Kühlungsborn Testbericht

Kuehlungsborn
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Erfahrungsbericht von April

Mediterranes Ambiente an der Ostsee!!!

Pro:

Alles, außer Restaurant Wilhelmine in der Strandstr. 51-53

Kontra:

Restaurant Wilhelmine in der Strandstr. 51-53

Empfehlung:

Ja

Endlich war es wieder soweit! Ein Trip an die Ostsee war angesagt.
Diesmal entschied ich mich für Kühlungsborn im schönen Mecklenburg.

Als ich ankam, regnete es zwar nicht, war aber bewölkt und grau in grau. Na ja, was will man im April in Deutschland auch für ein hochsommerliches Wetter erwarten!? Da kann man ja wirklich schon froh sein, wenn es nicht zu Niederschlägen kommt! Tja, so dachte ich und begab mich dann erst mal ins Hotel.
Am Himmel in weiter Entfernung sah ich zuvor etwas helles, das könnte die Sonne sein, kam es mir mit viel Fantasie in den Sinn.
Nach kurzer Zeit im Hotel zog es mich dann doch wieder zum Strand. Vom Fenster aus sah es inzwischen sonnig aus! War dies Einbildung???

Draußen angekommen traute ich nun wirklich meinen Augen nicht!
Ein strahlend blauer Himmel, azurblaues Wasser…Ein grandioser Anblick! War ich denn am Mittelmeer!???
Dazu muss ich nun gleich an dieser Stelle verraten, dass sich die Wetterlage bei meinem gesamten Aufenthalt nicht mehr änderte! Im April!!! Ich war wirklich fassungslos und fragte mich, wieso man eigentlich noch weit weg fliegt, wenn man im eigenen Land schon die schönsten Strände vorfindet!???
Nun gut…man braucht ja Vergleichsmöglichkeiten, um seine persönliche Top Ten zusammenzustellen…:-)! Die Kanaren im Januar sind halt auch was tolles…ist ja klar…!

Kühlungsborn wird übrigens seit 1996 bis heute jährlich mit der blauen Europa Flagge ausgezeichnet!
Diese steht für beste Strand- und Badewasserqualität und erstklassiges Umweltmanagement!!!
Wenn das nicht auch ein Grund für einen Ostseeurlaub ist!


Ich bewohnte ein wunderschönes Zimmer im Ringhotel Strandblick, welches sehr zentral in der Ostseeallee (Nr. 6) steht. Hierbei handelt es sich um eine äußerst gemütliche und schöne, elegante Villa im Jugendstil.
Da es die Länge des Berichts sprengen würde, habe ich darüber bereits extra berichtet!



Kühlungsborn bietet natürlich auch jede Menge an Lokalitäten.
Einige habe ich selbstverständlich getestet und möchte meine Erfahrungen in diesen Bericht einfließen lassen.


Zu meinem absoluten Lieblingscafé wurde die „Stadtbäckerei Junge“, welche sich ebenerdig im Appartementhaus Atlantik direkt an der Seebrücke befindet. Am besten gefiel mir hier, dass man die Möglichkeit hat, sich beispielsweise Cappuccino in einer kleinen, mittleren oder großen Tasse zu bestellen. Selbstverständlich nahm ich meist die große und war vom Geschmack in Kombination mit einem leckeren Gebäckstück mehr als begeistert.
Das gesamte Personal war außerdem ausgesprochen freundlich und ich kann es nur absolut empfehlen, bei Kaffeedurst hierher zukommen!
Eine Filiale habe ich im Übrigen auch in Bad Doberan gesichtet!

Des Weiteren war ich in Kühlungsborn West auch einmal im Café Röntgen, welches sich unten im Appartementhaus Meeresblick befindet. Dort bestellte ich Latte Macchiato und einen Apfelstrudel (recht lecker!), doch meiner Meinung nach kein Vergleich zur Stadtbäckerei in Kühlungsborn-Ost!


