Meistens jedenfalls... Erst viele Jahre und viele Katzen später sollte ich die Erfahrung machen dürfen, mir selbst eine Katze auszusuchen - zumindest glaubte ich es. Aber in Wahrheit ist es selbst in der guten Stube eines Züchters, wo einem voller Stolz der Nachwuchs der Edlen von und zu präsentiert wird, immer noch so, daß entweder die Katzenmama oder das Kitten entscheidet. Sehr genau konnte ich das vor zwei Jahren aus der Perspektive der Abgebenden beobachten: Als es darum ging, Leas Töchter zu vermitteln, kamen ab und an Menschen vorbei, die sich tatsächlich für ein blaues Somalitkitten interessierten. Ein Pärchen, daß mir sehr sympathisch erschien, wurde allerdings kategorisch abgelehnt. Fine, um die es ging, schnupperte einmal in Richtung dieser Zweibeiner, drehte sich um und sprang flugs auf einen Stuhl. Lea, ganz wachsame Mama, ging ebenfalls hin, schnupperte ebenfalls, drehte sich ebenfalls um, sprang auf denselben Stuhl und legte sich schützend so auf Fine, daß nichts mehr von ihr zu sehen war. Erst als das Pärchen unverrichteter Dinge wieder abzog, verließ sie ihren Posten, auf daß Fine wieder richtig Luft holen konnte.
WAS BRAUCHT DIE KATZ ZUM GLÜCKLICHSEIN?
Also zuerst einmal ihren Menschen, dann ihren Menschen, dann das Fressen, ein sauberes Klo - dann einen Gefährten, zu guter letzt einen Kratzbaum und eine Höhle zum Verstecken ;-)
Ernsthaft, als ich damals mit Tine unter dem einen, meinem Schlafsack unter dem andern Arm unser erstes Domizil bezog, hatten wir nahezu nichts von alledem, was eine Katze angeblich braucht... Ihr Futter bekam sie auf einem angeschlagenen Unterteller, ihr Wasser aus einer kleinen Schüssel, nur ein ordentliches Katzenklo hatte ich von Anfang an. Nachts krabbelte sie zum Schlafen zu mir in den Schlafsack, so daß ich kaum ein Auge zutat aus Angst, sie im Schlaf zu erdrücken. Wenige Jahre später verkroch sie sich sterbenskrank bei mir im Wäscheschrank, kuschelte sich in meine Pullover und hinterließ mir wenigstens das Andenken an ihre Haare. Seitdem gehört eine Flusenbürste zu meiner Grundausstattung.
WAS FÜR EINEN MENSCHEN BRAUCHT DIE KATZ?
...einen, der ohne die Miene zu verziehen, die Katzenhaare mit auf\'s Butterbrot streicht
...einen, der ohne gleich hinterherzukotzen, ausgespuckte Fellknoten vom Teppich klaubt
...einen, der klaglos Streu und Futter in ausreichender Menge bis ins Dachgeschoß schleppt
...einen, der bereitwillig den neuen Kleiderschrank zum Kratzbaum erklärt und etwaigen Besuchern die Krallenspuren als echt alte Wurmlöcher verkauft
...einen, der am Ende des Monats immer noch ein ganzes Regal voller Katzenfutter, aber nichts mehr im eigenen Kühlschrank hat
...einen, der seinen vor Monaten vereinbarten Zahnarzttermin sausen läßt, weil die Katze kränkelt und er lieber mit ihr vier Stunden im Wartezimmer zwischen kläffenden Hunden sitzt
...einen, der sich freiwillig für die nächsten bis zu zwanzig Jahre zum Sklaven seiner Samtpfote macht
...einen, der ohne zu murren Urlaub in Balkonien macht, weil der lang gesuchte Catsitter plötzlich ausgefallen ist
...einen, der seinem rotzfrechen Kind sagt: \"Selber schuld!\", wenn die Katz sich gegen Übergriffe zu wehren wußte
...einen, der morgens die Maus auf dem Fußabtreter als Liebesbeweis anerkennt und dann in einem unbeobachteten Moment in der Biotonne verschwinden läßt
...einen, der die Telefonnummer des notdiensthabenden Tierarztes auswendig kann, nicht aber seine eigene
...einen, der akzeptiert, daß er mit seiner Katze bestenfalls Kompromisse schließen kann, sie aber nie wird erziehen oder beherrschen können
...einen, nicht alle Naselang sein Leben, seine Wohnung und seinen Freundeskreis verändert, da Katzen höchst traditionsbewußt, um nicht zu sagen starrsinnig und konservativ sind
...einen, der die neue Wohnung danach aussucht, ob sie den Bedürfnissen seiner Katze gerecht wird
...einen, der seinem Lebensabschnittsgefährten den Laufpaß gibt, wenn er (oder sie) sich als Katzenhasser entpuppt
...einen, der sich bemüht, kätzisch zu lernen, auch wenn er immer nur radebrechen wird
...einen, für den ein Blick in die Augen seiner Katze reicht, um alle Unbill der Welt zu vergessen
...einen, der bereit ist, seine Katze bis zum letzten Atemzug zu begleiten
Wer jetzt immer noch der Ansicht ist, er müsse sein Leben unbedingt mit (mindestens) einer Katze teilen, darf ruhig weiterlesen. Alle anderen bitte ich, sich sofort weltbewegenderen Themen zuzuwenden.
