Katzen Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von Irias

Paulchen .. mein Perserkater

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Langsam ist es an der Zeit, dass ich mein Paulchen mal etwas näher vorstelle. Paulchen ist ein ausgewachsener Perserkater, in den Farben schwarz-weiß.

Bis vor ein paar Jahren habe ich immer behauptet, dass mir kein Perser ins Haus kommt. Vor ca. 3 Jahren wurde ich dann angesprochen, ob ich nicht einen damals ungefähr 9 Jahre alten Perser aufnehmen könnte. Ich habe ihn mir angesehen und mich gleich in ihn verliebt. Nachdem er ca. 4 Wochen brauchte um sich bei mir einzugewöhnen ist aus ihm die anhänglichste Katze geworden die bisher hatte.

Zum Glück gehört er zu den Persern, die jedenfalls eine kleine Nase bekommen haben. Die Katzen mit den zurückgezüchteten Nasen leiden oftmals unter starken Atemproblemen und tränenden Augen. Auch Paulchen atmet manchmal sehr schwer und vor allem wenn er schläft, bekommt er häufig Probleme richtig durchzuatmen.

Paulchen wurde damals in einem total verwahrlosten Zustand aufgegriffen. Sein Fell klebte am Körper, es war so verdreckt, dass seine Grundfarbe nicht zu erkennen war. Er wurde dann geschoren, musste aber dazu eine Vollnarkose bekommen. Nachdem das Fell wieder nachgewachsen war, versuchte ich ihn natürlich zu kämmen. Er reagierte jedoch so aggressiv auf die Versuche, dass ich es wieder bleiben ließ. Offensichtlich war er es von seinen Vorbesitzern nicht gewohnt. Das Fell von Perserkatzen ist sehr dicht und üppig und kann bis zu 15 cm lang werden. Eine intensive Pflege ist unbedingt nötig, da das Fell sehr schnell verflitzt und sich binnen kürzester Zeit faustgroße Haarballen bilden können. Diese setzen sich auf der Haut fest und es hat die Folge, dass die Haut nicht mehr atmen kann und es auch leichte zu Ekzemen kommen kann. Das Tier leidet dann fürchterlich bei den Versuchen diese Ballen noch herauszukämmen.

Mit unserem Tierarzt habe ich abgesprochen, dass er regelmäßig geschoren wird. Jegliche Versuche ihn zu kämmen waren vergebens. Ich wollte nicht das er Angst vor mir bekommt. Gewaltsame Kämmversuche sollten nicht vorgenommen werden, da die Haut der Perser sehr empfindlich ist und durch massives einwirken mit dem Kamm können leicht Risse in der Haut die schmerzhafte Folge sein. Jetzt sind wir mittlerweile soweit, dass ihn teilweise kämmen darf. Er lässt es sich an vielen Körperstellen gefallen, jedoch gerade an den problematischen Stellen zwischen den Pfoten, an der Brust, unter dem Schwanz am After und den Hinterpfoten habe ich nach wie vor keine Chance. Wir gehen jetzt halbjährlich zum Tierarzt und er wird dann teilweise geschoren. Ich merke ihm deutlich an, dass er sich nach dem Scheren viel wohler fühlt und wesentlich aktiver wird. Außerdem fällt es ihm selbst leichter sich zu putzen.

Perserkatzen können stundenlang an ihrem Lieblingsplatz liegen und wirken oft behäbig und faul. Wie auch mein Paulchen lassen sich die meisten Perser sehr gern streicheln und kraulen. Ihre Krallen zeigen sie sehr selten, im allgemeinen sind sie freundlich und ausgeglichen Aus eigenem Antrieb werden sie kaum aktiv. Nur die Katzenkinder sind genauso verspielt wie alle Kätzchen. Paulchen zu etwas mehr Bewegung zu verhelfen scheint fast aussichtslos. Er guckt mir immer nur gelangweilt zu, wenn ich mit Bällchen, Stoffmäusen oder unzähligem anderem Spielzeug ihn zum spielen bringen will.

