Das schwarze Haus (gebundene Ausgabe) / Stephen King, Peter Straub Testbericht

ab 14,28
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 06/2004

5 Sterne
(4)
4 Sterne
(0)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(1)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)

Erfahrungsbericht von DarkBeauty

Wer hat Angst vor\'m Fisherman...?

Pro:

Story, Charaktere, Bezüge zum dunklen Turm, Schreibstil, Spannung

Kontra:

Einleitung ist zu langatmig

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Leser!

Vor einiger Zeit hatte ich euch ja wieder einmal ein Buch von Stephen King vorgestellt, welches er in Kooperation mit Peter Straub geschrieben hat- \"Der Talisman\". Heute möchte ich euch quasi den Nachfolger davon vorstellen- nämlich

>> Das schwarze Haus <<

Bezugsquelle & Preis
~~~~~~~~~~~~~~~~

Gekauft habe ich das Buch vor bestimmt schon mehr als 1 ½ Jahren in einem Einkaufszentrum. Dort war ein Stand des Weltbild Verlages aufgebaut, wo ich das Buch dann auch in der entsprechenden Weltbildausgabe für 16,00 € erstanden habe. Es ist daher so teuer, weil es ein gebundenes Buch ist. Bei Amazon bekommt man den Wälzer in gebundener Form für 26,00 € und als Paperback in Taschenbuchformat für 9,95 €. Aber bei Ebay wird man es sicherlich viel billiger bekommen. Einfach mal schauen ;)

Vorgeschichte \"Der Talisman\"
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

In dem Buch \"Der Talisman\" ging es ja um Jack Sawyer, der mit seiner Mutter Lilly in einen kleinen Badeort gezogen ist, weil sie vor einem Mann namens Morgan Sloat geflohen sind. Warum seine Mutter nichts mit Morgan zutun haben wollte, weiß Jack zu dem Zeitpunkt noch nicht. In dem Badeort trifft er aber bald auf einen Schwarzen namens Speedy. Jack erzählt Speedy, dass er denkt, dass seine Mutter Krebs hat und dass er sich Sorgen macht. Speedy erzählt ihm von der sogenannten Region und, dass es dort einen Talisman gibt, der seine Mutter retten kann. Jack kennt die Region schon ein bisschen, denn als kleines Kind hatte er oft Tagträume, in denen er sich dort befunden hat. Jack flippt nun also in die Region, wo fast jeder einen Zwilling, einen sogenannten Twinner hat. So auch seine Mutter. Sie ist dort die Königin Laure DeLoessian und ebenfalls krank. Doch auch Morgan Sloat hat einen Twinner - Morgan von Orris. Er trachtet Jack nach dem Leben, weil er zum einen den Talisman und den Tod von Laura DeLoessian will. Für Jack beginnt eine Reise voller Gefahren- doch er trifft dort auch einen neuen Freund- einen Werwolf namens Wolf. Zusammen mit ihm besteht er viele Abenteuer. Doch kann er den Talisman und seine Mutter retten?

Dafür müsst ihr das Buch lesen. ;)

Story \"Das schwarze Haus\"
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Jack Sawyer ist inzwischen erwachsen und ein pensionierter Polizist. Er ist in den kleinen Ort French Landing gezogen, wo zur Zeit ein perverser Mörder seine Unwesen treibt. Man nennt ihn den Fisherman. Denn vor einigen Jahrzehnten ist schon einmal ein Mörder mit diesem Spitznamen umgegangen und hat Kinder getötet und verstümmelt.
Der Fisherman hat inzwischen schon drei Kinder auf dem Gewissen und die Polizei ist ratlos.
Der Polizeichef Dale Gilbertson, ein Freund und ehemaliger Kollege von Jack, bittet diesen um Hilfe. Doch zunächst will Jack nicht helfen.
Als er jedoch hört, dass eine Frau namens Judy durchgedreht und nun in einem Irrenhaus ist, wird er hellhörig. Denn sie hat bereits angefangen durchzudrehen bevor ihr Sohn Tyler verschwunden ist. Fred, Judys Mann, bittet Jack mit ihr zu reden. Judy redet von einer anderen Welt, die neben der unseren existiert- Anderland, wie sie es nennt. Jack bemerkt schnell, dass es sich dabei um die Region handelt, in der er als kleiner Junge bereits gewesen ist. Langsam erinnert sich Jack auch wieder, denn er hatte so ziemlich alles verdrängt.

Bald geht in der Notrufzentrale ein Anruf des Fishermans ein, der die Polizei in ein altes Gebäude lockt. Da derjenige, der den Anruf entgegen genommen hat, aber seiner Frau von dem Anruf erzählt, weiß innerhalb kürzester Zeit die ganze Stadt bescheid und es kommt fast zu einer Katastrophe...

