Laphroaig Single Malt Scotch Whisky Testbericht

Laphroaig-single-malt-scotch-whisky
ab 49,86
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 08/2003
5 Sterne
(2)
4 Sterne
(1)
3 Sterne
(0)
2 Sterne
(0)
1 Stern
(0)
0 Sterne
(0)
Summe aller Bewertungen
  • Geschmack:  sehr gut
  • Geruch:  sehr gut
  • Wirkungsgrad:  durchschnittlich
  • Nachwirkungen:  durchschnittlich

Erfahrungsbericht von Gemeinwesen

Variationen auf Torf und Rauch

5
  • Geschmack:  sehr gut
  • Geruch:  sehr gut
  • Wirkungsgrad:  durchschnittlich
  • Nachwirkungen:  durchschnittlich
  • Kaufanreiz:  Preis

Pro:

- siehe Text

Kontra:

nix.

Empfehlung:

Ja

An den Whiskys von der Insel Islay scheiden sich von jeher die Geister: Entweder verliebt man sich Zunge über Gaumen in sie oder man bleibt ihnen auf ewig fremd. Dazwischen gibt es wirklich wenig.



In den letzten Jahren scheinen die eigenwilligen Insel-Whiskys an Beliebtheit aber eher noch zuzulegen – anders ist es wohl nicht zu erklären, dass immer neue Marken und Abfüllungen auf den Markt drängen. Zu den derzeit umtriebigsten Herstellern zählen sicherlich die Destillerien, aus denen die Marken Bowmore und Ardbeg stammen. Wer angesichts der Fülle der teils sehr kreativ benamsten Abfüllungen den Überblick übers Sortiment behält, hat ein gutes Gedächtnis; wer qualifizierte „Tasting Notes“ zu den einzelnen Sorten abzugeben weiß, zeigt, dass er außerdem über ein stets gut gefülltes Portemonnaie verfügt. Kürzlich erst hatte ich das Vergnügen, mir eine auf den Namen Ardbeg Double Barrel getaufte Edition mit eigenen Augen ansehen zu dürfen. Das aus zwei Flaschen je 33 alten Ardbegs bestehende Set reist im handgenähten Flintenkoffer, bietet außerdem 8 silberne Becher, zwei handgebundene Bücher sowie diverse andere kostspielige Extras und ist mit einem Verkaufspreis von knapp 15.000 Euro das perfekte Schnäppchen für Exzentriker, die von ihren Altvorderen neben einem von oder zu im Namen auch den Familiensitz, ein paar Ländereien und ein bisschen Barvermögen (no pun intended) geerbt haben.

Unsereins muss sich damit bescheiden, vor solch einer Whisky-Bundeslade einen Moment lang andächtig zu verharren und kann sich nur wünschen, dass das gute Stöffchen nicht in der Kehle russischer Neureicher landen möge, die alten Ardbeg so trinken wie jungen Wodka.

Je nun, es herrscht kein Mangel an guten Insel-Whiskys, und bekanntlich lässt sich vom Preis nicht immer auch auf die Qualität schließen. Mit anderen Worten: Einen guten Whisky gibt#s auch schon für vergleichsweise wenig Geld.

Vor Jahr und Tag habe ich z.B. einen jungen (hier: 5 Jahre jungen) Bowmore gekauft, der unter dem Namen McClelland in den Handel gelangt war; etwa zur gleichen Zeit habe ich eine Flasche Laphroaig erstanden, den der unabhängige Abfüller Murray McDavid augenzwinkernd Leapfrog getauft hatte. Zur Erklärung: Destillerien, die Single malt Whisky herstelen, ziehen nicht etwa ihre gesamte jährliche Produktion auf Flaschen und bringen diese unter eigenem Etikett in den Handel. Der Inhalt mancher Fässer geht in den so genannten Blends auf, andere Fässer wiederum werden von den bereits erwähnten unabhängigen Abfüllern aufgekauft. Die lagern den Branntwein dann in eigenen Fässern nach (meist handelt es sich Fässer, in denen sich vorher Sherry oder Bourbon Whiskey befunden hat; in letzter Zeit werden verstärkt auch Weinfässer zur Lagerung verwendet) und bringen das Ergebnis dann selbst auf den Markt.

