London Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
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Erfahrungsbericht von BjoernS
London, Part II: stand on the right
Pro:
schnell, effektiv, günstig
Kontra:
manchmal sehr voll
Empfehlung:
Ja
London ist gross und wenn man während seines Besuchs möglichst viel sehen möchte, ist man auf ein effektives Transportmittel angewiesen. Zwar gibt es in London schier unendlich viele Taxis, aber das geht auf Dauer ziemlich ins Geld und die vielen Busse stecken leider genauso häufig im Verkehr fest. Da bleibt als echte Alternative eigentlich nur noch Underground ...
Allgemeines
Mehr oder weniger ganz London ist mit einem U-Bahn-System unterkellert, welches offiziell den Namen Underground trägt, im Volksmund aber im allgemeinen Tube genannt wird. Insgesamt verkehren im Verbund zwölf verschiedene Linien, die alle eine charakteristische farbliche Kennzeichnung haben. Damit wird annährend ganz London abgedeckt und es gibt nur wenige Punkte, an denen die nächste U-Bahn-Station mehr als 10 Minuten entfernt ist.
Die Züge verkehren tagsüber im 2 bis 5 Minuten-Takt, je nach Linie und sind zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Nachmittag teilweise ziemlich voll. In der Nacht verkehren die Züge nicht, was daran liegt, dass das Londoner U-Bahn-System pro Linie nicht aus mehreren Röhren besteht (wie beispielsweise New York) und die Nachtstunden daher für Wartungs- und Bauarbeiten genutzt werden müssen. Wahrscheinlich würde das System innerhalb weniger Tage zusammen brechen, wenn das nicht so wäre.
Eine Menge Infos zur Tube erhält man im Internet unter www.thetube.com
Tickets
Es gibt die verschiedensten Arten von Tickets. Die hier alle aufzuzählen würde den Rahmen deutlich sprengen. Wichtig zu wissen, ist, das der Preis sich nach der Gültigkeit innerhalb des Streckennetzes richtet. Dabei decken die sogenannten Zonen 1 und 2 den größten Teil der Innenstadt ab und man kann mit entsprechenden Tickets die meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten erreichen. Möchte man allerdings beispielsweise auch den Docklands einen Besuch abstatten, braucht man ein Ticket, welches bis Zone 4 gültig ist. Die Zonen 5 und 6 sind eigentlich schon Londoner Outland und wurden von mir überhaupt nicht gebraucht. Die kann man sich wirklich sparen....
Es gibt Einzeltickets, Tagestickets, Mehrtagestickets usw. Für nicht britische Besucher empfiehlt sich die Visitor-Travel-Card. Diese spezielle Karte kann in Großbritannien nicht erworben werden, sondern muss über das örtliche Reisebüro bestellt werden. Dafür ist es relativ günstig – so habe ich für ein 4 Tages-Ticket der Zonen 1 bis 6 (ja, ich wusste vorher nicht, dass es bis Zone 4 völlig gereicht hätte) 40 Euro bezahlt, was ich durchaus okay finde. Dieses Ticket holt man bei seiner Ankunft in London dann an einer Servicestelle ab. Einziger Nachteil ist es, dass die Karte erst ab 09:30 Uhr am Morgen gültig ist – aber schließlich war ich im Urlaub und wollte nicht schon mitten in der Nacht U-Bahn fahren. Dafür gilt die Karte aber auch auf allen Buslinien, so dass man auch ruhig mal einen der schönen roten Doppeldecker nutzen kann.
Wie finde ich mich zurecht
Das System der Tube ist ziemlich einfach und kinderleicht zu verstehen. Alle Linien haben eine eigene Farbe und an jedem Bahnsteig wird angezeigt, wo man den Bahnsteig der anderen Linie finden kann. Man wird anhand der farblichen Markierungen durch die entsprechende Station geführt und findet so sehr schnell seinen Weg. Den Ausgang findet man auch ganz einfach – immer nur dem „Way out“-Schildern folgen.
