Koi Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Summe aller Bewertungen
- Futterkosten:
- Pflegeaufwand:
Erfahrungsbericht von Namibia
King Koi
Pro:
Für Geduldige kann es eine gute Geldanlage werden
Kontra:
hoher Aufwand
Empfehlung:
Ja
Mein Vater hat seit einigen Jahren ein in Deutschland immer beliebteres Hobby: er hält Koikarpfen in seinem Gartenteich. Als ich ihn im letzten Jahr besucht hatte, schwammen in dem Teich mittlerweile über 20 Koi.
Und so fing alles an:
In seinem kleinen Pachtgarten kam mein Vater auf die Idee, einen Schwimmteich anzulegen. Also buddelte er tagelang, bis er ein Loch von der Grösse des halben Gartens ausgegraben hatte. Er legte Teichfolie aus und füllte Wasser ein. Leider hielt sich die Nutzung anschliessend sehr in Grenzen. Mit der Zeit wurde der Teich dann mit Pflanzen und Steinen bestückt, damit die ganze Sache nicht so langweilig aussieht. Durch Zufall hörte mein Vater von den Koi-Karpfen. Als alter Angler kannte er sich ja mit Karpfen aus und glaubte, es wäre kein Problem, die Koi in seinem Teich zu halten. Denn schliesslich unterschieden sich ja nur durch die bunten Flecken von den heimischen Karpfen.
Also zog er los und kaufte sich 4 Koi. Ein bisschen Futter jeden Tag und die Tiere fühlten sich wohl. Bis der Winter kam. Der Teich fror zu. Im Frühjahr war kein Koi mehr da. Erforen. Das Gejammer war gross, denn für einen einzigen Koi hatte er damals über 100 DM bezahlt.
Um nicht den gleichen Fehler noch einmal zu begehen, besorgte er sich die entsprechende Literatur und stellte überrascht fest, dass die Pflege dieser Tiere extrem aufwendig und kostenintensiv ist. Da mein Vater ein begnadeter Heimwerker ist, bastelte er in den nächsten Wochen und Monaten an einem grossen Filtersystem auf biologischer Basis. Das heisst, er benutzte Kies, Torf, Japanfiltermatten und ähnliches. Danach wurde eine Pumpe angeschafft, die die gewaltigen Wassermengen bewältigen konnte. Der Teich wurde so ganz nebenbei noch auf 1,50 m Tiefe ausgebaut, damit im Winter das Wasser am Grund nicht gefror.
Als das alles erledigt war, wurden die nächsten Koi gekauft. Auch hier hatte er dazu gelernt und kaufte nun nicht mehr im Zoofachhandel, sondern bei einem bekannten Züchter in Bayern. Nachdem die Fische einige Tage in einem grossen Fass in Quarantäne verbracht hatten, wurden sie in den Teich gesetzt. Das ganze ging knapp zwei Jahre gut. Dann raffte eine heimtückische Krankheit, das KHV (Koi-Herpes-Virus) alle Tiere dahin. Das KHV ist beinahe vergleichbar mit HIV beim Menschen. Mein Vater hatte sich inzwischen so sehr an die Tiere gewöhnt, dass er jedem einzelnen ein kleines Grab aushob und dieses sogar mit einem Stein versah. Für mich absolut übertrieben, aber das ist ja seine Sache.
Inzwischen hatte mein Vater ein grösseres Grundstück pachten können. Sofort machte er sich an die Arbeit und baute einen neuen Teich, diesmal aber mit Beton. Er gab sich unwahrscheinlich viel Mühe mit einem noch grösserem Filter und einer noch leistungsstärkeren Pumpe. Nebenbei wurde das ganze noch ein bisschen auf japanisch getrimmt, denn die Fische stammen ja ursprünglich aus Japan.
Die über zwanzig Fische fühlen sich in dem Teich pudelwohl und wachsen und gedeihen. Nur mit der Fortpflanzung wollte es bisher nicht klappen. Ok, im letzten Jahr hat mein Vater dann endlich gemerkt, dass er nur Männchen im Teich hat. Seine Mutter hat ihm dann aber ein Weibchen geschenkt und seitdem leidet dieses unter ständigem Verfolgungswahn. Es hat keine ruhige Minute.
