London Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von FromCTown
London - nix für Pfennigfuchser und Fusskranke!
Pro:
pilsierende Metropole, imponierende Architektur,
Kontra:
hochpreisig, hektisch
Empfehlung:
Ja
Hallo Yopianer,
Es war einmal.... zu Weihnachten 2000, da schenkte mir mein lieber Bruder eine Kurzreise (damals noch per Bus) nach London. Und wie das Leben so spielt, wir haben uns 4 Jahre Zeit gelassen, nie hat man die Termine aufeinander abstimmen können, bzw. ist immer was dazwischen gekommen, sodass wir mittlerweile das Jahr 2005 schreiben, und ich soeben wieder zu Hause angekommen bin. ICH WAR IN LONDON!
Nehmt es mir nicht krumm, aber ich werde hier ausschließlich die Eindrücke und Erfahrungen meiner Kurzreise wiedergeben. An Big Ben, Westminster Abbey und Buckingham Palace kommt man sowieso zwangsläufig vorbei. Jeder will etwas anderes sehen, und alles ist eh nicht zu schaffen. Außer man bleibt gleich mehrere Wochen – wer sich das leisten kann, der sei sich meines Neides gewiss.
1 Pfund = 1,56€ (Januar 2005)
****Anreise****
Heutzutage sind Flüge nach London derart preiswert, dass ich jedem nur raten kann, rechtzeitig zu buchen und sich die Busfahrt zu ersparen. Außer man will unbedingt durch den Tunnel.
Wir sind von Zürich aus mit EASYJET.COM nach London/Luton geflogen. Hin und zurück für umgerechnet 64€ pro Nase (inklusive aller Gebühren). Man fliegt ca. 1.5 Stunden, kann also locker auf den teuren Bordservice (0,2l Cola 3€, Sandwich 4,5€) verzichten. In Luton angekommen, nimmt man am Besten die Linie 757 der Green Line Busshuttle um die 52km zur Innenstadt zurück zulegen. Achtung: bei Vorlage eueres Flugtickets kosten Hin- und Rückfahrt nur 9 Pfund. Ist zwar nicht ganz preiswert, aber doch deutlich billiger als Taxi (ca. 45 Pfund) und Bahn (bis Victoria Stadion 24 Pfund). Aber an deftige Preise muss man sich in London eh gewöhnen.
Die Green Line fährt in der Innenstadt 6 Haltepunkte ab. Endstadion ist Victoria Stadion. Wir hatten nach ca. einer Stunde unsere Haltestelle „Maple Arche“ erreicht, und machten uns zu Fuß auf Richtung Herberge. Diese lag im sehr schönen, von Hotels geprägten, Stadtteil Paddington, direkt zwischen im Osten Oxfort Street, im Süden Hyde Park und unterhalb der Paddington Stadion.
****Hotel****
Aus Reiseführern und von Erzählungen Anderer wussten wir ja ungefähr, was uns in London unterbringungstechnisch erwartet. Prinzipiell gilt: alles was unter 100€ per Nacht kostet, ist mit einer Jugendherberge unterem Standards in Deutschland zu vergleichen. Das heißt im Twinroom; Doppelstockbetten und Dusche/WC auf der Etage. Unser „New Atlantic Hotel“ (1 Queens Garden, London W2 3BB Tel: 020 7262 4471 Fax: 020 7706 8548) machte auf den ersten Blick einen tollen Eindruck. Strahlend weiße, mit Säulen verzierte Fassade, in der nobel anmutenden Queens Garden Street. Davor ein Einlasser in Schlips und Kragen. Drinnen ging’s dann schon nicht mehr ganz so nobel zu. Es erwartete uns ein abgewohntes Foyer mit zwei studentisch wirkenden Rezeptzionisten, die definitiv nur englisch in einem schnellen, wilden Dialekt sprechen, so dass man dreimal nachfragen muss um wirklich was zu verstehen. Wir kamen nachts kurz nach eins an, dementsprechend motiviert waren die Beiden noch was tun zu müssen.
Unser Zimmer lag „upstairs“ direkt neben der Bar (Heineken, Stella Artois 0,5 Liter 2,55 Pfund). Sämtliche Gänge in knallgrün und unser Zimmer in knalllila gestrichen. Für alle Twinrooms (ca. 40) gab es insgesamt 5 Duschen und 8 WC. Nicht getrennt nach Männlein und Weiblein. Sehr gewöhnungsbedürftig und alles andere als wirklich sauber. Aber für 15 Pfund pro Nacht und Nase auszuhalten. Man ist eh nur kurz zum schlafen da.
