Korfu Testbericht

Korfu
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Erfahrungsbericht von Nyneave

Sehenswürdigkeiten auf Kerkyra!

Pro:

wunderschöne Landschaften

Kontra:

eigentlich nichts, abgesehen von sehr vielen Briten, die sich meist aufführten als würde ihnen die Insel gehören.

Empfehlung:

Ja

Ich sage gleich vorab, ich werde nicht im speziellen auf einen Ort in Korfu eingehen, sondern nur über einge der Sehenswürdigkeiten berichten. Mein Freund und ich waren Anfang Juli für eine Woche auf Kerkyra (so heißt die Insel für die Griechen). Dort haben wir uns für drei Tage einen Mietwagen genommen um die Insel zu erkunden - und das ist zu schaffen. Korfu ist keine wirklich große Insel, nicht im Vergleich zu z.B. Kreta. Es gibt Orte, da würde man nicht hinfahren wollen, wenn es wirklich nichts zu sehen gäbe. Aber das was wir gesehen haben, hat uns dafür entschädigt.

Kerkyra-Stadt:
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In der Stadt lebt über ein Drittel der 103 000 Korfioten. In der Stadt selber sieht man am deutlichsten, das Korfu niemals unter türkischer Herrschaft stand, sonder statt dessen unter venezianischer.
Es gibt zwei Burgen in der Stadt. Die Alte und die Neue Festung. Diese Burgen gaben Venezianern und Griechen jahrhundertelang Sicherheit vor türkischen Eroberern. Innerhalb der Mauern der alten Festung lag bis zum 16. Jahrhundert die Stadt Korfu. Die Neue Festung wurde im 16. Jahrhundert von den Venezianern erbaut. Beeindruckt haben uns die langen, weitläufigen und dunklen Gänge in dieser Burg. Da könnte man sich glatt verlaufen. Vom Dach der Festung aus hat man einen wunderschönen Ausblick auf das Altstadtviertel und den Hafen. Man kann sogar die alte Festung sehen.

Zwischen den beiden Burgen liegt die wunderschöne Altstadt. Überall kann man immer wieder ein Überbleibsel aus der venezianischen Zeit entdecken. Reliefs, Torbogen oder Skulpturen. Das Parken wird in der Hauptstadt schwierig, daher sollte man am Rand der Altstadt parken. Entweder am Alten Hafen oder an der Esplanade.

Die Esplanade ist der Mittelpunkt Korfus. Den ganzen Tag kann man in Cafés sitzen und abend über den weitläufigen Platz flanieren.
Wir waren in zwei Kirchen, die jeweils zwei Reliquien ihr eigen nennen. Die erste war die Kirche Panagias Spiliotissis ke Agion Vlasiu ke Theodoras: Übersetzt heißt dieser Name \"Kirche der Allheiligen der Höhle und der Heiligen Blasius und Theodora\". Das Heiligste was diese Kirche besitzt, sind die Gebeine der Kaiserin Theodora, die in einem Sarkophag in der Kapelle liegt. Die Gläubigen gehen hin und küssen den Glasdeckel des Sarkophags aus Respekt und Glauben. Von der mumifizierten Leiche kann man nur eine Hand sehen, die absichtlich nicht eingewickelt wurde, damit die Gläubigen sehen können, das hier keine Puppe oder so etwas liegt. Für die Orthodoxen ist die Heilige Theodora von großer Wichtigkeit, denn sie hat dafür gesorgt, das noch heute Ikonen in jeder orthodoxen Kirche hängen.

Die andere Kirche heißt Agios Spiridonas und ist dem Schutzheiligen der Insel gewidmet. In ihrem Besitz sind die Gebeine des heiligen Spiridonas, der im Lauf der Jahre viele große und kleine Wunder auf der Insel bewirkt haben soll. Das Kircheninnere ist imt Deckenmalereien und Ikonen geschmückt. In der rechten Seitenkapelle steht der mit Silber geschmückte Ebenholzsarkophag des heiligen Spiridonas. Auch hier kann man den Sarg küssen und eine Kerze für seine Lieben entzünden. Wer möchte kann in ein kleines Buch einen Wunsch oder auch einen Dank an den Heiligen schreiben. Auch bei dieser mumifizierten Leiche kann man ein Körperteil sehen, allerdings nur jeden Tag um 18 Uhr, wenn eine Klappe geöffnet wird, damit die Gläubigen die Füsse des Heiligen sehen können.

Hierzu möchte ich noch etwas sagen: Die Griechen gehen niemals unangemessen bekleidet in eine Kirche. Das wäre ein Zeichen mangelndens Respekts. Das heißt Schultern und Knie müssen sowohl bei Männern wie auch bei Frauen bedeckt sein. Da ich orthodox getauft bin, weiss ich das und habe extra für diesen Tagesausflug einen überknielangen Rock angezogen. Ich habe zwar ein schulter- und rückenfreies Oberteil angehabt, aber vorsorglich in meiner Tasche ein T-Shirt mitgenommen, das ich mir jedesmal vor dem Betreten der Kirche angezogen habe.
Nun bitte ich euch, wenn ihr in Griechenland Urlaub macht, zeigt ein wenig Respekt für einen fremden Glauben und kleidet euch angemessen, bevor ihr eine orthodoxe Kirche betretet. Ich habe nämlich viele Touristen gesehen, die in Bikini und Pareo oder Unterhemd und Shorts die Kirche betreten haben. Aus diesem Grund sind inzwischen sehr viele Kirchen für Urlauber gesperrt, selbst für diejenigen, die wirkliches Interesse an dem Besuch der Kirche haben. Danke.