Gerade wer seine Liebe zu Malz-Whiskys von der Insel Islay entdeckt hat, wird früher oder später fast zwangsläufig über irgendeine Flasche stolpern, die sich von der günstigeren Standard-Abfüllung unterscheidet – und wenn die Neugier erst einmal geweckt ist, ist es sicher nur eine Frage der Zeit, bis er oder sie Geld in eine Special Reserve, eine Abfüllung inCask Strength oder eine der vielen anderen, oft streng limitierten Editionen investiert.

Tatsächlich eigenen sich die Islay-Whiskys in besonderer Weise dazu, in speziellen Fässern nachzureifen. Weiche irische Whiskeys mit ihren Aromen von Frucht, Heidekraut und Toffee haben einem Sherryfass oft nicht den rechten Kontrapunkt entgegenzusetzen – je länger solch ein Whiskey im Sherry-Fass reift, desto größer ist auch die Gefahr, dass der Sherry andere Noten des Whiskeys übertönt.

Bei den robusteren Vertretern ihrer Zunft steht das nicht zu befürchten, und der Laphroaig gehört fraglos zu ihnen: Laphroaig ist ein Whisky für Zeitgenossen, die Salz- und Salmiaklakritz schätzen und denen mittelalter Käse nicht alt genug. Zu klassischen Einsteiger-Malts wie etwa den Speyside-Whiskys Glenfiddich, Glenlivet, Macallan & Co. verhält sich der Laphroaig wie die Fisherman’s Friend-Pastille zum Ricola-Bonbon.

Wie fast alle seine Vettern von der Insel Islay bietet auch der Laphroaig viel Rauch und Torf. Denn Torf ist der Brennstoff fürs Feuer, über dem die fürs Brennen verwendete Gerste gedarrt wird, und weil auf Islay Tang und Algen einen nicht unwesentlichen Teil des Torfs ausmachen, findet auch der Atem des Meeres in den Laphroaig: Wer den Duft (die so genannte „Nase“) eines Laphroaig inhaliert, fühlt sich vielleicht an den Geruch eines Hafenbeckens bei Ebbe erinnert. Und darf versichert sein: Das kommt wirklich nicht von ungefähr.

Ich habe den Laphroaig vor vielen Jahren für mich entdeckt, und ich bin ihm treu geblieben. Neben der zehn Jahre alten Standard-Abfüllung, von der stets eine Flasche im heimischen Regal steht, hat der bereits erwähnte ausgezeichnete Leapfrog seinen Platz, und auch kürzlich habe ich mal wieder eine Abfüllung gekauft, die ich noch nicht kannte. Die stammt vom Abfüller Douglas Laing, nennt sich Premier Barrel Edition, kommt in einem dekorativen Keramik-Krug daher und ist mit einem Verkaufspreis von gut 60 Euro etwa doppelt so teuer wie die zehn Jahre alte Standard-Abfüllung aus dem Regal des gutsortierten Supermarktes. Und dabei ist der Premier Barrel-Laphraoig auch noch zwei Jahre jünger!

Ich gebe zu, dass mich vor allem die wirklich originelle Aufmachung zum Kauf verführt hat. Eine der zwei von mir bereits im Frühjahr 2007 erworbenen Flaschen habe ich zu Weihnachten verschenkt, und dankenswerterweise wurde das Präsent noch am nämlichen Abend entkorkt. So hatte ich Gelegenheit zu kosten, und ich habe nicht schlecht gestaunt: Die Premier Barrel-Edition bietet das, was ich am Laphroaig liebe, wirkt dabei aber feiner ausbalanciert als die Standard-Abfüllung. Dass auch eine längere Lagerzeit kein Garant dafür ist, dass mir ein bestimmter Whisky mehr zusagt als ein anderer, weiß ich seit meiner McClelland-Erfahrung: Der unter diesem Namen abgefüllte 5 Jahre junge Bowmore war wirklich eine Klasse für sich – rauer, unreifer, hitzköpfiger als die älteren Brüder, aber eindeutig ein vollwertiges Mitglied einer Familie aus gutem Hause.

