Kempinski Hotel Airport München Testbericht

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Erfahrungsbericht von Hagar66

Hier bleibt kein Wunsch offen!

Pro:

fessionell

Kontra:

stprogramm i. Vgl. zum Normalen

Empfehlung:

Ja

Und nun ein Bericht über das Kempinski Hotel Airport München, ein ultramoderner Bau direkt im Zentralbereich des Münchener Flughafens..

Der Empfang:
Vom Einchecken abends um 21:00 Uhr hatte Schnelleres erwartet. Mir war zwar klar, dass es hier am Flughafen zugehen würde, wie in einem Bienenstock, und immerhin war die Rezeption mit 4 Personen voll besetzt, aber irgendwie hatte ich wohl die falsche Schlange erwischt. Aber als ich dran war, war in drei Minuten alles gelaufen und ich hatte die Eintrittskarte für mein Zimmer. Trotzdem, ich würde zumindest erwarten, dass hier durch geeignete Maßnahmen nur eine einzige Schlange gebildet wird, wie es in USA üblich ist. Immerhin ist das erwiesenermaßen schneller und gerechter. Wie für ein Flughafenhotel sicherlich üblich, gibt es auch hier im Rezeptionsbereich Bildschirme, die die aktuellen Abflugzeiten am Flughafen München anzeigen. Sie sind sogar direkt vom Flughafen gespeist, also immer topaktuell. Ich vergebe 4 Sterne, 1 Stern Abzug wegen Wartens.

Der öffentliche Bereich:
Die Hotel-Lobby besteht in diesem Hotel aus einer riesigen Halle (siehe Bild), angelegt mittig zwischen zwei Bauteilen, in denen sich die Zimmer befinden. In dieser Halle befindet sich der Check- In- Bereich und die Bar „Nightflight“ (die riesig groß ist und sich unter Palmen befindet, ebenfalls siehe Bild) und ansonsten sehr viel Platz. Der Eingang zum Hotel ist ebenerdig und da auch im Hotel alle Übergänge barrierefrei sind, dürfte das Hotel ausreichend behindertenfreundlich sein. Insgesamt habe ich die Atmosphäre als recht laut empfunden, wohl durch den Hallencharakter zwangsläufig. Eine geeignete Teilung (z.B. durch eine stilistisch passende Glasfront) wäre vielleicht nicht verkehrt. Der Halle angeschlossen, im östlichen Bauteil befindet sich das Hotelrestaurant. Für die Lobby vergebe ich auch 4 Sterne.

Das Zimmer:
Das Hotel hat nach eigener Auskunft insgesamt 343 Zimmer und 46 Suiten, die – wie schon gesagt - auf zwei Bauteile aufgeteilt sind. Da haben schon mal das erste Problem: Wenn ich mich aus irgendeinem Grund bei der Suche nach meinem Zimmer im Bauteil vertun sollte (und die Aufzüge sind nicht ganz einfach zu finden), dann habe ich keine andere Chance als mich wieder ins Erdgeschoss zu begeben, um von dort aus in den anderen Bauteil zu gelangen. Mir ist genau das zwar nicht passiert, dafür stand ich aber in einem Aufzug, der nur in den Keller (S- Bahn- Zugang) und eben nicht auf die Zimmeretagen fuhr). Ganz klar: Deutlichre Schilder sind nötig! Jetzt aber zum Zimmer selber: Da ich nicht Krösus bin (und die Firma auch nicht), kann ich natürlich nur über ein normales Zimmer berichten.

Die Zimmerausstattung wie auch -größe lässt nichts zu wünschen übrig. Im ca. 32 qm großen Raum finden sich: Doppelbett (allerdings mit „Besucherritze“; na ja, ich war eh’ allein), ein großer Schreibtisch mit Stuhl, Sessel und Stuhl mit Beistelltisch, Direktwahltelefon, Kabelfernsehanschluss, Pay-TV, einen Modemanschluss über TAE- Dose (Wireless- LAN gibt es übrigens komischerweise nur in der Lobby) und natürlich Minibar (ein Preisbeispiel: 0,5l Vittel- Mineralwasser für €5,50). Für die vielfältigen Beleuchtungsmöglichkeiten bräuchte ich noch ein paar Abende mehr...
Griffbereit am Bett platziert findet sich ein Hinweis darauf, dass außer dem Standard- Daunenkissen auch Federkissen, ein kleines Federkissen, Nackenrolle, Keilkissen und ein antiallergisches Kissen erhältlich sind. Dafür muss man nur beim Housekeeping anrufen. Ich hab’s auch hier wieder nicht ausprobiert, denn da bin ich relativ anspruchslos. Für eine Businesswoche sind ganz knapp ausreichend Bügel vorhanden (Hosenbügel könnte es ruhig mehr geben.)
Die Klimaanlage pustet leider recht laut, zur Nachtruhe habe ich sie ausschalten müssen.

