Katzen Allgemein Testbericht

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Erfahrungsbericht von mariokoehler

Die Katze sucht den Menschen aus - nicht umgekehrt!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich will nicht gerade behaupten, der absolute Megaprofi für die Katzenanschaffung zu sein - dafür bin ich viel zu jung - und sicherlich haben meine Großeltern, die während ihres ganzen Lebens immer mit Katzen zu tun hatten, mehr Erfahrung als ich. Und nur, weil ich eine nicht gerade unbeliebte Katenhomepage betreibe (siehe Profil), will ich nicht gleich abheben vom Boden der Realität. Es gibt besser besuchte. Trotzdem will ich meine Erfahrungen mit den Katzen hier zum besten geben.

Eigentlich lebe ich seit 21 Jahren mit den sanftmütigen Tieren zusammen. Damals noch im Strampelanzug, wußte ich schon, eine Katze nicht zu reizen. Das erste Exemplar, mit dem ich mich anfreundete, war stets älter als ich und mußte aus Alters- und Krankheitsgründen im September 1997 leider eingeschläfert werden. Das war eine Katze mit einem ausgesprochen ruhigen Charakter. Nie hat sie gefaucht, nie hat sie gekratzt - vielleicht habe ich auch deshalb Katzen so in mein Herz geschlossen.
Obwohl es selten vorkam, daß ich als Baby einen Pfotenhieb auf meine 3 Haare bekam, nahm ich das dieser Kuschelspezies nie übel. Minna, eben beschriebenes und sich im Katzenhimmel befindendes Exemplar, ist uns zugelaufen. Anscheinend hat meine ganze Familie ein Herz für obdachlose oder verstoßene Katzen. (Aber dazu später mehr).
Dabei wissen wir genau, Katzen anzulocken. Vielleicht haben wir Minna auch dem vorherigen Besitzer einfach abgeworben, haben einfach ein besseres zu Hause geboten? Welche Katze kann auch schon an einem Familiengrillabend \'ner Thüringer Roster widerstehen? Natürlich ohne Ketchup.
Eben beschriebenen Anlocktipp bitte ich schnell zu vergessen, wenn man sich im Urlaub befindet. Natürlich tun einem die Katzen leid, und man könnte ihnen doch so leicht eine Freude machen, indem man Milch und Futter vor dem Ferienhaus aufstellt. Aber was ist, wenn sich der Urlaub dem Ende neigt? Schnell hat man die Katzen wieder vergessen. Aber während man schon längst wieder im Ferienflieger gen Heimat sitzt, jammern sich die Katzen auf dem Treppenabsatz des Ferienhauses die Seele aus dem Leibe, weil das Trockenfutter-Schälchen leer ist.
Wer keinen besonderen Wert auf einen Namen wie \"Super Champion Lavendel Püppchen vom Ahornpark\" für eine Rassekatze legt, der sollte Ausschau nach einer echten Bauernkatze halten. Diese Tiere sind zumeist kostenlos und in reicher Auswahl vorhanden. Natürlich hätte man gern alle genommen.
Unsere erste eigene Katze war eine Bauernhofskatze, die mit eben beschriebener Taktik ins heimische Appartement geholt wurde. Man sollte darauf achten, daß die Katze weit über 8 Wochen alt ist, denn unser niedliches Exemplar, das auf den Namen \"Miezie\" hört, war anscheinend noch etwas jung. Sie konnte sich nicht richtig putzen, besonders fehlte ihr die Übung bei der Hygiene nach einem Klo-Besuch. Und so fanden sich regelmäßig kleine braune Stempel auf dem Bettlaken. Manchmal sind wir ihr sogar mit Toilettenpapier hinterhergerannt. Wenn das zu spät war, haben wir wenigstens der Bettwäsche eine kostenlose Drehung in der Waschmaschine gegönnt.
Einer Katze ist - besonders in der Wohnung - recht langweilig. Deshalb haben wir beschlossen, eine weitere Katze aus dem Tierheim zu holen.
