Keszthely Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von retilein
Ein wunderbares Schloß und vieles mehr
Pro:
herrliche ambiente
Kontra:
so weit weg
Empfehlung:
Ja
Ehe die herrliche Reisezeit eines brandheissen Sommers dem Ende sich neigt, möchte ich Euch eine weiteres Reiseziel aus dem für mich herrlichen Ungarn vorstellen. Seit mittlerweile über 20 Jahren besuche ich regelmäßig einen kleinen Ort am Norduferdes Balatons (s. separaten Bericht zu Zanka bei Interesse). Für Schachfreunde eine sicherlich interessante Alternative, kann man doch das Angenehme mit dem Nützlichen, d.h. ein paar Urlaubstagen verbinden.
Ich glaube nach den zig mehr oder weniger regelmäßigen Abstechern nach Ungarn kann ich mir auch
eine gewisse Bewertung erlauben. Mehr kann es rotzdem nicht sein, denn außer Prost, Danke und Bitte gelang es mir keine weiteren Floskeln zu erlernen. Darüber hilft aber in jedem Falle das vorhandene Deutschreservoir der Ungarn und deren ausgesprochene Freundlichkeit spielend hinweg.
Allgemeines
***********
Bei der Anreise und diversen Bemerkungen zum Reiseziel bleiben ein paar Doppelungen nicht aus, aber man kann vom Leser ja nicht verlangen alle Berichte zu lesen, so wünschenswert es vielleich wär *lach*.
Unsere Anreise geschieht also heute zumeist mittels PKW über Österreich und den Grenzort Sopron. Auch Anreisen über Prag und Bratislava oder mit der Bahn habe ich schon hinter mir.
Von Sopron ist der Balaton als Ziel ausgeschildert und praktisch nicht zu verfehlen. Wir verzichten übrigens fast nie bei der Anreise auf einen Zwischenstop an der Burg Sümeg bei meinen Besuchen. Wenn Ihr einmal heraufgekraxelt seid dann wisst ihr auch warum.
Und kaum ist man am Balaton angekommen, denkt man schon an den Wein. Ich kann mich nicht erinnern auf ungarischen Wein als solche sehr zu stehen, aber bei der Musik, dem Ambiente und den Temperaturen hier wird man immer wieder vom Gegenteil überzeugt. Es ist jedes Mal ein unvergleichlicher Genuß ungarischer Lebensfreude zuzuschauen, auch wenn sicherlich die
Touristen das Ihrige dazu beitragen. Dazu muß ich unbedingt noch einmal separat was schreiben fällt mir ein.
Den Liebhabern mittelsüßer Weine empfehle ich den lieblichen Grauen Mönch. \"Der Name stammt aus dem Mittelalter\", meint ein ortsansässiger Weinbauer. \"Damals hatten sie aus Wien einen
Klosterbruder hergeschickt, um uns im Glauben zu unterweisen. Der Bruder liebte die sinnlichen Freuden, und nach einer durchzechten Nacht soll er ganz grau ausgesehen haben. Seither heißt der Wein Grauer Mönch.\"
Spätestens am Tag danach können auch wir nachvollziehen, wie der Name Grauer Mönch zustande kam.
Keszrhely
*********
Ich möchte Euch also nachstehend mit Keszthely ein interessantes Ausflugsziel am Westufer des Balatons und nahe der Stadt Heviz vorstellen.
Bekanntermaßen ist der Balaton (Plattensee) der größte Binnensee Europas mit einer Länge von 76 km und einer durchschnittlichen Breite von 11 km. Und da der See generell sehr flach ist, sind zumeist schon etliche Meter Fußmarsch nötig um eine schwimmfähige Tiefe zu erreichen. Es ist selbst dann erst so tief daß man unwillkürlich Angst bekommt eventuell beim Schwimmen mit den Knien am Grund anzuecken. Damit ist es natürlich eher ein Dorado für Kinder, aber auch für Segler.
Der Name der Ortes wird übrigens auf die slawische Übersetzungung des lateinischen Wortes \"castellum\" zurückgeführt Mit seinen angegebnenen 23.000 Einwohnern ist die Stadt Keszthely der zweitgrößte Ort am Balaton und hat seit 1954 Stadtrecht. Sie liegt am Fuße des gleichnamigen Berglandes in einem
uralten Siedlungsgebiet. In diesem siedelten schon die die alten Römer (wo eigentlich nicht) aufgrund der guten geographischen Lage und errichteten ganz in der Nähe (im heutigen Fenekpuszta) die Festung Valcum. Im Jahre 1247 wurde übrigens die Stadt das erste Mal urkundlich erwähnt und 1421 bereits als Marktflecken beurkundet.
