Logona Pflanzen-Haarfarbe Pulver Testbericht

Logona-pflanzen-haarfarbe-pulver
ab 10,30
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Summe aller Bewertungen
  • Handhabung & Komfort:  gut
  • Einwirkzeit:  sehr kurz
  • Farbintensität:  gut
  • Verträglichkeit:  sehr gut
  • Haltbarkeit:  gut

Erfahrungsbericht von LeaofRafiki

LeaMom sieht rot

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Ich seh rot - wenn ich in den Spiegel guck, mache momentan jeder Karotte oder Thomas-Klumpstreutüte Konkurrenz und im Vergleich zu mir sieht mein Rotfuchskater irgendwie pastellfarben aus.
Ich heimse Kommentare ein wie „Oh, du bist aber mutig\", „sehr gewöhnungsbedürftig...\" oder einfach nur „Klasse! Sieht ja toll aus!\", Sätze wie „Spielst Du jetzt Leuchtturm?\" oder „Du bist ja nicht zu übersehen\" überhöre ich geflissentlich...
All das nur, weil mich mal wieder die Lust gepackt hat.
Die Lust, den tristen Novemberwinterfarben einen leuchtenden Akzent entgegenzusetzen.
Die Lust, mal wieder wie einst als Kind mit Matsche rumpampen zu können.
Die Lust, mal wieder den herrlichen Geruch nach Henna in der Nase zu haben.
Ich hab mir die Haare gefärbt.

Wie es sich für Novemberhexen gehört, überreichte mich der Arzt meiner Mutter nach meiner Geburt mit den Worten: „Ne gleene Rothaarische!\" Leider hielt diese erste Farbpracht nicht lange, abgesehen davon, daß ich mich auch nicht daran erinnern konnte. Jedenfalls nicht bewußt. Als ich dreizehn Jahre später in Amsterdam das erste Päckchen Henna kaufe, und nach nachfolgend beschriebener Prozedur einen Blick in den Spiegel warf, war ich mir vertrauter als zuvor...
Nach ca. 10 jährigem immer wieder Nachfärben leuchtete ich mit langflatternder Mähne wild aus jeder Menge hervor und fand, es wäre mal an der Zeit, eine Pause einzulegen.
Es folgte ein mehrjähriges Zwischenspiel mit verschiedenen Kurzhaarschnitten und chemiebedingten Farbspielen (lila, Mahagoni, ja selbst ein vierfarbiges Leopardenmuster zierte mein Haupt), um dann wieder zu meiner ursprünglichen Haarfarbe zurückzukehren. (Wer allerdings mein erstes Bild im Ciao-Profil erinnert, sah mich auch dort mit einem kleinen Somalikaterchen auf dem Schoß sitzen, dessen Farbpracht der meinen in nichts nachstand...)

Nun war es also mal wieder soweit.

Mangels eines Indian-Shops oder ähnlichem probierte ich zum ersten Mal die Pflanzen Haarfarbe „henna naturrot\" von Logona für € 5,19 aus. Diese besteht nun nicht nur aus Henna, sondern ist eine Kombination verschiedener Pflanzenfärbemittel:
Alginat (wird aus Meeresalgen gewonnen und dient als Gelbildner und Verdickungsmittel)
Weizenproteine
Jojobaöl (Buxus chinensis)
Mischung ätherischer Öle,
Henna aus kontrolliert biologischem Anbau (Lawsonia Inermis)
Henna neutral oder Sennesblätter (Cassia Auriculata)
Faulbaumrinde (Rhamnus Frangula)
Walnußschalenpuder (Juglans regia)
Indigoblätter (Indigoferia Argentea)
Hibiskus (Hibiscus sabdariffa)
Rharbarberwurzel (Rheum undulatum)
Ratanhiawurzel (Krameria Trianda)
Kaffee (Coffea arabica)
Kurkuma oder Gelbwurz (Curcuma longa)
Rote Bete (Beta vulgaris; antioxidativ, farbgebend , reich an Betain).

Die Pflanzenhaarfarbe ist also frei von synthetische Farb-, Duft- und Konservierungsstoffen und alle eingesetzten Rohstoffe werden von Logona auf Pestizid- und Schwermetallbelastung hin untersucht, wobei als Maßstab die Höchstmengenverordnung für Lebensmittel gilt.

