Katzenkratzbäume Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von ClaudiaRetzmann
Theoretisch gut, in der Praxis nicht immer
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Seit 6 Jahren bin ich stolze Besitzerin eines kleinen, verwöhnten Schmusetigers. Als ich meinen Kater damals bekam, war er gerade 8 Wochen alt – ein kleines, unbeholfenes und süßes Wollknäuel. Damit er sich von Anfang an bei mir wohlfühlt habe ich neben Katzentoilette, Freßnapf und diversem Spielzeug auch gleich einen Kratzbaum gekauft. Schließlich sollte es ihm bei mir an nichts fehlen und gleichzeitig wollte ich natürlich auch meine Möbel vor den Ritualen des Krallenschärfens bewahren.
Da mein Kater zu dem Zeitpunkt ja noch sehr klein war, entschied ich mich damals für einen einfachen kleinen Kratzbaum. Dieser bestand lediglich aus einem quadratischen Behälter mit einer kleinen Öffnung, welcher als Höhle zum Verstecken dienen sollte und der mit einem flauschigen „Fell“ ummantelt war. Darauf befand sich dann der eigentliche mit Sisal umwickelte Kratzstamm und als Abschluß diente darauf eine wiederum mit flauschigem „Fell“ ummantelte sogenannte Aussichtsplattform. Das ganze sah recht hübsch aus und hatte mich damals knapp 30,-- DM gekostet (heute kosten sie um die 20 €).
Das Teil wurde von meinem Katerchen damals eher skeptisch beäugt und er machte anfangs immer einen großen Bogen darum. Doch als liebevolle Katzenmami zeigte ich ihm natürlich mit unendlicher Geduld tagtäglich, wozu dieser „Spielplatz“ dienen sollte. So nahm ich seine kleinen Pfötchen und strich damit über den Kratzstamm, um „Pico“ (so heißt mein Kater) zu zeigen, wie und vor allem wo er seine Krallen schärfen soll. Das „wie“ hatte er auch sehr schnell raus, nur mit dem „wo“ hatten und haben wir starke Verständigungsschwierigkeiten. Anfangs fand er z.B. meine in Jeanshose verpackten Beine zum Schärfen seiner kleinen Krallen weitaus interessanter als den dafür vorgesehenen Kratzbaum. Dann entdeckte er, dass die Ecke meiner Couch sich doch ebenfalls hervorragend zum Krallenwetzen eignete. Nur den Kratzbaum, den strafte er weiter mit Mißachtung.
Mittlerweile war Pico dann auch größer geworden und ich dachte, dass der alte Kratzbaum, der eh nur ab und an zum Ausruhen gebraucht wurde, vielleicht zu klein sei. Nach einem Einkaufsbummel bei Freßnapf mit eingehendem Beratungsgespräch durch den Verkäufer erstand ich dann stolz zum damaligen Preis von 198,-- DM einen riesengroßen Kratz- und Spielbaum. Neben diversen Behältern zum Verstecken, besaß dieser fünf Kratzstämme, eine Hängematte, ein dickes Tau aus Sisal und zwei Aussichtsplattformen in unterschiedlichen Höhen. Es war wirklich ein Riesenmonstrum, welches in meinem Wohnzimmer seinen Platz fand und dort die riesige Fensterfront in Anspruch nahm.
Und hieran hatte mein Katerchen dann auch viel Spaß. So konnte er stundenlang in der Hängematte liegen (der Kratzbaum stand zudem vor der Heizung und gerade im Winter war es dort natürlich mollig warm) oder er saß majestätisch auf der obersten Plattform und schaute zum Fenster heraus. Zwischendurch stieg er auch wohlgefällig von seiner „Wohnlandschaft“ herab um – ja genau, um seine Krallen weiterhin an meiner Couch zu schärfen!!! Immer und immer wieder zeigte ich ihm an einem praktischen Beispiel, wo er bitteschön seine Krallen zu wetzen hat. Ich nahm seine Pfoten und strich sie über die Sisalstämme, ich nahm meine Hände und wetzte meine Fingernägel über diese Stämme. Jedesmal sah Pico mir auch äußerst interessiert zu, drehte sich dann demonstrativ um und wetzte seine Krallen wieder an der Couch.
Der Riesenkratzbaum an sich war nicht schlecht. Denn durch die verschiedenen Etagen und Spielmöglichkeiten bot er meinem Kater doch eine gewisse Abwechslung. Doch leider wurde er von ihm nicht zum eigentlichen Zweck anerkannt. Was die Standfestigkeit angeht, so war ich von beiden Kratzbäumen – dem kleinen und dem großen – nicht unbedingt begeistert. Die Kratzstämme waren auf den einzelnen Bauteilen lediglich aufgeschraubt. Wenn Pico dann mal wieder einer imaginären Mäusearmee hinterherhechtete, um sich dann mit einem waghalsigen Sprung die oberste Plattform des Kratzbaums zu ergattern, dann geriet das ganze beträchtlich ins Schwanken und die Kratzstämme mußten immer wieder in regelmäßigen Abständen festgezogen werden.