Eines Tages war ich auch zu Gast im Hotel Restaurant Wilhelmine.
Ebenfalls wieder in der Strandstraße in K-Ost (Nr. 51-53) gelegen.
Dort wurde Stangenspargel angepriesen und als Spargelfan musste ich dies natürlich sogleich testen.
Es handelt sich hier im Übrigen um ein sehr schönes Haus! Doch halt! Hiervon bitte nicht blenden lassen!!!
Das Essen schmeckte so zwar nicht schlecht, was aber wohl mehr an den Zutaten zum Spargel lag! Dieser selbst schmeckte nämlich mehr als seltsam! Entweder war er direkt aus der Dose (das Essen wurde schnell zum Tisch gebracht!) oder er wässerte stundenlang im Kochtopf vor sich hin…ihhh!
Er hatte überhaupt keinen Biss, war schlabberig weich! Das allerseltsamste an der Sache war jedoch, dass er süß schmeckte!!!
Es ist bekannt, dass man beim Spargelkochen ins kochende Wasser etwas Salz und dann auch Zucker gibt. (Dieser entzieht dem Spargel die Bitterstoffe.)
Allerdings schmeckt man bei Zugabe von etwas Zucker nachher nichts Süßes im delikaten Gemüse!
Dieser aber war wirklich zuckersüß und ich vermute, dass er auch deshalb aus der Dose kam, um den Geschmack der Konservierungsstoffe damit zu übertünchen! Igitt! Besser Abstand halten!
Etwas weiteres Unangenehmes fiel mir in diesem Restaurant auf, nämlich dass die Speisekarte rätselhaft klang!
Eine Vielzahl der Gerichte war mit diversen Nummern versehen. Diese sagten über die Speisen aus, dass es sich hierbei um kennzeichnungspflichtige Inhaltsstoffe handelt.
Zu meinem großen Bedauern wurden diese allerdings gar nicht aufgelistet!!!
Wer möchte, könnte diese in einer extra Karte zur Ansicht bekommen! So ein Schwachsinn! Wer fragt denn bitteschön nach so einer Zusatzkarte? Damit schießt man sich dann beim Kellner gleich ins Aus, oder wie? Darum möchte doch niemand betteln!
Diese Inhaltsstoffe gehören direkt auf der Speisekarte beschrieben! Ich fand dies einfach wegzulassen eine echte Unverschämtheit. Ganz nach dem Motto, was der blöde Gast nicht liest und nur als Nr. sieht, schreckt ihn nicht ab! Unmöglich! Ich empfehle also ausdrücklich dieses rätselhafte Lokal zu meiden!


Eines Abends testete ich, wieder in der Strandstraße (natürlich Nr. 42), das Bistro „Laden 42“, welches auf den ersten Blick gar nicht mal so sehr auffällt und sich in einer Art Keller befindet. Dort kochten zwei freundliche Damen jedoch wunderbare Speisen und hierbei kann man sogar zuschauen! Preis und Speise waren vorbildlich! Ein Traum die Bratkartoffeln oder auch der Fitnessteller! Absolute Empfehlung!

Sehr lecker habe ich auch einmal im italienischen Restaurant, welches sich in der Strandstraße im Turmhaus befindet, gegessen. Die Hausnr. weiß ich hiervon nun leider nicht mehr, aber wenn man vom Strand kommend die Strandstraße hinab schlendert, befindet sich das Turmhaus irgendwann auf der linken Seite. Man kann es nicht verfehlen, da es sich um einen imposanten Bau mit orangefarbenem Anstrich handelt.

Zwischendurch braucht man natürlich auch hin und wieder mal ein leckeres Eis. Hier empfehle ich (Strandstraße 44) die „Cocos eis * milchbar“, welche frisches Eis aus eigener Produktion bietet. Normale Kugeln kosten hier 0,50 € das Stück, kleine nur 0,35 €.
Auch Softeis kann hier bestellt werden. Die große Portion für 2,00 €, die kleine für 0,50 €.
Filialen gibt es auch in Bad Doberan und Heiligendamm, sowie eine weitere in Kühlungsborn.



Von Kühlungsborn gibt es einen wunderschönen Wanderweg nach Heiligendamm (exakt 6 km Länge), dieser führt vorbei am Hafen, über einen romantischen Uferweg in bewaldetem Gebiet. Auch ein extra Weg für Pferd und Reiter führt hier entlang. Wenn man möchte, gibt es auch die Möglichkeit an verschiedenen Abgängen zum Strand zu gelangen. Auch hier bietet sich einem ein grandioses Naturschauspiel. Man sollte auf jeden Fall bequemes Schuhwerk tragen, da es hier oft sehr steinig ist.
Ansonsten geht man lieber den oberen, bequemen Weg! (Hier gibt es sogar einige der Toilettenhäuschen, welche in Kühlungsborn auch stark vertreten und für öffentliche Toiletten (sogar kostenlos!!!) wirklich sauber sind! Damit sich evtl. Blasenprobleme nur auf die Füsse beschränken…haha)

Wer in Heiligendamm meint, dass er es nicht mehr schafft selbst zurückzugehen, kann hier auf die Schmalspurbahn „Molli“ zurückgreifen, mit der man sich ganz gemütlich wieder nach Kühlungsborn zurückfahren lassen kann.
Vorher sollte man sich aber mit Heiligendamm noch etwas vertraut machen!

Heiligendamm ist das erste deutsche Seebad, welches vom mecklenburgischen Großherzog Friederich Franz dem I., auf Anraten seines Leibarztes Dr. Vogel, 1793 gegründet wurde.
Über Jahrhunderte gaben sich der Adel, aufstrebende Industrielle und Politiker hier die Klinke in die Hand. Besucher waren damals u.a. z. B. das dänische Königspaar, Kaiser Wilhelm II. und der russische Zar Nikolaus der II. verfügte hier sogar über eine eigene Villa.

