Katzenkratzbäume Testbericht

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Erfahrungsbericht von LosGatos

Der Baum in meinem Zimmer....

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

......ist längst verschwunden. Jedoch nicht aus meinem Leben, genauso wenig wie seine Bewohner Boris und Queenie, kurz Los Gatos genannt. Dafür habe ich jetzt zum Beispiel einen Gummibaum, den hatte ich früher nicht, als die beiden Katzen noch bei mir wohnten, denn den hätten sie wohl genauso angenagt wie meine Zimmerpalme.

Als sie sich vor dreieinhalb Jahren eine eigene Wohnung suchten, nahmen sie auch ihre wichtigsten Möbelstücke mit, ihre Kratzbäume, womit wir beim eigentlichen Thema wären.


Wie alles begann....

1994 entschloss ich mich, mir zwei Katzen anzuschaffen (siehe auch mein Bericht „Wer sind Los Gatos?“). Da ich in einer Etagenwohnung im 4. Stock wohne und keinen Garten besitze, war klar, dass die beiden zu ihrem eigenen Schutz reine Wohnungskatzen bleiben würden. Dort hatten sie bei ihrem Züchter auch ihre ersten 3 Monate ihres Lebens verbracht.

Katzen klettern erstens gerne, und zweitens muss man ihnen Möglichkeiten geben, ihre Krallen zu wetzen. Wer einen Garten mit Bäumen hat oder nahe am Wald wohnt, kann seinen Vierbeinern anderweitig Auslauf gewähren. Bei mir war das nicht möglich. Vielen Katzenbesitzern wird es nicht anders gehen.

Natürlich bedienen sich Katzen auch gerne der Sitzmöbel ihrer Dosenöffner und hinterlassen ihre Spuren. Aber ein Kratzbaum ist zumindest eine Alternative, um den Schaden in der Wohnung in Grenzen zu halten. Denn die meisten Katzen werden sich mit ihrer Kratzerei kaum auf den Kratzbaum beschränken. Meine jedenfalls nicht. Schränke und Möbel wiesen bald deutliche Spuren auf, und im Flur hing die einladende Styroportapete bald nur noch in Fetzen herunter. Ein früherer Kollege, der auch 3 Katzen hatte und diesen Auslauf in freier Wildbahn gewährte, lachte mich immer etwas aus und bemitleidete meine Katzen, weil sie nicht hinausdürften. Er bräuchte keinen Kratzbaum und seine Möbel würden sie auch in Ruhe lassen. Er hatte sicher auf seine Weise recht, aber ich wünschte meinen Katzen ein langes Leben und mir lange Freude an ihnen.

Jedenfalls stand der erste Kratzbaum in meiner Wohnung bereits, bevor Los Gatos einzogen.

Bei der Anschaffung eines Kratzbaumes hat man prinzipiell 3 Möglichkeiten:

- geschickte Heimwerker bauen so was selbst (ich zähle mich nicht zu dieser Gilde)
- man kauft einen kompletten Katzenbaum (in Tierbedarfgeschäften oder bei Zooplus gibt es reichlich Auswahl)
- man stellt sich einen Kratzbaum aus einem Baukastensystem zusammen


Ich hatte mich für letztere Variante entschieden. Diese hat verschiedene Vorteile. Zum einen kann man den Kratzbaum gemäß vorhandenem Platz und Vorlieben der Katzen selbst zusammenstellen. Zum anderen unterliegt so ein Kratzbaum einer ziemlichen Beanspruchung (zum Glück) und entsprechendem Verschleiß. Dabei werden einzelne Teile stärker abgenutzt als andere. Bei einem Baukastensystem kann man dann einzelne Teile wieder nachkaufen, was bei uns im Laufe der Jahre immer wieder mal der Fall war. Die Komponenten des von mir gekauften Kratzbaumes waren auch viel stabiler und robuster als die von Komplettbäumen. Das konnte ich auch jüngst wieder feststellen. Der erste Kratzbaum war in diesem Jahr 8 Jahre alt. Auch in dieser Zeit waren einzelne Teile schon ersetzt worden. Nun war an vielen Stellen Ersatz notwendig, wie ich feststellen konnte, als ich Los Gatos besuchte.

Es war wieder die Frage, Teile ersetzen oder neues Komplettsystem ? Ich schaute mir das Angebot in Zoogeschäften an. Die hatten nur relativ kleine Komplettsysteme, die nicht sehr stabil aussahen. Das sind zum Teil nur dünne Pappröhren, die als Gerüst dienen. Es war abzusehen, dass die beim Temperament meines Katers kein Jahr halten würden. Also suchte ich wieder das Zoogeschäft auf, bei dem ich den ersten Baum gekauft hatte, den „Katzenfreund“ in München. Zum Glück gab es das Geschäft noch und das System gibt es auch noch, so dass ich keine Probleme hatte, einzelne Teile nachzukaufen.