Die Glanzzeit und der Aufstieg des Ortes begannen erst im 18. Jahrhundert, als ein gewisser Kristof Festetics, aus dem kroatischen Adelsgeschlecht, die Herrschaft übernahm und das Schloss errichtete, welches heute als eines der prachtvollsten Schlösser in ganz Ungarn gilt. Unter seiner Ägide auch das Krankenhaus, Gymnasium, die Volksschule und die Agrar-Hochschule.
Außer dem 1745 errichteten Schloß, zu dem ich gern noch ein paar Bemerkungen machen möchte gibt es als weitere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen:
- Die römisch-kath. Pfarrkirche im Zentrum der Stadt,
- Europas größte Trachten-Puppenmuseum mit ca 500 Porzellanpuppen in Volkstrachten Ungarns und
- Das Balaton-Museum mit interessanten geologischen u. archäologischen Ausstellungen.
Keszthely ist heute auch eine Badestadt und verfügt über zwei vernpnftige Strände, wobei diese Aussage am Balaton sehr vorsichtig gewichtet weden muß.
Die Fußgängerzone Fußgängerzone mit herrlichen historischen Gebäuden führt direkt zum Haupteingang des bereits erwähnten Schlosses. Das wunderschöne Barockgebäude verfügt über 101 Räume. Im Südflügel befindet sich der wertvollste Raum des Schlosses, die Bibliothek,eine wahrhaft beeindruckende Büchersammlung. Dazu kommen Mobiliar, im ehemaligen Speisesaal werden heutzutage sogar Konzerte veranstaltet und im Flur kann man prachtvoll verzierte Waffen aus dem Nationalmuseum bewundern. In einer selbständigen Ausstellung ist die respektable
Trophäensammlung von Fürst Windischgraetz zu sehen. Der Schlosspark davor ist sehenswert und steht wegen der zahlreichen seltenen Pflanzen deshalb auch unter Naturschutz.
An dieser Stelle eine besondere Ode aus einem ungarischen Werk an nur eine Userin, die mir sehr
viel bedeutet:
\"De sa bouche est si deuce haleine,
Vivre en peut-on une semaine;
Qui au lundi le sentiroit
En la semaine mal nàvroit.\"
Übrigens gelang es Ihr auch meinen bei Ciao geposteten Bericht zu rekobstruieren, der bei Ciao selbst nach deren Angaben unwiederruflich verloren ist.
Man könnte dazu noch unendlich viele Details, wie auch zur Stadt selbst erzählen, aber ich hoffe trotzdem Euch ein wenig Appettit auf eine eigentlich gar nicht so ferne Stadt gemacht zu haben. Und wer noch was für seine Gesundheit tun möchte, der besucht den Nachbarort Heviz mit seinen sein schon von weiten nach Schwefel riechende und an seinen Nebelschwaden erkennbare Thermalsee. Wer allerdings Geld los werden möchte besucht das dortige Casino.
Sonstiges
*********
Wer nähere Informationen zu Keszthely nachlesen oder eine Kur im Thermalbad planen möchte, dem empfehle ich die informative Seite www.huninfo.hu im Internet.
Übrigens ein Quartier, Haus oder eine Wohnung vorher anmieten ist unnötig. Überall am Balaton machen Schilder mit den Aufschriften Haus frei, Zimmer frei, Appartment frei darauf aufmerksam. Selbst an einer roten Ampel, kommt mit tödlicher Sicherheit jemand angerannt und fragt, ob man nicht eventuell ein Quartier braucht.
Außerdem verzichtet nicht auf den Genuß ungarischer Salami, von Unicum oder dem vorzüglichen Kesselgulasch.
Mit ein wenig Zeit lohnt es sich auch die Umgebung von Kesthely zu erkunden!, wie zb. Badascony/Szigliget, wie schon gesagt Heviz oder Tapolca. Und vergesst nicht die nahe gelegenen
Weinberge mit den urgemütlichen Kneipen zwischen den Weinreben zu besuchen und die dargebotenen lokalen Köstlichkeiten zu probieren !