Die meisten Perserkatzen verstehen sich sehr gut mit anderen Katzen oder auch Hunden. Nur hier ist mein Paulchen die große Ausnahme, er verträgt sich mit keinem anderen Tier. Kämpfen entspricht nicht dem Naturell der Perserkatzen, im Mäuse fangen sind sie wahrhaft keine Helden. Ich habe Paulchen mal eine aufziehbare Maus mitgebracht. Als ich sie dann auf ihn zulaufen ließ, guckte er etwas erstaunt, hob dann die Vorderpfote und ließ die Maus einfach unter sich durchlaufen.
Im Umgang mit Kindern treten kaum Probleme auf, da Perser in Stresssituationen sehr gelassen reagieren. Bei großer Hektik ziehen sie sich an einen ruhigen Ort zurück.

Perser kommen sehr gut mit dem Alleinsein zurecht, freuen sich aber auf ihren Menschen. Jeden Abend wenn ich nach Hause komme, gehören die ersten 2 Stunden ihm. Er fordert seine Streicheleinheiten ausdrücklich ein und trottet wie ein Schatten hinter mir her, wenn ich aufstehe und das Zimmer verlasse. Ohne die nötige Zuwendung verkümmern die Katzen.
Der Drang in die Natur ist nicht sehr ausgeprägt, die meisten Perserkatzen sind mit der Haltung in der Wohnung zufrieden, sofern sie es von klein auf gewohnt sind. Paulchen hat in den letzten 3 ½ Jahren bisher nur einen Ausflug ins Treppenhaus unternommen und der war nach 2 Minuten beendet.

Bevor man sich einen Perser ins Haus holt, sollte man sich viele Gedanke darüber machen, ob man bereit ist den Tieren die nötige Aufmerksamkeit und Pflege zu kommen zu lassen. Die Pflege des Fells nimmt täglich ca. 1. Std. in Anspruch. Dazu kommen die unangenehmen Säuberungsaktionen, falls die Katze Durchfall hatte und der Hintern und die Beine geputzt werden müssen. Hier ist auch der Mensch gefordert, denn alleine wird die Katze damit nicht fertig. Die Augen müssen regelmäßig gereinigt werden und die Wohnung wird binnen kürzester Zeit mit langen Haaren übersät sein. Der regelmäßig Gang zum Tierarzt sollte eine Selbstverständlichkeit sein. Auch in Futterfragen kann es bei Persern leicht zu Problemen kommen. Paulchen bekommt von den meisten Nassfuttersorten massiven Durchfall.

Ich würde zwar keinen Perser vom Züchter kaufen, da ich gewisse angezüchtete "Schönheitsideale" nicht nachvollziehen kann. Trotz aller Probleme die Paulchens Pflege mit sich bringt, würde ich ihn niemals hergeben. Er ist meine „große Liebe“ und ich hoffe, dass er noch sehr lange bei mir bleiben wird.

Herzliche Grüße

Iris und Paulchen (der wie meistens gerade auf meinem Monitor schläft :-))

Bei den Bewertung die "Handhabung" einer Katze anzugeben fällt mir nun doch ein wenig schwer .... ebenso ist die Angabe eines "Preis/Leistungsverhältnisses wohl eher ein Witz. Bitte die Angaben nicht ernstnehmen.




----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-30 05:44:30 mit dem Titel Paulchen, seine Verwandten und ihre Wünsche


Schon als Kind habe ich mir immer eine Katze gewünscht. Aber nicht nur eine Katzen stand auf meiner tierischen Wunschliste sondern auch ein Hund, ein Pferd, ein Esel, eine Kuh, ein Löwe, ein Tiger, ein netter Elefant und auch Schaf, Ziege und ein Schimpanse sollten nicht fehlen. Da diese Auswahl zugegebener Weise schwierig zu halten ist, wurde ich dann mit Goldhamster, Wellensittich, einer Schildkröte, Kaninchen und Goldfischen groß. Kaum das ich meine eigene Wohnung hatte, zog Tom bei mir ein, mein erster Kater.

