Schwarze Seelen (Taschenbuch) / Alex Kava Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
Erfahrungsbericht von BulmaZ
Töte oder werde getötet.
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Schwarze Seelen – Alex Kava
:: Bezugsquelle & Preis ::
Ich selbst habe das Buch bei ebay ersteigert. An den Preis erinnere ich mich nicht mehr.
Neu kostet das Taschenbuch aber laut Aufdruck 7,95 €.
:: Eckdaten ::
Titel: Schwarze Seelen
Originaltitel: The Soul Catcher
Autorin: Alex Kava
Verlag: Mira
Übersetzung: Marget Krätzig
Erscheinungsjahr: 2003
Genre: Thriller
Seitenanzahl: 444 Seiten
:: Die Autorin ::
Alex Kava (* in Silver Creek, Nebraska, als Sharon M. Kava) ist eine US-amerikanische Schriftstellerin von psychologischen Suspense-Romanen. Sie ist Mitglied in den Vereinigungen Mystery Writers of America und Sisters in Crime.
Alex Kava wuchs in Silver Creek, einem Ort mit weniger als 500 Einwohner im ländlichen Nebraska, auf. Nach der High-School erhielt sie ein Stipendium für das College of Saint Mary in Omaha. Dort machte sie im Jahr 1982 ihren Universitätsabschluss mit Magna cum Laude mit einem B.A. in Kunst und in Englisch.
Nach ihrer Ausbildung sammelte Kava Erfahrungen in der Werbe- und Grafikdesignbranche und gründete ihre eigene Grafik-Design-Agentur, Square One. Darüber hinaus war sie unter anderem für Radio- und TV-Sender tätig. Im Jahr 1992 ging sie zurück zu ihrer Alma Mater und arbeitete als Leiterin für Öffentlichkeitsarbeit.
Ihr Debütroman Das Böse konnte sich innerhalb von zwei Wochen in der Bestsellerliste der New York Times platzieren.Inzwischen sind noch weitere Bücher erschienen, die das Leben der FBI-Profilerin Maggie O’Dell weitererzählen und von spannenden Mordfällen handeln.
Quelle: www.wikipedia.de
:: Die Reihe ::
1. Das Böse
2. Das Grauen
3. Schwarze Seelen
4. Eiskalter Wahnsinn
5. Die Rückkehr des Bösen
6. Ausgeblutet
:: Schwarze Seelen ::
Es ist der Horror für die gesamten FBI – Staffel vor einem Häuschen im Wald: Darin befinden sich einige Jugendliche, schwer bewaffnet, die kurz vor der Stürmung des Hauses allesamt Zyanidkapseln schlucken, um ihrer Strafe zu entgehen – alle, bis auf einer. Die Beweggründe bleiben im Dunkeln.
Währenddessen hat FBI Profilerin Maggie O’Dell es mit einem hoch professionellen Frauenmörder zutun, der seine Opfer aufs Übelste stranguliert, ehe er sie endgültig ermordet. Maggie, ihr Partner Tully und die ungeliebte Detective Racine tappen vollkommen im Dunkeln. Bald allerdings deuten einige vage Indizien hin zu einer kleinen Sekte namens ‚Die Kirche der geistigen Freiheit’, die bisher allerdings noch nie auffällig geworden ist.
Maggies Unbehagen der Sekte gegenüber wächst immer mehr, als sie feststellt, dass ihre Mutter sich in den Fängen der religiösen Fanatiker befindet…
:: Eindrücke ::
Alex Kavas Romanreihe rund um die Profilerin Maggie O’Dell zeichnet sich ja nicht unbedingt durch Innovation, Atmosphäre oder immense Spannung aus. Vielmehr hat die Autorin in den ersten zwei Büchern ihrer Reihe gezeigt, dass ihre Thriller vielmehr belangloses Popcornkino zum lesen sind – abschalten, berieseln lassen und danach schnell wieder vergessen. Genauso scheint es auch mit dem dritten Teil von Kavas Reihe, „Schwarze Seelen“, zu sein. Nicht zuletzt deshalb drängt sich dieser Verdacht auf, weil bereits in unzähligen Genrevertretern religiöse Fanatiker als Sündenböcke herhalten mussten und man das gesamte Szenario an sich eben schon kennt. Fraglich ist nun also, ob „Schwarze Seelen“ nur ein weiterer ausgelutschter Versuch ist, das Thema zu verwursten.
