Christine (Taschenbuch) / Stephen King Testbericht


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Erfahrungsbericht von AChristoteles
You drive me crazy?
Pro:
- King's unnachahmlicher Schreibstil - spannend und gut geschrieben
Kontra:
- vorhersehbare Handlung (wertet den Roman aber nicht wirklich ab)
Empfehlung:
Ja
Wann immer ich meine Berichte mit einem Zitat eröffne, nenne ich auch meistens den Zitierten. Doch leider weiß ich den Urheber des obigen Satzes nicht. Doch er oder sie (höchstwahrscheinlich sie) hat den Nagel auf den Kopf getroffen. Stephen Kings "Christine", neben "Es" und "Shining" DIE Pflichtlektüre des Autors, nimmt die abgelutschte Schablone der rachsüchtigen Geliebten aus einer ganz anderen Perspektive. Es dreht sich hier um den jungen Außenseiter Arnie Cunningham, seine Freundin Leigh Cabot und Arnie's große Liebe Christine. Haben wir erwähnt, dass Christine eine Auto ist...?
Über Stephen King
Stephen King wurde 1947 im US-Bundesstaat Maine geboren. King begann seine Karriere als Lehrer und veröffentlichte 1974 sein Debüt Werk "Carrie". Seitdem hat King über 40 weitere Romane, über 100 Kurzgeschichten sowie mehrere Essays und Gedichte verfasst. Zeitweise schrieb er unter dem Pseudonym Richard Bachmann, nachdem sein Name untrennbar mit dem Horror/Mystery verbunden war. Viele seine Romane und Kurzgeschichten dienten als Vorlage für nicht minder erfolgreiche Kinofilme, darunter "The Shining", "Christine", "Es", "Stand by me", "Sie" uva. Kings Gesamtauflage geht über 400 Millionen verkaufte Exemplare.
Handlung
Arnie Cunningham ist ein Außenseiter wie er im Buche steht. Uncool, brav und nicht besonders hübsch. Und auch nicht intelligent genug, um als Streber durchgehen zu können. Arnie ist also der geborene Verlierer. Sein einziger Freund ist der sportliche und allseits beliebte Dennis. Es beginnt damit, das Arnie eines Tages während einer Fahrt durch die Stadt einen 1958er Plymouth - ein gerade noch anspringendes Wrack - zum Verkauf stehen sieht. Für Arnie scheint es wie Liebe auf den ersten Blick und entgegen Dennis' Rat erwirbt er den Wagen. In der Folgezeit scheint es für Arnie kein anderes Hobby zu geben als seinen Wagen, den er liebevolle Christine nennt. Dennis wird das erste Mal stutzig als die Restauration des Wagens schneller und besser vor sich geht, als mit der Zeit und dem Geldbudget eines Schülers eigentlich zu machen ist.
Arnie gewinnt durch sein neues Auto an Selbstvertrauen und kann sogar seinen Schulschwarm, die hübsche Leigh Cabot, als Freundin gewinnen. Der bislang aber gutmütige Arnie verändert sich aber charakterlich zusehends zum Schlechteren. Aus seinem Selbstvertrauen wird schnell Arroganz. Er wird aufbrausend und jähzornig und erinnert Dennis an den früheren Besitzer des Autos, den zwischenzeitlich verstorbenen Ronald LeBay. Auch Leigh spürt, dass irgendetwas mit dem Wagen nicht stimmt und teilt Dennis im Geheimen ihren Verdacht mit. Die Beiden stellen Nachforschungen an und erfahren vom Bruder des verstorbenen LeBay, über dessen Vergangenheit. Während der Zeit ihrer Nachforschungen verlieben sich Dennis und Leigh, doch Arnie und Christine wollen sich das nicht gefallen lassen...
Kritik
Der häufigste Kritikpunkt, der King zu "Christine" gemacht wird, betrifft seine angeblichen stereotypen Charaktere. Arnie sei zu sehr der absolute Verlierer, Leigh sei zu bieder und Dennis sei einfach zu sehr der beliebte High School Sportler um glaubwürdige Charaktere zu sein. Nun, wer solche Kritiken bringt, hat nur wenig Menschenkenntnis. Aus eigener Erfahrung sprechend kann ich sagen, dass es sie gibt: Diese absoluten Verlierer. Nicht dass sie es sich unbedingt raus gesucht hätten, aber ja, es gibt sie.
Wenn man King einen Vorwurf bei "Christine" machen kann, dann der, dass der Roman nach relativ kurzer Zeit vorhersehbar ist. Arnie's Veränderung, das Geheimnis um Christine, Leigh und Dennis' Zuneigung zueinander - das alles wird recht schnell offensichtlich. Und der Leser hat auch schon eine Ahnung, wie der finale Showdown verlaufen wird.