Innerhalb der Züge wird für jede Station angesagt, zu welchen Linien man hier Anschluß hat. Die Durchsagen (im allgemeinen vom Tonband) sind deutlich und klar verständlich, so dass es damit eigentlich keine Probleme geben sollte. Eine äusserst gute Orientierungshilfe – für Besucher von London geradezu unentbehrlich – ist die sogenannte Tubemap. Dabei handelt es sich um eine kleine Karte, auf der alle Linien und Stationen mit den entsprechenden Linienfarben eingezeichnet sind. Die Karte passt wunderbar in die Hosentasche und man kann damit hervorragend seine Fahrtroute planen.
Impressionen
Die Tube hat ihren ganz besonderen Flair. Hier kommen sich die sonst so distanzierten Briten näher – einfach weil es nicht anders geht :-) In den Hauptverkehrszeiten ist es ziemlich voll und manchmal hat man Angst, das der Zug die vielen Menschen nicht fassen kann – aber irgendwie passt es dann doch und die Züge fahren ja dann auch im Zwei-Minuten-Takt.
Es macht einfach Spass in der Bahn zu sitzen und die Leute zu beobachten oder einfach den Gesprächen zu lauschen – und das geht hier hervorragend. Andererseits ist es trotz der vielen Menschen erstaunlich leise auf den Bahnsteigen und in den Zügen, britische Reserviertheit halt. Auch wenn ein Zug mal stehen bleiben muss – was ab und an mal vorkommt – bleiben die Menschen ruhig und ergeben sich still in ihr Schicksal. Besonders erstaunlich ist das, weil in vielen Fällen im Zug dann das Licht ausgeht. Aber nach wenigen Minuten geht es dann schon weiter.
Nach der Hauptverkehrszeit findet man in den Zügen häufig Zeitungen, die liegen gelassen worden sind – fein säuberlich zusammen gefaltet, so dass der nächste Reisende sie noch benutzen kann. Ansonsten ist es sowohl in den Zügen, als auch in den Stationen ziemlich sauber. Größere Dreckanhäufungen findet man eigentlich nicht – und dass, obwohl es im gesamten U-Bahn-System aufgrund von Bombenangst keine Mülleimer gibt.
In manchen Stationen finden sich in den Gängen auch Musiker, deren Musik man dann durch das Ganze Netzwerk an Gängen und Rolltreppen hindurch hören kann. Je nach Qualität der Musik ist das sehr schön oder auch ziemlich nervig.
Die verschiedenen Linien sind im Laufe der Geschichte der Tube untereinander gebaut worden. Somit findet man die neueren Linien in erheblich größere Tiefe als die alten Linien. Steigt man öfter um, kann dies dazu führen, das man ständig rauf oder runter fahren muss. Im allgemeinen geschieht dies auf Rolltreppen – in machen Stationen (Beispiel Queensway) auch über Fahrstühle. Auch dieses System ist sehr gut durchdacht und funktioniert hervorragend. Auf den Rolltreppen muss man sich allerdings an die „Hausordnung“ halten, wenn man nicht den Ärger auf sich ziehen möchte. Die linke Seite der Treppe ist für die besonders Eiligen reserviert, die hier die Rolltreppe herauf- bzw. herunterlaufen. Möchte man stehen bleiben und sich einfach nur fahren lassen, tut man dies auf der rechten Seite – „stand on the right“ ist ein Hinweisschild, welches man unbedingt beachten sollte. Manche Rolltreppen sind übrigens so lang, dass man an ihrem Fuss das Ende nicht sehen kann – irgendwie schon beeindruckend.