Aufgrund einer falschen Fährte, die der Fisherman bewusst legt, denkt die Polizei von French Landing bald, sie hätten den Fisherman. Jack weiß jedoch von Anfang an, dass dieser alte Mann es nicht sein kann, den sie im Visier haben und brutal abführen.
Doch der falsche Verdächtige hat eine Ahnung, wer ihm hätte schaden wollen und gibt einen Hinweis. Unter anderem redet er von einem Haus, das der Mann gebaut hat und es das schwarze Haus genannt hat. Dort sind schon vor Beendigung des Baus mysteriöse Dinge passiert.

Doch wo ist das schwarze Haus? Was hat es mit den Kindermorden zutun?
Und: was hat der Kindermörder überhaupt mit der Region zutun und mit dem scharlachroten König, von dem Judy erzählt?

Wenn ihr das rausfinden wollt- lest das Buch. ;)

Kurzbiographie Stephen King
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Er fürchtet die Dunkelheit. Er fürchtet den Tod. Er fürchtet Spinnen. Und doch ist er der Mann, der Generationen von Lesern das Gruseln gelehrt, der in den Abgründen menschlicher Ängste gewühlt, mit ihnen gespielt und sie uns vor Augen geführt hat. Ein Mann, der keinen Kult um seine Person wünscht. Ein Mann, der hinter sein Werk zurück tritt. Für seine Anhänger der \"King of Horror\" - für seine Gegner König der Schundliteratur.
Am 21. September 1947 im Neu-England-Staat Maine geboren, wächst Stephen Edwin King in bescheidenen Verhältnissen auf. Der Vater verlässt die Familie, als Stephen zwei Jahre alt ist. Stephens Mutter zieht die beiden Jungen - Stephen hat einen älteren Adoptivbruder, David - allein auf. Die Familie fristet ein bescheidenes Dasein an der Armutsgrenze. Bereits früh interessiert sich der Junge für das Schreiben.
Stephen ist 19 Jahre alt, als seine Geschichte I was a Teenager Grave Robber im Magazin Comics Review veröffentlicht wird. Er nimmt das Studium der Englischen Literatur auf. Während seiner vier Jahre an der Lisbon Halls High School lernt er Tabitha Spruce kennen und heiratet sie kurz darauf. [...]
Quelle: www.gilthserano.de

Kurzbiographie Peter Straub
~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~~

Peter Straub wuchs im US-Bundesstaat Wisconsin zusammen mit seinen beiden jüngeren Brüdern auf. Sein Vater war Verkäufer, seine Mutter arbeitete als Krankenschwester. Seine Mutter hätte es gerne gesehen, wenn aus ihm ein Arzt oder ein Pfarrer geworden wäre, während sein Vater eine Karriere als Profisportler für gut befand. Schon im Vorschulalter jedoch interessierte Straub vor allem das Lesen. So verbrachte er Stunden in öffentlichen Bibliotheken auf der Suche nach Geschichten über Piraten, Soldaten, Detektive, Verbrecher und andere schillernde Gestalten.
Ein einschneidendes Kindheitserlebnis als Erstklässler war ein schwerer Autounfall, der ihm neben einem Nah-Tod-Erlebnis zahlreiche Knochenbrüche, diverse Operationen und ein Jahr Schulpause bescherte. Außerdem war er für längere Zeit auf einen Rollstuhl angewiesen und entwickelte einige Verhaltenseigenarten, wie ein schweres Stottern, das er bis in seine 20er Lebensjahre behielt.
Nach seinem Studium in New York und Dublin zog er nach England, wo er zu schreiben begann. Seinen ersten großen Erfolg feierte er 1977 mit dem Roman \"Wenn du wüßtest ...\".
Quelle: www.wikipedia.de

Meine Meinung
~~~~~~~~~~~~~~

Zu aller erst muss ich mal anfangen zu meckern.
Denn die Einleitung in diesem Buch lies es mich fast wieder weg packen und ein anderes raussuchen. Klar, dass die Stadt French Landing erst mal mit all ihren Bewohnern, die später noch eine mehr oder minder große Rolle spielen, vorgestellt wird. Aber doch nicht fast 100 Seiten lang. Vor allem ist diese besagte Einleitung wirklich kompliziert geschrieben und meines Erachtens nach super langweilig und überflüssig. Aber ich muss sagen, der Übergang von Einleitung zu eigentlichem Storybeginn ist so fließend, dass man es nicht merkt. Das wiederum hat mir gut gefallen. Denn ein Cut wäre da sicherlich nicht so gut gekommen.
Es dauert auch eine ganze Weile bis Jack Sawyer endlich mal ins Spiel kommt.
Allerdings finde ich, dass es, als die Geschichte dann endlich mal beginnt, sofort spannend ist und einen fesselt.

Ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen
Es gibt wieder viele Anspielungen zu \"Der Talisman\" und anderen Werken- natürlich vorwiegend zu denen, die mit der \"Dunkle Turm\" Saga zusammenhängen. Da ich diese nahezu verschlungen habe, war ich natürlich mehr als erfreut. Aber dem geübten Kingleser wird spätestens bei Erwähnung des Scharlachroten Königs klar sein, dass es hier noch mehr Bezüge geben muss. Man wird in der Hinsicht auch nicht enttäuscht.

Weiterhin hat mir gefallen, dass die Charaktere wieder mal mit viel Liebe zum beschreibenden Detail vorgestellt werden. Somit wachsen sie einem fast richtig ans Herz- aber das Wichtigste ist meines Erachtens nach, dass sie einem so viel nachvollziehbarer erscheinen. Man bekommt einfach ein klares Bild zu jedem Protagonisten und kann ihn sich mit allen seinen Stärken und Schwächen vorstellen. Dieser Aspekt hat mich unter anderem auch zu einem so großen Stephen King Fan gemacht.
Aber \"Das schwarze Haus\" wurde ja nicht nur von King geschrieben. Peter Straub war ja auch mit der von der Partie, wie ihr ja wisst. Allerdings muss ich hier sagen, dass man nicht mehr so einfach bzw. gar nicht mehr unterscheiden kann, wer welchen Teil des Buches geschrieben hat. Da ich von Straub auch bisher nur ein Buch gelesen habe, würde es mir allgemein schwer fallen, seinen Stil zu erkennen.

Alles in allem ist zu sagen, dass dieses Buch eher etwas für die eingefleischten King Fans ist. Jemand, der noch gar nichts von ihm gelesen hat, wird das Buch wohl nach spätestens 100 Seiten in die Ecke werfen. Auch die Leute, die Turm Saga nicht kennen, dürften ihre Probleme haben, das Buch überhaupt zu verstehen. Auch sollte man den \"Talisman\" gelesen haben, um hier wirklich durchzusehen. Ihr merkt also, es ist nicht unbedingt eine Lektüre für jedermann- man sollte schon etwas versierter in punkto King sein. Dennoch sehe ich das aber nicht als Nachteil. Ich vergebe also volle fünf Sterne, aber nur eine eingeschränkte Empfehlung aufgrund genannter Aspekte.

Nachfolgend gibt es noch eine kleine Leseprobe. Diese habe ich gewählt, weil sie wohl am besten die Angst der Leute in French Landing vor dem Fisherman widerspiegelt und zeigt, wie toll die beiden Autoren den Lesern diese Angst vermitteln und sie auf sie projizieren können. Zumindest hat es bei mir geklappt. ;)

Leseprobe
~~~~~~~~~~~~

Als Dale in das milchige Weiß hinausblickt, das Davids Schaukel und sein Klettergerüst verbirgt, fühlt er in der Kehle eine schreckliche Angst aufsteigen, die ihm den Hals zuschnürt. Er kann plötzlich wieder Irma Freneau riechen, hat wieder den grausigen Verwesungsgeruch in der Nase. Jegliches Gefühl, seine Familie lebe in einem geschützten Zauberkreis - es kann andere treffen, aber uns kann es nie, nie zustoßen -, ist schlagartig verflogen. An seine Stelle ist eine entsetzliche Gewissheit getreten: David ist fort. Der Fisherman hat ihn aus dem Haus gelockt und in den Nebel verschleppt. Dale sieht das Grinsen des Fishermans vor sich. Er sieht dessen behandschuhte Hand - sie ist gelb-, die den Mund seines Sohnes, aber nicht die ängstlich hervorquellenden Kinderaugen bedeckt. In den Nebel und aus unserer Welt hinaus. David.
[...]

Technische Daten
~~~~~~~~~~~~~~~~

Titel: Das schwarze Haus
Originaltitel: Black House
Erscheinungsjahr: 2001
Seitenzahl: 831
Ausgabe: 2003 Weltbild Reader

Danke, für\'s Lesen und Bewerten
-blessed be-

39 Bewertungen, 1 Kommentar

  • hjid55

    26.02.2007, 21:40 Uhr von hjid55
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lg Sarah