Kommen wir zum Bad. Es finden sich Dusche/ Badewanne, die Schüssel, Waschbecken und Toilettenartikel (Seife am Stück, olfaktorisch akzeptables Duschgel und Shampoo in kleinen Fläschchen, ein „Hygieneset“, bestehend aus Wattepads und Ohrstäbchen und eine Nagelfeile) und Fön. Außerdem gibt es reichlich Handtücher (7 Stück!). Alles mehr als ausreichend.

Einen besonderen Abschnitt über die Dusche muss ich mir dann doch leisten, denn hier gibt es mal wieder Unsinn zu kritisieren. Es fängt damit an, dass die Duschabtrennung nur ca. 50 cm breit ist und den Fußboden nicht wirklich vorm Nasswerden schützt. Man könnte meinen, dass mir das egal sein sollte, denn ich muss es ja nicht sauber machen... Muss ich auch nicht, aber ich muss mit den Pfützen leben, in denen ich nach dem Duschen stehe. Darüber hinaus ist die Duschvorrichtung nicht funktional: Es existieren zwei verschiedene Mischbatterien, eine für eine flexible Brause und eine (mit einem Umschaltventil) für die Wannenbefüllung und für einen fest eingebauten Duschkopf. Warum das genau so und nicht anders angeordnet ist, ist mir ein Rätsel! Wenn ich duschen will, möchte ich beide Hände frei haben, nutze also die Vorrichtung für den festen Duschkopf. Um allerdings die richtige Wassertemperatur einzustellen, muss ich mich entweder mehrfach nach dem Auslass für die Wannenbefüllung bücken, um die Temparatur zu prüfen, oder einen Schwall kalten Wassers aus dem Duschkopf über mich ergehen lassen. Viel sinnvoller wäre es doch, die flexible und die feste Brause über ein Ventil zu koppeln, oder? Zusätzlich ist es so, dass der Wannenrand sehr breit ist. Da dies bei der Installation des festen Duschkopfs nicht ausreichend berücksichtigt wurde, muss ich mit einem sehr hohen Wasserdruck arbeiten (Verschwendung und mehr Pfützen im Bad!) oder mich beim Duschen nach hinten beugen. Beides nicht sehr schön!

Ich vergebe für das Zimmer 4,5 Sterne. Der halbe Stern weniger resultiert aus der eingeschränkten Funktionalität der Dusche

Übernachtungspreise:
Als 5- Sterne- Hotel hat das Kempinski natürlich saftige Preise. Hier die Preisangaben des Hotels für eine Nacht in der Woche (am Wochenende sind die Zimmer z. T. deutlich preiswerter):

  • Standard- Zimmer: zwischen 181 und 250 Euro
  • Superior- Zimmer: zwischen 195 und 355 Euro

Es gibt 5 verschiedene Arten von Suiten

  • Studios: 410 Euro
  • Junior Suite Standard: 470 Euro
  • Junior Suite de luxe: 530 Euro
  • Diplomaten Suite: 700 Euro
  • Senatoren Suite : 930 Euro


Wer sich mit Hotels auskennt, weiß allerdings auch, dass diese Angaben reine „Mondpreise“ sind. Die Anzahl der Gäste, die diese Preise bezahlen, dürfte sich im einstelligen Prozentbereich bewegen. Es gilt, wie mittlerweile oft in Deutschland: Feilschen!