Fazit
Die U-Bahn ist das effektivste öffentlich Verkehrsmittel in London. Schneller und bequemer kommt man in dieser Stadt nicht von A nach B. Hinzu kommt noch, dass das System der Gänge, Bahnsteige, Treppen und Züge ein ganz eigenes Flair verbreitet, welches alleine schon eine Besonderheit und damit erlebenswert ist. Für Leute mit Platzangst ist das System sicherlich eine Qual, denn es ist unter Umständen sehr voll, aber ansonsten kann man dieses Transportmittel einfach nur empfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Cu easywk
Allgemeines
Mehr oder weniger ganz London ist mit einem U-Bahn-System unterkellert, welches offiziell den Namen Underground trägt, im Volksmund aber im allgemeinen Tube genannt wird. Insgesamt verkehren im Verbund zwölf verschiedene Linien, die alle eine charakteristische farbliche Kennzeichnung haben. Damit wird annährend ganz London abgedeckt und es gibt nur wenige Punkte, an denen die nächste U-Bahn-Station mehr als 10 Minuten entfernt ist.
Die Züge verkehren tagsüber im 2 bis 5 Minuten-Takt, je nach Linie und sind zu den Hauptverkehrszeiten am Morgen und am Nachmittag teilweise ziemlich voll. In der Nacht verkehren die Züge nicht, was daran liegt, dass das Londoner U-Bahn-System pro Linie nicht aus mehreren Röhren besteht (wie beispielsweise New York) und die Nachtstunden daher für Wartungs- und Bauarbeiten genutzt werden müssen. Wahrscheinlich würde das System innerhalb weniger Tage zusammen brechen, wenn das nicht so wäre.
Eine Menge Infos zur Tube erhält man im Internet unter www.thetube.com
Tickets
Es gibt die verschiedensten Arten von Tickets. Die hier alle aufzuzählen würde den Rahmen deutlich sprengen. Wichtig zu wissen, ist, das der Preis sich nach der Gültigkeit innerhalb des Streckennetzes richtet. Dabei decken die sogenannten Zonen 1 und 2 den größten Teil der Innenstadt ab und man kann mit entsprechenden Tickets die meisten wichtigen Sehenswürdigkeiten erreichen. Möchte man allerdings beispielsweise auch den Docklands einen Besuch abstatten, braucht man ein Ticket, welches bis Zone 4 gültig ist. Die Zonen 5 und 6 sind eigentlich schon Londoner Outland und wurden von mir überhaupt nicht gebraucht. Die kann man sich wirklich sparen....
Es gibt Einzeltickets, Tagestickets, Mehrtagestickets usw. Für nicht britische Besucher empfiehlt sich die Visitor-Travel-Card. Diese spezielle Karte kann in Großbritannien nicht erworben werden, sondern muss über das örtliche Reisebüro bestellt werden. Dafür ist es relativ günstig – so habe ich für ein 4 Tages-Ticket der Zonen 1 bis 6 (ja, ich wusste vorher nicht, dass es bis Zone 4 völlig gereicht hätte) 40 Euro bezahlt, was ich durchaus okay finde. Dieses Ticket holt man bei seiner Ankunft in London dann an einer Servicestelle ab. Einziger Nachteil ist es, dass die Karte erst ab 09:30 Uhr am Morgen gültig ist – aber schließlich war ich im Urlaub und wollte nicht schon mitten in der Nacht U-Bahn fahren. Dafür gilt die Karte aber auch auf allen Buslinien, so dass man auch ruhig mal einen der schönen roten Doppeldecker nutzen kann.
Wie finde ich mich zurecht
Das System der Tube ist ziemlich einfach und kinderleicht zu verstehen. Alle Linien haben eine eigene Farbe und an jedem Bahnsteig wird angezeigt, wo man den Bahnsteig der anderen Linie finden kann. Man wird anhand der farblichen Markierungen durch die entsprechende Station geführt und findet so sehr schnell seinen Weg. Den Ausgang findet man auch ganz einfach – immer nur dem „Way out“-Schildern folgen.