Ein beliebtes Ziel in Korfu ist das Schloß von Kaiserin Sissi namens Achillion. Der Name kommt daher, da Sissi eine Vorliebe für den griechischen Helden Achilles hatte. Hoch über der Ostküste liegt das Schloß inmitten eines Parks mit vielen Skulpturen. Sissi ließ es erbauen und kam bis zu ihrer Ermordung mehrfach her. Danach kaufte es der deutsche Kaiser Wilhelm II. und verbrachte dort immer die Osterzeit.
Im Inneren des Schloßes kann man leider nur das Erdgeschoss besichtigen, das nicht viel zu bieten hat, ausser einem wirklich prächtigen Treppenhaus, der Schloßkapelle und mehreren Räumen in denen Möbel und Gemälde und dergleichen stehen. Die Parks sind wirklich prächtig und auch wunderschön, aber das war auch schon alles. Ehrlich gesagt, fand ich das nicht wirklich lohnenswert. Als Eintritt habe ich 6 Euro gezahlt und für das was ich gesehen habe, war das zuviel.

Der Norden:
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Etwa 15 km von Acharavi entfernt liegt Paleó Períthia. Nach dem zweiten Weltkrieg verlassen, wurde es zum Geisterdorf. Bis Anfang der Neunziger eine Taverne dort eröffnete und bald darauf noch eine. Inzwischen ist Paleó Períthia ein beliebtes Ausflugziel. Man kann zwischen den Häusern herumwandern und so viele Fotos schießen. Glaubt mir, mein Film war rasend schnell voll. Das Dorf sieht irgendwie malerisch aus.

Ca. 8 km von Roda entfernt liegt Sidari. Nach Sidari sollte man nur fahren, wenn man den Canal d'amour sehen möchte. Ich sage nur so viel, sowohl in Sidari als auch im später erwähnten Ort Kavos, gibt es wohl mehr Ausländer als Griechen selbst. Dementsprechend sehen diese Orte auch aus. Man fährt hinein und sieht als sehr schnell Pizza Hut, McDonalds und Kentucky Fried Chicken dicht gedrängt beieinander. Das ist kein Ort an dem ich gerne Urlaub gemacht hätte.
Sidari liegt an der Steilküste und die Klippen säumen kleine Buchten oder sind sogar unterhöhlt. Einer dieser Felstunnel wird Canal d'amour genannt. Es heißt nach einer alten Legende, das jede unverheiratete Frau, die ihn durchschwimmt und dabei an einen Mann denkt, bald vor dem Altar treten wird. Ich kann euch aber davon nur abraten. Ich habe es gesehen. Man muss für diesen Tunnel ein verdammt guter Schwimmer sein, denn die Wellen prallen mit solcher Wucht gegen die Klippen, das es jeden mittelmäßigen Schwimmer wohl zerquetschen würde.

Auf einem steil abfallenden Bergkegel steht über der Westküste Angelokastro, die Engelsburg. Diese Burg zeichnet folgendes aus: Sie konnte noch niemals erobert werden. Was mich allerdings nich wundert, denn der Weg dorthin hinauf ist richtig, richtig steil. Du musst etwa 10 Minuten den Pfad hochkraxeln, aber dann bietet sich dir eine atemberaubende Aussicht. Also, nur für Leute mit guter Kondition. Mich musste mein Freund fast hinauf tragen.

Der Süden:
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Bei Agios Georgios, wo unser Hotel stand (und wo es kilometerlange Sandstrände gibt), liegt in der Nähe den Korission-See. Er ist 5 km lang und bis zu 1 km breit. Der See wird durch einen Sand-und Dünenstreifen vom Meer getrennt, ist aber durch einen natürlichen Kanal mit dem Meer verbunden, was wir deutlich an den Salzablagerungen am Ufer gesehen haben. Durch Gezeitenströmungen leben in diesem See zahlreiche Fische, was fast schon ein Wunder ist, da die Küsten vor Griechenlands Inseln meist leergefischt sind.

Ca. 13 km von Agios Georgios entfernt liegen die Überreste einer byzantinischen Burg namens Gardiki aus dem 13. Jahrhundert. Leider ist von der Burg ausser dem achteckigen Mauerring und den Türmen nicht viel übriggeblieben. Es ist aber trotzdem einen Blick wert, mir hat es z.B. sehr gut gefallen.

Etwa 25 km von Agios Georgios entfernt gibt es noch das Kap Asprókavos. Dort fällt Korfu über 100 m tief steil ins Meer hinab. Ein wunderschöner, wenn auch gefährlicher Blick. Man muss sich gut festhalten, sonst weht einen der Wind einfach herunter. Von Kavos aus führt ein unasphaltierter (!) Weg zum Kap und zur nahe gelegenen Ruine des Klosters Panagía Arkudílas aus dem 18. Jahrhundert, das dem Verfall preisgegeben wurde. Ich sage vorab: Es hat sich gelohnt das Kloster zu sehen, aber der Weg ist wirklich miserabel. Da sind manchmal Schlaglöcher von einem halben Meter Breite auf der Strasse. Wenn man keinen Jeep hat, sollte man den Wagen auf dem großen Plateau stehen lassen und die restlichen 10 Minuten zu Fuss gehen. Und vergeßt euren Fotoapparat nicht.

So, das wars. Dies waren alle Orte, die wir besichtigt haben. Dafür dass im Reiseführer stand, das Korfu nicht viele Sehenswürdigkeiten zu bieten hat, fanden wir das das schon viel war.

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