Frühstück:
Das Frühstück wird im Restaurant „Charles Lindbergh“ serviert. Ich bin voll des Lobes, noch nie vorher habe eine derartige Auswahl angetroffen (und ich habe schon viele Hotels hinter mir). Es gibt ALLES, was das Herz begehrt, bis hin zu Leberkäse und Weißwürsten. Sogar Fruchtmus in verschiedenen Geschmacksrichtungen. Und alles ist übersichtlich angeordnet. Wer hier etwas nicht findet, was er sucht, kommt mit Sicherheit aus einem mir völlig unbekannten Kulturkreis. Und vielmehr möchte ich dazu gar nicht sagen.
Das Restaurant hat zwar Hallencharakter, aber der Geräuschpegel hält sich (möglicherweise durch die ansehnlichen Deckenverzierungen) in Grenzen. Die Atmosphäre ist angenehm. Ciao hat als möglichen Maximalwert 5 Sterne gewählt. In diesem speziellen Fall (und grad nach der EM) möchte ich in Anlehnung an griechischen Metaxa glatte 7 Sterne vergeben.

Eine kleine Einschränkung vielleicht: Im Unterscheid zur üblichen Vorgehensweise, einem Rezeptionisten die Zimmernummer zu sagen, muss man hier als Gast selber einen Zettel mit Zimmernummer, Namen und Unterschrift ausfüllen. Vielleicht ist der hohe Preis von €24,- für das Büffet dafür der Grund? Jedenfalls fand ich das etwas nervig.

Gästeeinrichtungen:
Folgende Services bietet das Hotel:
a) Büroservices:

  • Vermietung von Büro- und Konferenzräumen
  • Sekretariatsservice
  • PC und Drucker
  • Farb-Laserdrucker
  • Faxmöglichkeit
  • Wireless LAN-Verbindung, bis 11Mbps
  • Internetzugang über ISDN
  • Möglichkeit für Videokonferenzen

b) Sonstige Hotelservices:

  • Concierge Services
  • Mehrsprachige Mitarbeiter
  • 24 h Zimmerservice
  • Schuhputz Service
  • Weckruf
  • Chemische Reinigung
  • Wäscheservice
  • Bügelservice
  • Postservice
  • DHL Kurier Service (DHL, FEDEX oder EMS)
  • Flughafen Shuttle Service
  • Flughafen Limousinen Service
  • Geldwechsel
  • Massage


Darüberhinaus bietet das Hotel Dienste an, die nichts mit dem eigentlichen Hotelbetrieb zu tun haben:

  • Besorgung von Veranstaltungskarten (z. B. Theaterkarten)
  • Limousinen- Service
  • Reservierungen in anderen Hotels der Kette
  • Flugreservierungen und -bestätigungen
  • Helikopter- Flüge
  • Privat- Charterflüge
  • Restaurantreservierungen
  • Bestellung von Tour Guides
  • Tourplanung
  • Mietwagenreservierung
  • Sixt Mietwagen-Rückgabe
  • Friseurtermine
  • Shopping- Tipps
  • Sightseeing- Empfehlungen


Ihr seht, da bleibt kein Auge trocken. Ich bin mir sicher, dass man das Hotelpersonal sehr damit beschämen könnte, wenn man irgendetwas findet, was nicht im Serviceangebot enthalten ist und sie würden sich wahrscheinlich ein Bein ausreißen, um es dann doch zu bieten.

Auch hier bleibe ich beim Metaxa und vergebe 7 Sterne.

Der Fitness-/ Wellness- Bereich:
Diesem Bereich möchte ich besondere Aufmerksamkeit widmen, die er auch verdient hat, denn er ist wirklich etwas Besonderes:

Riesig groß ist dieser – für Hotelgäste kostenlose - täglich von 7 – 22 Uhr geöffnete Teil des Hotels im Souterrain. Ein Pool (ca. 15 mal 6 Meter bei 1,30 Metern Wassertiefe) und eine ausladende Liegelandschaft bieten Gelegenheit, sich körperlich zu ertüchtigen oder einfach Fünfe gerade sein zu lassen. Auch ein Hot Tub lässt das Herz des Erholungssuchenden höher schlagen. Weiterhin ist eine finnische Sauna, geheizt auf 90° C und ein Dampfbad zu finden. Das Umkleideräume und ausgiebige Duschgelegenheiten dazu gehören, versteht sich da schon fast von selbst, oder? Auch die freundlich eingerichtete Bar direkt am Pool lädt zum Verweilen ein. Wer keinen Lesestoff mitgebracht hat, wird reichlich mit ausgelegten - leihweise erhältlichen - Tageszeitungen und Magazinen versorgt.