Als ich damals ins Tierheim ging um mir meine Katze zu suchen, hab ich mir nicht allzu intensive Gedanken darüber gemacht, dass es nicht „nur ein Tier“ ist das ich zu mir nehmen möchte, sondern ein Lebewesen, dass viel Aufmerksamkeit und Zuwendung braucht. Als ich in den ersten Wochen mit Tom einige Schwierigkeiten bekommen habe, habe ich angefangen, alle Bücher über Katzenverhalten und Pflege zu lesen, die ich bekommen konnte und habe auch meinen Tierarzt mit Fragen bombardiert.

Bevor der Gang zum Züchter oder ins Tierheim bevorsteht, sollte sich jeder der eine Katze zu sich ins Haus nehmen möchte, ein paar Fragen beantworten.

Eine Katze kann 15 bis 20 Jahre alt werden. Für diesen langen Zeitraum heißt es nicht nur der Katze jeden Tag Futter und Wasser zu geben, sondern einige Entbehrungen müssen auf sich genommen werden. Gibt es jemanden der die Katze während des Urlaubs oder einem Krankenhausaufenthalt betreut? Was ist wenn die Katze nicht bereit ist, sich in einer anderen Wohnung unterbringen zu lassen und dort die Wohnung verschmutzt oder aus „Zorn“ die Wände und Möbel zerkratzt. Wenn niemand bereit ist die Katze in der eigenen Umgebung zu pflegen, was nicht nur Futter reichen und Katzenhaus putzen heißt, muss unter Umständen auf einen Urlaub verzichtet werden. Wenn die Katze an den Urlaubsort mitgenommen werden kann, muss sie während der Fahrt natürlich in einem geeigneten Transportbehälter untergebracht sein und benötigt während Fahrt Aufmerksamkeit.

Egal ob Kurz- oder Langhaarkatze, binnen kürzester Zeit haben sich die Katzenhaare in der ganzen Wohnung verteilt und auch tägliches Staubsaugen wird kaum verhindern, dass Sessel, Teppiche und Betten immer mit ein paar Katzenhaaren dekoriert sind. Wer damit nicht leben kann, sollte sich keine Katze ins Haus holen.

Auch der recht eigenwillige Charakter von Katzen ist bekannt. Sie zu erziehen wie einen Hund halte ich für ausgeschlossen. Durch konsequentes Verhalten gegenüber der Katze können vielleicht gewisse Grenzen gezogen werden, aber eine Katze wird sich nie dem Menschen unterordnen. Wer nicht bereit ist zu akzeptieren, dass zukünftig der Mensch in der Wohnung der Katze lebt, wird keine große Freude an der Wohngemeinschaft haben. Hat die Katze einmal ihren auserkorenen Lieblingsplatz im Bett einnehmen dürfen, wird sie ihn freiwillig nicht mehr aufgeben.

Die Haltung einer Katze bedeutet natürlich auch einen finanziellen Aufwand. Nicht nur die täglichen Futterkosten sind ein fester Kostenpunkt, sondern regelmäßige Untersuchungen und Impfungen beim Tierarzt können recht schnell zu einem sehr hohem Kostenfaktor werden, vor allem wenn die Tiere älter werden und die ersten Alterserscheinungen auftreten.

Natürlich muss geklärt sein, dass alle Familienmitglieder für die Aufnahme einer Katze sind und es sollte vor der Anschaffung geklärt werden, dass niemand der in der Wohnung lebt der gegen Katzenhaare allergisch ist.

Nachdem unser neuer Mitbewohner unsere Wohnung als neue Revier erobert hat, heißt es auf einige Eigenarten der kleinen Fellgesichter Rücksicht zu nehmen und sich darauf einzustellen.