Die Stabilität hat natürlich ihren Preis. Der erste Katzenbaum, wie er vor 8-9 Jahren zusammengestellt wurde, sah wie folgt aus (damals kannte ich ja vorab die Vorlieben meiner Katzen nicht):

Zunächst eine stabile Bodenplatte. Darüber zwei Säulen (jeweils ca. 13cm Durchmesser), von denen die eine bis zur Decke hoch reichte und dort mit Hilfe eines Deckenspanners befestigt wurde. Die längere Säule hatte von unten nach oben eine Schlafmulde, eine Höhle und zwei Liegebretter integriert. Stabilität wurde dem System zusätzlich dadurch gegeben, dass die beiden Säulen in ca. 1m Höhe durch eine Hängematte verbunden wurden. Säule 2 war durch eine Liegeschale in Schulterhöhe abgeschlossen. Die Säulenelemente sind aus Holz, das mit Sisalband umwickelt ist. Alle Wohnelemente sind mit Valour überzogen, den es in verschiedenen Farben zur Auswahl gibt, so dass man es passend zur übrigen Wohnlandschaft auswählen kann. Der Anschaffungspreis lag damals bei 900-1000DM.

Als ich in diesem Jahr die Hängematte, die Höhle, die Bretter und die Schlafschale austauschte, wurde ich wiederum knapp 200 Euro los.

Verschleiß:
Wie aus dem Geschilderten zu entnehmen, entsteht der Verschleiß weniger dort, wo eigentlich gekratzt wird, nämlich den sisalumwickelten Säulen, sondern mehr bei den Velourteilen. Diese Elemente sind in der Basis aus Holz, das mit Stoff bezogen ist. Durch das Hineinkrallen zerreißt der Stoff im Laufe der Zeit vornehmlich an den Kanten, wodurch kein Halt mehr gegeben ist. Die Hängematte diente Los Gatos auch als Sprungtuch, sodass sie nach und nach sozusagen perforiert wurde.

Akzeptanz:
Welches die Lieblingsplätze waren, hat sich hin und wieder geändert. Das kuschelige Velourmaterial ist natürlich bei Katzen sehr beliebt. Anfangs krochen beide gemeinsam gern in die Höhle, was natürlich nicht mehr möglich war, als Los Gatos ausgewachsen waren. In letzter Zeit hat mein Kater die Höhle jedoch wiederentdeckt, wenn er absolute Ruhe haben und ungestört sein möchte. Generell gilt: Je höher, desto besser. Somit lag Queenie am liebsten stets auf dem obersten Brett, weil sie dort erstens einen besseren Überblick hat und zweitens nicht so leicht greifbar war. Die Höhle vermittelte ihr aufgrund der zentralen Lage wohl nicht genug Geborgenheit. Deshalb hat sie als Höhlenersatz
früher immer meinen Kleiderschrank zwischen meiner Unterwäsche vorgezogen.

Um Los Gatos frische Luft und Vögelgezwitscher nicht vorzuenthalten, hatten sie stets freien Zugang zum Balkon, der mit einem Katzennetz gesichert war. Um ihnen einen Logenplatz bieten zu können, hatte ich auch dort einen zweiten Katzenbaum aus ähnlichen Komponenten eingerichtet. Hier muss man allerdings sagen, dass das Material nicht witterungsbeständig ist (es ist auch nicht dafür vorgesehen). Nicht nur das Velour leidet bei Sonne, Regen und Schnee, sondern die hölzernen Säulen verziehen sich bei Temperatur- und Feuchtigkeitsschwankungen. Auch hier gibt es im Fachhändel Alternativen aus Naturholz. Allerdings sind solche „Handarbeiten“ entsprechend teuer. Hier ist der geschickte Handwerker, der so etwas selbst konstruiert, klar im Vorteil.


FAZIT

Ein Katzenbaum ist bei Wohnungskatzen unerlässlich, er ermöglicht ihnen: Träumen, Toben und Turnen. In der Tat sind sie beliebte Schlafplätze, oft die Endstationen von wilden Verfolgungsjagden. Und was das Turnen angeht, sagte doch meine Nachbarin, eine ältere Dame, einmal, als ich sie aus dem Urlaub anrief und mich nach dem Wohl meiner Katzen erkundigte: „Den Gatos geht es sehr gut, sie fressen schön und machen ihre Übungen.“ Übungen?, fragte ich. Sie meinte damit das Klettern am Katzenbaum.
Und das ist nach wie vor so. Ich stelle es immer fest, wenn ich sie besuche. Zwar sehe ich sie nicht allzu häufig, aber zum Trost haben sie mir immerhin ein lebenslanges Nutzungsrecht auf ihren Nickname überlassen....

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 28.9.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi, und vielleicht eComments und Talk-On

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