Aber wie gesagt, das ist der einzige große Kritikpunkt an "Christine". King kann wie kein Zweiter eine Geschichte spannend erzählen. Er zeigt zunächst, wie sich Arnie's Leben durch neu gewonnenes Selbstvertrauen zum Positiven wendet und vollführt die charakterliche Veränderung bzw. die Übernahme Arnie's durch den Geist des Vorbesitzers behutsam und sehr langsam. Wie eine Katze die um ihr Opfer herumschleicht, tänzelt King um seinen Leser um dann im richtigen Moment gnadenlos zuzuschlagen. Und King zeichnet Arnie trotz allem als sehr symphatisch, so dass der Leser - trotz besseren Wissens - auf ein gutes Ende für den Gebeutelten hofft. Tatsächlich scheint sich in der Mitte des Buches - wenn Christine zu schnell zuschlägt - ein Wendepunkt abzuzeichnen. Christine scheint ihren destruktiven Einfluss zu verlieren. Doch kaum ist der Leser geneigt, den Wendepunkt zu akzeptieren, schlägt King mit einem bösen Lachen zurück und hat den Leser erneut erwischt.
Der Roman ist unterteilt in 3 ca. gleich große Teile. Der erste Teil wird aus der Sicht von Dennis geschildert, so dass der Leser die Veränderungen von Arnie aus seiner Perspektive wahrnimmt. Und King versteht es wirklich, das Ganze auf eine realistische Ebene zu heben. Dennis' Schilderungen lesen sich wirklich so, wie die Erzählungen von jemand, der sich an seine Jugendzeit zurück erinnert und eine Geschichte erzählt. Der zweite Teil - nachdem Dennis kurzzeitig aus der Handlung eliminiert wird - kommt aus der Erzählerperspektive, die dem Leser auch mehr über die Gedankenwelt von Arnie verrät. Diese kann natürlich nicht durch Dennis stattfinden und so ist der Wechsel der Erzählperspektive durchaus schlüssig. Im dritten Teil - der Näherung an den Showdown - kommt dann schließlich wieder Dennis zum Zug, der sich zusammen mit Leigh Arnie und Christine stellen muss. Und dieser Showdown zieht einen dann mehr in seinen Bann als es jeder Hollywood Film je vermag.
Buchdaten
OT: Christine
Erschienen: 1983
Verlag: Heyne Verlag
Seiten-Anzahl TB: 651
ISBN: 3453052544
Preis: 9,95 (Taschenbuch)
Fazit
Stephen King's "Christine" mag vielleicht für den Leser bald schon vorausschauend sein, aber der Autor der Horror/Thriller-Literatur macht die Geschichte durch seinen unnachahmlichen Schreibstil und seine Kunst, eine Geschichte spannend und schonungslos zu erzählen, zu einem Lesestoff erster Güte. Der Leser KANN dieses Buch einfach nicht aus der Hand legen und auch wenn er/sie glaubt, auf alles vorbereitet zu sein, gelingt es King immer wieder zu schocken. Eines der besten Werke aus der Feder des Autors; 5 Sterne und eine Empfehlung von mir. Aber macht mir keinen Vorwurf, wenn ihr nach der Lektüre dieses Buches öfters mal zusammen zuckt, wenn des Nachts die Scheinwerfer eines Autos aufleuchten... oder sich das Starten eines Motors unerwartet grimmig anhört...
46 Bewertungen, 10 Kommentare
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08.12.2010, 18:58 Uhr von Venenum84
Bewertung: sehr hilfreichviele liebe grüße von V.
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06.12.2010, 21:33 Uhr von Scrat173
Bewertung: sehr hilfreichWürde mich über Gegenlesung freuen!!!
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04.12.2010, 22:33 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Grüsse, Talulah
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30.11.2010, 11:51 Uhr von trullilu
Bewertung: sehr hilfreichGrüße schickt dir trullilu !!!
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29.11.2010, 18:34 Uhr von bigmama
Bewertung: sehr hilfreichLG Anett
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29.11.2010, 08:37 Uhr von cleo1
Bewertung: sehr hilfreichEinen schönen Wochenstart und LG cleo1
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28.11.2010, 16:57 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichPrima vorgestellt - GLG und einen schönen 1ten Advent! :)
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28.11.2010, 16:44 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^^petra
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28.11.2010, 10:41 Uhr von Baby1
Bewertung: sehr hilfreich.•:*¨ ¨*:•. Liebe Grüße Anita .•:*¨ ¨*:•.
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28.11.2010, 09:18 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichLiebe Grüße KATJA....

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