Frühstück ist eher rustikal, schwammiges Toastbrot, 2 Sorten Marmelade, extrem salzige Butter, und die Wahl zwischen Tee oder kaffeeähnlichem braunem Wasser.
****Verkehrsmittel****
Achtung eines vorweg! Sobald man sich Richtung City bewegt, kommt man unweigerlich an einem Haltepunkt einer Stadtrundfahrtlinie (z.B. „ The Big Bus Tour“) vorbei. Grundsätzlich würde ich davon eher abraten, da Kosten und Nutzen in keinerlei Verhältnis stehen. Angeboten werden diese 24h-Tickets für 17 Pfund, man kann immerhin auf 14 herunterhandeln und bekommt gratis Kopfhörer. Nur ist man dann den ganzen Tag auf diese Linie angewiesen, kann also nicht von der Tour abweichen.
Ihr kommt wesentlich besser euch für 2,50 Pfund ein Tagesticket für Busse (gilt seit 01.01.04 für alle 4 Zonen) oder ein Kombiticket U-Bahn/Bus (2 Zonen) für 4,50 Pfund zu lösen. London verfügt über ca. 400 km U-Bahn und ca. 4000 der tollen roten Doppeldeckerbusse, die auf 320 Linien quer durch London touren. U-Bahn zu fahren ist einfach und schnell, das System habe sogar ich Landei sofort kapiert. Die Busse fahren nicht nach Fahrplan, halten meist auf ein Winkzeichen und falls man mal den falschen erwischt hat, fährt an der nächsten Haltestelle garantiert einer in die Richtung, wo man hinwill. Wichtig: Ticket immer entweder dem Busfahrer zeigen, oder in den alten Bussen dem Kontrolleur. Niemals an der Haltstelle drängeln, sondern schön hinten an der Reihe anstellen!! Witzig – selbst in den ältesten Bussen gibt es ultramoderne Flachbildschirme, die einen mit Werbung berieseln.
****Essen und Trinken****
Als Kontinentaleuropäer hat man für englische Küche meist nur ein überhebliches, müdes lächeln übrig. Man schaut den Briten im Urlaubshotel meist geschockt und angeekelt dabei zu, wie sie die wildesten Sachen miteinander kombinieren und anscheinend ohne jeglichen Sinn für Geschmack in sich reinschaufeln. Umso überraschter ist man dann aber in London von der vielfältigen und wohlschmeckenden Küche, die sich einem bietet. Sieht man mal von Mc Donalds, Burger King, KFC oder wie sie alle heißen, und an jeder Ecke zu finden sind, ab, dann gibt es unglaublich viele Möglichkeiten gut zu Speisen. Ob man sich in den Pup´s einfach nur Fisch and Chips oder Roastbeef bestellt, oder man sich quer durch die halbe Welt (oder die Ganze?) isst, alles ist sehr teuer aber lecker. Es ist alles an internationaler Küche vertreten. Zu empfehlen sind die indischen Lokale (Achtung sehr scharf) in Soho, wo man ab ca. 8 Pfund essen kann, oder die in Campton Town befindlichen All-you-can-eat Restaurants. Dort gibt es für um die 5 Pfund alles, um sich nach einem harten Tag in London so richtig den Bauch voll zu schlagen. Tipp: Falls es auf der Karte steht, COBRA-Bier bestellen – ist ein sehr leckeres Lager, das es meist in der 0,7Liter Flasche zum Preis eines normalen Halfpints (ca. 2,20 Pfund) gibt.
Mittlerweile gibt es neue Richtlinien des Gesetzgebers, das alle auf der Karte befindlichen Preise = Endpreise sein müssen. Früher wurde Bedienung und Trinkgeld extra berechnet, was jetzt entfällt. Man darf natürlich trotzdem noch Beträge aufrunden!! ;o)
Es gilt als äußerst unhöflich, einfach ins Lokal zu treten und sich direkt einen Platz zu suchen. Bitte warten bis man vom Personal eingewiesen wird. Will man nur etwas trinken, so sind die Getränke direkt an der Bar zu bestellen und gleich zu bezahlen.
Viele Lokale machen an Schaufenstern groß Werbung mit speziell verbilligten Sondermenüs, bitte genau hinschauen, diese Preise gelten meist nur an bestimmten Tagen oder zum Lunch.