Fazit
*****
Summasumarum eine herrliche Abwechslung und Keszthely ist allemal einen Abstecher wert, auch wenn manchmal am Tag danach sich ein niedliches vierbeiniges allseits bekanntes Haustier einstellt.
In diesem Sinne Egészségedre !
Ich glaube nach den zig mehr oder weniger regelmäßigen Abstechern nach Ungarn kann ich mir auch
eine gewisse Bewertung erlauben. Mehr kann es rotzdem nicht sein, denn außer Prost, Danke und Bitte gelang es mir keine weiteren Floskeln zu erlernen. Darüber hilft aber in jedem Falle das vorhandene Deutschreservoir der Ungarn und deren ausgesprochene Freundlichkeit spielend hinweg.
Allgemeines
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Bei der Anreise und diversen Bemerkungen zum Reiseziel bleiben ein paar Doppelungen nicht aus, aber man kann vom Leser ja nicht verlangen alle Berichte zu lesen, so wünschenswert es vielleich wär *lach*.
Unsere Anreise geschieht also heute zumeist mittels PKW über Österreich und den Grenzort Sopron. Auch Anreisen über Prag und Bratislava oder mit der Bahn habe ich schon hinter mir.
Von Sopron ist der Balaton als Ziel ausgeschildert und praktisch nicht zu verfehlen. Wir verzichten übrigens fast nie bei der Anreise auf einen Zwischenstop an der Burg Sümeg bei meinen Besuchen. Wenn Ihr einmal heraufgekraxelt seid dann wisst ihr auch warum.
Und kaum ist man am Balaton angekommen, denkt man schon an den Wein. Ich kann mich nicht erinnern auf ungarischen Wein als solche sehr zu stehen, aber bei der Musik, dem Ambiente und den Temperaturen hier wird man immer wieder vom Gegenteil überzeugt. Es ist jedes Mal ein unvergleichlicher Genuß ungarischer Lebensfreude zuzuschauen, auch wenn sicherlich die
Touristen das Ihrige dazu beitragen. Dazu muß ich unbedingt noch einmal separat was schreiben fällt mir ein.
Den Liebhabern mittelsüßer Weine empfehle ich den lieblichen Grauen Mönch. \"Der Name stammt aus dem Mittelalter\", meint ein ortsansässiger Weinbauer. \"Damals hatten sie aus Wien einen
Klosterbruder hergeschickt, um uns im Glauben zu unterweisen. Der Bruder liebte die sinnlichen Freuden, und nach einer durchzechten Nacht soll er ganz grau ausgesehen haben. Seither heißt der Wein Grauer Mönch.\"
Spätestens am Tag danach können auch wir nachvollziehen, wie der Name Grauer Mönch zustande kam.
Keszrhely
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Ich möchte Euch also nachstehend mit Keszthely ein interessantes Ausflugsziel am Westufer des Balatons und nahe der Stadt Heviz vorstellen.
Bekanntermaßen ist der Balaton (Plattensee) der größte Binnensee Europas mit einer Länge von 76 km und einer durchschnittlichen Breite von 11 km. Und da der See generell sehr flach ist, sind zumeist schon etliche Meter Fußmarsch nötig um eine schwimmfähige Tiefe zu erreichen. Es ist selbst dann erst so tief daß man unwillkürlich Angst bekommt eventuell beim Schwimmen mit den Knien am Grund anzuecken. Damit ist es natürlich eher ein Dorado für Kinder, aber auch für Segler.
Der Name der Ortes wird übrigens auf die slawische Übersetzungung des lateinischen Wortes \"castellum\" zurückgeführt Mit seinen angegebnenen 23.000 Einwohnern ist die Stadt Keszthely der zweitgrößte Ort am Balaton und hat seit 1954 Stadtrecht. Sie liegt am Fuße des gleichnamigen Berglandes in einem
uralten Siedlungsgebiet. In diesem siedelten schon die die alten Römer (wo eigentlich nicht) aufgrund der guten geographischen Lage und errichteten ganz in der Nähe (im heutigen Fenekpuszta) die Festung Valcum. Im Jahre 1247 wurde übrigens die Stadt das erste Mal urkundlich erwähnt und 1421 bereits als Marktflecken beurkundet.
