Kontakte, Partnersuche, Flirten Testbericht

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Erfahrungsbericht von himmelssurfer

Typisch: falscher Typ

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

mann verliebt sich. frau verliebt sich.

Die Chance, daß daraus heutzutage keine funktionierende Beziehung wird, ist hoch. Warum? Nun, nahezu jeder macht sich am Anfang seiner sich entwickelnden Libido ein Bild vom Traumprinzen bzw. der Traumfrau. Groß, schlank, reich, hübsch, blond, grüne Augen, mit Humor, intellektuell, was immer einer/m an Attributen einfallen. Und all die Menschen, denen wir begegnen, die diesem unserem Idealbild zu entsprechen scheinen, machen uns doch nicht glücklich.

Gerade bei Frauen ist mir aufgefallen (mag sein, daß es bei Männern manchmal ähnlich ist, ist mir allerdings bisher nicht begegnet. Spreche daher immer in der weiblichen Form: Bitte das entsprechend auf das andere Geschlecht ebenso anzuwenden), daß sie *immer* auf den „falschen Typen“ reinfallen. Der aber ihrem Traummann entspricht. Weist man sie darauf hin, daß ihr jetziger ein Proll, Blödmann, Macho, was auch immer ist, stößt man auf mehr als Unverständnis und endet maximal in dem Vorwurf, mann gönne einem das Glück wohl nicht. Im schlimmsten Fall kommen dann so tolle Sachen wie: „Wieso? Wenn er nicht gerade trinkt und/oder mich schlägt, ist er eigentlich ganz lieb!“ *Plumps* Das schafft; und macht ratlos. Gegen Abhängigkeit vom Ideal ist eben kein Kraut gewachsen. mann läuft also nebenher, um frau (die einem immer sehr am Herzen liegt, sonst würde mann den ganzen Sch..ß nicht mitmachen) dann im richtigen Moment wieder aufzufangen. Und sich dann anzuhören:“ Der war ja sowas von blöd, wieso habe ich das nicht vorher gemerkt? Und immer hat er mich „dies und das und anderes...““

Aber mann hofft auf Besserung. Später dann kommt frau und sagt: „Du, ich habe da einen Typen kennengelernt, der ist ja sooooo süß.“ mann lernt Typen kennen und denkt: „Shit, selber Typ, sieht nur etwas anders aus.“ Nach dem dritten Typen gewöhnt mann sich das Ausreden desselben ab. Führt eh zu nichts, außer Streit mit der behüteten Person. Junge Menschen heutiger Generationen haben ihn, den „Asshole-Detektor“: gib jemandem eine Auswahl von möglichen Partnern und er sucht sich mit Garantie den „falschen“ aus. Weil er dem Ideal entspricht. Weil er „das gewisse etwas“ hat. Weil frau immer auf sich selber reinfällt. Weil frau immer noch hofft, „ihn“ zu finden, den Mann, der nicht nur dem Ideal entspricht, sondern auch noch was taugt. Frauen können ja so voller Hoffnung sein. Und sind (und müssen in dem Fall auch sein) sehr leidensfähig.

Nach einer längeren Reihe von ideal besetzten Fehlgriffen nun kommt frau wieder mal mit einem Neuen an. mann hat ja die Hoffnung inzwischen halbwegs aufgegeben. Der Neue aber ist anders, irgendwie langweilig. Stinklangweilig, um genau zu sein. Wie sie den nehmen konnte? Nicht nachvollziehbar. Aber: der Neue tut ihr gut. Er hört ihr zu. Er akzeptiert sie. Er läßt ihr ihren Freiraum. Er nimmt sie als ganzen Menschen an. Er kritisiert nicht ununterbrochen und gibt auch mal eigene Fehler zu. Er rennt nicht weg, falls mal Schwangerschaft angedroht ist. Und: er hat keine der Macken, die Mister „Ideal“ hatte.

Früher wurden Ehen arrangiert. Oder man heiratete jemanden aus dem Ort. Liebe spielte nur selten eine Rolle. Viele dieser Ehen haben lange gehalten. Viele dieser Ehen haben später das kennengelernt, was ich als Liebe bezeichnen würde. Durch lebenslanges Arbeiten aneinander und miteinander. Diese Ehen haben Jahrzehnte gehalten. Wie lange halten die heutigen? Der Begriff „Lebensabschnittspartner“ sagt schon fast alles. Beziehungen müssen wachsen. Wer nimmt sich da heute noch die Zeit dafür? Lieber schnell Mister „Ideal“. Und mit dem x-mal auf die Schnauze fallen. Liebe Leute, mit der Zeit, die Ihr für das Durchleben für Fehlschläge benötigt, hättet Ihr Euch Euren Traummann schon längst heranzüchten können. Lerne jemanden kennen und lieben. Und nicht : verliebe Dich und dann lernst Du mich erst einmal so richtig kennen.

Versteht mich nicht falsch: Ich plädiere nicht dafür, keine diesbezüglichen Risiken einzugehen. Auch nicht, Ehen zu arrangieren, um dann zu schauen, was draus wird. Aber ein bißchen mehr Zeit, als wir uns gemeinhin zur Partnerwahl nehmen, sollte schon drin sein, oder?!

Und die entscheidende Frage: Ist das Ideal, welches wir entwickelt haben, wirklich das, was wir wollen. Was nützt mir der blonde Hüne, der mich nicht versteht? Die (optisch definierte) Traumfrau, die mich nicht liebt? Der schnell an mich gebundene Partner kann letztlich keiner sein. Das Bestätigen des Ideals hat höheres Gewicht als das Beschäftigen mit dem Gegenüber. Falsch verstandene Liebe, die zum Unglück führt.

Liebe ist, wenn´s trotzdem klappt.

Euer Himmelssurfer
21.08.2004

auch auf Ciao veröffentlicht

15 Bewertungen, 2 Kommentare

  • linnie

    21.08.2004, 17:48 Uhr von linnie
    Bewertung: sehr hilfreich

    Tja, wahre Worte in deinem Bericht, ich kenn das Syndrom ja auch und viele Frauenromane nehmen sich dieses Problems an, habe gerade diese Woche ein Buch über ne Frau gelesen, die immer nur den Idioten hinterher gelaufen ist und als ihr bester Freuns s

  • songoten2001

    21.08.2004, 17:35 Uhr von songoten2001
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht,hätt von mir sein können ;).Ob dus glaubst odda nich,hab genau die selben Erfahrungen mit Frauen gemacht.Die sin mit irgendwelchen Typen zusammen die sie behandeln wie den letzten Dreck,sie kommen abba immawidda zu den T