Lagavulin Single Malt Scotch Whisky Testbericht

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ab 43,53
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Erfahrungsbericht von Veterano

Reif für die Insel

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo liebe Yopianer, ich schreibe heute mal wieder zur Abwechslung einen Bericht über einen Single-Malt-Whisky. Ich hätte auch den Bericht Classic Malt Nr. 3 nennen können, da es sich um einen Whisky aus der Serie von den United Destillers (UDV) handelt, aber nachdem dieser Malt von Islay (gesprochen Ei-la) kommt, wählte ich einen anderen Titel. Während die Whiskys aus den schottischen High- und Lowlands eher eine dezentere Sprache sprechen (mild), sind die Whiskys von Islay doch etwas heftigere Naturen. Von der Insel kommen einige bekannte Whisky wie der Ardberg (sehr rauchig), der Laphroaig (der aromareichste Whisky überhaupt) oder der von mir hier beschriebene Lagavulin.

Islay liegt vor der Westküste Schottlands und hat keine weiteren vorgelagerten Inseln. Deshalb trägt der Atlantik, mit seiner salzigen Luft, einen gewissen Anteil an den Aromen der Whiskys bei. Ein weiterer Punkt ist, dass die Insel Torfböden besitzt und das Malz mit Torf gedörrt wird. Dies ist der Grund für das rauchige Aroma. Das Wasser, welches für die Maische verwendet wird, hat aufgrund der Torfböden, Torfaromen angenommen. Dies gesamt macht die Besonderheiten von Islay aus und somit auch vom Lagavulin.

Die Destillerie befindet sich an der Südküste der Insel Islay (zwischen den Brennereien Ardberg und Laphroaig (jeweils ca. 5 km entfernt)). Das Wort Lagavulin (gesprochen Lagga-Voulin) kommt aus dem Gälischen und bedeutet die Mulde in der die Mühle steht.
Ende des 18. Jahrhunderts hat es an der Stelle wo heute die Brennerei steht zehn Schwarzbrennereien gegeben. Die Gründung der Destille geht auf 1816 zurück. Der Standort liegt direkt am Meer und wenn hoher Seegang ist, stehen die Lagerhäuser knietief im Wasser. Interessanterweise werden bei Lagavulin nur zwei Abfüllungen produziert, die Standartabfüllung mit 16 Jahren und die Destillers Edition, welche in Pedro-Ximenez-Sherryfässern endgelagert werden. Mein Bericht handelt über die Standartabfüllung, welche bei www.thewhiskystore.de ca. 39,00 EUR kostet.

Das Erscheinungsbild vom Lagavulin kann als edel bezeichnet werden. Verpackt in einer dunkelgrünen Pappschachtel mit goldener Schrift. Oben ist in beige ein Bild der Brennerei zusehen mit dem Namen und dem Gründungsdatum. Unten wird der Alkoholgehalt angegeben (43 %vol) und die Inhaltsmenge (0,7 l). Außerdem ist das Logo von Classic Malts of Scotland angebracht. Die leicht grünbraun eingefärbte Flasche, in der klassischen Whiskyflaschenform, sind beige Etiketten angebracht, welche neben den Namen und dem Alter auch noch eine Geschmacksnotiz angibt. Außerdem ist ein Spruch der Inselbewohner angebracht: Takes out the fire but leaves in the warmth (löscht die Flammen aber lässt die Wärme drin). Dieser Spruch ist die treffendste Beschreibung über den Lagavulin. Die Farbe ist ein dunkles Bernstein, allerdings wurde mit Zuckerkulör nachgeholfen (Angabe auf dem Etikett). Der Korken hat eine Echtholzkappe und wirkt luxuriös. Insgesamt lässt die Flasche Vermutungen über den Inhalt aufkommen.

Das war die Vorgeschichte, kommen wir nun zur Verkostung:

Bei der Verkostung unterscheide ich, wie bei meinen sämtlichen Whisky-Berichte unter zwei verschiedenen Gläsern

1. Das Nosing-Glas (welches auch von Michael Jackson dem Whisky-Guru verwendet wird) Form: tulpenförmig nach oben verjüngend
2. Das Riedel Sommeliers Single Malt Whisky Glas (in Zusammenarbeit mit Aberlour entstanden) Form: Kelchartig nach oben hin breiter werdend

1.1 Duft: Rauch, Sherry, leicht die Schärfe des Alkohols
1.2 Geschmack: komplex, trocken; im Vordergrund schmeckt man den Rauch, welcher aber in eine Torfigkeit übergeht und in einer Süße (Sherry) endet.
1.3 Abgang: kräftige Aromenvielfalt von süß bis bitter übergehend in Torf und sehr lang

2.1 Duft: Rauch (nicht so intensiv wie beim Nosing-Glas), Sherry (intensiv)
2.2 Geschmack: leichten Rauch mit einer intensiven Sherrynote, welche in eine Mischung aus Torf und Süße übergeht (insgesamt sehr komplex),
2.3 Abgang: mittellanger Abgang torfig mit Sherry, sehr angenehm später in Torf übergehend

Also eine Empfehlung welches das bessere Glas ist, kann ich hier nicht abgeben, da der Lagavulin aus beiden Gläsern klasse schmeckt. Wer jedoch etwas zarter besaitet ist, oder ein Whisky-Anfänger ist, der ist mit dem Riedel Glas besser bedient, da hier die Rauch- und Torfnote deutlich sanfter zur Geltung kommt. Bei Michael Jackson hat der Lagavulin 95 Punkte bekommen und ist damit ein absoluter Spitzenwert. Ideal ist der Whisky am Abend vor dem zu Bettgehen.

Fazit: ein absoluter Spitzenwhisky, der aber aufgrund Rauchigkeit und Torf nicht jedermanns Geschmack ist.

©Veterano

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