Die Glanzzeit und der Aufstieg des Ortes begannen erst im 18. Jahrhundert, als ein gewisser Kristof Festetics, aus dem kroatischen Adelsgeschlecht, die Herrschaft übernahm und das Schloss errichtete, welches heute als eines der prachtvollsten Schlösser in ganz Ungarn gilt. Unter seiner Ägide auch das Krankenhaus, Gymnasium, die Volksschule und die Agrar-Hochschule.
Außer dem 1745 errichteten Schloß, zu dem ich gern noch ein paar Bemerkungen machen möchte gibt es als weitere Sehenswürdigkeiten zu besichtigen:
- Die römisch-kath. Pfarrkirche im Zentrum der Stadt,
- Europas größte Trachten-Puppenmuseum mit ca 500 Porzellanpuppen in Volkstrachten Ungarns und
- Das Balaton-Museum mit interessanten geologischen u. archäologischen Ausstellungen.
Keszthely ist heute auch eine Badestadt und verfügt über zwei vernpnftige Strände, wobei diese Aussage am Balaton sehr vorsichtig gewichtet weden muß.
Die Fußgängerzone Fußgängerzone mit herrlichen historischen Gebäuden führt direkt zum Haupteingang des bereits erwähnten Schlosses. Das wunderschöne Barockgebäude verfügt über 101 Räume. Im Südflügel befindet sich der wertvollste Raum des Schlosses, die Bibliothek,eine wahrhaft beeindruckende Büchersammlung. Dazu kommen Mobiliar, im ehemaligen Speisesaal werden heutzutage sogar Konzerte veranstaltet und im Flur kann man prachtvoll verzierte Waffen aus dem Nationalmuseum bewundern. In einer selbständigen Ausstellung ist die respektable
Trophäensammlung von Fürst Windischgraetz zu sehen. Der Schlosspark davor ist sehenswert und steht wegen der zahlreichen seltenen Pflanzen deshalb auch unter Naturschutz.
An dieser Stelle eine besondere Ode aus einem ungarischen Werk an nur eine Userin, die mir sehr
viel bedeutet:
\"De sa bouche est si deuce haleine,
Vivre en peut-on une semaine;
Qui au lundi le sentiroit
En la semaine mal nàvroit.\"
Übrigens gelang es Ihr auch meinen bei Ciao geposteten Bericht zu rekobstruieren, der bei Ciao selbst nach deren Angaben unwiederruflich verloren ist.
Man könnte dazu noch unendlich viele Details, wie auch zur Stadt selbst erzählen, aber ich hoffe trotzdem Euch ein wenig Appettit auf eine eigentlich gar nicht so ferne Stadt gemacht zu haben. Und wer noch was für seine Gesundheit tun möchte, der besucht den Nachbarort Heviz mit seinen sein schon von weiten nach Schwefel riechende und an seinen Nebelschwaden erkennbare Thermalsee. Wer allerdings Geld los werden möchte besucht das dortige Casino.
Sonstiges
*********
Wer nähere Informationen zu Keszthely nachlesen oder eine Kur im Thermalbad planen möchte, dem empfehle ich die informative Seite www.huninfo.hu im Internet.
Übrigens ein Quartier, Haus oder eine Wohnung vorher anmieten ist unnötig. Überall am Balaton machen Schilder mit den Aufschriften Haus frei, Zimmer frei, Appartment frei darauf aufmerksam. Selbst an einer roten Ampel, kommt mit tödlicher Sicherheit jemand angerannt und fragt, ob man nicht eventuell ein Quartier braucht.
Außerdem verzichtet nicht auf den Genuß ungarischer Salami, von Unicum oder dem vorzüglichen Kesselgulasch.
Mit ein wenig Zeit lohnt es sich auch die Umgebung von Kesthely zu erkunden!, wie zb. Badascony/Szigliget, wie schon gesagt Heviz oder Tapolca. Und vergesst nicht die nahe gelegenen
Weinberge mit den urgemütlichen Kneipen zwischen den Weinreben zu besuchen und die dargebotenen lokalen Köstlichkeiten zu probieren !
Fazit
*****
Summasumarum eine herrliche Abwechslung und Keszthely ist allemal einen Abstecher wert, auch wenn manchmal am Tag danach sich ein niedliches vierbeiniges allseits bekanntes Haustier einstellt.
In diesem Sinne Egészségedre !
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