Und nun ein wenig Hintergrundwissen:
+++Geschichte+++
Der Koi taucht erstmals im 2. Jhd. nach Christus in den Geschichtsbüchern auf. Damals wurden eine rote und eine graue Zuchtform des Wildkarpfens am japanischen Kaiserhof gehalten. Später, im 17. Jhd., begannen Reisbauern in der Provinz Niigata mit der Zucht bestimmter Farbvarianten, um ihr Einkommen aufzubessern. Nach der Weltausstellung in Tokio im Jahre 1914 traten die Koi ihren Siegeszug um die Welt an. Es fanden sich immer mehr Züchter, die neue und aufregende Farbvarianten hervorbrachten.
+++Farbvarianten+++
Der Preis eines Koi richtet sich neben dem Körperbau auch nach der Zeichnung. Einige der bekanntesten Varianten sind Kohaku (rote Zeichnung auf weissem Grund), Ogon (einfarbig) oder Showa Sanke (schwarz-weiss-rot). Mein Vater bevorzugt die Variante Tancho Kohaku. Dies sind weisse Koi mit einem runden roten Fleck auf der Stirn. Da dies sehr der japanischen Flagge ähnelt, sind sie auch bei den Japanern sehr begehrt.
+++Grösse+++
Koi können 80 cm oder mehr erreichen. Dass sich dadurch auch der Wert steigert, dürfte ausser Frage stehen. Diese Grösse kann natürlich erst nach vielen Jahren und einer besonders guten Haltung erreicht werden. Dazu gehört vor allem ein ausreichend grosser Bewegungsraum.
+++Wert+++
Koi, die aus Japan importiert werden, können bereits als Jungtiere Preise bis zu 400 Euro oder mehr erzielen. Dieser Preis rechtfertigt sich vor allem durch die häufige Selektion beim Züchter und natürlich über die Zuchtlinie der Jungfische. Dementsprechend erhöht sich der Preis beim Kauf älterer oder grösserer Exemplare. Ein Preisträger auf einer Ausstellung kann bei Liebhabern durchaus einen Wert von mehreren hunderttausend Euro erzielen. Inzwischen sind jedoch auch die sogenannten Eurokoi auf dem Markt erhältlich. Hierbei handelt es sich um Nachzüchtungen europäischer Züchter. Diese Tiere sind verhältnismässig preiswert, werden aber wohl auch nur in den seltensten Fällen extrem wertvoll.
+++Haltung und Pflege+++
Der Koi stellt hohe Pflegeansprüche. Der Teich sollte eine Tiefe von mind. 1,50 m haben (siehe oben), es muss für eine ordentliche Filterung und Umwälzung des Wassers gesorgt werden. Auch die Wasserwerte (wie Sauerstoffgehalt, Chlor, pH-Wert u. ä.) müssen ständig überprüft und richtig eingestellt werden.
Koi sind Feinschmecker. Aus diesem Grund gibt es im Fachhandel inzwischen die verschiedensten Futtersorten. Besonders begehrt sind jedoch Seidenraupenlarven.
+++Zucht+++
Man nehme ein Weibchen und einige Männchen. Nach einigen Runden im Teich versammeln sich die Partner in vorbereiteten Nischen (dafür gibt es extra künstliches Laichgras) und beginnen bereits nach kurzer Zeit mit der Eiablage. Schon bald schlüpfen die ersten Jungfische. Professionelle Züchter suchen natürlich die richtigen Zuchtpaare genauestens aus. Nichts wird dem Zufall überlassen und selbst dann ist nur ein kleiner Teil der Nachzucht wirklich wertvoll.
So, hier erschöpft sich mein Wissen über Koi. Das meiste habe ich von meinem Vater gelernt. Allerdings gibt es für Interessierte einige tolle Websites, wie z. B. www.koi.de oder www.biotop-forum.at.