Für Zwischendurch kann man an jeder Ecke (oder in den Food-Abteilungen der Kaufhäuser) Sandwichs mit allen möglichen Belägen kaufen. Diese kosten je nach Belag (z.B. Shrimps mit Remouladensoße 1,10 Pfund) zwischen 0,80 und 2,50 Pfund. Fast Food Läden sind ähnlich teuer wie normale Restaurants, nur wird man für die investierten 5 Pfund nicht wirklich satt.
****Unsere Tour durch London****
Wir hatten also drei Tage aber eigentlich keinen so richtigen Plan, was wir alles anschauen wollten. Also ging’s am Samstag früh 7,30Uhr los Richtung Hyde Park, der größten Grünfläche in der City, der von 6 bis 24 Uhr geöffnet ist. Außergewöhnlich sind die extra Wege für Pferde, die mehr genutzt werden als die meisten Radwege. Unglaublich wie viele Reiter es mitten in einer Großstadt geben kann.
Von dort aus per Bus nach City of Westminster, wo alles zufinden ist was man seit der Beerdigung von Lady Diana aus dem Fernsehen kennt. Sollte auf dem Buckingham Palace der „Union Jack“ wehen, ist die Queen gerade in London. Die größte Ansammlung von Japanern außerhalb Japans ist permanent vor Westminster Abbey und Big Ben zu besichtigen.
Wiederum per Bus, vorbei an St. Pauls (7,50 Pfund Eintritt) ist man nach ca. 25 min am Tower angelangt. Wer gern ansteht, kann gern die 1,5 Stunden warten um sich innerhalb von 2 min die Kronjuwelen anzuschauen. Interessanter ist da schon die Tower Bridge (4,5Pfund Eintritt), die berühmteste und, für die damalige Zeit, technisch aufwendigste Brücke Londons. Von dort aus geht’s direkt zu Fuß in die ersten zu noblen Wohnhäusern umgebauten Bauwerke der früheren Docklands, eine wunderschöne Wohngegend. Wen es interessiert, die preiswertesten Wohnungen können dort für 1200 Pfund die Woche (!!) angemietet werden. Hier ist auch das Museum of Design, direkt an der Themse, zu besichtigen. Eintritt 6 Pfund, Shop mit den wohl außergewöhnlichsten Souvenirs von London.
Auf der anderen Seite der Tower Bridge findet man das neue Rathaus, welches aussieht wie ein übergroßes, zerschnittenes und lose zusammengesetztes Glasei. Architektonisch eine Meisterleistung, aber es gibt beeindruckendere Gebäude. Wie z.B. die neue Tade Galery, die man auch auf diesem Themseufer findet, nachdem man ein paar Fotos vom Shakespeare Theater gemacht hat. Tades ist im Gebäude des ehemaligen städtischen Kraftwerks untergebracht, aus dem zwei Schweizer Architekten die für mich imposanteste Galery der Welt gemacht haben. Einfach reingehen, auf den Boden legen und die Atmosphäre wirken lassen. Und das Beste... Eintritt frei!!! Die Ausstellungstücke sind momentan, abgesehen von wenigen Ausnahmen (3.Stock „Russische Austellung“), nicht so der Hit.
Wer nach London gereist ist, der sollte auch unbedingt am Abend in SOHO unterwegs sein. Dem absoluten Kneipen und Amüsierviertel. Mit dem Bus bis Piccadilly Circus, und dann ab ins Nachtleben. Piccadilly Circus ist eigentlich nix weiter als ein mit Werbung überfrachteter Verkehrsknotenpunkt. Hat aber trotzdem seinen Reiz. Von hier ab geht ein Netz kleiner Straßen, die voll von Pup´s, verschiedenster Restaurants, Nachtklubs und Bordellen, sowie diverser Schauspiel- und Musicaltheater sind. China Town ist hier auch zu finden, das aber lieber China Street heißen sollte, und in keinster Weise mit den chinesischen Vierteln in San Francisco oder New York zu verwechseln ist. Hier sind halt ziemlich geballt ca. ein Dutzend edlere Chinesische Restaurants angesiedelt.
Die streng geregelten Öffnungszeiten der Pup´s führen zumindest am Wochenende dazu, das ab ca. 21 Uhr die Hölle auf Londons Straßen los ist. Da alle versuchen, bis spätestens 22 Uhr in irgendeinen Club zu gelangen, der länger als bis zu diesem Zeitpunkt öffnen darf. Das haben wir uns, auch wegen der gesalzenen Preise (Eintritt ca. 10 Pfund, Caipi 8 Pfund), nicht angetan, sondern sind todmüde in unsere Hotelbetten gefallen und haben uns „Oceans Eleven“ im Original auf irgendeinem britischen Fernsehsender reingezogen.
