The Green Mile (Taschenbuch) / Stephen King Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 06/2004
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Erfahrungsbericht von alteSchwedin
Grünes Linoleum und die Frage nach Gottes Existenz
Pro:
ungewöhnliches, geniales Machwerk des King of Horror
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Ja
Endlich bin ich dazu gekommen, ein Buch zu lesen, das ich schon lange lesen wollte. „The Green Mile“ von Stephen King reizte mich schon sehr lange, doch in meiner Bibliothek waren nie alle Teile zu finden und so schob ich es immer wieder vor mir her. Vor kurzem bekam ich das Buch von einer Freundin geliehen und natürlich las ich es gleich, nachdem ich das gerade begonnene Buch beendet hatte. Nun bin ich mit dem Buch fertig und möchte darüber schreiben. Wie immer wird es zunächst um den Inhalt des Romans gehen!
Paul Edgecombe ist Wärter im Todestrakt von Cold Mountain. 1932 gibt es nicht viele Insassen, da damals die Verweilzeit in der Todeszelle recht kurz war. Im Herbst diesen Jahres waren drei der sechs Zellen der Green Mile (so genannt wegen des grünen Linoleums, das den Gang zwischen den Zellen bis hin zum elektrischen Stuhl bedeckt) belegt. Der erste der Insassen, der über die Green Mile gehen muss, ist Delacroix. Er vergewaltigte eine Frau und wollte die Leiche danach hinter einem Haus verbrennen. Das Haus fing Feuer und sechs Menschen verbrannten. Deshalb wurde er zum Tode verurteilt. Del ist klein und knorrig und er hat eine Maus, Mr. Jingles, dressiert, die sein bester Freund ist. John Coffey ist schwarz und ein Riese. Er wurde zum Tode verurteilt, weil er zwei kleine Mädchen vergewaltigt und getötet hatte. Nun ist auch er auf der Green Mile und die Wärter um Paul Edgecombe halten ihn für leicht zurückgeblieben. Er hat Angst vor der Dunkelheit, ist sehr schweigsam, weint oft und kann kaum seinen Namen schreiben. Die Wärter wissen, dass Coffey ihnen Probleme machen könnte, dass er dies aber nicht will. Ein Problemkind ist dafür Wild Will Wharton, der sich für Billy the Kid hält und mächtig Unruhe auf der Green Mile stiftet.
Die ständigen Wärter auf der Green Mile sind ein eingeschworenes Team. Sie kennen sich schon lange und sind gut befreundet. Doch auch in dieser Gruppe stört etwas den Frieden. Percy ist mit einem Politiker verwandt und kann sich so trotz seiner Unfähigkeit für den Job im Gefängnis halten. Doch mit der Ankunft John Coffeys geschehen seltsame Dinge im Block E des Gefängnisses von Cold Mountain. Paul Edgecombe leidet an einer schlimmen Blasenentzündung, von der ihn Coffey auf wundersame Weise heilt. Als Percy kurz vor Delacroix Hinrichtung Mr. Jingles mit einem Fußtritt nahezu zermatscht, kann John Coffey die Maus ins Leben zurückholen.
Als bei der Frau des Gefängnisdirektors, der Pauls Freund ist, ein unheilbarer Gehirntumor festgestellt wird, kommt Paul auf die Idee, dass John Coffey ihr helfen könnte. Auch glaubt Paul, dass Coffey den beiden Mädchen, die er getötet haben soll, nur helfen wollte. Paul gerät deswegen in einen Gewissenskonflikt, denn Coffeys Gang zum elektrischen Stuhl steht kurz bevor...
Mehr verrate ich jetzt aber nicht, denn wer den Roman noch lesen will, soll es ja auch ein wenig spannend finden und die meisten kennen sicher auch den Film mit Tom Hanks in der Rolle des Wärters Paul Edgecombe. Das Buch „The Green Mile“ erschien zunächst in der Form eines Fortsetzungsromans. Es ist ursprünglich in sechs kleine Büchlein unterteilt gewesen, die auch mehr oder weniger in meiner Bibliothek zu finden waren, später jedoch in einem Band erschienen, den ich nun gelesen habe.
