Katzenkratzbäume Testbericht

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ab 82,00
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Erfahrungsbericht von LeaofRafiki

Katzen haben scharfe Krallen...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Katzen haben scharfe Krallen.
Katzen sind Höhlentiere.
Katzen wollen hoch hinaus.
Um diesen drei Punkte gerecht zu werden, gibt es eine geniale Erfindung: Kratzbäume!
Nun ist aber Katze nicht gleich Katze, und Kratzbaum nicht gleich Kratzbaum. So unterschiedlich die Bedürfnisse der einzelnen Felidae, so unterschiedlich die Geschmäcker der ihnen wohlgesonnenen Zweibeiner, so verschieden der ihnen zur Verfügung stehende Platz - so unterschiedlich sind auch die auf dem Markt erhältlichen Möbelstücke, die den je unterschiedlichen Anforderungen gerecht zu werden versprechen, und zudem noch in Preisklassen von billigst bis zu nobel und teuer.

Aber nun mal von vorne.

KATZEN HABEN SCHARFE KRALLEN
und damit diese wirklich nützlichen Werkzeuge auch weiterhin ihren Dienst erfüllen können, sei es, um damit unliebsame TierarzthelferInnen oder RivalInnen krankenhausreif zu schlagen, sich als Verlegenheitsgeste (Übersprungreaktion) oder weil ein vorwitziger Floh gebissen hat, hinterm Ohr zu kratzen, sei es, um wie weiland Fat Freddys Cat aus Boshaftigkeit oder Eifersucht dieselben in das Gemächt seines kopuliereden Herrn zu vertiefen, sei es, um damit das Revier mit Kerbmustern zu markieren oder einfach nur, um etwas damit aufzuspießen, ist es vonnöten, sie auch scharf zu halten.
Dazu braucht die Katze nun keine Nagelfeile wie manch feminine Zweibeiner, sondern etwas, wo sie die Krallen drin versenken kann, um dann mit einem Ruck die alte Hülle abzureißen, damit die sich darunter befindliche frisch gewachsene Kralle das Licht der Welt erblicken kann.
Nun gibt es zwei Möglichkeiten: entweder, sie sucht sich selber ein Objekt der Begierde, was dann aber nicht unbedingt ein solches ist, welches ihr Mensch ihr auch zu diesem Zwecke zur Verfügung stellen würde - wie z.B. das neu angeschaffte Sofa oder Opas Lehnsessel, eine bestimmte Wandstelle, an der sich die Tapete so wundervoll runterfetzen läßt - oder aber mensch versucht, ihr etwas anzubieten, woran sie sich die Krallen schärfen bzw. abschleifen kann, in der stillen Hoffnung, den Geschmack der Katze getroffen zu haben.
Also einen Kratzbaum.

KATZEN SIND HÖHLENTIERE
aber bitte nicht mit Maulwürfen oder anderen Höhlenartigen zu verwechseln! Wer seine Katze genau beobachtet hat, wird feststellen, daß sie sich in Unsicherheits- oder (in ihren Augen) Gefahrensituationen, aber auch wenn sie aus irgendeinem Grund unpäßlich ist, in eine schützende Höhle verkriecht. Das kann ein Fach im Wäscheschrank sein, unterm Sofa oder Bett, aber auch Pappkartons oder ähnliches wird immer wieder gern genommen. Wildkatzen in freier Natur zum Beispiel ziehen auch ihre Würfe in unterirdischen Höhlen auf, Stall- und Bauernkatzen vergraben sich im Stroh. Um diesem kätzischen Bedürfnis entgegen zu kommen, bietet sich entweder eine separate Kuschelhöhle an, oder
ein Kratzbaum mit Höhle.

KATZEN WOLLEN HOCH HINAUS
und das ist wörtlich zu nehmen. Je höher, desto besser. Auch dies ist aus kätzischer Sicht ein Sicherheitsaspekt, nun allerdings gekoppelt mit einem Dominanzaspekt. Je höher, desto größer die Macht, die sie innehat. \"Von oben herab\" läßt sich viel besser angreifen oder auch verteidigen, weswegen bei einem Streit diejenige, die die höhere Position eingenommen hat, immer im Vorteil ist. Wer schon mal zwei Katzen im Spiel oder nicht zu ernstem Streit beobachtet hat, kennt bestimmt das Bild, das die eine mit einer Pfote von oben nach der unteren angelt. Oder, wie soeben bei mir zu sehen war: eine Iso, die vor einer neckenden Lea auf den Schrank flüchtete, und mit nach unten gerichteteten Tatzenhieben, begleitet von tiefem Grollen, die im wahrsten Sinne des Wortes untere abwehrte. Wer nun nicht darauf erpicht ist, daß die Katze(n) auf sämtlichen Oberschränken ihr Unwesen treiben, ist gut damit beraten, ihnen Ersatz zur Verfügung zu stellen:
einen deckenhohen Kratzbaum.