Füttern klingt nach einer recht einfachen Sache, aber auch hier sollten einige Dinge beachtet werden. Schon bei der Auswahl des Fressnapfes gibt es etwas zu bedenken. Katzen mögen aus keinen hohen Schüssel fressen. Die Schnurrhaare sind eines der wichtigsten Sinnensorgane der Katzen. Die meisten Katzen mögen es nicht, wenn beim fressen die Schnurrhaare an den Schüsselrand gepresst werden, da es für die Zeit der Nahrungsaufnahme ihre Wahrnehmungsfähigkeit beeinträchtigt. Eine flache, breite Schüssel oder ein Teller wird von den meisten Katzen bevorzugt. Natürlich sollten weder Fress- noch Trinknapf in unmittelbarer Nähe zum Katzenklo stehen, verständlich, denn auch wir essen wohl nicht so gerne auf der Toilette. Das Futterreste von Nassfutter nicht im Napf bleiben sollen und antrocknen, sollte eine Selbstverständlichkeit sein.

Falls die Katze über einen längeren Zeitraum die Nahrung verweigert, kann es daran liegen, dass vielleicht der Fressplatz verlegt wurde und er der Katze nicht zusagt, dass ihr das Futter nicht schmeckt, oder sie auch ein wenig Abwechslung im Fressnapf möchte. Auch ein unsauberer Futterplatz kann zur Verweigerung der Nahrungsaufnahme führen. Sollte das nicht der Fall sein, empfiehlt sich ein Gang zum Tierarzt, um abzuklären ob die Katze gesund ist.

Auch Hauskatzen haben immer noch kleine genetische Überreste ihrer Raubtiervorfahren. Ein wenig davon bemerkt man wenn es um das Trinkverhalten der Katzen geht. Eine Katze trinkt ebenso wie ihre großen Raubtier-Verwandten kaum an der Stelle an der sie Beute gemacht hat. Nach dem fressen wandern sie durch die Gegend und suchen einen Wasserplatz. Paulchen hat zu Beginn sehr wenig Wasser getrunken. Seit ihm in der Wohnung 3 große, recht flache Wasserschüsseln in verschiedenen Räumen aufgestellt habe, trink er reichlich und auch sehr gern. Meist macht er sich direkt nach dem fressen auf die Suche nach einem der Wassernäpfe und hält dort auch gleich sein Verdauungsschläfchen.

Neben dem Futter muss eine Katze auch immer frisches Gras zur Verfügung haben. Katzen fressen Gras um Haare, die beim putzen in den Magen geraten zu bündeln und sie dann als Haarballen wieder auszuwürgen. Das Gras muss nicht immer das recht teure Katzengras sein das es in Zoofachgeschäften zu kaufen gibt, sondern aus Weizen- oder Roggenkorn kann ein ebenso bekömmliches Katzengras für wenige Cent selbst gezogen werden.

Das Katzenhaus muss natürlich jeden Tag gereinigt werden. Nur manchen Katzen reicht auch ein sauberes Haus nicht aus, um es als ständige Toilette zu akzeptieren. Es gibt Katzen die legen viel Wert auf ein Katzenhaus mit Haube, damit sie unbeobachtet ihr „Geschäft“ verrichten können. Auch der Standort ist nicht unwichtig; das Katzenhaus sollte an einem ruhigen Ort stehen. Bei der Auswahl der Streu ist auch ein wenig auf das feine Näschen der Katze zu achten. Bei Paulchen habe ich 5 verschiedene Sorten probieren müssen, bis er sich mit seinem Klo und dem Streu einverstanden erklärt hat.

Wenn für das leibliche Wohl des Tieres gesorgt ist, beginn der Teil, in dem ich mich selbst immer als Entertainer von Paulchen bezeichne. Katzen brauchen nicht nur ihr Futter und ein sauberes Katzenhaus, sondern sie möchten von ihrem Menschen unterhalten und beschäftigt werden. Eine Vielzahl von mehr oder weniger sinnvollen Spielzeugen werden im Tierfachhandel angeboten. Ob Bälle oder Spielmaus, die Katze hat auch hier ihren eigenen Anspruch und wird über kurz oder lang ihr Lieblingsspiel finden, für das sich ihr Mensch jeden Tag mindestens 1 bis 2 Stunden nehmen muss. Manchmal reicht ein einfaches Wollknäuel um die Katze zu unterhalten oder ein einfacher Karton in dem raschelndes Papier ist kann bei der Katze höchstes Vergnügen hervorrufen.