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DIE KATZE KOMMT INS HAUS
Egal, ob es sich um die erste, die Zweit- oder Drittkatze handelt, das wichtigste ist Zeit und Ruhe! Ein freies Wochenende sollte es schon sein, besser noch ist eine Woche Urlaub ;-)
Wer sein vorbestelltes Kitten vom Züchter abholen will, tut gut daran, beim letzten vorigen Besuch ein getragenes T-Shirt (je durchsiffter und verschwitzter, desto besser) mitzunehmen und dazulassen, damit der Einzugskandidat schon mal den Hausgeruch an- und aufnehmen kann. Aber auch bei älteren Tieren eignet sich diese Methode hervorragend, um den Umzug in die neue Geräusch- und Geruchswelt zu erleichtern. Für bereits im Haus lebende Katzen hat dies den Vorteil, daß der Neuling nicht ganz so fremd riecht.
Im neuen Heim angekommen, empfiehlt es sich, der Katze erst nach und nach die ganze Wohnung zum Erkunden freizugeben, sonst rutscht man die nächsten Stunden nur auf den Knien rum um unter jeden Schrank, jeden Sessel zu schauen, wo sie sich denn verborgen hat.... Wenn sie nicht gleich aus ihrem Transportkorb herauskommen mag, auch gut. Auch bei ängstlichen Tieren siegt früher oder später die Neugier (oder der Hunger), und sie beginnen die neue Umgebung zu erkunden. Manche forsch mit hochgestelltem Schwanz, manche eher vorsichtig mit platt auf den Boden gedrückten Bauch. A propos Hunger, gaaaaaanz wichtig, speziell bei Kitten: bitte genau das weiterfüttern, was sie in ihrer alten Heimat bekommen haben. Das, was bei einem Umzug an neuen Reizen auf sie einstürzt, reicht schon bei empfindlichen Naturen, um Magen-, Darm- und Immunsystem gründlich durcheinanderzubringen. Das muß man nicht noch durch ungewohnte Kost verstärken ;-) Wenn Futterumstellung, dann immer langsam, erst 1/3 zumischen, dann auf 2/3 neues 1/3 altes Futter erhöhen und schließlich das alte ganz weg lassen.
Ältere, erfahrenere Tiere finden allein den Weg zum Katzenklo, Jungtieren kann man freundlich den Weg zeigen. (Auch hier empfiehlt es sich, die Streu des Vorbesitzers zu verwenden und erst nach und nach umzustellen, wenn man lieber eine andere verwenden möchte.)
Der Prozess des Erkundens kann Stunden, zuweilen auch Tage dauern, wichtig in dieser Phase ist, daß es nicht zu erschreckenden Erlebnissen oder anderen unangenehmen Vorfällen kommt. In dieser Zeit also bitte keine weiteren Katastrophen anlocken!
Irgendwann hat der neue Hausgenosse erstmal genug und wird sich irgendwo zum wohlverdienten Nickerchen, um all die neuen Eindrücke zu verarbeiten, zurückziehen. Wünscht man gewisse Orte in der Wohnung katzenfrei zu halten, sollte man diesem Anliegen von Anfang an Nachdruck verleihen. In der Regel jedoch wird die Katz das womöglich eigens angeschaffte Katzenbettchen verschmähen und sich statt dessen den Lieblingsplatz des Hausherren aussuchen. Sei\'s drum, es war wenigstens den Versuch wert, wenigstens die Illusion eines Hausrechts des Menschen aufrecht zu erhalten ;-)
Langsam beginnt der Alltag einzuziehen...
Ich erwähnte es schon, Katzen sind absolute Gewohnheitstiere! Nichts, abgesehen von Fressen, Schmusen, Spielen oder Schlafen, ist ihnen wichtiger als ein geregelter Tagesablauf. Wer ein unstetes Leben führt, wird entweder sich und die Katze unglücklich machen oder aber von ihr erzogen werden.