Zu DDR Zeiten diente Heiligendamm als Sanatorium für Haut- und Atemwegserkrankungen. Leider verfielen die Gebäude dann im Eiltempo und es wurde vergeblich ein Käufer gesucht, welcher die Gebäude noch rechtzeitig, bevor nur noch die Abrissbirne zum Einsatz kommen konnte, wieder in Stand setzen würde.
Als dies letztlich gelang waren häufig nur noch die Fassaden zu retten! Keinesfalls billig, es dann alles wieder so herzurichten, wie man es heute antrifft!
Wahrscheinlich waren die Gebäude zuvor noch nie dermaßen schön!?

Im Jahre 2003 eröffnete dann die Hotelkette Kempinski ihr Grand Hotel an dieser Stelle.
Ein griechischer Säulentempel befindet sich inmitten des von klassizistischen Gebäuden umgebenen Traums in weiß und gilt als Herzstück des Ganzen. Auch schlossartige kleine Burgen im Stil der Romantik gehören zum Areal und faszinieren durch ihre Schönheit!

Ich fand dies alles sehr interessant und würde natürlich gerne mal in diesem Ambiente residieren!
Ehrlich gesagt, hat es mir in Kühlungsborn dann aber doch wesentlich besser gefallen, da ich es dort viel gemütlicher und unkomplizierter fand. Außerdem gibt es eben jede Menge an Auswahlmöglichkeiten, was man machen kann.
In Heiligendamm, so hatte ich das Gefühl, kann man lediglich mit den Gästen des Kempinski um die Wette protzen, wer denn nun der tollste ist... ;-)...!
Nichts gegen Reichtum, aber mir persönlich wäre die Atmosphäre dort wohl doch etwas zu hochtrabend…!?? Das gesamte Areal wirkte schon recht künstlich auf mich, irgendwie in der Art einer Filmkulisse!? Kein Unkraut, das aus irgendeiner Ecke sprießt…nichts dergleichen, der Rasen wie mit der Nagelschere geschnitten…Außerdem hatte ich mir dort alles etwas größer, sprich viel mehr Gebäude etc…vorgestellt.

Nun ja, interessant fand ich es auf jeden Fall und es ist auch prima, dass die Betuchten unseres Landes und vermögende ausländische Mitbürger das Geld nach Heiligendamm bringen und nicht nur an andere Orte.
Viele Arbeitsplätze wurden durch das Kempinski Grand Hotel geschaffen und es ist toll, dass das Geschehen dort wieder läuft und es solche Urlaubsmöglichkeiten auch in Deutschland gibt!

An einem anderen Tag fuhr ich mit „Molli“ auch mal nach Bad Doberan. Es war eine interessante Fahrt und ich finde es lustig, dass man mit der nostalgischen Schmalspurbahn (die übrigens aus dem Jahre 1886 stammt und Kühlungsborn mit Heiligendamm und Bad Doberan verbindet) mitten in die Stadt von Bad Doberan fahren kann.
Natürlich schaute ich mir hier auch das schöne Münster, bzw. die Zisterzienserklosterkirche aus dem 14. Jahrhundert mit ihrer wunderschönen Parkanlage an.
Ein Besuch, der sich wahrlich lohnt!

Selbstverständlich kann man von Kühlungsborn aus auch jede Menge Ausflüge mit dem Schiff unternehmen!
Beispielsweise eine mehrstündige Reise nach Warnemünde mit Aufenthalt
(pro Person so um die 15.- €) oder auch eine zweistündige Mini Kreuzfahrt Richtung Rerik/ Salzhaff.
Letztere habe ich unternommen und war sehr begeistert. Das Ticket hierfür betrug 9.- € pro Person und auf dem Schiff, der MS Baltica, ist selbstverständlich für das leibliche Wohl gesorgt, ja sogar ein Ladengeschäft gibt es dort!
Das Personal an Bord war ausgesprochen nett und die Fahrt sehr interessant!


Übrigens wurde der Strandkorb im Jahre 1882 nirgendwo anders als in Kühlungsborn erfunden!
Wilhelm Bartelmann fertigte damals diesen modischen Gebrauchsgegenstand auf Wunsch für das Fräulein von Oertzen an!!!
(Nun hätten wir also auch diese bisherige Bildungslücke geschlossen!)



Von meinem Aufenthalt in Kühlungsborn war ich jedenfalls völlig begeistert (das seltsame Restaurant Wilhelmine Strandstr. 51-53 selbstverständlich ausgenommen!) und ich würde dort jederzeit gerne wieder absteigen!
Von mir ganz dicke fünf Sterne und eine Riiiesenempfehlung!!!

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