Ein jähes Ende fand der Riesenkratzbaum dann, als meine Tochter ihre Leidenschaft für Pferde entdeckte. Aus Ermangelung eines eigenen Ponys mißbrauchte sie den Kratzbaum als Pferdeersatz und „ritt“ auf ihm durch ihre Phantasielandschaft. Dies nahm der Kratzbaum ihr dann doch irgendwann sehr übel und mit einem lauten Krächzen neigte er sich seitwärts und die einzelnen Verbindungen leierten so aus, dass mir letztendlich nichts anderes mehr übrig blieb, als ihn zu entsorgen.
Ich habe dann noch diverse andere Möglichkeiten ausprobiert, um einen geeigneten Platz zum Krallenwetzen für meinen Kater zu finden. Doch egal was ich auch tat, er blieb meiner Couch treu. Selbst ein Spray, welches angeblich die Katzen von gewissen Plätzen fernhalten sollte, taugte rein gar nichts.
Meine Meinung über Kratzbäume ist recht zwiespältig. Zum einen finde ich sie doch recht positiv – vorausgesetzt, sie werden auch zum Krallenschärfen von der Katze akzeptiert. Denn hier bieten die diversen Ausführungen doch eine große Abwechslung für unsere kleinen Schmusetiger. Mittlerweile kann man Kratzbäume in vielen verschiedenen Größen kaufen. Neben den Kratzstämmen bieten sie durch Hängematten, Tauen, Höhlen und Aussichtsplattformen eine gute Spielmöglichkeit für die Katzen, wo sich diese richtig austoben können oder aber auch nur mal so richtig faul rumliegen. Zum anderen halte ich die im Handel erhältlichen Kratzbäume teilweise einfach für überteuert – zumal dann, wenn die Katze diese auch mit noch so viel Geduld nicht zum Krallenwetzen annehmen will.
Hier möchte ich jedoch anfügen, dass – wer nur ein wenig handwerkliches Geschick besitzt – sich solche „Kratzbäume“ auch sehr leicht selbst anfertigen lassen und somit doch um einiges billiger und teilweise sogar robuster und standfester sind, als die im Handel erhältlichen. Aus Spanplatten lassen sich leicht kleine Höhlen herstellen, man braucht diese lediglich mit alten Teppichresten bekleben und hat somit gleichzeitig noch zusätzliche Kratzflächen. Auch alte Kunststoffrohre kann man selbst mit Natursisal fest umwickeln und hat so auf eine schnelle und billige Art einen Kratzstamm. Wer den Platz dafür hat, kann sich auch alte Holzstämme oder dicke Äste aus dem Wald besorgen und seinem Schmusetiger daraus eine Art Spielplatz bauen.
Mittlerweile gibt es im Handel auch sogenannte Kratzbretter in verschiedenen Ausführungen. Diese lassen sich zum Beispiel an Ecken (von Wänden) befestigen oder auch einfach nur so im Raum aufstellen. Aber auch hier läuft man Gefahr, dass sie von den Katzen einfach nicht angenommen werden.
Mein Fazit zum Thema Kratzbäume lautet darum wie bereits aus der Überschrift ersichtlich: In der Theorie sind sie gut, doch leider versagen sie allzu oft in der Praxis. Denn ich habe schon oft aus dem Bekanntenkreis gehört, dass es den Katzenbesitzern dort ähnlich geht wie mir und diese Kratzbäume zwar zum Spielen und Faulenzen benutzt werden, die Krallen jedoch leider oftmals Gefallen an anderen Gegenständen finden. Da ich, wie bereits gesagt, auch der Meinung bin, dass die zu kaufenden Kratzbäume teilweise doch viel zu überteuert sind, vergebe ich insgesamt noch 3 Punkte. Diese jedoch auch nur, weil es immerhin doch einige Katzen gibt, die solche Kratzbäume über alles lieben und mit großer Leidenschaft ihre Krallen an den dafür vorgesehenen Kratzstämmen schärfen.
Ich selber habe es mittlerweile aufgegeben, meinen Kater von der Couch zu scheuchen. Bislang nutzt er eh nur immer die gleiche Stelle daran zum Krallenschärfen und diese ist auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich.