Nach und nach entwickeln sich gemeinsame Rhythmen wie auch Eigenheiten und Macken zum Vorschein kommen, die den jeweiligen Wohnungspartner zur Weißglut bringen können. Hier kann ich nur jedem Menschen zu Nachsicht und Toleranz raten, Katzen haben einfach den längeren Atem und die sprichwörtliche Geduld der Katz vorm Mauseloch ;-) Einer meiner Kater zum Beispiel hat sich als Türöffnungskünstler erwiesen, so daß nach und nach sämtliche Türklinken erst hochkant gestellt, dann durch runde Türknäufe ersetzt wurden. Beim Kühlschrank half nur noch eine Diebstahlskette, wollte ich nicht abends, wenn ich nach Hause kam, nur noch die zerknautschten und angeknabberten Reste dem Müll überantworten.
EIN, ZWEI, DREI ganz viele???
Das kommt drauf an... Ich kenne es kaum anders als mit mehreren Katzen, bin daher nicht unparteiisch, und will daher folgendes zu Bedenken geben:
Wenn man alleine lebt und viel außer Haus ist, ist eine zweite Katze ein MUSS. Zwei Katzen beschäftigen sich auch miteinander, sind sich Gegenüber und Spielgefährten (im schlimmsten Fall auch Widersacher), können sich aber selbst in einer kleinen Wohnung immer noch aus dem Weg gehen.
Außerdem, so meine Erfahrung, gibt es Dinge, die KEIN Mensch seiner Katze bieten kann. KEIN Mensch kann so wundervoll über Tisch und Bänke jagen, wie zwei Katzen es miteinander können, kann stundenlang spielen, putzen, antworten, da wir Zweibeiner aufrechten Ganges per definitionem andere Bewegungs- und Verhaltensweisen haben. Kurzum: KEIN Mensch kann eine andere Katze ersetzen!
Es braucht auch niemand Sorge zu haben, daß sich die Katzen dann nur noch miteinander beschäftigen - im Gegenteil, das Begrüßungs- oder Weckgeheul wird zwei- (oder mehrstimmig) ausgeführt und er Chor des \"Wir wollen unser Fressen\"-Miaus bekommt neue Facetten und mensch übt sich im beidhändig Kraulen.
Immer wieder favorisiert wird der zeitgleiche Einzug zweier Katzen, bei Kitten von Wurfgeschwistern, aber auch fremde Kitten gewöhnen sich blitzschnell aneinander. Hier sind in der Regel keine Zusammenführungsprobleme zu erwarten.
Anders sieht es aus, wenn einer Alteingesessenen Samtpfote ein Neuzugang vor die Nase gesetzt wird. Hier kann es schon zu Hauen und Fauchen kommen. Ist der Altersunterschied nicht ganz so groß, gibt\'s auch hierbei nicht allzuviel Probleme, vorausgesetzt, man beherzigt folgendes:
weibliche Tiere sind meist Revierverteidigerinnen, wohingegen Kater Rangverteidiger sind. Das bedeutet, einer älteren Katze einen jungen Spund ins Revier zu setzen, löst, so es sich nicht grad um ein ausgesprochen mütterliches Seelchen und ein braves Kitten hat, ersteinmal Revierkämpfe aus. Hier kann mensch gegensteuern, indem dem Neuankömmling von Anfang an Reviergrenzen gesetzt werden á la: dieser Platz ist besetzt! Je nach Charakter und Naturell werden die beiden im Laufe der nächsten Wochen die Wohnung in zwei neue Reviere aufteilen.
Einem Platzhirsch ein dominantes Katerchen auf den Hals zu hetzen, grenzt an Dummheit... Hier sind Katerkämpfe bis hin zu durch die Luft wirbelnden Fellknäulen, die flusen oder im schlimmsten Fall anrüchigen Urinmarken möglich. Oft aber ist irgendwann eine neue Rangfolge hergestellt, die zuweilen anders aussehen mag, als mensch sich das vorgestellt (oder gewünscht) hat. Oberste Regel für den Dosenöffner: so wenig wie möglich eingreifen und NIE Partei gegen den Alteingesessenen ergreifen! Habt immer im Hinterkopf, daß der Neuankömmling ein Eindringling ist, den ihr als die Oberkatze Mensch dem Altgedienten vor die Nase gesetzt habt...