+++Fazit+++
Wer sich einmal für diese tollen Fische begeistert hat, kommt so schnell nicht wieder davon los. Allerdings erfordert dieses Hobby die volle Aufmerksamkeit des Halters. Man sollte sich vor der Anschaffung also genauestens informieren und beraten lassen. Im Internet findet man diverse Züchter, die einem gern weiterhelfen.
Und so fing alles an:
In seinem kleinen Pachtgarten kam mein Vater auf die Idee, einen Schwimmteich anzulegen. Also buddelte er tagelang, bis er ein Loch von der Grösse des halben Gartens ausgegraben hatte. Er legte Teichfolie aus und füllte Wasser ein. Leider hielt sich die Nutzung anschliessend sehr in Grenzen. Mit der Zeit wurde der Teich dann mit Pflanzen und Steinen bestückt, damit die ganze Sache nicht so langweilig aussieht. Durch Zufall hörte mein Vater von den Koi-Karpfen. Als alter Angler kannte er sich ja mit Karpfen aus und glaubte, es wäre kein Problem, die Koi in seinem Teich zu halten. Denn schliesslich unterschieden sich ja nur durch die bunten Flecken von den heimischen Karpfen.
Also zog er los und kaufte sich 4 Koi. Ein bisschen Futter jeden Tag und die Tiere fühlten sich wohl. Bis der Winter kam. Der Teich fror zu. Im Frühjahr war kein Koi mehr da. Erforen. Das Gejammer war gross, denn für einen einzigen Koi hatte er damals über 100 DM bezahlt.
Um nicht den gleichen Fehler noch einmal zu begehen, besorgte er sich die entsprechende Literatur und stellte überrascht fest, dass die Pflege dieser Tiere extrem aufwendig und kostenintensiv ist. Da mein Vater ein begnadeter Heimwerker ist, bastelte er in den nächsten Wochen und Monaten an einem grossen Filtersystem auf biologischer Basis. Das heisst, er benutzte Kies, Torf, Japanfiltermatten und ähnliches. Danach wurde eine Pumpe angeschafft, die die gewaltigen Wassermengen bewältigen konnte. Der Teich wurde so ganz nebenbei noch auf 1,50 m Tiefe ausgebaut, damit im Winter das Wasser am Grund nicht gefror.
Als das alles erledigt war, wurden die nächsten Koi gekauft. Auch hier hatte er dazu gelernt und kaufte nun nicht mehr im Zoofachhandel, sondern bei einem bekannten Züchter in Bayern. Nachdem die Fische einige Tage in einem grossen Fass in Quarantäne verbracht hatten, wurden sie in den Teich gesetzt. Das ganze ging knapp zwei Jahre gut. Dann raffte eine heimtückische Krankheit, das KHV (Koi-Herpes-Virus) alle Tiere dahin. Das KHV ist beinahe vergleichbar mit HIV beim Menschen. Mein Vater hatte sich inzwischen so sehr an die Tiere gewöhnt, dass er jedem einzelnen ein kleines Grab aushob und dieses sogar mit einem Stein versah. Für mich absolut übertrieben, aber das ist ja seine Sache.
Inzwischen hatte mein Vater ein grösseres Grundstück pachten können. Sofort machte er sich an die Arbeit und baute einen neuen Teich, diesmal aber mit Beton. Er gab sich unwahrscheinlich viel Mühe mit einem noch grösserem Filter und einer noch leistungsstärkeren Pumpe. Nebenbei wurde das ganze noch ein bisschen auf japanisch getrimmt, denn die Fische stammen ja ursprünglich aus Japan.
Die über zwanzig Fische fühlen sich in dem Teich pudelwohl und wachsen und gedeihen. Nur mit der Fortpflanzung wollte es bisher nicht klappen. Ok, im letzten Jahr hat mein Vater dann endlich gemerkt, dass er nur Männchen im Teich hat. Seine Mutter hat ihm dann aber ein Weibchen geschenkt und seitdem leidet dieses unter ständigem Verfolgungswahn. Es hat keine ruhige Minute.