Wie sieht er nun aus, der ideale Kratzbaum?
Klar, robust und standfest muß er sein, anheimelnd und kuschelig für die Katze, dabei gleichzeitig pflegeleicht für den Menschen und so hoch es irgend geht.
Dies nun bedeutet: je höher, desto größer die Grundplatte. So 60 x 60 ist ein Maß, daß auch heftigeren Sprungattacken widersteht, ohne gleich samt Flugkatze zu Boden zu gehen. Ab einer gewissen Höhe allerdings, so ab ca. 1,70 m würd ich sagen, ist es ratsam, ihn zusätzlich an der Wand zu befestigen. Dafür reicht ein einfacher Haken, der in die Wand gedübelt wird, an dem mittels eines Seils oder Lederbandes, das um den obersten Pfosten geschlungen wird, dieser an der Wand gegen Umkippen gesichert wird.
Es gibt auch deckenhohe Kratzbäume (bis 2,20-2,50 m Höhe), die einen sogenannten Deckenspanner haben, also ein Teil, was vom obersten Pfosten ausgehend zwischen diesen und die Zimmerdecke geklemmt wird, allerdings hab ich aufgrund von 3,30 m Deckenhöhe damit keine Erfahrung und greife immer auf die Wandfixierung zurück.
Eine gute Standfestigkeit haben auch solche Kratzbäume, die statt eines Bodenpodests eine Bodenhöhle haben.
Welche Form der Höhle man wählt, ist Geschmackssache. Wichtig ist nur, daß sie zum einen groß genug ist, um wirklichen Schutz (und Rückzugsmöglichkeiten) zu bieten - und daß sie pflegeleicht ist. Und da hakt es gewaltig bei den meisten käuflich zu erwerbenden Kratzbäumen. Gab es vor Jahren noch zu halbwegs erträglichen Preisen solche, deren Höhlen und Podeste mit richtigen Teppichboden bezogen waren, so nimmt aus welchem Grund auch immer kitschiger Plüschbezug die Überhand, der sich wenn dann nur unter unsäglichen Mühen von Katzenhaaren befreien läßt.
Ein weiteres Qualitätsmerkmal ist die Höhe der einzelnen Säulen. Eine Katze, die etwas auf sich hält, will sich auch mal richtig \"hochkant strecken und recken\", weswegen die einzelnen Säulen schon 70 - 80 cm lang (bzw. hoch) sein sollten.
Wer sich nun wundert, daß ich bislang nichts zu den Säulen selber gesagt habe, wo doch jedes Kind weiß, daß diese mit Sisal umwickelt sein sollen, so sage ich schlicht und einfach: kann sein, muß aber nicht, ist es aber meistens.