Klar gibt es auch Fälle, wo man eingreifen muß, so habe ich vor Jahren, als Lea und Jojo ins Haus kamen und von Frieda angegriffen wurden, einen wochenlange Zusammenführung praktiziert: die Kitten kamen ins Badezimmer, in dessen Holztür ein Fenster gesägt worden und mit Maschendraht gesichert war. So konnten sie Sicht- und Geruchskontakt aufnehmen, ohne gleich gekratzt und gebissen zu werden. Nach und nach hab ich dann die den Kitten freundliche gesonnenen mit ins Badezimmer gelassen, bis sie genug \"Verbündete\" hatten, um sich der rauhen Wirklichkeit der ganzen Wohnung zu stellen. Heut sind die zwei die dominantesten hier...
ERSTAUSSTATTUG FÜR DIE KATZ:
Man nehme...
Eine Katze, klar, dazu
zwei Futternäpfe, einen für Trockenfutter, einen für Nassfutter
einen großen, schweren Wassernapf, den sie nicht so leicht umschütten oder durch die Gegend schieben kann, dann tritt man auch nicht so oft in Pfützen hinein
ein Katzenklo, wahlweise mit oder ohne Haube (ausprobieren, was sie lieber mag ;-) )
Streulöffel zum Saubermachen desselben
Katzenstreu, hier empfehle ich Klumpstreu, die leichter zu säubern und somit sparsamer ist
ein Transportkorb (braucht man schon beim Abholen, spätestens aber beim ersten Tierarztbesuch)
einen guten, vertrauenserweckenden Tierarzt, der was von Katzen versteht
IM LAUFE DER ZEIT KOMMT HINZU
der Impfpaß
diverses Spielzeug
eine Katzendecke (damit schützt man den von ihr eroberten Lieblingsplatz vor allzuviel Haaren, außerdem wandert sich als vertrauenserweckende Maßnahme in den Transportkorb wenn nötig)
etwas zum Krallen schärfen (Kratzbaum, Kratzbrett, eine an die Wand genagelte Sisalfußmatte etc.)
etwas zum Verstecken und sich Zurückziehen (ein Weidenkorb, eine Katzenhöhle, ein Kuschelbett oder einfach ein Karton mit Frauchens Pullover)
Kamm und Bürste (bei Langhaarkatzen unabdingbar, bei Kurzhaarkatzen wenn\'s beliebt)
mindestens eine Kleiderbürste *ggg*
ein spezieller Vorsatz für den Staubsauger
im Medizinschrank ein Extrafach für Antiflohmittel, Entwurmungsmittel und anderen sich im Lauf der Zeit ansammelnden Medikamenten
eine katzengerechte neue Wohnung mit glatten Böden, Balkon oder Garten ;-)
KÄTZISCHE ENTWICKLUNG
Anders als beim Hund wird das Alter einer Katze ungefähr so verglichen:
Das erste Katzenjahr entspricht 16 Menschenjahren. Hier ist also gebündelt in einem Jahr das Säuglings-, Kleinkind- Flegelalterstadium, wie jeder, der schon einmal Jungtiere gehabt hat, bestätigen kann...
Das zweite Katzenjahr geht bis 24 Menschenjahre. Dies ist die Zeit, wo sich die Katze vom \"nur Flausen im Kopf\" bis hin zum jungen Erwachsenen entwickelt.
Das dritte Katzenjahr umfaßt nur die nächsten 4 Menschenjahre, also bis \"28\", das vierte Katzenjahr weitere 4 Menschenjahre bis 32.
Im achten Jahr wäre die Katz als Mensch 48 Jahre alt, im zwölften Jahr reif für die Pensionierung mit 64 Jahren, mit 15 Jahren wäre sie als Mensch schon 76 Jahre alt und mit 20 Katzenjahren könnte sie als Mensch ihren 96igsten Geburtstag feiern.
Andere Sichtweisen, vor allem die der Futtermittelhersteller, sprechen bereits bei einer 7-jährigen Katze von einer Seniorin. Tatsache ist, daß eine Katze ab dem 4. Lebensjahr merklich ruhiger wird und spätestens hier sämtliche Macken ausgeprägt und Altersstarrheiten angelegt sind ;-)
An dieser Stelle ein Plädoyer für alte Katzen:
Geht in die Tierheime, schaut auf die entsprechenden Seiten im Internet und bietet auch ruhig einer alten Samtpfote ein neues Zuhause! Ihr werdet zwar nicht zusammenwachsen wie mit einem Jungtier, aber es kann sich eine wunderbare Freundschaft entwickeln, die von gegenseitiger Achtung geprägt ist. Gerade ältere Tiere, die sonst niemand mehr haben will, werden sehr aufmerksame Hausgenossen!