Zum Sonntag haben wir die Wolkenkratzer des Bankenviertels im Visier gehabt. So ziemlich jede große Bank(auch unsere Deutsche Bank) oder Versicherung der Welt hat dort ein Statussymbol aus Stahl und Glas hingestellt. Ca. 1,5 Mio. Menschen verdienen dort ihr täglich Brot. Nur Sonntags ist man völlig allein zwischen den riesigen Hochhäusern. Wirkt wie eine Gespensterstadt und ist sehr imponierend.
****Shopping around the Clock****
In London haben auch Sonntags sämtliche Geschäfte offen, daher nutzten wir die Gelegenheit um Souvenirs einzukaufen. Erste Adresse natürlich „Harrods“, das wohl bekannteste Kaufhaus der Welt, hier gibt’s nix was es nicht gibt, und wenn doch dann wird es innerhalb kürzester Zeit besorgt. Im Erdgeschoss die Lebensmittel- und Süßigkeitenabteilung besuchen!! Ich empfehle auch unbedingt bei Harrods aufs stille Örtchen zu gehen. Da steht ein Butler bereit der einem erst Seife dann Handtuch reicht. Als Höhepunkt der Dekadenz kann man dann noch unter ca. 30 verschiedenen Parfum auswählen und sich von dem netten Herrn damit besprühen lassen. Meine Wahl viel auf „Cerruti Homme“ ;o)
Jedenfalls hat meine Frau jetzt einen schlichten Kaffeepott für schlappe 8 Pfund wo Harrods draufsteht, damit hat sich der Londontrip ja schon gelohnt.
Eine mittlerweile schrullige Angewohnheit von mir ist geworden, aus jeder Großstadt die bereist wurde, dieses in den Achtzigern sehr moderne jetzt eher prollige T-Shirt aus dem „Hard Rock Cafe“ mitzubringen. Damit war ich noch mal um 14 Pfund ärmer. Am Cafe selbst sind wir glatt vorbeigelaufen, sondern sind direkt im dreimal größeren Shop gelandet.
Auf zur Oxfort Street! Diese wohl bekannteste und größte Shoppingmeile im Zentrum Londons ist DAS Mekka für jeden Kosumjunkie. Vom Outletstore bis zur Designerboutique reihen sich auf ca. 4 km Länge Laden an Laden. Zur Not kann man auch von Kaufhaus zu Kaufhaus per Bus fahren – was manchmal bei den Massen die unterwegs sind der beste Weg ist, um überhaupt voran zu kommen. Es ist Sonntag 14 Uhr und wir kommen uns vor wie zur Loveparade in ihren besten Jahren.
Zwischen 19 und 20 Uhr schließen die meisten Läden, einzig Kioske und kleine Lebensmitteldiscounter haben 24 h offen. Bezahlen kann man so gut wie immer (auch Kleinbeträge) mit Kreditkarte (Visa usw.), die überall akzeptiert wird. Ein großer Vorteil zu Deutschland wo so gut wie kein Geschäft etwas von dieser Zahlungsart wissen will.
****Big Brother****
Sobald man den ersten Fuß auf britischen Boden gesetzt hat, muss man sich über eines im Klaren sein. Jeder weitere Tritt wird von nun an überwacht. Egal wo man auch hinkommt – überall Kameras! Ich musste mich an dieses beklemmende Gefühl durchaus erstmal gewöhnen. Man überlegt wirklich ob man jetzt den Kaugummi ausspuckt oder brav in den Mülleimer schmeißt. Nicht auszudenken was für ein schlechtes Gewissen Raucher in London haben müssen! Aber trotz alledem gibt es einem in Zeiten von Bin Laden und Co. schon ein wenig Sicherheit.
****Mein Fazit****
London – die Metropole an der Themse ist unbedingt eine Reise wert. Bitte aber genug Kleingeld und richtig gutes Schuhwerk mitnehmen. Die Entfernungen sind groß, viele Gebäude sind gigantisch, übertriebene Angst vor vielen Menschen sollte man nicht haben und einen gewissen Sinn für Orientierung sollte man auch mitbringen.