Wenn ich mir nun die Kratzbäume anschaue, die meine Zehnerbande zur Verfügung hat, so sind diese höchst unterschiedlich.
Im Bad steht ein billiger Winzling, insgesamt knapp 70 cm hoch, den ich vor Jahren mal als Kittenkratzbaum angeschafft hatte, um es meinem damaligen Katzenkind zu ermöglichen, auf die Fensterbank zu klettern. Unten hat er eine kleine Höhle, ca. 35 x 35 x 25 cm, deren Plüschbespannung ich schnellstens entfernt hatte, darüber ein dünnes Sisalumwickeltes Pföstchen mit einer kleinen, ca. 25 x 25 cm breiten Platte obendrauf.
In der Schlafstube steht das ein ca. 1,70 m hohes Teil, dicht neben dem Ofen, mit einer großen Bodenplatte, einer mittigen quadratischen Höhe und einem ca. 30 x 30 cm großen obersten Podest, auf dem sich nächtens der jeweils ranghöchste Kater zum Schlafen niederläßt. Auch dieser Kratzbaum ist schon sehr alt und die Sisalumwicklung seiner dicken Pfosten arg ramponiert, so daß an zig Stellen das bloße Holz durchlugt. Macht nix. Alle paar Wochen knote ich die sich gelöst habenden Enden zusammen, die dann zum Spielen animierend quer abstehen - zum Vergnügen meiner Katzen. Ich fürchte, würde ich dieses Teil irgendwann einmal entsorgen, wären sie mir alle sehr, sehr böse...
In der Stube steht für die morgendlichen Reck- und Streckübungen ein einzelner ca. 70 cm hoher Sisalumwickelter Pfosten auf einer breiten Bodenplatte und das ehemalige Prunkstück, ein über 2 m hoher Kratzbaum mit mittiger Höhle und luftiger Aussichtsplattform liegt seit dem letzten Umbau quer über zwei Schränken. Sein ehemals oberstes Ende ragt ca. 20 cm in den Raum hinein - und hilft meinen Rabauken in waghalsigen Kletterpartien, aber Katzen sind ja schwindelfrei, von der aus mittels einer Rolle rückwärts ins oberste Fach eines Bauernschrankes zu gelangen, das ich ihnen, nachdem ich sie nicht davon abbringen konnte, sich dort niederzulassen, \"freiwillig\" geräumt habe. Daß allerdings Lea seinerzeit auf eben diesem Wege versuchte ihre zwei Wochen alten Töchter in dieses Fach umzusiedeln führte zu ernsten Auseinandersetzungen zwischen ihr und mir...

Damit aber nicht genug. Auch im Garten steht ein Kratzbaum. Ursprünglich mal selbstgebastelt, um meine damals frisch gepflanzten Apfelbäumchen vor meinen Katzen zu schützen, ist er nun fester Bestandteil des Grünen Zimmers: ein schlichter 2 m hoher Holzpfahl, der mit Kunstrasen umwickelt ist und um dessen unteres Ende ich die im Garten gefundenen Feldsteine herum aufgeschichtet und zwischen ihnen einen Steingarten angelegt habe. Auch hier löst sich mittlerweile die Umwickelung, was meine Katzen aber nicht daran hindert, in einem Affentempo den Pfahl hochzujagen, und dann auf der 5 c 5 cm großen Grundfläche mit allen vier Pfoten stehend zu balancieren und den Schmetterlingen nachzujagen.
Einen weiteren haben sich meine Fellmonster selbst zum solchen deklariert: eine alte Holzleiter, die als Einstiegshilfe in die Waschküche führt. Zweimal im Jahr feg ich die unten liegenden, vom Krallenwetzen entstandenen Holzspäne weg - und habe gelernt, daß nicht jeder Kratzbaum, um vor Katzenaugen Gnade zu finden, mit Sisal umwickelt sein muß.

So viel dazu...

Qualität hat ihren Preis... Obwohl ich nun keine Preisangaben mache, denn die schwanken von Null (z.B.die alte Holzleiter) bis in die Hunderte (das sündhafte teuere, nun liegende Prunkstück) je nach Qualität und Anbieter - bzw. für Selbstbastler je nach Material. Aber eine gute Qualität läßt sich an folgenden Punkten erkennen:
Das Bodenpodest ist ausreichend groß, um unter normalen Umständen ein Umkippen zu verhindern.
Die einzelnen Teile, ob Sisalsäulen, Höhlen oder Podeste, sind mit Metallgewindeschrauben verbunden, müssen sie doch jede Menge Zug aushalten.
Die Bespannung ist so angebracht, daß keine Verletzungsgefahr für die Katzen besteht, d.h. so getackert, daß sich keine Klammern lösen und die Katzenverletzen können - und bei Auswechselungsbedarf komplett entfernt und neu aufgebracht werden kann. Bei geklebten Bezügen bleiben immer Klebespuren... Und, auch die Unterseite ist bespannt, schaut mensch doch sonst von unten auf sehr häßliche Teile!
Die verwendeten Holzteile, so sie aus Presspan bestehen, sind lösungsmittelfrei und somit ohne Schadstoffausdünstungen. Besser sind natürlich Naturholzplatten.