Das Schöne an dieser natürlichen Pflanzenhaarfarbe ist, daß sie auch bei ungewöhnlichen Farben immer noch natürlich(er) aussieht als jede chemische Tönung oderFärbung, da jedes einzelne Haar, je nach Beschaffenheit, die Farbe unterschiedlich annimmt.

Wie geht nun das Haarefärben (und es ist FARBE!, die wieder herauswachsen muß, keine Tönung, die nach ein paar Haarwäschen wieder verschwindet...) vor sich?
Nun denn, es ist ein abendfüllendes Programm.
Zuerst einmal ist es ratsam, alles, was man für die Prozedur braucht, bereit zu stellen!

Als da wären:
das Hennapulver (oder die Pflanzenhaarfarbe, ein Paket mit 100 g reicht für schulterlanges Haar)
eine farbfeste Schale
ein Schneebesen
ca. 300 ml kochendes Wasser (wer es intensiver möchte, kann auch schwarzen Tee nehmen)
eine fetthaltige Creme, um die Haut am Haaransatz zu schützen (auf Fett haftet die Farbe schlecht)
Watte, um die Haut am Haaransatz nach dem Eincremen abzudecken (oder wie ich es gemacht habe, ein zusammengedrehtes Küchentuch, eine Mullwindel geht aber auch)
mehrere Handtücher
ein grobzinkiger Kamm
Gummi- oder besser noch Latexhandschuhe (die in der Packung enthaltenen Plastikhandschuhe gehen zwar auch, behindern aber doch arg das Feingefühl in den Fingern)
Liegen alle Utensilien bereit, kann man zur Tat schreiten.

PAMPEN
Der Packungsinhalt wird nach und nach mit ca. 300 ml kochendem Wasser in einer Schale übergossen und mit dem Schneebesen zu einer klumpenfreien Pampe angerührt.
Hat man direkt vorher die Haare gewachsen, so daß sie noch feucht sind, etwas weniger Wasser nehmen, für trockenes, am Vortag gewaschenes Haar etwas mehr.
Wer eine intensivere Färbung erreichen möchte, kann das heiße Wasser durch megastarken schwarzen Tee ersetzen.
Allein schon der typische Hennageruch, der einem dabei in die Nase steigt - herrlich!

MATSCHEN
Wenn die Pampe auf eine angenehme Temperatur heruntergekühlt ist, heißt es nun „Hinein ins Vergnügen!\" Die brutale Methode, die an kindhafte Schweinereien und Spiele mit feuchtem Lehm erinnert, geht so, daß man nun mit den (behandschuhten) Händen, es sei denn, diese sollen auch gefärbt werden hineingreift und die Kuhfladen ähnliche Pampe auf dem Kopf verteilt. Nur Mut! Sie beißt und muht nicht!
Zartbesaitetere Naturen greifen zu einem Löffel und einem grobzinkigen Kamm und versuchen damit ihr Glück, aber aus Erfahrung weiß ich, daß es mit den Händen einfach besser geht (und viel mehr Spaß macht).
Ist die Matsche großzügig auf dem Schopf verteilt, kann diese durch massageähnliche Bewegungen gut verteilt werden (auf die Schläfen achten!) und sehr lange Haare werden anschließend zu einem bematschten Dutt zusammengedreht auf dem Kopf mit farbfesten Haarnadeln etc. befestigt.
Darüber kommt nun die Plastikhaube aus der Packung, wer will, kann noch ein Handtuch turbanmäßig darüber schlingen (je wärmer, desto besser das Farbergebnis) und nun heißt es

WARTEN...
Die Einwirkzeit ist abhängig vom gewünschten Färbeergebnbis. Einen leichten Rotschimmer erhält man schon nach ca. 20 Minuten (länger sollte man den Farbton Goldblond/Saharablond auch nicht drauflassen), die durchschnittliche Wartezeit würde ich mal mit 60 - 90 Minuten veranschlagen, wer es sich traut, kann es aber auch länger drauf lassen...
Da meine Freundin, die mir bei der Prozedur geholfen hat, und ich uns bei Glühwein und Kartenspiel verquatscht hatten, kamen vor ein paar Tagen gut 2 Stunden zusammen, entsprechend intensiv ist die Färbung geworden ;-)

ABWASCHEN
Die Pampe wieder loszuwerden, ist das Aufwendigste am Ganzen. Erst recht, wenn die Haare etwas länger sind. Am einfachsten geht es, sich eine halbe Stunde unter die Dusche zu stellen und das Wasser laufen zu lassen. Keine Panik! Das, was sich da als grüne (!) Brühe zu euren Füßen sammelt, ist nicht die Farbe, die ihr später an euren Haaren bestaunen könnt. Und dennoch bleibt meist ein Rest in den Haaren hängen, weshalb es sich empfiehlt, für das erste Trockenrubbeln der Haare ein altes (!) Handtuch zu nehmen.
Meiner Erfahrung nach sind die wirklich letzten Pulverreste aber erst nach der zweiten Haarwäsche ein paar Tage danach verschwunden.