Hier spielten besonders folgende Kriterien eine Rolle: die Katze sollte ein ähnliches Alter haben, aber ein wenig jünger sein (damit sie sich unterordnen kann) und wenn möglich vom anderen Geschlecht.
Wir wurden fündig - Paulchen, etwa 1 Jahr jünger, hat sich recht bald eingelebt. Natürlich darf man nicht erwarten, daß sich die beiden auf einen Schlag miteinander verstehen. Einen Schlag konnten wir die nächsten 2 Wochen öfter wahrnehmen - dann nämlich, wenn das kleine Paulchen wieder von Miezie (dem Chef im Hause) einen Pfotenhieb zwischen die Ohren bekommen hat.
Leider mußten wir feststellen, daß nicht alle Katzen Schmusekatzen sind. Paulchen läßt sich zwar streicheln, aber nicht auf den Arm nehmen. Diese schmerzliche Erfahrung mußte bis dato ein jeder in unserer Familie machen. Genau aus diesem Grunde wurde er sicherlich auch im Tierheim abgegeben. Die ehemaligen Besitzer wollten sich einfach nicht damit abfinden, eine sonderbare Katze zu halten.
Und sonderbar ist gelinde ausgedrückt. Paulchen ist nämlich nicht gerade das, was man ein Katzengenie nennt. Er läuft schon mal auf einem Hausdach lang, hält aber nicht an, wenn es aufhört, und fällt einige Meter hinunter. (Man kann nicht immer seine tolpatschige Katze im Auge behalten). Auch fand er den Swimmingpool eines Nachbarhauses so interessant, daß er ihn betreten mußte - daß Paulchen kein ausgesprochener Schwimm-Weltmeister ist, wußte er selbst anscheinend nicht. Auch hat er Angst vor Mäusen und Spinnen - sein Fauchen könnte man mit einem Orkan im Nachbarort verwechseln.
Wie lieben ihn trotzdem.
Für die Katzenhaltung gebe ich folgende Hinweise: wenn es unbedingt in einer Wohnung sein muß, dann sollte diese recht groß (mind. 100m²) und dazu mit reichlich Spielzeug und Kratzmöglichkeiten ausgestattet sein. Wenn man tagsüber nicht zu Hause ist, sollte man die Ein-Tier-Haltung vermeiden.
Ich empfehle jedoch die Freilufthaltung. Meine Eltern sind im August 2000 nach Portugal umgezogen und haben extra 6 Monate vorher bei der Air-Berlin 2 Katzen-Luxus-Plätze im Frachtraum bestellt (damit war 1/3 der ganzen Tiertransport-Kapazität verbraucht).
Seitdem tollen sich die beiden Katzen im und außerhalb des Hauses herum und erfreuen sich jeden sonnigen Tages. Das Heim schien sogar einer dritten Katze zu gefallen - meine Mutter hat es nur 2 Tage ausgehalten, mit ansehen zu müssen, wie die kleine Whisky (so heißt sie jetzt) sich die braune Katzennase am Fenster plattgedrückt hat. Sie ist jetzt auch Mitbewohner und teilt sich das Haus, den Garten und das Umfeld mit den anderen beiden Rabauken.
Natürlich darf man nie vergessen, sie zu loben. Meister Jägerin kommt regelmäßig mit toten Mäusen an und schleudert sie vor unsere Füße, die ehemaligen Wohnungskatzen wollen dem natürlich nacheifern und bringen schon mal Grashalme oder Regenwürmer von der Jagd mit nach Hause. Aber bitte stets das Loben nicht vergessen! Auch nicht, wenn die Katze (wie bei uns) einmal mit einem Vogelnest im Maul wieder ankam - samt Muttertier und Jungvögeln... alle tot, versteht sich.

Also, kurzes Fazit: wer eine Katze anschaffen will, der sollte zuerst im Tierheim nachsehen. Dort gibt es sicherlich etwas für jeden Geschmack. Aber auch Bauernhofkatzen sind nur zu empfehlen, weil sie zahlreich vorhanden sind und demnach kostengünstig oder sogar kostenlos. Wer einen Züchter mit dem Kauf einer Rassekatze unterstützen will, der kann dies machen. Wenn man die Katze in der Wohnung hält, sollte viel Platz und Spielzeug vorhanden sein. Über Kratzer an den Möbeln darf man sich allerdings dann nicht beschweren.