„Schwarze Seelen“ beginnt eigentlich recht viel versprechend: eine Hütte im Wald voll von jugendlichen Sektenanhängern, die sich ohne ersichtliche Beweggründe mit Zyanidkapseln ihre Lebenslichter auspusten. Der Leser hat hier durchaus gewisse Erwartungen hinsichtlich des weiteren Verlaufs, die nicht unbedingt gering sind, beginnt das Buch doch verglichen mit den beiden Vorgängern recht furios. Allzu schnell wird klar, dass „Schwarze Seelen“ aber auch nur ein weiterer Aufguss dessen ist, was man von Alex Kava gewohnt ist. Viel zu unmotiviert wirkt ihr Versuch, das Bild einer fanatischen Sekte samt ihrem Anführer zu zeichnen. Der Funke kann einfach nicht auf den Leser überspringen. Nein, so richtig will man Kava den autoritären Sektenführer nicht abnehmen und seine Schäfchen, die ihm blind folgen, ebenso wenig. Da helfen dann auch die wüsten Propagandaphrasen des Reverends der Sekte nicht mehr viel. Die Bedrohung fehlt einfach. Man nimmt das Ganze nicht ernst, weshalb die ‚Kirche der geistigen Freiheit’ eher unfreiwillig komisch wirkt. Im Verlauf des Plots wird dann auch schnell klar, wieso dies der Fall ist: Das gesamte Sektenszenario ist nur Beiwerk und hat mit den Frauenmorden eigentlich nichts zutun. Besonders deutlich wird dies am allzu abrupten Ende. Abgesehen davon, dass die Auflösung auf den letzten Seiten sehr unglaubwürdig wirkt und eher wie ein Alibi, den Roman nach mehr als 400 Seiten endlich mal zu Ende zu bekommen, verschwindet das gesamte Sektengesums plötzlich auf Nimmerwiedersehen. Hätte Kava all das aus ihrer Geschichte heraus gelassen, hätte nichts gefehlt. Rückblickend betrachtet wirkt das Ganze eher wie ein die Menge der Seiten streckender Faktor. Kava hätte ihre typische Serienkillergeschichte auch vollkommen komprimiert erzählen können. Dann wäre man schneller durch und müsste sich nicht durch nichts sagende Kapitel quälen, die allesamt nur als nervige Längen bezeichnet werden können.
Hinzu kommt, dass es nach zwei Romanen mit Protagonistin Maggie O’Dell spätestens jetzt wirklich sehr nervtötend wirkt, immer wieder ihre familiären und damit verbundenen seelischen Probleme auszuwalzen. Seitenweise wird herum lamentiert, dass Maggie sich auf nichts und niemanden einlassen kann und dass natürlich niemand Geringeres daran schuld ist, als ihrer Mutter. Man kennt das inzwischen und irgendwie gehört es zu einem waschechten Thrillerermittler ja auch dazu. Aber gerade in einer mehre Bücher umfassenden Reihe sollte das Ganze spätestens ab dem zweiten Buch schon nicht mehr so sehr im Vordergrund stehen. Da ist man froh, dass die Liebschaft zwischen Maggie und ihrem Cowboy Nick nun keine Rolle mehr spielt – trotzdem muss man sich diesen ganzen Herzschmerzkäse noch antun. Es nervt einfach und wirkt nur noch abgedroschen. Hinzu kommt die etwas unbeholfen aufkeimende Liebesgeschichte zwischen Maggies bester Freundin, der Psychologin Gwen, und ihrem Partner R.J. Tully. Wieso meinen besonders weibliche Thrillerautoren eigentlich immer irgendwo eine Lovestory reinquetschen zu müssen? Ein guter Thriller kommt doch wirklich ohne solche unwichtigen Dinge aus. Vor allem dann, wenn sie nichts mit dem Plot und noch weniger mit der Spannung zutun haben, die hier ohnehin schon auf dünnem Sparflämmchen köchelt.
Kavas Schreibstil ist nach wie vor als locker flockig und wenig anspruchsvoll zu bezeichnen. Die Sprache der Autorin ist sehr simpel, sodass es keiner sonderlich großen Konzentration bedarf, sie zu verstehen und dem Ganzen folgen zu können [genauso wie der Geschichte an sich]. Der Schreibstil in „Schwarze Seelen“ ist absoluter Durchschnitt, wie man ihn bei vielen Thrillern findet. Am ehesten fällt wohl der Vergleich mit den Romanen der „Women’s Murder Club“ – Reihe von James Patterson ein, in denen die Sprache ganz genauso locker und eigentlich ziemlich nichts sagend ist. So eignet sich dieser Roman hier wohl besonders für diejenigen, die ohnehin nicht viel lesen oder [in Sachen Thriller] wenig Anspruch haben. Schade – denn andere Autoren haben doch immer mal wieder gezeigt, dass man über Sprache eine enorme Atmosphäre erzeugen kann. Die gibt es hier leider gar nicht.
Ähnlich eindimensional wie Plot und Sprache sind leider auch die Figuren.
