Katzenerziehung Testbericht

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Erfahrungsbericht von Nikkita01

Clickertraining zur Katzenerziehung

Pro:

macht viel Spass, sowohl Mensch als auch Tier

Kontra:

ich denke nicht das es ein Kontra gibt

Empfehlung:

Ja

Jeder der bisher dachte, Katzen könne man nicht erziehen, lag falsch. Man kann Katzen erziehen!
"Clickertraining" heisst hier das Zauberwort. Manche kennen das in Verbindung mit Pferden oder Hunden, aber es ist auch mit Katzen möglich und macht ungeheuerlich viel spass!

Das Grundprinzip von Clickertraining liegt darin, der Katze spielerisch und ohne Zwang oder gar Bestrafung etwas beizubringen. Auf keinenfall sollte die Katze zum mitmachen gezwungen werden! Mal wird sie voller Begeisterung mitmachen, mal keinerlei Interesse zeigen. Das müsst ihr respektieren.

Clickertraining arbeitet ausschliesslich mit positiver Bestärkung, indem belohnt wird was getan werden soll und ignoriert wird was nicht getan werden soll. Bestrafungen machen hier keinerlei Sinn und führt nur dazu, dass die Katze davon rennt um ihrer Bestrafung zu entgehen. Wie auch wir Menschen lernen Katzen leichter durch Lob. Das ist Sinn des Clickertrainings.

Um beginnen zu können, braucht ihr einen Clicker wie z.B. der klassische Knackfrosch der beim drücken ein Click-Geräusch macht. Auch eignet sich der Deckel von Babynahrung der in der Mitte eine Wölbung nach aussen hat. Wenn ihr an dieser Stelle drückt, entsteht auch ein Click-Geräusch. Damit habe ich bei Fine angefangen, bis ich merkte, dass es Ihr leichter fiel auf ein einfaches Zungenschnalzen zu reagieren. Der Vorteil dabei ist, das man beide Hände frei hat. Eigentlich gibt es viele Hilfsmittel die man verwenden kann, wichtig ist nur, ein Geräusch zu finden, dass die Katze in jeder Situation erkennen kann. Dieses Geräusch wird in Zukunft für die Katze eine Ankündigung auf ihre Belohnung bedeuten, was die meisten auch sehr schnell lernen.

Nun sollte man sich Zeit nehmen, ein geeignetes Leckerli für die Katze zu finden. Es sollte wenn möglich klein sein, sodass eure Katze dieses schnell "verputzen" und gleich weitermachen kann. Umso länger die Katze braucht Ihr Leckerli zu vertilgen, umso eher vergisst Sie was ihr gerade macht, wird unkonzentriert oder verliert schnell die Lust. Als Leckerli eignet sich sonst alles was eure Katze mag, schließlich soll es eine richtige Belohnung für sie sein. Ich habe es eine Zeitlang mit Hüttenkäse versucht, aber Fine möchte Abwechslung haben, also gibt es immer mal was anderes ;-)

Um den Sinn vom Clickertraining besser zu erklären, nehme ich mal den Vergleich mit Delphinen, so hatte ich es damals in der Clicker-Group auch erklärt bekommen und am besten verstanden.

Wie Delphine kann man Katzen nicht einfach herumschieben oder -zerren und ihnen somit zeigen, was wir von ihnen wollen. Wenn wir das bei unseren Katzen versuchen würden, wird sie alles tun um sich gegen die körperliche Manipulation zu wehren.

Möchte man also einem Delphin beibringen durch einen Reifen zu springen, braucht man eine Möglichkeit dem Delphin zu zeigen, wann ein Verhalten erwünscht ist. Das erreichen die Trainer durch ihre Trillerpfeife.
Wenn nun also der Delphin in die Richtung des Reifens schwimmt, pfeift der Trainer und der Delphin bekommt zur Belohnung einen Fisch. Das Ganze wird schrittweise immer weiter ausgebaut, so reicht es irgendwann nicht mehr nur zum Reifen zu schwimmen, sondern er sollte seine Nase aus dem Wasser halten und erst das wird dann wieder belohnt. Macht der Delphin das nicht, gibt es einfach keinen Fisch.

Die Trillerpfeife (bei uns der Clicker) ist notwendig, da es irgendwann schwierig wird im passenden Moment den Fisch zu werfen. Der richtige Zeitpunkt ist aber sehr wichtig, damit der Delphin lernt, für was genau er nun belohnt wird, was wir also von Ihm wollen. Die Trillerpfeife zeigt dem Delphin genau die Handlung die erwünscht ist und signalisiert Ihm die anstehende Belohnung dafür. Wenn nun der Fisch später kommt ist es nicht mehr so wichtig, da der Delphin durch das Geräusch die Information bekommen hat, wofür und das er ein Leckerchen bekommt.