Im Vorwort schreibt Stephen King von der Faszination, welche die Idee eines Fortsetzungsromans auf ihn ausübte. Außerdem berichtet er uns noch über die Entstehung der Idee für diesen Roman. Solche Einblicke finde ich immer sehr interessant, aber natürlich sind sie nur schmückendes Beiwerk. Es kommt vor allem auf die Güte der Geschichte an, darauf, dass sie gut geschrieben ist und eine spannende Handlung hat, darauf, dass sie mich fesselt. Und das tat „The Green Mile“ definitiv.
Paul Edgecombe erzählt die Story, als er im Alter von 104 Jahren im Alterheim durch das Auftauchen von Mr. Jingles an das Jahr 1932 erinnert wird. Am Anfang und meist auch am Ende der sechs Bücher ist deshalb eine Episode aus dem Altenheim eingefügt, besonders bemerkenswert ist dabei, dass Stephen King einen Pfleger einbaute, der deutliche Parallelen zu Percy aufweist. So verbindet er noch einmal die weit auseinanderliegenden Jahre.
Zu Beginn der einzelnen Bücher wird auch deutlich, dass „The Green Mile“ eigentlich ein Fortsetzungsroman ist. Ich denke aber, dass das mir nur auffiel, weil ich alle Teile kurz hintereinander las. Sehr geschickt wird auf den vorangegangenen Teil eingegangen, wozu meist ein kurzer Bezug auf den Aufhänger, aber keine Nacherzählung eingefügt ist. Wenn es dann mit der eigentlichen Story von 1932 losgeht, kann man oft noch einmal genau die selben Worte lesen, die man am Ende des vorhergehenden Buches gelesen hat. Das schafft eine ungewöhnliche, aber sehr wirkungsvolle Verbindung zur vorangegangenen Geschichte, denn die Teile des Romans wurden ja in einem gewissen zeitlichen Abstand veröffentlicht.
Die Handlung an sich ist recht ungewöhnlich, wenn ich bedenke, wie oft Stephen King Horrorgeschichten schreibt. „The Green Mile“ kann ich gar nicht so recht als ein gewisses Genre definieren. Es ist einerseits eine Geschichte über Wunder und Glauben an Gott, aber dann geht es auch wieder um einen Gewissenskonflikt und um das Thema Todesstrafe. Bei manchen Autoren ist letzteres ja sehr beliebt, während sich andere überhaupt nicht an dieses umstrittene Problem heranwagen. Stephen King hält sich recht neutral, obwohl man schon merkt, dass er die Insassen in den Todeszellen als Menschen betrachtet. Zwischen den Zeilen konnte ich lesen, dass er gegen die Todesstrafe ist.
Wie ich schon erwähnte, ist die Story recht ungewöhnlich für Stephen King, doch er setzte sie so genial um, als ob er es schon immer so gemacht hätte. Es gab keinen wirklichen Schockmoment in dem Buch und doch war es immer spannend. King erzählt hier fast einfühlsam, wie ich es in der Art bei ihm noch nie erlebt habe. Auch wird nicht zu viel Wert auf die Wunderelemente gelegt, sie sind fast unmerklich eingestreut und passen sich toll in die Story ein. Für mich war es einfach nur die perfekte zusammengefügte Handlung!
In „The Green Mile“ hatte ich das Gefühl, einem ganz anderen Stephen King zu begegnen. Es ist erfreulich zu sehen, wie stark er aus seinem gewohnten Genre ausbrechen kann und dabei tolle Literatur zustande bringt. Ich habe schon sehr viel von diesem Autor gelesen und wie jeder Schriftsteller hat er gutes und weniger gutes geschrieben. Dabei gefielen mir jedoch die meisten seiner Romane, die „anders“ sind.
Ich lese King unter anderem auch so gerne, weil mir sein Schreibstil einfach gefällt. Er baut wunderbar die Spannung auf und versteht es, sie auch beizubehalten. Seine Sprache ist leicht zu lesen und die Übersetzungen sind größtenteils sehr gut. So macht es immer wieder Spaß, zu einem seiner Bücher zu greifen. Wenn man dann so ein großartiges Buch wie „The Green Mile“ erwischt, kann man sich natürlich doppelt freuen.
Wie immer gibt es jetzt noch eine kurze Zusammenfassung. „The Green Mile“ ist ein wunderbares Buch. Die Story ist außergewöhnlich spannend, die Protagonisten sind interessant und vielfältig und Kings Stil ist wie immer gut zu lesen. Deshalb bekommt dieses Buch von mir auch eine ganz klare Leseempfehlung und die volle Punktzahl. Ich hatte nichts auszusetzen und eine tolle Zeit beim Lesen.