Wie bereits erwähnt, dreht sich hier zwar sehr viel um die Protagonistin Maggie O’Dell. Dennoch wirkt sie nicht sonderlich plastisch. Sie ist so extrem typisch für dieses Genre, dass sie im Einheitsbrei ziemlich untergeht. Sicher, sie passt recht gut ins Bild mit ihren seelischen Nöten, ihrer schlechten Kindheit und der miesen Beziehung zu ihrer Mutter. So richtig überzeugen kann das dennoch nicht, was vielleicht auch daran liegt, dass die Autorin nicht müde wird, das Ganze immer wieder anzusprechen und damit zu zerreden. Ähnlich verhält es sich mit den anderen agierenden Figuren, die jedoch allesamt nur in Maggies Schatten stehen. Maggies Partner R.J. Tully wirkt wie ein totaler Trottel. War er doch bisher nur ein Schreibtischhengst und soll nun an Tatorten und bei Obduktionen dabei sein. Zwar verschafft ihm sein unbeholfenes Umgehen mit seiner pubertierenden Tochter als allein erziehender Vater einige Sympathiepunkte, aber allerdings auf einer Ebene, wie sie in einem Thriller nichts verloren hat. Er ruft wohl eher Beschützerinstinkte beim Leser hervor, als dass man ihm den knallharten Ermittler mit messerscharfem Gespür abnimmt. Nicht ganz neu, aber im vorliegenden Roman mehr Beachtung findend, ist Detective Julia Racine. Maggie und sie sind sich nicht grün, haben sich am Ende dann aber doch lieb. Man kennt das… Racine wird viel zu oft auf ihre bisexuelle Ader beschränkt und wirkt wie das gebeutelte Hündchen, das versucht, irgendwelche Fehler wieder gut zu machen. Passt genauso wenig wie das Naturell des Tully.
„Schwarze Seelen“ ist ein Roman, den man leicht charakterisieren kann: leicht, simpel, belanglos, aber durchaus ein wenig nette Unterhaltung bietend, wenn eben gerade nichts Besseres zur Hand ist. Man kann sich von diesem Roman recht gut berieseln lassen, dürfte aber dennoch vor Ende des Buches die Nase voll haben und den letzten Satz herbeisehnen. Irgendwie kennt man das alles schon. Dies ist aber bei Weitem nicht das Schlimmste. Viel schlimmer ist, dass Alex Kava ihren Roman in die Länge zieht mit Aspekten, die weder authentisch noch dem Zweck des Plots dienlich sind – eine interessante Leistung auf nur 444 Seiten, was ja nun wirklich nicht viel ist. Darunter mischt sich der Eindruck, es würde eigentlich nicht viel passieren, das die Ermittler der Enttarnung des Mörders näher bringt. Das Ende wirkt wieder mal sehr zufällig und die Auflösung extrem konstruiert. Summa summarum kann man sich diesen Roman also wirklich getrost sparen. Daher gibt es an dieser Stelle auch nur zwei Sterne und keine Empfehlung. Wer allerdings bereits die ersten zwei Bücher der Reihe sehr gut fand, der wird auch hier dran seine Freude haben. Denn das Niveau wird kontinuierlich gehalten.
57 Bewertungen, 14 Kommentare
-
19.04.2010, 07:59 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichLG Anett
-
01.04.2010, 21:04 Uhr von oxalife
Bewertung: sehr hilfreichliebe grüße oxalife.
-
01.04.2010, 10:23 Uhr von Janne0033
Bewertung: besonders wertvollSehr guter Bericht LG Janne0033
-
31.03.2010, 20:02 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
-
31.03.2010, 19:11 Uhr von SahraS_89
Bewertung: sehr hilfreichtoller Bericht... lg Sahra
-
31.03.2010, 16:36 Uhr von Steinbock78
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüsse Steinbock78
-
31.03.2010, 16:08 Uhr von tipsi3
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen Mittwoch wünsche ich dir !!! Liebe Grüße tipsi3
-
31.03.2010, 14:23 Uhr von Iris1979
Bewertung: sehr hilfreichSuper Bericht. LG Iris
-
31.03.2010, 13:25 Uhr von rainbow90
Bewertung: sehr hilfreichEin sehr schöner Bericht. LG
-
31.03.2010, 11:47 Uhr von 2002bin14
Bewertung: sehr hilfreichDein Bericht gefällt mir richtig gut!
-
31.03.2010, 11:37 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH für deinen guten Bericht. Wünsche dir ein schönes Osterfest.Liebe grüße Bernd
-
31.03.2010, 11:19 Uhr von KaTaRaGiRl
Bewertung: sehr hilfreichich würde mich sehr über gegenlesungen freuen
-
31.03.2010, 10:55 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichLG, kids123
-
31.03.2010, 10:37 Uhr von sigrid9979
Bewertung: sehr hilfreichNett Berichtet .....Lg Sigi
Bewerten / Kommentar schreiben