Ich hoffe dem einem oder anderen ein paar hilfreiche Tips gegeben zu haben – konnte aber leider auch nicht auf alles eingehen, das würde dieses Medium hier sprengen.
Es war einmal.... zu Weihnachten 2000, da schenkte mir mein lieber Bruder eine Kurzreise (damals noch per Bus) nach London. Und wie das Leben so spielt, wir haben uns 4 Jahre Zeit gelassen, nie hat man die Termine aufeinander abstimmen können, bzw. ist immer was dazwischen gekommen, sodass wir mittlerweile das Jahr 2005 schreiben, und ich soeben wieder zu Hause angekommen bin. ICH WAR IN LONDON!
Nehmt es mir nicht krumm, aber ich werde hier ausschließlich die Eindrücke und Erfahrungen meiner Kurzreise wiedergeben. An Big Ben, Westminster Abbey und Buckingham Palace kommt man sowieso zwangsläufig vorbei. Jeder will etwas anderes sehen, und alles ist eh nicht zu schaffen. Außer man bleibt gleich mehrere Wochen – wer sich das leisten kann, der sei sich meines Neides gewiss.
1 Pfund = 1,56€ (Januar 2005)
****Anreise****
Heutzutage sind Flüge nach London derart preiswert, dass ich jedem nur raten kann, rechtzeitig zu buchen und sich die Busfahrt zu ersparen. Außer man will unbedingt durch den Tunnel.
Wir sind von Zürich aus mit EASYJET.COM nach London/Luton geflogen. Hin und zurück für umgerechnet 64€ pro Nase (inklusive aller Gebühren). Man fliegt ca. 1.5 Stunden, kann also locker auf den teuren Bordservice (0,2l Cola 3€, Sandwich 4,5€) verzichten. In Luton angekommen, nimmt man am Besten die Linie 757 der Green Line Busshuttle um die 52km zur Innenstadt zurück zulegen. Achtung: bei Vorlage eueres Flugtickets kosten Hin- und Rückfahrt nur 9 Pfund. Ist zwar nicht ganz preiswert, aber doch deutlich billiger als Taxi (ca. 45 Pfund) und Bahn (bis Victoria Stadion 24 Pfund). Aber an deftige Preise muss man sich in London eh gewöhnen.
Die Green Line fährt in der Innenstadt 6 Haltepunkte ab. Endstadion ist Victoria Stadion. Wir hatten nach ca. einer Stunde unsere Haltestelle „Maple Arche“ erreicht, und machten uns zu Fuß auf Richtung Herberge. Diese lag im sehr schönen, von Hotels geprägten, Stadtteil Paddington, direkt zwischen im Osten Oxfort Street, im Süden Hyde Park und unterhalb der Paddington Stadion.
****Hotel****
Aus Reiseführern und von Erzählungen Anderer wussten wir ja ungefähr, was uns in London unterbringungstechnisch erwartet. Prinzipiell gilt: alles was unter 100€ per Nacht kostet, ist mit einer Jugendherberge unterem Standards in Deutschland zu vergleichen. Das heißt im Twinroom; Doppelstockbetten und Dusche/WC auf der Etage. Unser „New Atlantic Hotel“ (1 Queens Garden, London W2 3BB Tel: 020 7262 4471 Fax: 020 7706 8548) machte auf den ersten Blick einen tollen Eindruck. Strahlend weiße, mit Säulen verzierte Fassade, in der nobel anmutenden Queens Garden Street. Davor ein Einlasser in Schlips und Kragen. Drinnen ging’s dann schon nicht mehr ganz so nobel zu. Es erwartete uns ein abgewohntes Foyer mit zwei studentisch wirkenden Rezeptzionisten, die definitiv nur englisch in einem schnellen, wilden Dialekt sprechen, so dass man dreimal nachfragen muss um wirklich was zu verstehen. Wir kamen nachts kurz nach eins an, dementsprechend motiviert waren die Beiden noch was tun zu müssen.
Unser Zimmer lag „upstairs“ direkt neben der Bar (Heineken, Stella Artois 0,5 Liter 2,55 Pfund). Sämtliche Gänge in knallgrün und unser Zimmer in knalllila gestrichen. Für alle Twinrooms (ca. 40) gab es insgesamt 5 Duschen und 8 WC. Nicht getrennt nach Männlein und Weiblein. Sehr gewöhnungsbedürftig und alles andere als wirklich sauber. Aber für 15 Pfund pro Nacht und Nase auszuhalten. Man ist eh nur kurz zum schlafen da.