Wer hingegen das Abenteuer bestehen möchte, ein Katzenkind groß zu ziehen, sollte darauf achten, daß es alt genug ist, die Reise weg von Muttern und Geschwistern in ein neues Zuhause anzutreten. Alt genug heißt mindestens 10 Wochen, besser noch zwölf Wochen alt! Nicht umsonst dürfen Züchter ihre Kitten frühestens mit zwölf Wochen abgeben. Das hat folgenden (Hinter)Grund:
Der erste Monat ist für die rein körperliche Entwicklung. In dieser Zeit entwickelt sich der Welpe rasant. Er wird blind und taub geboren, hat zur Orientierung nur den Geruchs- und Tastsinn zur Verfügung (deswegen schnurren Katzenmütter auch wie wild). In den ersten Tagen entwickelt sich das Gehör, nach 8-10 Tagen öffnen sich die Augen, aber bis das Kleine etwas erkennen kann, vergeht noch ein Weilchen. Richtig, d.h. (jagdtauglich) scharf sehen können Jungkatzen erst mit drei bis vier Monaten, ungefähr zum Zeitpunkt des Zahnwechsels.
Der zweite Monat ist für die motorische Entwicklung, hier ist das Spiel mit Mutter und Geschwistern immens wichtig. Es wird trainiert, was das Zeug hält. All die für uns so lustig aussehenden Spiele unter den Geschwistern sind im Grunde genommen harte Trainingsarbeit für das spätere Überleben, denn es weiß ja nicht, daß es später einen fürsorglichen Dosenöffner für sich haben wird.
Der dritte Monat ist für das Sozialverhalten. In diesen wichtigen Wochen lernt das Kitten alles, was es für einen späteren erfolgreichen Umgang mit anderen Wesen, auch Katzen, braucht. Es ist zwar genetisch mit einer ganzen Menge Instinkte und Verhaltensweisen ausgestattet, diese aber richtig einsetzen zu können, muß im Kontakt mit Artgenossen gelernt werden! Hier setzt auch die eigentliche Erziehung der Mutterkatze zu einem später \"gut erzogenen Hausgenossen\" an.
Kleiner Exkurs: Normalerweise trennt sich die Mutter von ihren Kindern, wenn diese auch ohne sie überlebensfähig sind, das heißt, wenn sie ungefähr drei bis vier Monate alt sind. Die erste Zeit ohne die Mama, die sie mit angeschleppter Nahrung versorgt, ist noch einmal eine sehr gefährliche für Jungkatzen, fällt sie doch zusammen mit der Zeit des Zahnwechsels. Und wer schon mal versucht hat, mit einem lockeren Zahn feste zuzubeißen, weiß, wie schwierig und u.U. schmerzhaft das ist. Leider brauchen Katzen aber, um den Tötungsbiß z.B. an einer Maus richtig ausführen zu können, festsitzende Reißzähne, abgesehen davon, daß dieser Tötungsbiß NICHT angeboren, sondern erlernt ist ;-) Exkurs Ende.
Es gibt leider nach wie vor die verbreite Unsitte, Kätzchen schon mit sechs Wochen, in schlimmen Fällen sogar noch früher von der Mutter zu trennen. (Hab ich doch vor wenigen Wochen auf dem Parkplatz eines Supermarktes einen Mann gesehen, der noch blauäugige Welpen verschenkte *grrrrrrrr*) Aber selbst wenn Euch die kätzische Sozialisation nicht so am Herzen liegt, gibt es zwei weitere Gründe, die Kleinen so lange wie möglich beider Mutter zu lassen: Ernährung und Immunsystem. Mit fünf Wochen können Katzenkinder zwar schon alleine fressen, brauchen aber immer noch die Muttermilch als zusätzliche Energiequelle. Diese Phase, in der sie weniger gesäugt werden und beginnen selbständig zu fressen, ist die gefährlichste in ihrem jungen Leben überhaupt. Mit der Muttermilch bekommen sie von der Mutter Abwehrstoffe, die sie gegen Krankheiten schützen. Dieser Abwehrschutz läßt mit abnehmender Muttermilch nach. Die Kitten sind aber noch zu klein, als daß ihr Organismus eigene Abwehrstoffe hätte bilden können. Von daher appelliere ich eindringlich an Euch: TRENNT KEIN KITTEN OHNE NOT VON DER MUTTER, SOLANGE ES NICHT MINDESTENS ZEHN WOCHEN ALT IST!!!