Ein Fitness- Raum mit einer (für mich als Nicht- Gerätesportler) fast unüberschaubaren Anzahl von Geräten zum Gewichtstemmen, Stairmaster und so weiter steht dem Hotelgast ebenfalls zur Nutzung offen.

Während Sportkleidung für den Fitness- Raum selbst mitgebracht werden muss, wird für den Pool- und Saunabereich gegen Auslieferung der Zimmerschlüsselkarte mit Ausnahme der Badehose oder des Badeanzugs alles gestellt: Handtuch, Bademantel, Schlappen (vorverpackt, also nicht unhygienisch) und ein Schlüssel für das Schließfach.

Prädikat: Besonders empfehlenswert! Und noch mal 7 Sterne!

Bars und Restaurant:
Das oben bereits erwähnte Restaurant „Charles Lindbergh“ habe ich - bei Preisen ab rd. €25 pro Gericht - außerhalb des Frühstücks nicht frequentiert. Dafür ist das Restaurant Airbräu (siehe Kapitel „Sonstiges in der Umgebung“) mit seinem leckeren UND günstigen hausgebrauten Fliegerquell und den ebenso günstigen deftigen Speisen einfach zu nah.

Die Cocktailbar ist Teil der Lobby, offen gestaltet mit freier Sicht nach allen Seiten und unter (m. E. künstlichen) Palmen. Die Atmosphäre ist für meine Begriffe ungemütlich. Ich leide zwar nicht an Agoraphobie, aber eine „Einfriedung“ des Barbereichs fände ich persönlich besser. Ich wollte mich nicht unwohl fühlen und habe sie daher nicht ausprobiert.

Dann gibt es neben der Rezeption noch einen Gastbereich, dessen Zweck mir nicht klargeworden ist: Sieht aus wie ein Restaurant, hat auch eine Bar, ist aber nie besetzt und abgesperrt. Ich will es auch nur der Vollständigkeit halber hier aufführen.
Für die beschriebenen Bereiche vergebe ich nicht Null, sondern keine Sterne und sie fließen in die Gesamtbewertung nicht ein.

Sonstiges in der Umgebung:
An erster Stelle ist für den abendlichen Chill- Out noch mal das Airbräu zu nennen, das sich in Gehentfernung befindet. Ich verweise für nähere Angaben dazu auf den Bericht meines Vertrauten normeier, der die Lokalität besser beschrieben hat, als ich es jemals könnte.

Auch sonst bleiben kaum Wünsche offen, denn der Flughafen ist eine Stadt für sich: Banken, Supermärkte, Post, Restaurants, Schnellrestaurants, Schreibwarenläden, Geschenkboutiquen, Bekleidungsfachgeschäfte, ... Ich spare mir hier weiter Aufzählungen, ich habe noch NICHTS vermisst. Das man von hier aus auch quasi überall hinfliegen kann, versteht sich von selbst.

Adresse:
Kempinski Hotel Airport München
Terminalstrasse Mitte 20
85356 München- Flughafen
Tel.: (089) 9782- 0
Fax: (089) 9782- 2610
eMail: [email protected]
Homepage: www.kempinski-airport.de
Unter „[email protected]“ kann man auch Email an Gäste schreiben, die vom Hotel dann dem Gast zugestellt werden

Anfahrt:
Wenige Sachen im Leben sind einfacher, als das Kempinski am Münchener Flughafen zu finden.


  • Mit dem Auto:
    Aus allen Himmelsrichtungen ist der Flughafen München weithin ausgeschildert. Diesen Schildern muss man einfach nur folgen. Hat man den Flughafen erreicht, folgt man dann den Schildern Richtung „Hotel“. Dann in der Tiefgarage P26 parken. Fertig!

  • Mit der S-Bahn:
    S-Bahn S8 oder S1 bis Endstation Zentralbereich am Flughafen München und dann den Schildern folgen. (Fahrtzeit ca. 45 Minuten). Der gesamte Fußweg ist überdacht.

  • Taxi:
    Braucht man nicht wirklich, oder?


Fazit:
Dieses Fünf- Sterne- Hotel hat jeden einzelnen Stern voll verdient. Ich werde nun öfter hier übernachten Bei geschlossenem Fenster ist trotz der Lage zwischen den beiden Runways kein Fluglärm zu hören

Volle 5 Sterne und ein „sehr empfehlenswert“.