Frühstück ist eher rustikal, schwammiges Toastbrot, 2 Sorten Marmelade, extrem salzige Butter, und die Wahl zwischen Tee oder kaffeeähnlichem braunem Wasser.
****Verkehrsmittel****
Achtung eines vorweg! Sobald man sich Richtung City bewegt, kommt man unweigerlich an einem Haltepunkt einer Stadtrundfahrtlinie (z.B. „ The Big Bus Tour“) vorbei. Grundsätzlich würde ich davon eher abraten, da Kosten und Nutzen in keinerlei Verhältnis stehen. Angeboten werden diese 24h-Tickets für 17 Pfund, man kann immerhin auf 14 herunterhandeln und bekommt gratis Kopfhörer. Nur ist man dann den ganzen Tag auf diese Linie angewiesen, kann also nicht von der Tour abweichen.
Ihr kommt wesentlich besser euch für 2,50 Pfund ein Tagesticket für Busse (gilt seit 01.01.04 für alle 4 Zonen) oder ein Kombiticket U-Bahn/Bus (2 Zonen) für 4,50 Pfund zu lösen. London verfügt über ca. 400 km U-Bahn und ca. 4000 der tollen roten Doppeldeckerbusse, die auf 320 Linien quer durch London touren. U-Bahn zu fahren ist einfach und schnell, das System habe sogar ich Landei sofort kapiert. Die Busse fahren nicht nach Fahrplan, halten meist auf ein Winkzeichen und falls man mal den falschen erwischt hat, fährt an der nächsten Haltestelle garantiert einer in die Richtung, wo man hinwill. Wichtig: Ticket immer entweder dem Busfahrer zeigen, oder in den alten Bussen dem Kontrolleur. Niemals an der Haltstelle drängeln, sondern schön hinten an der Reihe anstellen!! Witzig – selbst in den ältesten Bussen gibt es ultramoderne Flachbildschirme, die einen mit Werbung berieseln.
****Essen und Trinken****
Als Kontinentaleuropäer hat man für englische Küche meist nur ein überhebliches, müdes lächeln übrig. Man schaut den Briten im Urlaubshotel meist geschockt und angeekelt dabei zu, wie sie die wildesten Sachen miteinander kombinieren und anscheinend ohne jeglichen Sinn für Geschmack in sich reinschaufeln. Umso überraschter ist man dann aber in London von der vielfältigen und wohlschmeckenden Küche, die sich einem bietet. Sieht man mal von Mc Donalds, Burger King, KFC oder wie sie alle heißen, und an jeder Ecke zu finden sind, ab, dann gibt es unglaublich viele Möglichkeiten gut zu Speisen. Ob man sich in den Pup´s einfach nur Fisch and Chips oder Roastbeef bestellt, oder man sich quer durch die halbe Welt (oder die Ganze?) isst, alles ist sehr teuer aber lecker. Es ist alles an internationaler Küche vertreten. Zu empfehlen sind die indischen Lokale (Achtung sehr scharf) in Soho, wo man ab ca. 8 Pfund essen kann, oder die in Campton Town befindlichen All-you-can-eat Restaurants. Dort gibt es für um die 5 Pfund alles, um sich nach einem harten Tag in London so richtig den Bauch voll zu schlagen. Tipp: Falls es auf der Karte steht, COBRA-Bier bestellen – ist ein sehr leckeres Lager, das es meist in der 0,7Liter Flasche zum Preis eines normalen Halfpints (ca. 2,20 Pfund) gibt.
Mittlerweile gibt es neue Richtlinien des Gesetzgebers, das alle auf der Karte befindlichen Preise = Endpreise sein müssen. Früher wurde Bedienung und Trinkgeld extra berechnet, was jetzt entfällt. Man darf natürlich trotzdem noch Beträge aufrunden!! ;o)
Es gilt als äußerst unhöflich, einfach ins Lokal zu treten und sich direkt einen Platz zu suchen. Bitte warten bis man vom Personal eingewiesen wird. Will man nur etwas trinken, so sind die Getränke direkt an der Bar zu bestellen und gleich zu bezahlen.
Viele Lokale machen an Schaufenstern groß Werbung mit speziell verbilligten Sondermenüs, bitte genau hinschauen, diese Preise gelten meist nur an bestimmten Tagen oder zum Lunch.
