London Testbericht

London
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Erfahrungsbericht von Sven79

London in vier Tagen? Unmöglich!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Am 10. September betraten meine Freundin und ich gut gelaunt das Reisebüro, um endlich den von mir bei „Hast Du Töne“ gewonnenen Gutschein für eine Flugreise nach London einzulösen. Los gehen sollte es am Freitag den 5. Oktober und der Rückflug war für Montag, 8. Oktober geplant, und genau so passierte es dann auch, aber es wurde alles ein bisschen aufregender als geplant, denn schließlich sollten die Anschläge vom 11. September die Welt um einiges verändern.

Am 11. September der Schock und die Frage: Sollen wir wirklich fliegen. Nach reiflicher Überlegung entschieden wir uns für London, schließlich würden die Sicherheitsvorkehrungen höher sein als je zuvor und zweitens glaubten wir nicht daran, dass die Terroristen so schnell wieder zuschlagen würden.

Der 5. Oktober kam näher und ein Krieg zeichnete sich ab, in der Hoffnung, dass Blair und Bush mit ihren Attacken noch ein bisserl warten würden bestiegen, wir die British Airways Maschine nach London Heathrow. Der Flug verlief harmonisch und bequem, die Beinfreiheit war sehr gut und auch das gereichte Sandwich war lecker.

Von Heathrow mussten wir nun zu unserem Quartier gelangen und hier zeigte sich bereits das große Mankos: London ist nicht teuer! London ist unverschämt teuer. Die Fahrt mit der Bahn hätte 45DM gekostet, per Bus immerhin noch 25DM, also entschieden wir uns für die „günstigste“ Alternative die U-Bahn. Es empfiehlt sich eine Eintageskarte zu kaufen, mit der man dann für 15DM so oft wie einem beliebt fahren darf. Für eine Woche und das Wochenende gibt es gesonderte Angebote. Am Besten sie besorgen sich gleich am Flughafen eine Tarifliste und einen U-Bahn-Plan. Uns hat er unbezahlbare Dienste erwiesen, da die U-Bahn einen zu fast jeder Sehenswürdigkeit bringt.

Unser Hotel war das „Wedgewood“ in Bayswater, ein typisches Bed und Breakfast Hotel mit winzigen Zimmern und leider etwas erbärmlichen kontinentalen Frühstück. Aber Luxus sollte dieses Wochenende nicht wichtig sein, schließlich wollte man London besichtigen. Big Ben sollte unser erstes Ziel sein, gefolgt vom Tower und St. Pauls, die wir allerdings nur von außen bestaunt haben, weil uns die Eintrittspreise zu teuer waren. Erst die Westminster Abbey schien den Eintritt von 9DM zu lohnen.

Am Samstag besuchten den Flohmarkt auf der Portobello Road, leider wurde uns der Besuch durch einsetzenden Regen etwas vermiest. Wir entschieden uns wegen des Regens dem berühmtesten aller Kaufhäuser „Harrods“ einen Besuch abzustatten, gigantischer geht’s kaum noch. Nach dem Mittagessen, das man sich eigentlich nur bei McDonalds und Co. leisten kann, (20DM für Fisch und Chips plus Cola, wie wir es in einem typisch britischen Imbiss bezahlt haben, finde ich unakzeptabel), machten wir uns auf zum Shakespeare Globe Theatre, dessen Besuch absolut empfehlenswert ist, allerdings sollte man es während der Spielzeiten von Mai bis September besuchen, denn die Führung durch das Theater macht soviel Lust, dass man am Liebsten sofort anschließend eine Aufführung besuchen möchte.

Abends wollten wir dann ein bisschen das Nachtleben erkunden und landeten in der Disco „The Office“, die wir schon im Veranstaltungsmagazin „Time Out“ ausgemacht hatten, weil sie als scheinbar eine der wenigen Tanzlokale keine elektronische Tanzmusik, sondern Pop im Angebot hatte. Herausstellte es sich als eine Location in der man gut Spaß haben kann, allerdings ohne Alkohol, so wenig Wodka hatte ich wohl noch nie in einem Wodka Red Bull. Hier erlebten wir aber auch das Erste Mal vom britischen Patriotismus, bei irgendeinem Lied schrieen plötzlich alle England, aber aus vollem Hals, na gut dachte ich mir sie haben heute immerhin sehr glücklich die WM Qualifikation geschafft. Was ich übrigens sehr witzig fand, weil in allen Zeitungen stand: „Sven did it“ oder „Svenmania“, sogar ein eigenes Lied haben sie mir komponiert, zu meiner Enttäuschung musste ich feststellen, dass sie nur meinen Namensvetter, ihren Nationaltrainer, meinten!

Am nächsten Morgen verschliefen wir das Frühstück, schließlich kamen wir nach einer Busodyssee, die U-Bahn fährt nur bis 1h, erst um 4h ins Bett. Aber um um 11h am Speakers Corner im Hydepark zu sein hat’s noch gereicht, war schon witzig wie sich da mancher einen heißen Kopf redete, nur leider war mein Englisch für solche Hitzeblitze ein wenig zu schlecht. Den Buckingham Palast haben wir an dem Tag auch noch gesehen, aber sehenswerter war „Shakespears sämtliche Werke (leicht gekürzt)“ im Criterion Theater am Picadilly Circus. Umwerfend komisch! Natürlich kann man in London auch Musicals sehen, leider nur von Di.-Sa., und das hatten wir verpasst!

Getrübt wurde unsere gute Laune nur durch die Bombenangriffe auf Afghanistan schließlich sollten wir morgen aus einem Land fliegen, das sich im Krieg befand.

Bevor es aber so weit war, besuchten wir am Montag noch Madamme Tussauds, ist zwar schon interessant, aber 33DM Eintritt. Nachdem wir uns die restliche Hälfte wegen strömendem Regen in Kaufhäusern und der riesigen Spielhölle „Trocadero“ aufgehalten hatten, waren wir dann doch froh, als wir zum Flughafen aufbrechen konnten. Der Flug zurück nach Frankfurt verlief dann ohne Zwischenfälle. Gott sei Dank!

Fazit: London ist auf jeden Fall eine Reise wert, allerdings braucht man wohl zwei Wochen um alles sehen zu können, deshalb ist ein zweites Mal London auch schon fest in Planung. Trotz der vier Sterne, denn den einen Abzug bekommt London nur, weil es unverschämt teuer ist.

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