Ohne Not heißt: solange die Mutter lebt und ihre Kinder versorgen kann, also gesund und unverletzt ist sowie genügend Milch hat, Finger weg! Wenn Euch so ein Winzling angeboten wird, übernehmt lieber die Patenschaft für Mutter und Kind mit dem Versprechen, das Kätzchen zu Euch zu nehmen, sobald es groß genug ist dafür. Besucht Mutter und Kind, so oft ihr wollt (und die Besitzer es zulassen), aber laßt sie beinander!
Eine einzige Ausnahme mag ich gelten lassen - bei Kitten von wild lebenden Müttern muß es manchmal sein, daß sie im Alter von sechs, sieben Wochen von der Mutter getrennt werden, um überhaupt menschenzahm zu werden. Sonst kann es passieren, daß die Mutter ihnen im Sozialisationsmonat alles an menschenscheu vermittelt, was sie in ihrem Leben gelernt hat. Dieses sogenannte \"einwildern\" sollte aber Menschen überlassen werden, die genügend Erfahrung damit haben. Es ist alles andere als ein Zuckerschlecken, was eine Heerschar von ehrenamtlichen TierschützerInnen gewiß bestätigen kann.
KURZER EXKURS in KÄTZISCH:
Manchmal ist es angebracht, von seinem hohen Roß des Menschlichen Ausdrucksvermögens abzusteigen und sich des Kätzischen zu bedienen.
Geht es um Zärtlichkeiten und Liebesbeweise, kann man seiner Katze ruhig auch einmal \"Köpfchen geben\", d.h. ihr mit der eigenen Nase vorsichtig ein paar Mal über die Stirn fahren. Umgekehrt genießt es Nele manchmal, wenn sie mir \"das Köpfchen putzen darf\", d.h. ich halte ihr meinen Kopf hin und sie leckt meine Stirn ab (*ihhhhhwiekitzeltdierauheZunge*)
Das \"Putzen\" kann man imitieren, indem man den Zeigefinger mit Speichel naß macht und damit der Katze über das (Kopf)fell streicht. Meist antwortet sie gleich wie oben bei Nele beschrieben.
Bei Auseinandersetzungen kann man die eigene Samtpfote auch verblüffen, wenn man ihr zeigt, daß man ihre Sprache gelernt hat:
Da wir Menschen nicht Fauchen können, reicht es, nur den Luftzug zu imitieren: also leicht pusten!
Das, was Mutter Katze bei ihren Kindern macht, wenn die was nicht sollen, nämlich ihnen einen \"Katzenkopf\" geben, macht mensch, indem er ihr mit Nachdruck mit einem Finger auf die Stirn tippt.
Will man einer Katze signalisieren, das man ihr freundlich gestimmt ist, bietet sich blinzeln an. Ein ihr offen in die Augen schauen wird eine menschenungeübte Katze IMMER als Bedrohung auffassen, da das Starren unter Katzen eine Aggressionshandlung ist. Von oder bei Menschen aufgezogene Kätzchen wachsen übrigens bilingual auf: sie lernen im Laufe der Zeit, manche schneller als andere, daß z.B. der gerade Blick auf sie bzw. in ihre Augen seitens des Menschen KEINE Bedrohung darstellt, seitens eines kätzischen Gegenübers jedoch höchste Alarmbereitschaft hervorruft.
So.
Bevor dies nun noch in ein halbes Buch ausartet, zum Abschluß nur noch zwei Buchempfehlungen, beide zwar schon etwas älter, aber für den, der sich wirklich über kätzisches Verhalten informieren will, unbedingt zu empfehlen:
als erstes DER Klassiker schlechthin:
Paul Leyhausen: Katzen. Eine Verhaltenskunde. Verlag Paul Parey. (Ursprünglich 1956 !veröffentlicht), 1982 neu herausgegeben.
Paul Leyhausen: Katzenseele. Wesen und Sozialverhalten. Kosmos Verlag 1996
Die laienhafte, pardon, populärwissenschaftliche Übesetzung der Verhaltenskunde ohne jeden wissenschaftlichen Anteil..., aber leichter zu lesen
Ferdinand Brunner/Kurt Hawacek: Wie sag ich\'s meiner Katze. Vom Umgang mit einem eigenwilligen Hausgenossen. 1976, später als Fischer Taschenbuch erschienen, z.T. antiquarisch auffindbar.