Für Zwischendurch kann man an jeder Ecke (oder in den Food-Abteilungen der Kaufhäuser) Sandwichs mit allen möglichen Belägen kaufen. Diese kosten je nach Belag (z.B. Shrimps mit Remouladensoße 1,10 Pfund) zwischen 0,80 und 2,50 Pfund. Fast Food Läden sind ähnlich teuer wie normale Restaurants, nur wird man für die investierten 5 Pfund nicht wirklich satt.
****Unsere Tour durch London****
Wir hatten also drei Tage aber eigentlich keinen so richtigen Plan, was wir alles anschauen wollten. Also ging’s am Samstag früh 7,30Uhr los Richtung Hyde Park, der größten Grünfläche in der City, der von 6 bis 24 Uhr geöffnet ist. Außergewöhnlich sind die extra Wege für Pferde, die mehr genutzt werden als die meisten Radwege. Unglaublich wie viele Reiter es mitten in einer Großstadt geben kann.
Von dort aus per Bus nach City of Westminster, wo alles zufinden ist was man seit der Beerdigung von Lady Diana aus dem Fernsehen kennt. Sollte auf dem Buckingham Palace der „Union Jack“ wehen, ist die Queen gerade in London. Die größte Ansammlung von Japanern außerhalb Japans ist permanent vor Westminster Abbey und Big Ben zu besichtigen.
Wiederum per Bus, vorbei an St. Pauls (7,50 Pfund Eintritt) ist man nach ca. 25 min am Tower angelangt. Wer gern ansteht, kann gern die 1,5 Stunden warten um sich innerhalb von 2 min die Kronjuwelen anzuschauen. Interessanter ist da schon die Tower Bridge (4,5Pfund Eintritt), die berühmteste und, für die damalige Zeit, technisch aufwendigste Brücke Londons. Von dort aus geht’s direkt zu Fuß in die ersten zu noblen Wohnhäusern umgebauten Bauwerke der früheren Docklands, eine wunderschöne Wohngegend. Wen es interessiert, die preiswertesten Wohnungen können dort für 1200 Pfund die Woche (!!) angemietet werden. Hier ist auch das Museum of Design, direkt an der Themse, zu besichtigen. Eintritt 6 Pfund, Shop mit den wohl außergewöhnlichsten Souvenirs von London.
Auf der anderen Seite der Tower Bridge findet man das neue Rathaus, welches aussieht wie ein übergroßes, zerschnittenes und lose zusammengesetztes Glasei. Architektonisch eine Meisterleistung, aber es gibt beeindruckendere Gebäude. Wie z.B. die neue Tade Galery, die man auch auf diesem Themseufer findet, nachdem man ein paar Fotos vom Shakespeare Theater gemacht hat. Tades ist im Gebäude des ehemaligen städtischen Kraftwerks untergebracht, aus dem zwei Schweizer Architekten die für mich imposanteste Galery der Welt gemacht haben. Einfach reingehen, auf den Boden legen und die Atmosphäre wirken lassen. Und das Beste... Eintritt frei!!! Die Ausstellungstücke sind momentan, abgesehen von wenigen Ausnahmen (3.Stock „Russische Austellung“), nicht so der Hit.
Wer nach London gereist ist, der sollte auch unbedingt am Abend in SOHO unterwegs sein. Dem absoluten Kneipen und Amüsierviertel. Mit dem Bus bis Piccadilly Circus, und dann ab ins Nachtleben. Piccadilly Circus ist eigentlich nix weiter als ein mit Werbung überfrachteter Verkehrsknotenpunkt. Hat aber trotzdem seinen Reiz. Von hier ab geht ein Netz kleiner Straßen, die voll von Pup´s, verschiedenster Restaurants, Nachtklubs und Bordellen, sowie diverser Schauspiel- und Musicaltheater sind. China Town ist hier auch zu finden, das aber lieber China Street heißen sollte, und in keinster Weise mit den chinesischen Vierteln in San Francisco oder New York zu verwechseln ist. Hier sind halt ziemlich geballt ca. ein Dutzend edlere Chinesische Restaurants angesiedelt.
Die streng geregelten Öffnungszeiten der Pup´s führen zumindest am Wochenende dazu, das ab ca. 21 Uhr die Hölle auf Londons Straßen los ist. Da alle versuchen, bis spätestens 22 Uhr in irgendeinen Club zu gelangen, der länger als bis zu diesem Zeitpunkt öffnen darf. Das haben wir uns, auch wegen der gesalzenen Preise (Eintritt ca. 10 Pfund, Caipi 8 Pfund), nicht angetan, sondern sind todmüde in unsere Hotelbetten gefallen und haben uns „Oceans Eleven“ im Original auf irgendeinem britischen Fernsehsender reingezogen.
