Kirch Krise: Bundesligafinanzierung durch Steuern Testbericht

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Erfahrungsbericht von cybermanu01

Karte für´s Stadion? ok - Steuern für Vereine? Nein

Pro:

s. beitrag

Kontra:

s. beitrag

Empfehlung:

Nein

Hallo Ihr Lieben,

zunächst mal etwas grundsätzlich zu Kirch und Insolvenzen im allgemeinen.
Was zur Zeit abläuft ist ziemlich erschreckend für deutsche und auch die internationale Unternehmen. Nach der weltwirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Monaten war es früher oder später klar, dass die Rezession nicht spurlos an uns vorübergeht, aber das es gleich so dicke kommt und neben Kirch, Herlitz und Dornier auch viele regionale Unternehmen sich ihrer finanziellen Notlage ergeben müssen und vom Markt verschwinden, wer hätte das vor wenigen Monaten zu glauben gewagt?

Wenn wir mal ehrlich sind, sind viele Firmen zu risikofreudig mit ihren Investitionen und das zahlt sich dann im Endeffekt negativ aus, wenn man zahlungsunfähig wird. Herlitz ist in diesem Metier ein genauso gutes Beispiel wie Kirch. Bei Herlitz sind die Investitionen in Russland, die sich als Pleiten erwiesen, richtungsweisend gewesen. Kirch hingegen hat sich seit vielen Jahren einfach übernommen.

Ich verbinde mit Leo Kirch die Begriffe Medienmogul, Patriarch oder Machtmensch und als dieser hat er meiner Meinung nach ständig und in vielen Bereichen versucht die Leute abzuzocken. Sehr transparent bekommt das der Kunde mit, wenn er Premiere nutzt. Zum Glück gehöre ich nicht zu diesen armen Bürgern. Denn bei Premiere wurde ein System entwickelt, was zunächst aus einem Programm bestand und dann wurden immer mehr Programme angeboten, eines für Disney Filme, für Erotik, für Sport......usw...... Tja und irgendwann hat dann auch der liebste und treueste Kunde die Schnauze voll gehabt.
Denn wenn man das mal vergleicht, bei ARD und ZDF und allen Privaten kann man Sport, Spielfilme, Disney und auch Erotik sehen und braucht dafür nur die GEZ bezahlen. Und diese sind im Vergleich zu den Preisen bei Premiere wirklich lachhaft, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Klar ist, Kirch hat sich übernommen und nun sollen wir es ausbaden? Nein, das sehe ich einfach nicht ein. Steuern werden schon für andere unsinnige Projekte ausgegeben, siehe Holzmann. Dort hat der Bund nun auch 100 Millionen Mark in den Sand gesetzt und das wurde auch aus Steuergeldern bezahlt. Kurzfristig wurde auch geholfen, aber langfristig kann das nichts werden.

Ich denke, dass die Bundesliga sich auch gut selbst finanzieren kann.
Klar, Kirch bezahlte Millionen dafür, dass die Kirch Media AG die Spiele live senden durfte. Sie haben hochgepokert und nun verloren, aber sicherlich gibt es auch andere Investoren, die nicht so tief in die Tasche greifen würden wie Kirch, aber etwas ist immerhin besser als nichts.
Die grossen Vereine haben sicherlich keine Probleme mit der Finanzierung aber die Kleinen müssen darunter sehr leiden, aber man kann dort Mittel und Wege finden sich Fremdkapitalgeber zu suchen. Sponsoren hat sowieso jeder Verein, aber vielleicht muss man dort spezieller vorgehen. Der FC Bayern zeigt, dass sie damit schon arbeiten:
Firma Adidas sponsort die Sportausrüstung, Audi sponsort die Autos und dann gibt’s noch diverse andere Sponsoren. Wieso können das nicht auch andere machen?
Bevor ihr was sagt, lasst mich ausreden, denn mir ist durchaus klar, dass Vereine, die nicht so einen guten Ruf geniessen wir Bayern auch schwieriger Sponsoren finden. Die Gründe sind einleuchtend, wenn der Verein schlecht spielt wird ein schlechtes Image auf den Sponsor geworfen. Dieser kann durch diese zusätzliche finanzielle Belastung möglicherweise Umsatzeinbußen befürchten und es wären fatale Auswirkungen.

Doch wie ist es denn, wenn der DFB beispielsweise Sponsoren für die gesamte Bundesliga sucht/findet? Vorgestellt habe ich mir das so: Der DFB findet grosse Firmen, die sich finanziell beteiligen. Der DFB sorgt nun dafür, dass diese Firmen namentlich erwähnt werden, egal wo, auf Eintrittskarten, Stadionzeitungen, Websites, ....! Dann wird die Investitionssumme auf die Bundesligavereine verteilt, dabei soll es aber zu einer Gleichverteilung kommen, denn anders wäre es ungerecht und kleinere/schlechtere Vereine werden benachteiligt.
Schon wäre das Problem gelöst, denn z.B. Lufthansa wäre in jeder der 18 Bundesligastandorte vertreten und es würde kein negatives Bild auf den Sponsor fallen. Und es gäbe eine breitgefächerte Präsentationsbühne für das Sponsoring.

Nun will ich euch nochmal auf den neuesten Stand bringen, was die Verhandlungen angeht.

Bisher hat Kirch noch keinen Insolvenzantrag gestellt, bis Dienstschluss des Amtsgerichtes München ist kein Antrag eingereicht wurden. Doch da auch die heutigen Gespräche erfolglos verliefen, rechnen Finanzexperten mit diesem. Unklar ist noch wie es weiter gehen soll, wenn es tatsächlich zum Antrag kommt, jedoch rechnet man damit, dass die Gläubigerbanken eine Lösung finden, wo die Kirch Gruppe bestehen bleibt. Doch bei dieser Variante muss die Liquidität sichergestellt werden und dafür bedarf es Kredite, die von den Gläubigerbanken gewährt werden müssten.
Doch diese werden von Tag zu Tag ungehaltener, denn mit jedem Tag tauchen auch neue Forderungen gegen den Kirch Konzern auf, sie plädieren daher für Insolvenz, weil man mit einem Insolvenzverwalter auch mehr Transparenz in das Chaos bringen würde.
Was auch bei dieser Lösung eindeutig ist, ist das Sender wie Premiere und DSF sofort eingestellt werden müssten, denn diese und andere regionale Sender, kosten nur Geld und werden nichts ab.
Bei der lukrativen Tochterfirma Pro Sieben Sat1 Media gäbe es sogar gute Aussichten darauf, dass man sie verkaufen könnte, denn sie hat eine gute Position auf dem Markt und noch dazu wirft sie gute Profite ab.

Doch es werden nicht nur negative Stimmen laut, Experten erwähnen einen durchaus interessanten Gedanken, denn nach Jahren der Macht durch Kirch, könnte es nun zu einer Neuverteilung kommen. Und diese neuen Vertragsverhandlungen würden den Werbemarkt wieder ankurbeln.

Mein Fazit:

Ich denke ich habe es euch ausführlich dargelegt. Ich möchte euch zum Schluss noch ein Zitat von Leo Kirch himself auf den Weg geben: „Ich wusste nur immer, dass ich sie bezahlen muss.“
Jetzt bleibt nur noch die Frage offen, wer die Suppe nun auslöffelt? Ich bestimmt nicht.


Liebe Grüße eure Manu