Für weitere Fragen steht meine mail-adresse zur Verfügung ;-)
© LeaofRafiki, 04.08.2001/ 01.07.2002
ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Sobald dieser Bericht oder Teile davon von einem anderen Verfasser als LeaofRafiki bei Ciao, Dooyoo, Yopi, Hitwin, Griasdi oder Ecomments erscheint, handelt es sich um geklaute Worte !!!!!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-02 14:49:29 mit dem Titel Das Bad am Samstagabend
Wenn es etwas gibt, was so unnötig ist wie ein Kropf, dann ist es das Baden von Katzen, zumal die meisten Katzen ausgesprochen wasserscheu sind. Wenn man von wenigen Ausnahmen, wie z.B. den legendären Türkisch Van, die zum Fischen in die Gewässer springen und deren Halter ihnen teils einen eigenen Badeteich anlegen oder meiner Lea, die, Neugier sei ihr zweiter Name, unter dem Rasensprenger sitzen blieb und den auf sie und um sie herum fallenden Wassertropfen nachsah, absieht.
Eine weitere Ausnahme sind Kätzchen, also neugierige Katzenkinder, die bei Balanceakten, was ihr Mensch denn da so merkwürdiges treibt, abrutschen und in die Badewanne plumpsen, wie es meine Nele tat und schneller, als ich gucken konnte, zum Rand paddelte, wo ich ihr dann allerdings doch als Kletterhilfe Beistand leistete...
Katzen sind von Natur aus sehr reinliche Tiere, die sich zu unserem Ergötzen auf anmutigste Art und Weise selber stundenlang putzen können, so daß die Unterstützung ihres Menschen bei der Reinhaltung und Fellpflege, abgesehen vom Bürsten, auf wenige Notfälle beschränkt bleiben sollte, denn dadurch würde die wasserabweisende und wärmespeichernde Funktion des Fells empfindlich gestört. Was wir, bei zu häufigem Duschen und/oderBaden ja an uns selbst bzw. trockener Haut beobachten können.
Trotzdem mag es nun einige wenige Fälle geben, in denen ein Bad für die Katz angesagt ist: sei es aus medizinischen Gründen, um ein bestimmtes Mittel großflächig auf die Haut auftragen zu können (ein sogenanntes medizinische Bad also), oder aber, daß die Fellverschmutzung so großflächig ist, daß ihr anders nicht beizukommen ist.
Gründe dafür könnten sein:
die Katze ist beim Renovieren der Wohnung in den Farbeimer gesprungen (hier empfiehlt es sich, ERST die Katze, anschließend die Wohnung zu reinigen),
sie hat sich in einer Öllache am portugiesischen Strand oder sonstwo gewälzt
oder ist auf der Flucht vor Nachbars Lumpi in die Jauchegrube gefallen...
Sollte sie allerdings den Topf Gulaschsuppe vom Herd geholt haben, kann man i.d.R. ruhig abwarten, bis sie sich am eigenen Fell gesättigt hat, und dann erst die Rest entfernen...
Sollte es aber doch einmal zwingend notwendig sein, die Katze zu baden, so sollte man folgende Tips beherzigen:
Der Raum, in dem die Wasserschlacht stattfinden soll,
sollte auf angenehme Temperatur (d.h. mindestens 25 Grad! Katzen mögen und brauchen es, erst recht, wenn sie naß sind, wärmer als Menschen) aufgeheizt sein, damit sich die Katz weder Pips oder ärger noch, eine Lungenentzündung holt und
sollte keine palastmäßigen Ausmaße haben, es sei denn es ist das Spiel „Fang die Katz" als Zwischenübung eingeplant.
Alles, was nicht naß werden oder bei evtl. Kampfhandlungen zu Bruch gehen soll, ist tunlichst außer Reichweite zu bringen.
Man selbst, als wasserwerkender Folterknecht, sollte sich in einen Taucheranzug zwängen, Badeanzug/Badehose oder Bikini empfehlen sich nur dann, wenn sichergestellt ist, daß die Katze weder Krallen noch Zähne zur Gegenwehr einsetzen kann, andernfalls ist ein anschließender Aufenthalt in der Notaufnahme wohl unumgänglich (wann war noch gleich die letzte Tetanusimpfung???)
Die Badewanne/Duschtasse sollte mit einer rutschsicheren Matte ausgestattet sein, das gibt sowohl der Katze Halt als auch dem badewütigen Menschen, falls es zu katzenbedingten Gleichgewichtsstörungen kommt
An Utensilien sollte bereit liegen:
ein mildes Shampoo, vom Tierarzt oder aus dem örtlichen Zoo-Fachhandel
ein Stapel Handtücher zum Abtrocknen
Feudel, Wasserstaubsauger etc.
und für die Sekunden danach eine Flasche Cognac o.ä.
So wohlfeil gerüstet schreite man zu Tat!
