Kinder und ihre Krankheiten Testbericht

No-product-image
ab 17,92
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003

5 Sterne
(8)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(1)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(1)
0 Sterne
(5)

Erfahrungsbericht von mackz

Dem Tod von der Schippe gesprungen

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Windpocken sind eigentlich (!) eine ganz normale und harmlose Viruserkrankung, die häufig bei Kleinkindern im Vorschulalter auftritt und mit Fieber und Blässchenbildung am ganzen Körper einhergeht.

Unser kleiner Kobold Ferdinand war geradeeinmal 10 Monate alt, als er nach einer Inkubationszeit von zwei Wochen die Windpocken bekam. Ganz typisch für die Krankheit ging es mit Blässchen im Windelbereich los, die sich rasch über den ganzen Körper verteilten und normalerweise innerhalb von 10 Tagen abklingen. Normalerweise.....

....Nie werde ich die glücklicherweise eiskalten Mai-Nächte 2000 vergessen, in denen meine Frau und ich stundenlang mit dem Fieber unseres 10 Monate alten Ferdinands kämpften. Er hatte Windpocken (Viren) und eine Bakterielle Infektion gleichzeitig. Diese Mischung legte sein Imunsystem komplett lahm, die sonst erpsengroßen Pocken wurden groß wie 5 DM Stücke und Ferdinands Blut zeigte außer Viren und Bakterien kaum noch Antikörper. Kein Fiebermittel schlug mehr an und Ferdinand phantasierte bei 42 Grad Fieber ununterbrochen. Zitterte - schlief ein paar Minuten - weinte - phantasierte -aß und trank für Tage schlecht bzw. nichts.

Der Notarzt kam mehrmals am Tag und besprach mit uns eine Überweisung in die Klinik. Da hier in Leipzig die Eltern nicht mit in der Klinik beim Kind bleiben dürfen (!), sollte das die letzte Wahl bleiben. Wir wollten und sollten so unseren kleinen Ferdinand, der gerade einen längeren Klinikaufenthalt hinter sich hatte (siehe mein Bericht zu Klinikaufenthalten), zu Hause aus dem Fiebersumpf ziehen......

Jetzt weiss ich:

Windpocken können eine schon vorhandene Krankheit noch verschlimmern bzw. machen den Körper anfällig für weitere Infektionen. Gerade wenn sich die Pocken in offene Wunden, Exzeme oder auf vorhandene Hautiritationen setzen, öffnen sie dort Tür und Tor für weitere Krankheiten, Bakterien und Vieren. Unser Kobold Ferdinand hatte damals eine näßende Wunde und bekam dann die Windpocken. Innerhalb von zwei Tagen war sein Fieber weit über 40 Grad angestiegen und sein Körper nicht nur von Pocken sondern irgendeiner Bakterie befallen, die - wie gesagt - die Pocken so groß werden ließen, wie 5 DM Stücke.

Hätten wir Ferdinand impfen sollen?

Die Windpockenimpfung ist relativ harmlos, einziges für mich akzeptables Argument der Impfgegner ist, das Windpocken bei Kindern ebenso harmlos sind (sein sollen). Aus dem Grund haben wir Ferdinand auch nicht impfen lassen. Die Antikörper, die der Körper auf natürlichem Wege beim Durchleben dieser Krankheit bildet, schaffen eine lebenslange Residenz des Körpers. Die Impfung hält nur begrenzt (m.E. 10 Jahre) und wirkt auch nicht bei allen.
Außerdem ist das Krankheitsbild bei Erwachsenen weitaus dramatischer ausgeprägt, kann sich bei Schwangeren sogar negativ auf das zu erwartende Kind auswirken. Dann doch lieber die harmlose (??) Kinderkrankheit im Kleinkindalter durchleben, und ein Leben lang gefeit sein, oder?

Zugegeben, ich bin ratlos!

Als ich Ferdinand schließlich doch ins Krankenhaus bringen mußte, weil das Fieber seinen kleinen Körper aufzerrte und er uns beinahe gestorben wäre, habe ich oft daran gedacht, dass es doch viel einfacher gewesen wäre, ihn zu impfen. Die Art und Weise wie er im Krankenhaus behandelt wurde, möchte ich hier lieber nicht wiedergeben (halt typisch Ostkrankenhaus: \"Auf Zimmer 2 liegen Windpocken....\" .....nicht kranke Kinder). Dennoch: Ich hätte ihm die Tortour durch eine Spritze ersparen können. Hätte......
Andererseits, ein zehnmonate Säugling mit einer Tinktur impfen, die sein gesammtes Immunsystem umkrempelt und dabei weitaus weniger Sicherheit für die Zukunft gibt, als der Körper sich durch das Durchleiden der Krankheit selbst geben kann......

Ich weiß nicht wie ich gehandelt hätte, wenn ich gewußt hätte, das die Dinge auch anders laufen können - nicht kalkulierbar. Ferdinand hat sich seitdem gut erholt, ist unser kleiner Spaßvogel (jetzt 2Jahre) und läßt sich nichts anmerken von dem, was war. Jedoch kommt Leonie jetzt in das Alter, wo Kinderärzte gerne gegen Windpocken impfen.......lass ich sie nun impfen, oder nicht ?

11 Bewertungen