Der acht Jahre junge Laphroaig hat mich trotzdem überrascht: Soviel geschmackliche Ausgewogenheit hätte ich dem jungen Herrn gar nicht zugetraut. Trotzdem kommt die jugendliche Frische nicht zu kurz: Hell und strohgelb gluckert der achtjährige Laphroaig der Premier Barrel-Edition ins Glas, frisch und leicht wirkt er am Gaumen. Der Abgang ist dann wieder eine echte Überraschung: Aromen von Torf und Rauch halten sich erstaunlich lang. Tatsächlich ist das Stöffchen, das sich im Decanter der Premier Barrel-Edition befindet, das Gleiche, das Douglas Laing auch für seine Old Malt Cask-Abfüllungen auf Flasche zieht; und im Gegensatz zur zehn Jahre alten Standard-Version ist die achtjährige „Premier Barrel“-Version nicht kühlgefiltert und auch nicht mit Zuckerkulör gefärbt.


R e s ü m e e

Der Laphroaig ist ein echter Islay-Klassiker. Neben der 10 Jahre alten Standard-Version, einer 15 Jahre alten Version und Quarter Cask- und anderen Spezial-Abfüllungen locken zahlreiche Varianten unabhängiger Abfüller. Wer einmal Geschmack am Laphroaig gefunden hat, auf den warten also noch andere echte Entdeckungen.

37 Bewertungen, 16 Kommentare

  • Mondlicht1957

    17.08.2008, 13:34 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Interessanter Bericht, sehr hilfreich. Ich wünsche Dir einen schönen Sonntag

  • paula2

    04.02.2008, 20:26 Uhr von paula2
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße

  • Wegeno

    24.01.2008, 22:52 Uhr von Wegeno
    Bewertung: sehr hilfreich

    Gruß Werner

  • sabrina.witte@gmx.de

    20.01.2008, 16:16 Uhr von [email protected]
    Bewertung: sehr hilfreich

    trinke ich überhaupt nicht, lg sabrina

  • misscindy

    20.01.2008, 00:54 Uhr von misscindy
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Sylvia

  • alge52

    17.01.2008, 14:03 Uhr von alge52
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prost und hoch das Glas!

  • BroeselWerner

    17.01.2008, 13:07 Uhr von BroeselWerner
    Bewertung: sehr hilfreich

    lieben Gruß

  • emanuels

    15.01.2008, 14:08 Uhr von emanuels
    Bewertung: sehr hilfreich

    lg Emanuel

  • bigmama

    15.01.2008, 00:01 Uhr von bigmama
    Bewertung: sehr hilfreich

    LG Anett

  • lueckingb

    14.01.2008, 22:32 Uhr von lueckingb
    Bewertung: sehr hilfreich

    liebe Grüße

  • bea1502

    14.01.2008, 21:38 Uhr von bea1502
    Bewertung: sehr hilfreich

    interessant... lg bea

  • Killyouridols

    14.01.2008, 20:55 Uhr von Killyouridols
    Bewertung: sehr hilfreich

    super Bericht!

  • calista78

    14.01.2008, 13:45 Uhr von calista78
    Bewertung: sehr hilfreich

    Echt informativ... super!

  • indra

    14.01.2008, 12:46 Uhr von indra
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh und liebe Grüße von der indra ;o)

  • Katja204

    14.01.2008, 12:18 Uhr von Katja204
    Bewertung: sehr hilfreich

    sh, lg katja

  • Gubby

    14.01.2008, 12:13 Uhr von Gubby
    Bewertung: sehr hilfreich

    guter Bericht