Nachdem die Katze gelockt oder eingefangen, ins Badezimmer bugsiert und die Tür hinter sich geschlossen wurde, wird das erbarmungswürdige Opfer in die handbreit gefüllte Badewanne/Duschtasse oder das Waschbecken gesetzt und das Fell angefeuchtet, wobei Kopf und Ohren ausgespart werden (sollen). Wohl dem, der wie die indische Götting Kali über mehr Arme als normal verfügt!, und sie gleichzeitig festhalten und einshampoonieren kann.
ACHTUNG, Katzen können sich in ihrem eigenen Fell drehen, wenn sie nicht festgehalten werden wollen, diese Greif-Übung potenziert sich noch durch glitschiges Shampoo!
Mit viel lauwarmem (ca. 30 Grad, oder wie bei Säuglingen mit dem Unterarm die Temperatur testen!, die Katze soll ja nicht gekocht werden) Wasser das Shampoo wiederausspülen, und anschließend das klägliche Bündel aus nassem Fell und Knochen, das im nassen Zustand wie ein kätzisches Biafrakind aussieht statt wie vordem wie ein prächtiges Fellmonster..., in ein am besten vorgewärmtes Handtuch hüllen und sanft(!) mit demselben das überschüssige Wasser aufsaugen. Trockenrubbeln bzw. Frottieren ist nur bei Kurzhaarkatzen angesagt, sonst kann man gleich noch mit der Rasurmaschine hinterhergehen, um all die verfilzten Knoten rauszuschneiden...
Nachdem auf diese Weise etliche Handtücher verbraucht wurden (die auch gut zum Blutstillen auf menschlicher Haut geeignet sind), entläßt man das Tier an einen warmen Ort zum Nachtrocknen. Dies kann einige Stunden dauern, währenddessen Zugluft wegen der Erkältungsgefahr zu vermeiden ist. Ganz mutige Naturen können, um der Folter die Krone aufzusetzen, versuchen, die Katze trocken zu fönen, allerdings lieben die meisten Katzen einen Fön genauso sehr wie den Staubsauger (oder andere pustenden Krachmacher. Immerhin wird „Pusten" schnell mit „Fauchen" assoziiert.)
Wie dem auch sei, will man nicht die nächsten Stunden damit zubringen, die (nasse, halbtrockene oder fast trockene) Katze zu suchen, sollte dieser „Trockenraum" ein abgeschlossener sein, denn sie wird so schnell sie kann, aus den Klauen ihres Folterers in ein geschütztes Eckchen flüchten, um sich dort erstmal selber sauber zu machen, sprich ihr in Unordnung geratenes Fell wieder in die richtige Ordnung bringen und versuchen, all den fremden Geruch aus ihm zu tilgen.
Sobald sie wieder ansprechbar und somit geneigt ist, ihrem Menschen auch wieder etwas Aufmerksamkeit zu schenken, manche Katzen können nach einer solchen Prozedur tagelang schmollen, ist dann die große Entschuldigungs- und Versöhnungsfeier mit Schmusen, Leckerlie, Schmusen, Leckerlie, Schmusen und Leckerlie angesagt.
Verwendete Quellen:
http://www.alsdorfer-katzeninfo.de/bad.htm
http://www.somalicats.de/gesund2.htm
Wer nun den Verdacht hat, ich würde dieses wichtige Thema nicht ernst nehmen oder gar schlimmer noch, keine eigenen Erfahrungen wiedergeben, dem antworte ich mit einem entschiedenen eriwanischen JEIN.
Ich halte es für absoluten Blödsinn, eine Katze zu baden und wenn ich sowas von Katzenhaltern mitbekomme, die dies ihren Tieren z.B. vor einer Ausstellung antun, damit das Fell noch ein büschen seidiger, glänzender oder was weiß ich wie aussieht, kann ich nur den Kopf schütteln und mich mit Mühe heftigeren Reaktionen enthalten.
Allerdings hab ich schon etliche Katzen nach einem unfreiwilligen Bad versorgen müssen, und weiß daher, daß es arg gefährlich werden kann, wenn die Katze bis auf die Haut nass geworden ist. In diesem Sinne:
bleibt trocken!
Eine wunderschöne Badebeschreibung gibt‘s hier:
http://www.wasjugan.de/katzen-baden.htm
© LeaofRafiki 09.12.2002 / 03.03.02
P.S: Der Beitrag zum Thema, wie man Katzen Medikamente verabreicht, ist in die neu eingerichtete Kategorie umgezogen!
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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Yopi, ab und an bei talkon, nach dem Relaunch selten Dooyoo, und noch seltener bei Ecomments, Griasdi oder gar Hitwin *grins*
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