Als erstes sollte die Katze lernen, was dieses Geräusch bedeutet. Hierfür sind noch keine Übungen sinnvoll. Ihr clickt und gebt der Katze das Leckerli. Das wiederholt man so lange, bis die Katze den Zusammenhang begriffen hat.
Dann beginnt man mit einer ganz leichten Übung. Zum Beispiel nimmt man ein Stäbchen und hält es nah an die Katze. Wenn sie nun in die Richtung des Stäbchens sieht, wird geclickt und sie bekommt ihre Belohnung. Das wird dann schrittweise weitergeführt. Ihr entfernt euch immer weiter mit dem Stäbchen und wenn die Katze auf das Stäbchen zugeht bekommt es wieder eine Belohnung. Das Ziel ist, das die Katze das Stäbchen mit der Nase berührt.
Während des Clickertrainings sollte auch gar nicht so viel mit der Katze gesprochen werden. Das irritiert sie nur und ist überflüssig.

Überfordert eure Katze nicht damit, sonst ist Sie schnell gefrustet. Ihr solltet ganz langsame Schritte machen. Wenn ihr das Gefühl habt, eure Katze kommt mit dem nächsten Schritt noch nicht klar, dann übt mit Ihr noch den vorigen, damit Sie sicherer wird. Es kann aber auch einmal notwendig sein, wieder von vorne zu beginnen.
Auch sollte nicht zu lange geübt werden, da irgendwann das Bäuchlein voll mit Leckerlis ist und die Katze die Lust verliert. Lieber hört Ihr mit einer Übung auf, solange sie noch spannend für eure Katze ist. Ist das Training erst einmal beendet, gebt eurer Katze ein paar Leckerlis extra. Die Clickertrainer nennen das "Jackpot".

Nun könnt Ihr euch Übungen ausdenken, die eurer Katze machen könnte. Vielleicht irgendwelche Kunststücke wie durch einen Reifen springen, oder eine Verhaltensweise die euch nicht gefällt durch clicken "umleiten".
Wenn eure Katze z.B. an Wänden oder Türen kratzt und sie dem wundervollen Kratzbaum keinerlei Beachtung schenkt, kann man durch das Clickertraining erreichen, dass sie versteht, wofür der Kratzbaum eigentlich gedacht ist und es mehr spass macht, sich an diesem zu vergehen, als an euren kostbaren Wänden ;-)

Ihr setzt euch also ausgerüstet mit Clicker und Leckerlis an den Kratzbaum. Womöglich wird eure Katze neugierig und kommt auf euch zu. Sobald sie nun zufällig zum Kratzbaum sieht oder sich diesem zuwendet, wird sie belohnt. Ganz klar - immer erst der Click, dann die Belohnung!
Nun wird die Katze überlegen, wofür sie die Belohnung bekommen hat und ausprobieren. Immer wenn Sie zum Kratzbaum sieht oder auf diesen zugeht, bekommt sie ihre Belohnung. Bald wird sie verstanden haben, was ihr von ihr wollt. Also kann es nun weitergehen.

Nun wird das hinsehen ignoriert und nur noch das hingehen belohnt. Irgendwann hebt sie mal die Pfote und berührt den Kratzbaum, das bringt der Katze wieder ein Leckerli ein. Berührt sie den Kratzbaum öfter und zielsicherer, werden die vorigen Schritte nicht mehr beachtet. Dann fährt Sie vielleicht irgendwann ihre Krallen aus während sie die Pfote am Kratzbaum hat, auch das wird sofort belohnt. So geht es immer weiter bis die Übung komplett begriffen wurde.
Wenn es dann also soweit ist, kann man ein Kommando in die Übung mit einbauen. Läuft nun die Katze zielstrebig zum Kratzbaum um Ihre Krallen zu wetzen, sagt Ihr das Kommando (z.B.: kratzen!) und belohnt sie. Ein paar mal und danach kommt das Kommando zuerst und wenn Eure Katze nach diesem Wort zum Kratzbaum läuft, bekommt sie ihr Leckerli. Somit wäre eure Übung geschafft und die Katze verschont in Zukunft eure Wände.

Erwartet aber bitte nicht, dass eure Katze das innerhalb ein paar Stunden lernt. Das braucht Zeit und Ihr müsst viel Geduld haben. Aber es macht ungeheuerlich viel Spass, vor allem der Katze. Sie wird gefordert und ausserdem findet sie es bestimmt toll dem Menschen Leckerlis abzuluxen ;-)

Es gibt eine Group zum Thema Katzenclickern, in der ihr Fragen stellen könnt und euch weitergeholfen wird.

Liebe Grüße,
Nicki


© Nikkita01 (Ciao / Yopi)



Quellen:
Katzenclickern-Mailingliste

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