STAUNEN
Der erste Blick in den Spiegel läßt so manchen erblassen... Dunkelkräftigrot sehen die feuchten Haare aus, evtl. ist auch die Kopfhaut (oder schlimmer noch, die Haut unter der dünnen Schläfenbehaarung rotgefärbt), das wächst sich aus...
Sind sie aber trocken, glänzen sie in voller Pracht!


ZUSÄTZLICHE TIPS (allgemein)
Statt mit heißem Wasser kann man das Pulver angeblich auch mit Rotwein oder Kaffee anrühren, dann wird der Farbton etwas dunkler. (Ich nehme wenn dann aber immer schwarzen Tee)
Es empfiehlt sich, nicht gerade das SonntagsLieblingsT-Shirt anzuziehen, denn etwas von der Pampe tropft doch immer runter und färbt dieses dann gleich mit.
Die anschließende Säuberung von Duschwanne, Badewanne oder Waschbecken wird enorm erleichtert, wenn man vorher ein Flusensieb eingelegt hat, das Haare und ausgespülte Hennakrümel auffängt.
Selbstredend sollte nicht, weder mit Pflanzenhaarfarbe noch mit Chemie gefärbt werden, wenn die (Kopf)Haut verletzt ist, auch für Augenbrauen und Wimpern ist die Pampe nicht geeignet...

ZUSÄTZLICHE TIPS (auf Logona-Pflanzenhaarfarbe bezogen)
Es gibt mittlerweile 10 verschiedene Farbtöne
Für hell- bis mittelbondes Haar: Sahara, Gold-Blond,
Für hellbond bis braunes Haar: Flammenrot, Henna-naturrot,
Für mittelblondes bis braunes Haar: Mahagoni, Nußbaum-Kastanie, Maronenbraun, Braun-natur, Braun-umbra
Für braunes bis dunkelbraunes Haar: Henna-schwarz.
Eine Farbtabelle, die annähernd die Farbtöne je nach Ausgangsfarbe wiedergibt, kann man unter http://www.logona.com/Haarfarbe/Farbton.jpg betrachten.

Alle Farbtöne sind untereinander mischbar, mit „schwarz\" lassen sich die dunkleren Töne weiter abdunkeln. Allerdings sollte man schwarzes Henna NIE auf hellblondem Haar anwenden, es sei denn, man möchte punkig-grünes (!) Haar haben. (Ist mit vor vielen Jahren nämlich passiert, als ich den durch vielfaches Nachfärben grellroten Farbton etwas abmildern wollte. Hat auch geklappt. Da, wo vorher rot war, war anschließend ein schönes rotbraun. Bloß mein blonder Haaransatz war auf einmal grün, so daß mir nichts anderes blieb, als noch mal mit rotem Henna drüberzugehen, wonach der Ansatz anschließend rotbraun, der Rest aber wieder feuerrot war...)

Eine Warnung auch noch für ergrautes, graues, chemisch coloriertes, blondiertes oder dauergewelltes Haar: Hier kann es leuchtende Überraschungen geben!
Generell weist Logona darauf hin, daß sich alkalische Dauerwellen gut mit der Pflanzenhaarfarbe vertragen, bei einer sauren Dauerwellen hingegen keine Farbe angenommen werden kann. Daher sollte erst gefärbt, dann dauergewellt werden.
Weitere Infos unter www.logona.com.

Dieser Endung ist zu entnehmen, daß die Logona Naturkosmetik GmbH ein Ableger der Logona USA Inc. ist mit Sitz in Ashville, NC 28801


© eine leuchtendrote LeaofRafiki, 30.11.2002

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ACHTUNG FAKERSCHUTZ: Ich poste meine Berichte lieber selber und unter gleichem Nick regelmäßig bei Ciao, häufig bei Yopi, ab und an bei talkon, nach dem Relaunch selten Dooyoo, und noch seltener bei Ecomments, Griasdi oder gar Hitwin *grins*

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