Ein Wort noch zum Selberbauen.
Hier bietet der Handel (z.B. der Pussy-Versand) in seinem Katalog alle möglichen Bestandteile an, so daß sich jeder einen Kratzbaum bauen kann, wie er mag. Es gibt Bodenpodeste, Höhlen, Liegewiesen, Hängematten in verschiedenen Größen und Ausfertigungen, Sisalsäulen in verschiedenen Längen und Stärken - der Kreativität sind keine Grenzen, außer denen des Platzes und des Geldbeutels, gesetzt. Wer noch unsicher ist, was seiner Katze gefällt, hat hierbei die Möglichkeit, \"klein\" anzufangen und je nach Lust und Laune den kätzischen Erlebnisraum weiter auszubauen. Sollte allerdings irgendwann einmal die Schrankwand weichen wegen Platzmangels, empfiehlt es sich, entweder umzuziehen oder sie zu integrieren ;-)
Aber auch ein Gang durch den nächstgelegenen Baumarkt kann die Phantasie anregen. Zaunpfähle in verschiedensten Stärken und Längen, kombiniert mit passend zurecht gesägten Brettern für Podeste und evtl. sogar parallel zur Wand verlaufende Laufstege, die man nach eigenem Belieben mit was auch immer beziehen kann führen auch zum gewünschten Ziel.
Abraten möcht ich aus eigener Erfahrung jedoch davon, Weidenkörbe fest einzubauen, da sie sich so nur sehr schlecht sauber machen lassen.

Wie mach ich der Katze den (neuen) Kratzbaum schmackhaft?
Nun, sie soll ja nicht daran knabbern, aber sie soll ihn statt des anderen Mobiliars benutzen. Gottlob sind die meisten Katzen plietsch genug, um zu begreifen, wofür ihnen mensch dieses seltsame Teil in die Wohnung gestellt hat. Es gibt aber auch Situationen, in denen man der kätzischen Akzeptanz des neuen, eigens für sie angeschafften Möbelstücksein ein bißchen nachhelfen muß. Sei es, daß sie nur ungern einsieht, daß sie sich nicht mehr wie gewohnt, am Polster verlustieren darf, sei es, daß ein altersmüder Kratzbaum gegen einen neuen ausgetauscht werden mußte. Die einfachste Methode bei kratzbaum ungewohnten Katzen ist die, sich zu ihnen herabzulassen, ihre Vorderpfötchen in die Hand zu nehmen und mit ihnen die Kratzbewegung am untersten Ende des Kratzbaums zu machen. Bei etwas renitenteren Katzen empfiehlt sich die Duftstofflockmethode. Man nehme dazu entweder das (oder ein) von der Katze bereits parfümiertes Lieblingskissen oder -decke und lege es auf das Podest/in die Höhle, sie wird ihren eigenen Geruch wiedererkennen und, einmal auf den Kratzbaum und das Kissengesprungen, werden ihr ihre Instinkte den weiteren Verwendungszweck aufzeigen - oder, bei sehr auf den Menschen fixierte Katzen, ein getragenes T-shirt, mit dem man die Sisalsäule abreibt und es danach ebenfalls auf einem Podest oder in einer Höhle plaziert.

Mein Traum?
Da wäre zum einen, ein alter Apfelbaum im Garten meiner Freundin, der demnächst abgeholzt werden soll und den ich schon für meinen Garten reserviert habe ;-)
Oder aber, leider sehr teuer, ein Naturholzkratzbaum mit richtiger Teppichbespannung von Catwalk, wie sie zur Zeit bei zooplus angeboten werden.
Bei der nächsten Renovierungsaktion in meiner Wohnung wird auch ein Teil des Flurs bis in 1 m Höhe mit Sisalgewebe tapeziert werden (gibts im laufenden Meter ebenfalls beim Pussy- Versand), daneben eine reine, 3 m hohe Sisalsäule, die die kletterfreudigesten hinaufklettern müssen, um in einen von der Decke hängenden ehemaligen Weidenwäschekorb zu gelangen ;-)

Ich hoffe, nun genügend Anregungen (und Tips) gegeben zu haben, so daß jeder ein bißchen was für seine Katze und seine Wohnung finden kann.

© LeaofRafiki 24.09.2002

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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Dooyoo und doch wieder Yopi, ab und an bei talkon, seltener bei Ecomments und Griasdi, und so gut wie gar nicht mehr bei Hitwin *grins*

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