Ich habe den Kratzbaum insgesamt etwas über 2 Jahre besessen und er wurde in dieser Zeit von meinem Kater zumindest als Wetzstelle für die Krallen nicht akzeptiert. Mittlerweile besitze ich den Kratzbaum nicht mehr. Die Reinigung war sehr einfach, ich hab die Liegeflächen einfach abgesaugt.
© by Claudia Retzmann 2002
Da mein Kater zu dem Zeitpunkt ja noch sehr klein war, entschied ich mich damals für einen einfachen kleinen Kratzbaum. Dieser bestand lediglich aus einem quadratischen Behälter mit einer kleinen Öffnung, welcher als Höhle zum Verstecken dienen sollte und der mit einem flauschigen „Fell“ ummantelt war. Darauf befand sich dann der eigentliche mit Sisal umwickelte Kratzstamm und als Abschluß diente darauf eine wiederum mit flauschigem „Fell“ ummantelte sogenannte Aussichtsplattform. Das ganze sah recht hübsch aus und hatte mich damals knapp 30,-- DM gekostet (heute kosten sie um die 20 €).
Das Teil wurde von meinem Katerchen damals eher skeptisch beäugt und er machte anfangs immer einen großen Bogen darum. Doch als liebevolle Katzenmami zeigte ich ihm natürlich mit unendlicher Geduld tagtäglich, wozu dieser „Spielplatz“ dienen sollte. So nahm ich seine kleinen Pfötchen und strich damit über den Kratzstamm, um „Pico“ (so heißt mein Kater) zu zeigen, wie und vor allem wo er seine Krallen schärfen soll. Das „wie“ hatte er auch sehr schnell raus, nur mit dem „wo“ hatten und haben wir starke Verständigungsschwierigkeiten. Anfangs fand er z.B. meine in Jeanshose verpackten Beine zum Schärfen seiner kleinen Krallen weitaus interessanter als den dafür vorgesehenen Kratzbaum. Dann entdeckte er, dass die Ecke meiner Couch sich doch ebenfalls hervorragend zum Krallenwetzen eignete. Nur den Kratzbaum, den strafte er weiter mit Mißachtung.
Mittlerweile war Pico dann auch größer geworden und ich dachte, dass der alte Kratzbaum, der eh nur ab und an zum Ausruhen gebraucht wurde, vielleicht zu klein sei. Nach einem Einkaufsbummel bei Freßnapf mit eingehendem Beratungsgespräch durch den Verkäufer erstand ich dann stolz zum damaligen Preis von 198,-- DM einen riesengroßen Kratz- und Spielbaum. Neben diversen Behältern zum Verstecken, besaß dieser fünf Kratzstämme, eine Hängematte, ein dickes Tau aus Sisal und zwei Aussichtsplattformen in unterschiedlichen Höhen. Es war wirklich ein Riesenmonstrum, welches in meinem Wohnzimmer seinen Platz fand und dort die riesige Fensterfront in Anspruch nahm.
Und hieran hatte mein Katerchen dann auch viel Spaß. So konnte er stundenlang in der Hängematte liegen (der Kratzbaum stand zudem vor der Heizung und gerade im Winter war es dort natürlich mollig warm) oder er saß majestätisch auf der obersten Plattform und schaute zum Fenster heraus. Zwischendurch stieg er auch wohlgefällig von seiner „Wohnlandschaft“ herab um – ja genau, um seine Krallen weiterhin an meiner Couch zu schärfen!!! Immer und immer wieder zeigte ich ihm an einem praktischen Beispiel, wo er bitteschön seine Krallen zu wetzen hat. Ich nahm seine Pfoten und strich sie über die Sisalstämme, ich nahm meine Hände und wetzte meine Fingernägel über diese Stämme. Jedesmal sah Pico mir auch äußerst interessiert zu, drehte sich dann demonstrativ um und wetzte seine Krallen wieder an der Couch.
Der Riesenkratzbaum an sich war nicht schlecht. Denn durch die verschiedenen Etagen und Spielmöglichkeiten bot er meinem Kater doch eine gewisse Abwechslung. Doch leider wurde er von ihm nicht zum eigentlichen Zweck anerkannt. Was die Standfestigkeit angeht, so war ich von beiden Kratzbäumen – dem kleinen und dem großen – nicht unbedingt begeistert. Die Kratzstämme waren auf den einzelnen Bauteilen lediglich aufgeschraubt. Wenn Pico dann mal wieder einer imaginären Mäusearmee hinterherhechtete, um sich dann mit einem waghalsigen Sprung die oberste Plattform des Kratzbaums zu ergattern, dann geriet das ganze beträchtlich ins Schwanken und die Kratzstämme mußten immer wieder in regelmäßigen Abständen festgezogen werden.