Nachdem dem das Katzenunterhaltungsprogramm abgeschlossen ist, sollte man sich meist im ungünstigsten Moment daran gewöhnen, dass unser Fellgesicht Lust auf eine ausgiebige Schmuseeinheit hat. Der Katze ist es egal, ob ihr Mensch eigentlich gerade lieber einen sinnvollen Beitrag für ein Forum schreiben möchte oder lesen möchte. Wenn Katze ihre Liebe bezeugen will, dann erwarten sie, dass der Mensch es zu würdigen weiss. Ohne die ausgiebigen Streichel- und Schmusestunden verkümmert die Katze und fühlt sich von ihrem Menschen im Stich gelassen.

Na, auch nach 1.215 Wörtern immer noch nicht das Interesse verloren? Das freut mich natürlich sehr und dann kann es ja mir der Fellpflege weitergehen.

Langhaarkatzen, wie z. B. Perser brauchen eine besondere Fellpflege. Wenn die Katze das tägliche Kämmen am kompletten Körper nicht von Anfang an gewohnt ist, wird es sich als erwachsene Katze kaum noch gefallen lassen. Bei Paulchen sind sämtliche Versuche ihn in seinem hohem Alter noch vom täglichen Kämmen zu überzeugen kläglich gescheitert. Da Perserkatzen eine sehr empfindliche Haut haben, die sehr schnell einreißt, muss man bei kämmen äußerst behutsam vorgehen um der Katze keine schmerzhaften Schädigungen an der Haut zuzufügen. Da ich nicht wollte das Paulchen aufgrund meiner verzweifelten Versuche ihn zu kämmen Angst vor mir bekommt, habe ich mit unserem Tierarzt abgesprochen, das Paulchen mindestens 2 im Jahr das Fell vom Tierarzt geschoren bekommt. Paulchen fühlt sich mit für einen Perserkater recht kurzem Fell sichtbar wohler und die Gefahr das sein Fell verfilzt und große Fellklumpen bekommt ist für uns somit ausgeschlossen. Wer eine Perserkatze hat und nicht gesteigerten Wert auf ein stets langes, seidiges Fell legt, sollte überlegen ob er seine Katze hin und wieder einen pfiffigen Kurzhaarschnitt gönnt, da auch sich auch die empfindliche Haut in den Zeiten des kurzen Fells erholen kann. Gerade bei Perserkatzen gehört auch das tägliche Naseputzen und das Augenreinigen zur täglichen Routine.

Um ihre Krallen zu wetzen benötigt die Katze natürlich ein geeignetes Objekt. Ob es nun ein wunderbar dekorativer Kratzbaum oder ein selbstgebasteltes Brett mit einer Sisalleine bewickelt ist, hängt auch ein wenig vom Geschmack der Katze ab und wie schnell sie daran gewöhnt wird. Paulchen hat einen tollen, von meinem Vater selbst gebauten Kratzbaum, stets ignoriert und einen alten Korbsessel als seinen Kratzbaum auserkoren. Um die Katze dennoch von dem Kratzbaum zu überzeugen, könnte man versuchen das von der Katze als Kratzbaum auserkorene Möbelstück zu verrücken und den Baum genau dort hinzustellen. Da die Katze auch ihre Duftmarken mit dem kratzen hinterlässt, könnte es helfen ein Kleidungsstück über den verschmähten Kratzbaum zu hängen, da Katzen durch das setzen ihrer Duftmarke auch ihre Zuneigung zum Menschen ausdrücken.

Natürlich kann man Katzen in der Wohnung in gewissen Dingen Grenzen aufzeigen. Wenn man die Katze dabei ertappt, wenn sie etwas verbotenes anstellt, hilft es wenn man jedes Mal wenn sie erwischt wird sofort mit einem etwas lauteren „Nein“ reagiert. Tiere zu schlagen kommt für mich und ich hoffe für keinen Menschen in Frage. Auch das nachträgliche bestrafen der Tiere ist sinnlos und wird von den Katzen nicht verstanden. Wenn die Katze morgens alleine ist und eine Vase auf dem Tisch umstößt, darf man sie nicht abends dafür maßregeln, wenn sie gerade friedlich geschlafen hat und ihren Menschen freundlich gegrüßt. Die Katze weiss nicht wovor sie gestraft wird und fühlt sich zurückgewiesen und falsch behandelt. Das Vertrauen der Katze wird so enttäuscht.

