Das Böse (Taschenbuch) / Alex Kava Testbericht

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ab 12,14
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Erfahrungsbericht von princesse

Es ist wie ein Albtraum

Pro:

sehr spannend, sehr gut herausgearbeitete Figuren

Kontra:

nichts

Empfehlung:

Ja

Der Serienkiller Ronald Jeffreys wurde für drei grausame Morde an kleinen Jungen hingerichtet und Amerika geht erleichtert wieder zur Tagesordnung über. Alles ist wieder im Lot. Doch dann passiert es wieder - drei Monate danach findet die Polizei wieder eine übel zugerichtete Kinderleiche, und die Handschrift deutet auf den kurz zuvor hingerichteten Jeffreys. Es wird spekuliert, ob da ein Nachahmungstäter zugange ist, was allerdings fast unmöglich ist, denn die neue Leiche weist Merkmale auf, die nur der ursprüngliche Täter wissen konnte. Und hatte nicht Jeffreys immer zwei der drei Morde abgestritten?

Die FBI-Profilerin Maggie O\'Dell wird zum Fall hinzugezogen, sehr zum Unmut ihres Ehemanns, der sich von seiner Frau sträflich vernachlässigt fühlt und es am liebsten sähe, wenn sie ihren gefährlichen Job an den Nagel hängen würde oder wenigstens gegen einen harmlosen Schreibtischjob eintauschte, aber Maggie scheint es ganz recht zu sein, wieder mal raus zu kommen und hofft so, die Gespenster ihres letzten Falles auf diese Weise los zu werden. Ihr letzter Fall, der sie in ihren Albträumen verfolgt, die Szene, als der Massenmörder Alfred Stucky die Profilerin zwang zuzusehen, wie er zwei Frauen bei lebendigem Leibe zerstückelte, und die zweite brachte er um, weil Maggie die Augen geschlossen hatte, nicht mehr hinsehen wollte. Er drohte ihr, weitere Frauen umzubringen, wenn sie die Augen nicht öffnete. Stucky sitzt im Gefängnis, Maggie ist gefangen in ihren schrecklichen Erinnerungen.

Sie trifft in dem Provinznest, wo der erneute Jungenmord geschah, auf den attraktiven Sheriff Nick Morelli. Maggie ist kühl und professionell, was Nick erst einmal irritiert und entgegen seiner sonstigen Gewohnheit hält er sich mit flirten zurück, wenn auch nicht gänzlich. Maggie versucht dem Täter gemeinsam mit Nick auf die Spur zu kommen, wobei Nick und die anderen Bewohner sich nicht wirklich als grosse Hilfe erweisen, ihre Hinweise werden ignoriert, zu schrecklich wäre dann die Wahrheit. Ein weiterer Junge wird ermordet aufgefunden, wieder mit einem riesigen X in die Brust geschnitten und die Polizei ist ratloser denn je. Der Verdacht macht sich breit, dass Nicks Vater, beim Jeffreys-Fall der amtierende Sheriff, nicht gerade sorgfältig gearbeitet hatte, aber auch dies will niemand wahrhaben. Aber als der Sohn von Nicks Schwester aufeinmal vermisst wird, ist auch Nick bereit, den Fall mit anderen Augen zu betrachten.
Während der Ermittlungen entwickelt sich eine unendlich zarte Liebesgeschichte zwischen Nick und Maggie, ganz langsam und ganz vorsichtig nähern sie sich einander und es dauert fast das ganze Buch bis.... aber das sei hier nicht verraten.

Alex Kava beschreibt hier sehr spannend die Arbeit Maggies, ihre Albträume, ihre Begegnungen mit Nick und den anderen Menschen, sie spinnt eine Geschichte die einen schon mal dazu verleitet, abends länger zu lesen als es eigentlich geplant war, ja, sich die halbe Nacht mit dem Buch um die Ohren zu schlagen, und erstaunlicherweise wird man nur schwer müde bei diesem Thriller, zu fesselnd ist der Ablauf, zu lebendig die Geschichte und nicht zuletzt auch die zaghafte Annäherung Nicks an Maggie, die diesen anfangs immer wieder auflaufen lässt, ihm unmissverständlich die Grenzen zeigt. Nur allmählich taut sie auf, wird allmählich zutraulicher wie ein scheues Tier.

Ein wunderbarer Thriller, diese Mischung aus Mord und Blut und Gewalt und die eingeflochtene und letztendlich auch prickelnde Liebesgeschichte findet man in der Form selten, es wirkt gerade letzteres so authentisch, dass Leserin sich gerne mit der Protagonistin Maggie identifizieren mag. Mir jedenfalls ging es so, und ich erinnerte mich an jenes letzte Mal, als ich frisch verliebt war und nur schon der Gedanke an die Berührung des anderen Schmetterlinge in hohen Aufruhr versetzte. Dieses Gefühl erlebt man im Allgemeinen nur am Anfang einer Beziehung, so die ersten 9 Monate? vielleicht, und dann wird aus dem Verliebtsein ein tieferes, beständigeres und weniger mit Herzklopfen verbundenes Gefühl, was auch sehr schön ist, und ich es auch nicht eintauschen möchte, na ja, vielleicht nur für 5 Minuten vielleicht einmal.

So ist die Persönlichkeit der Maggie O\'dell sehr überzeugend gezeichnet von der Autorin, auch Nick, wenn auch etwas blasser, wirkt echt und wir alle kennen auch einen Nick, so wie er hier beschrieben wird.

*Ein gut angelegtes und spannendes Buch, das den Leser am Schrecken des Mordes auf eine intime und aufwühlende Art und Weise teilhaben lässt\" schreibt der Publishers Weekly, und damit ist, wie ich meine, das Buch wirklich gut in einem einzigen Satz beschrieben.

Die Autorin:

wuchs in einem kleinen Ort mit weniger als 500 Einwohner im ländlichen Nebraska auf. Sie absolvierte einen Universitätsabschluss in Kunst und Englisch und verfügt zudem über eine mehr als fünzehnjährige Erfahrung in der Werbe- und Grafikbranche.

\"Das Böse\" ist ihr Debütroman und konnte sich auf Anhieb auf der New York Times Bestsellerliste behaupten.


Fazit: Ich habe Lust, ein weiteres Buch von Alex Kava zu lesen, bald, das ist, so denke ich, eines der besten Komplimente, welche man einem Autoren machen kann.


ISBN 3-89941-001-7 Paperback, Verlag Mira, Euro 7,95 D, Euro 8,20 A, sfr 14,60. 412 Seiten, Übersetzung: Margret Krätzig, Original Titel \"A Perfect Evil\"

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