Ein jähes Ende fand der Riesenkratzbaum dann, als meine Tochter ihre Leidenschaft für Pferde entdeckte. Aus Ermangelung eines eigenen Ponys mißbrauchte sie den Kratzbaum als Pferdeersatz und „ritt“ auf ihm durch ihre Phantasielandschaft. Dies nahm der Kratzbaum ihr dann doch irgendwann sehr übel und mit einem lauten Krächzen neigte er sich seitwärts und die einzelnen Verbindungen leierten so aus, dass mir letztendlich nichts anderes mehr übrig blieb, als ihn zu entsorgen.
Ich habe dann noch diverse andere Möglichkeiten ausprobiert, um einen geeigneten Platz zum Krallenwetzen für meinen Kater zu finden. Doch egal was ich auch tat, er blieb meiner Couch treu. Selbst ein Spray, welches angeblich die Katzen von gewissen Plätzen fernhalten sollte, taugte rein gar nichts.
Meine Meinung über Kratzbäume ist recht zwiespältig. Zum einen finde ich sie doch recht positiv – vorausgesetzt, sie werden auch zum Krallenschärfen von der Katze akzeptiert. Denn hier bieten die diversen Ausführungen doch eine große Abwechslung für unsere kleinen Schmusetiger. Mittlerweile kann man Kratzbäume in vielen verschiedenen Größen kaufen. Neben den Kratzstämmen bieten sie durch Hängematten, Tauen, Höhlen und Aussichtsplattformen eine gute Spielmöglichkeit für die Katzen, wo sich diese richtig austoben können oder aber auch nur mal so richtig faul rumliegen. Zum anderen halte ich die im Handel erhältlichen Kratzbäume teilweise einfach für überteuert – zumal dann, wenn die Katze diese auch mit noch so viel Geduld nicht zum Krallenwetzen annehmen will.
Hier möchte ich jedoch anfügen, dass – wer nur ein wenig handwerkliches Geschick besitzt – sich solche „Kratzbäume“ auch sehr leicht selbst anfertigen lassen und somit doch um einiges billiger und teilweise sogar robuster und standfester sind, als die im Handel erhältlichen. Aus Spanplatten lassen sich leicht kleine Höhlen herstellen, man braucht diese lediglich mit alten Teppichresten bekleben und hat somit gleichzeitig noch zusätzliche Kratzflächen. Auch alte Kunststoffrohre kann man selbst mit Natursisal fest umwickeln und hat so auf eine schnelle und billige Art einen Kratzstamm. Wer den Platz dafür hat, kann sich auch alte Holzstämme oder dicke Äste aus dem Wald besorgen und seinem Schmusetiger daraus eine Art Spielplatz bauen.
Mittlerweile gibt es im Handel auch sogenannte Kratzbretter in verschiedenen Ausführungen. Diese lassen sich zum Beispiel an Ecken (von Wänden) befestigen oder auch einfach nur so im Raum aufstellen. Aber auch hier läuft man Gefahr, dass sie von den Katzen einfach nicht angenommen werden.
Mein Fazit zum Thema Kratzbäume lautet darum wie bereits aus der Überschrift ersichtlich: In der Theorie sind sie gut, doch leider versagen sie allzu oft in der Praxis. Denn ich habe schon oft aus dem Bekanntenkreis gehört, dass es den Katzenbesitzern dort ähnlich geht wie mir und diese Kratzbäume zwar zum Spielen und Faulenzen benutzt werden, die Krallen jedoch leider oftmals Gefallen an anderen Gegenständen finden. Da ich, wie bereits gesagt, auch der Meinung bin, dass die zu kaufenden Kratzbäume teilweise doch viel zu überteuert sind, vergebe ich insgesamt noch 3 Punkte. Diese jedoch auch nur, weil es immerhin doch einige Katzen gibt, die solche Kratzbäume über alles lieben und mit großer Leidenschaft ihre Krallen an den dafür vorgesehenen Kratzstämmen schärfen.
Ich selber habe es mittlerweile aufgegeben, meinen Kater von der Couch zu scheuchen. Bislang nutzt er eh nur immer die gleiche Stelle daran zum Krallenschärfen und diese ist auf den ersten Blick nicht unbedingt ersichtlich.
Ich habe den Kratzbaum insgesamt etwas über 2 Jahre besessen und er wurde in dieser Zeit von meinem Kater zumindest als Wetzstelle für die Krallen nicht akzeptiert. Mittlerweile besitze ich den Kratzbaum nicht mehr. Die Reinigung war sehr einfach, ich hab die Liegeflächen einfach abgesaugt.
© by Claudia Retzmann 2002
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