Innerhalb der Züge wird für jede Station angesagt, zu welchen Linien man hier Anschluß hat. Die Durchsagen (im allgemeinen vom Tonband) sind deutlich und klar verständlich, so dass es damit eigentlich keine Probleme geben sollte. Eine äusserst gute Orientierungshilfe – für Besucher von London geradezu unentbehrlich – ist die sogenannte Tubemap. Dabei handelt es sich um eine kleine Karte, auf der alle Linien und Stationen mit den entsprechenden Linienfarben eingezeichnet sind. Die Karte passt wunderbar in die Hosentasche und man kann damit hervorragend seine Fahrtroute planen.
Impressionen
Die Tube hat ihren ganz besonderen Flair. Hier kommen sich die sonst so distanzierten Briten näher – einfach weil es nicht anders geht :-) In den Hauptverkehrszeiten ist es ziemlich voll und manchmal hat man Angst, das der Zug die vielen Menschen nicht fassen kann – aber irgendwie passt es dann doch und die Züge fahren ja dann auch im Zwei-Minuten-Takt.
Es macht einfach Spass in der Bahn zu sitzen und die Leute zu beobachten oder einfach den Gesprächen zu lauschen – und das geht hier hervorragend. Andererseits ist es trotz der vielen Menschen erstaunlich leise auf den Bahnsteigen und in den Zügen, britische Reserviertheit halt. Auch wenn ein Zug mal stehen bleiben muss – was ab und an mal vorkommt – bleiben die Menschen ruhig und ergeben sich still in ihr Schicksal. Besonders erstaunlich ist das, weil in vielen Fällen im Zug dann das Licht ausgeht. Aber nach wenigen Minuten geht es dann schon weiter.
Nach der Hauptverkehrszeit findet man in den Zügen häufig Zeitungen, die liegen gelassen worden sind – fein säuberlich zusammen gefaltet, so dass der nächste Reisende sie noch benutzen kann. Ansonsten ist es sowohl in den Zügen, als auch in den Stationen ziemlich sauber. Größere Dreckanhäufungen findet man eigentlich nicht – und dass, obwohl es im gesamten U-Bahn-System aufgrund von Bombenangst keine Mülleimer gibt.
In manchen Stationen finden sich in den Gängen auch Musiker, deren Musik man dann durch das Ganze Netzwerk an Gängen und Rolltreppen hindurch hören kann. Je nach Qualität der Musik ist das sehr schön oder auch ziemlich nervig.
Die verschiedenen Linien sind im Laufe der Geschichte der Tube untereinander gebaut worden. Somit findet man die neueren Linien in erheblich größere Tiefe als die alten Linien. Steigt man öfter um, kann dies dazu führen, das man ständig rauf oder runter fahren muss. Im allgemeinen geschieht dies auf Rolltreppen – in machen Stationen (Beispiel Queensway) auch über Fahrstühle. Auch dieses System ist sehr gut durchdacht und funktioniert hervorragend. Auf den Rolltreppen muss man sich allerdings an die „Hausordnung“ halten, wenn man nicht den Ärger auf sich ziehen möchte. Die linke Seite der Treppe ist für die besonders Eiligen reserviert, die hier die Rolltreppe herauf- bzw. herunterlaufen. Möchte man stehen bleiben und sich einfach nur fahren lassen, tut man dies auf der rechten Seite – „stand on the right“ ist ein Hinweisschild, welches man unbedingt beachten sollte. Manche Rolltreppen sind übrigens so lang, dass man an ihrem Fuss das Ende nicht sehen kann – irgendwie schon beeindruckend.
Fazit
Die U-Bahn ist das effektivste öffentlich Verkehrsmittel in London. Schneller und bequemer kommt man in dieser Stadt nicht von A nach B. Hinzu kommt noch, dass das System der Gänge, Bahnsteige, Treppen und Züge ein ganz eigenes Flair verbreitet, welches alleine schon eine Besonderheit und damit erlebenswert ist. Für Leute mit Platzangst ist das System sicherlich eine Qual, denn es ist unter Umständen sehr voll, aber ansonsten kann man dieses Transportmittel einfach nur empfehlen.
Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Cu easywk
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