Und nun ein wenig Hintergrundwissen:
+++Geschichte+++
Der Koi taucht erstmals im 2. Jhd. nach Christus in den Geschichtsbüchern auf. Damals wurden eine rote und eine graue Zuchtform des Wildkarpfens am japanischen Kaiserhof gehalten. Später, im 17. Jhd., begannen Reisbauern in der Provinz Niigata mit der Zucht bestimmter Farbvarianten, um ihr Einkommen aufzubessern. Nach der Weltausstellung in Tokio im Jahre 1914 traten die Koi ihren Siegeszug um die Welt an. Es fanden sich immer mehr Züchter, die neue und aufregende Farbvarianten hervorbrachten.
+++Farbvarianten+++
Der Preis eines Koi richtet sich neben dem Körperbau auch nach der Zeichnung. Einige der bekanntesten Varianten sind Kohaku (rote Zeichnung auf weissem Grund), Ogon (einfarbig) oder Showa Sanke (schwarz-weiss-rot). Mein Vater bevorzugt die Variante Tancho Kohaku. Dies sind weisse Koi mit einem runden roten Fleck auf der Stirn. Da dies sehr der japanischen Flagge ähnelt, sind sie auch bei den Japanern sehr begehrt.
+++Grösse+++
Koi können 80 cm oder mehr erreichen. Dass sich dadurch auch der Wert steigert, dürfte ausser Frage stehen. Diese Grösse kann natürlich erst nach vielen Jahren und einer besonders guten Haltung erreicht werden. Dazu gehört vor allem ein ausreichend grosser Bewegungsraum.
+++Wert+++
Koi, die aus Japan importiert werden, können bereits als Jungtiere Preise bis zu 400 Euro oder mehr erzielen. Dieser Preis rechtfertigt sich vor allem durch die häufige Selektion beim Züchter und natürlich über die Zuchtlinie der Jungfische. Dementsprechend erhöht sich der Preis beim Kauf älterer oder grösserer Exemplare. Ein Preisträger auf einer Ausstellung kann bei Liebhabern durchaus einen Wert von mehreren hunderttausend Euro erzielen. Inzwischen sind jedoch auch die sogenannten Eurokoi auf dem Markt erhältlich. Hierbei handelt es sich um Nachzüchtungen europäischer Züchter. Diese Tiere sind verhältnismässig preiswert, werden aber wohl auch nur in den seltensten Fällen extrem wertvoll.
+++Haltung und Pflege+++
Der Koi stellt hohe Pflegeansprüche. Der Teich sollte eine Tiefe von mind. 1,50 m haben (siehe oben), es muss für eine ordentliche Filterung und Umwälzung des Wassers gesorgt werden. Auch die Wasserwerte (wie Sauerstoffgehalt, Chlor, pH-Wert u. ä.) müssen ständig überprüft und richtig eingestellt werden.
Koi sind Feinschmecker. Aus diesem Grund gibt es im Fachhandel inzwischen die verschiedensten Futtersorten. Besonders begehrt sind jedoch Seidenraupenlarven.
+++Zucht+++
Man nehme ein Weibchen und einige Männchen. Nach einigen Runden im Teich versammeln sich die Partner in vorbereiteten Nischen (dafür gibt es extra künstliches Laichgras) und beginnen bereits nach kurzer Zeit mit der Eiablage. Schon bald schlüpfen die ersten Jungfische. Professionelle Züchter suchen natürlich die richtigen Zuchtpaare genauestens aus. Nichts wird dem Zufall überlassen und selbst dann ist nur ein kleiner Teil der Nachzucht wirklich wertvoll.
So, hier erschöpft sich mein Wissen über Koi. Das meiste habe ich von meinem Vater gelernt. Allerdings gibt es für Interessierte einige tolle Websites, wie z. B. www.koi.de oder www.biotop-forum.at.
+++Fazit+++
Wer sich einmal für diese tollen Fische begeistert hat, kommt so schnell nicht wieder davon los. Allerdings erfordert dieses Hobby die volle Aufmerksamkeit des Halters. Man sollte sich vor der Anschaffung also genauestens informieren und beraten lassen. Im Internet findet man diverse Züchter, die einem gern weiterhelfen.
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