Wenn eine Katze Freilauf erhält, muss natürlich dafür Sorge getragen werden, dass sie einen ungehinderten Aus- und Eingang zur Wohnung hat. Die nächste Hauptverkehrsstrasse sollte recht weit von der Wohnung weg sein und auch mit den Nachbarn sollte vorher ein klärendes Gespräch geführt werden. Freigänger brauchen mehr Impfungen als Wohnungskatzen und ein Ungezieferhalsband kann vor unliebsamen Mitbewohner bei der Katze schützen. Eine Tätowierung bei Freigängern ist ausgesprochen hilfreich, falls das Tier verschwinden und ermöglichen eine schnelle und einfache Identifikation wenn die Katze gefunden ist. Auch haben sich die meisten Tierversuchsanstalten verpflichtet tätowierte Tiere zurückzuweisen und umgehend zu melden.

Die männlichen Leser werden jetzt sicher mit schmerzverzerrtem Gesicht weiterlesen, wenn ich auf das Thema Kastration zu sprechen komme *gg*. Reine Wohnungskater können nicht kastriert kaum in der Wohnung gehalten werden, da sie über kurz oder lang ihr Revier markieren und der Geruch für den Menschen nicht zu ertragen wäre. Da die Tierheime vor ausgesetzten oder abgegebenen Katzen überquellen, sollten auch Freigänger kastriert werden um ein unkontrolliertes Vermehren der Katzen einzuschränken. Die Kater leiden sicher nicht darunter und führen kastriert ein ebenso schönes Leben wie mit ihrer „vollen Männlichkeit“.

Das Verhalten der Katzen und auch der richtige Umgang mit ihnen ist sicher nicht einzig aus Büchern zu erlernen. Jedes Tier hat seinen eigenen Charakter und seine besonderen Eigenarten. Vor Paulchen haben schon viele Katzen bei mir gelebt, die alle in einem recht hohem Alter zu mir gekommen sind. Anfangs habe ich so manche Reaktion der Tiere nicht verstanden oder nicht „richtig zugehört“. Paulchen versucht mir auf seine Art klarzumachen wenn ihn etwas stört und ich bemühe mich die Ursache für seinen Unmut herauszufinden.

Ein paar der oben genannten Grundregeln sollten beim Umgang mit Katzen eingehalten werden, damit Mensch und Katze gemeinsam leben können. Das was die Tiere aber meisten brauchen ist die Zuneigung und die Zuwendung die sie bei ihrem Menschen suchen. An dieser Stelle möchte ich auch diejenigen die sich mit dem Gedanken tragen eine Katze zu sich nehmen bitten, zu überdenken ob sie nicht auch einer älteren Katze aus einem Tierheim eine Chance auf ein neues Hause geben möchten. Sicher ist es manchmal schwieriger alte Tiere an ein neues Heim zu gewöhnen, aber die alten Katzen haben es verdient einen Menschen zu finden der sich liebevoll um sie kümmert und ihnen einen Altersruhesitz im Tierheim erspart.

Paulchen und ich haben gelernt uns zu verständigen und ich bemühe mich ihm ein Leben zu bereiten wie es einem alten Katzenherrn zusteht. Er dankt es mir täglich durch seine Anhänglichkeit und dadurch das er mir das Gefühl gibt, das er mich genauso versteht wie ich ihn. Wenn Paulchen neben mir auf der Couch liegt, schnurrt, Köpfchen gibt und mir zuzwinkert, weiss ich das er sich wohl fühlt und das wir beide ein unschlagbares Team geworden sind.

Ich hoffe, das ihr euch mit euren Katzen ebenso gut versteht wie Paulchen und ich und wäre froh, wenn ich vielleicht den einen oder anderen nützlichen Hinweis für das Zusammenleben mit einer Katze geben konnte.

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