„The Green Mile“ von Stephen King erschien erstmals 1996. Die Ausgabe in einem Band (ISBN 3404139585) erschien 1998 im Lübbe Verlag und kostet derzeit bei Amazon 9,90 €.
Paul Edgecombe ist Wärter im Todestrakt von Cold Mountain. 1932 gibt es nicht viele Insassen, da damals die Verweilzeit in der Todeszelle recht kurz war. Im Herbst diesen Jahres waren drei der sechs Zellen der Green Mile (so genannt wegen des grünen Linoleums, das den Gang zwischen den Zellen bis hin zum elektrischen Stuhl bedeckt) belegt. Der erste der Insassen, der über die Green Mile gehen muss, ist Delacroix. Er vergewaltigte eine Frau und wollte die Leiche danach hinter einem Haus verbrennen. Das Haus fing Feuer und sechs Menschen verbrannten. Deshalb wurde er zum Tode verurteilt. Del ist klein und knorrig und er hat eine Maus, Mr. Jingles, dressiert, die sein bester Freund ist. John Coffey ist schwarz und ein Riese. Er wurde zum Tode verurteilt, weil er zwei kleine Mädchen vergewaltigt und getötet hatte. Nun ist auch er auf der Green Mile und die Wärter um Paul Edgecombe halten ihn für leicht zurückgeblieben. Er hat Angst vor der Dunkelheit, ist sehr schweigsam, weint oft und kann kaum seinen Namen schreiben. Die Wärter wissen, dass Coffey ihnen Probleme machen könnte, dass er dies aber nicht will. Ein Problemkind ist dafür Wild Will Wharton, der sich für Billy the Kid hält und mächtig Unruhe auf der Green Mile stiftet.
Die ständigen Wärter auf der Green Mile sind ein eingeschworenes Team. Sie kennen sich schon lange und sind gut befreundet. Doch auch in dieser Gruppe stört etwas den Frieden. Percy ist mit einem Politiker verwandt und kann sich so trotz seiner Unfähigkeit für den Job im Gefängnis halten. Doch mit der Ankunft John Coffeys geschehen seltsame Dinge im Block E des Gefängnisses von Cold Mountain. Paul Edgecombe leidet an einer schlimmen Blasenentzündung, von der ihn Coffey auf wundersame Weise heilt. Als Percy kurz vor Delacroix Hinrichtung Mr. Jingles mit einem Fußtritt nahezu zermatscht, kann John Coffey die Maus ins Leben zurückholen.
Als bei der Frau des Gefängnisdirektors, der Pauls Freund ist, ein unheilbarer Gehirntumor festgestellt wird, kommt Paul auf die Idee, dass John Coffey ihr helfen könnte. Auch glaubt Paul, dass Coffey den beiden Mädchen, die er getötet haben soll, nur helfen wollte. Paul gerät deswegen in einen Gewissenskonflikt, denn Coffeys Gang zum elektrischen Stuhl steht kurz bevor...
Mehr verrate ich jetzt aber nicht, denn wer den Roman noch lesen will, soll es ja auch ein wenig spannend finden und die meisten kennen sicher auch den Film mit Tom Hanks in der Rolle des Wärters Paul Edgecombe. Das Buch „The Green Mile“ erschien zunächst in der Form eines Fortsetzungsromans. Es ist ursprünglich in sechs kleine Büchlein unterteilt gewesen, die auch mehr oder weniger in meiner Bibliothek zu finden waren, später jedoch in einem Band erschienen, den ich nun gelesen habe.
Im Vorwort schreibt Stephen King von der Faszination, welche die Idee eines Fortsetzungsromans auf ihn ausübte. Außerdem berichtet er uns noch über die Entstehung der Idee für diesen Roman. Solche Einblicke finde ich immer sehr interessant, aber natürlich sind sie nur schmückendes Beiwerk. Es kommt vor allem auf die Güte der Geschichte an, darauf, dass sie gut geschrieben ist und eine spannende Handlung hat, darauf, dass sie mich fesselt. Und das tat „The Green Mile“ definitiv.