Zum Sonntag haben wir die Wolkenkratzer des Bankenviertels im Visier gehabt. So ziemlich jede große Bank(auch unsere Deutsche Bank) oder Versicherung der Welt hat dort ein Statussymbol aus Stahl und Glas hingestellt. Ca. 1,5 Mio. Menschen verdienen dort ihr täglich Brot. Nur Sonntags ist man völlig allein zwischen den riesigen Hochhäusern. Wirkt wie eine Gespensterstadt und ist sehr imponierend.
****Shopping around the Clock****
In London haben auch Sonntags sämtliche Geschäfte offen, daher nutzten wir die Gelegenheit um Souvenirs einzukaufen. Erste Adresse natürlich „Harrods“, das wohl bekannteste Kaufhaus der Welt, hier gibt’s nix was es nicht gibt, und wenn doch dann wird es innerhalb kürzester Zeit besorgt. Im Erdgeschoss die Lebensmittel- und Süßigkeitenabteilung besuchen!! Ich empfehle auch unbedingt bei Harrods aufs stille Örtchen zu gehen. Da steht ein Butler bereit der einem erst Seife dann Handtuch reicht. Als Höhepunkt der Dekadenz kann man dann noch unter ca. 30 verschiedenen Parfum auswählen und sich von dem netten Herrn damit besprühen lassen. Meine Wahl viel auf „Cerruti Homme“ ;o)
Jedenfalls hat meine Frau jetzt einen schlichten Kaffeepott für schlappe 8 Pfund wo Harrods draufsteht, damit hat sich der Londontrip ja schon gelohnt.
Eine mittlerweile schrullige Angewohnheit von mir ist geworden, aus jeder Großstadt die bereist wurde, dieses in den Achtzigern sehr moderne jetzt eher prollige T-Shirt aus dem „Hard Rock Cafe“ mitzubringen. Damit war ich noch mal um 14 Pfund ärmer. Am Cafe selbst sind wir glatt vorbeigelaufen, sondern sind direkt im dreimal größeren Shop gelandet.
Auf zur Oxfort Street! Diese wohl bekannteste und größte Shoppingmeile im Zentrum Londons ist DAS Mekka für jeden Kosumjunkie. Vom Outletstore bis zur Designerboutique reihen sich auf ca. 4 km Länge Laden an Laden. Zur Not kann man auch von Kaufhaus zu Kaufhaus per Bus fahren – was manchmal bei den Massen die unterwegs sind der beste Weg ist, um überhaupt voran zu kommen. Es ist Sonntag 14 Uhr und wir kommen uns vor wie zur Loveparade in ihren besten Jahren.
Zwischen 19 und 20 Uhr schließen die meisten Läden, einzig Kioske und kleine Lebensmitteldiscounter haben 24 h offen. Bezahlen kann man so gut wie immer (auch Kleinbeträge) mit Kreditkarte (Visa usw.), die überall akzeptiert wird. Ein großer Vorteil zu Deutschland wo so gut wie kein Geschäft etwas von dieser Zahlungsart wissen will.
****Big Brother****
Sobald man den ersten Fuß auf britischen Boden gesetzt hat, muss man sich über eines im Klaren sein. Jeder weitere Tritt wird von nun an überwacht. Egal wo man auch hinkommt – überall Kameras! Ich musste mich an dieses beklemmende Gefühl durchaus erstmal gewöhnen. Man überlegt wirklich ob man jetzt den Kaugummi ausspuckt oder brav in den Mülleimer schmeißt. Nicht auszudenken was für ein schlechtes Gewissen Raucher in London haben müssen! Aber trotz alledem gibt es einem in Zeiten von Bin Laden und Co. schon ein wenig Sicherheit.
****Mein Fazit****
London – die Metropole an der Themse ist unbedingt eine Reise wert. Bitte aber genug Kleingeld und richtig gutes Schuhwerk mitnehmen. Die Entfernungen sind groß, viele Gebäude sind gigantisch, übertriebene Angst vor vielen Menschen sollte man nicht haben und einen gewissen Sinn für Orientierung sollte man auch mitbringen.
Ich hoffe dem einem oder anderen ein paar hilfreiche Tips gegeben zu haben – konnte aber leider auch nicht auf alles eingehen, das würde dieses Medium hier sprengen.
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