Paul Edgecombe erzählt die Story, als er im Alter von 104 Jahren im Alterheim durch das Auftauchen von Mr. Jingles an das Jahr 1932 erinnert wird. Am Anfang und meist auch am Ende der sechs Bücher ist deshalb eine Episode aus dem Altenheim eingefügt, besonders bemerkenswert ist dabei, dass Stephen King einen Pfleger einbaute, der deutliche Parallelen zu Percy aufweist. So verbindet er noch einmal die weit auseinanderliegenden Jahre.
Zu Beginn der einzelnen Bücher wird auch deutlich, dass „The Green Mile“ eigentlich ein Fortsetzungsroman ist. Ich denke aber, dass das mir nur auffiel, weil ich alle Teile kurz hintereinander las. Sehr geschickt wird auf den vorangegangenen Teil eingegangen, wozu meist ein kurzer Bezug auf den Aufhänger, aber keine Nacherzählung eingefügt ist. Wenn es dann mit der eigentlichen Story von 1932 losgeht, kann man oft noch einmal genau die selben Worte lesen, die man am Ende des vorhergehenden Buches gelesen hat. Das schafft eine ungewöhnliche, aber sehr wirkungsvolle Verbindung zur vorangegangenen Geschichte, denn die Teile des Romans wurden ja in einem gewissen zeitlichen Abstand veröffentlicht.
Die Handlung an sich ist recht ungewöhnlich, wenn ich bedenke, wie oft Stephen King Horrorgeschichten schreibt. „The Green Mile“ kann ich gar nicht so recht als ein gewisses Genre definieren. Es ist einerseits eine Geschichte über Wunder und Glauben an Gott, aber dann geht es auch wieder um einen Gewissenskonflikt und um das Thema Todesstrafe. Bei manchen Autoren ist letzteres ja sehr beliebt, während sich andere überhaupt nicht an dieses umstrittene Problem heranwagen. Stephen King hält sich recht neutral, obwohl man schon merkt, dass er die Insassen in den Todeszellen als Menschen betrachtet. Zwischen den Zeilen konnte ich lesen, dass er gegen die Todesstrafe ist.
Wie ich schon erwähnte, ist die Story recht ungewöhnlich für Stephen King, doch er setzte sie so genial um, als ob er es schon immer so gemacht hätte. Es gab keinen wirklichen Schockmoment in dem Buch und doch war es immer spannend. King erzählt hier fast einfühlsam, wie ich es in der Art bei ihm noch nie erlebt habe. Auch wird nicht zu viel Wert auf die Wunderelemente gelegt, sie sind fast unmerklich eingestreut und passen sich toll in die Story ein. Für mich war es einfach nur die perfekte zusammengefügte Handlung!
In „The Green Mile“ hatte ich das Gefühl, einem ganz anderen Stephen King zu begegnen. Es ist erfreulich zu sehen, wie stark er aus seinem gewohnten Genre ausbrechen kann und dabei tolle Literatur zustande bringt. Ich habe schon sehr viel von diesem Autor gelesen und wie jeder Schriftsteller hat er gutes und weniger gutes geschrieben. Dabei gefielen mir jedoch die meisten seiner Romane, die „anders“ sind.
Ich lese King unter anderem auch so gerne, weil mir sein Schreibstil einfach gefällt. Er baut wunderbar die Spannung auf und versteht es, sie auch beizubehalten. Seine Sprache ist leicht zu lesen und die Übersetzungen sind größtenteils sehr gut. So macht es immer wieder Spaß, zu einem seiner Bücher zu greifen. Wenn man dann so ein großartiges Buch wie „The Green Mile“ erwischt, kann man sich natürlich doppelt freuen.
Wie immer gibt es jetzt noch eine kurze Zusammenfassung. „The Green Mile“ ist ein wunderbares Buch. Die Story ist außergewöhnlich spannend, die Protagonisten sind interessant und vielfältig und Kings Stil ist wie immer gut zu lesen. Deshalb bekommt dieses Buch von mir auch eine ganz klare Leseempfehlung und die volle Punktzahl. Ich hatte nichts auszusetzen und eine tolle Zeit beim Lesen.
„The Green Mile“ von Stephen King erschien erstmals 1996. Die Ausgabe in einem Band (ISBN 3404139585) erschien 1998 im Lübbe Verlag und kostet derzeit bei Amazon 9,90 €.
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