Los Angeles Testbericht

Los-angeles
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Erfahrungsbericht von Michaela36

Der Mythos Hollywood

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Los Angeles
Die alternde Diva Hollywood leistet sich ein kostspieliges Face-Lifting.
Sämt­liche Asphalt-Runzeln auf dem kurvigen Sunset Boulevard werden gründlich geglättet.
Ein vorsichtiges Peeling schält die handbemalten Treppenkacheln des Hollywood Roosevelt Ho­tels aus verfilztem Teppich ,dort wo Kinderstar Shirley Tem­ple einst das Steppen lernte.
Gähnende Baulücken werden mit extravaganten Einkaufszen­tren plombiert.
Und märchen­hafte Kinopaläste wie das El Capitan überstrahlen mit einem betörenden Make up aus tau­sendundeiner bunten Glühbirne dunkle Schattenexistenzen von Bettlern und Straßenmädchen.

Hollywood hat zwei Gesich­ter.
Das werden selbst verblen­dete Kinofreaks und hoffnungs­frohe Möchtegern-Stars schnell feststellen, die ins Zentrum der modernen Filmindustrie nach Südkalifornien pilgern.
Bis auf Paramount Pictures sind alle großen Studios längst in an­grenzende Stadtviertel umgezo­gen.
Wer heute auf der Suche nach den Spuren der glorrei­chen Ara unsterblicher Lein­wandhelden durch den berühmt-berüchtigten Ortsteil von Los Angeles schlendert, kann die abscheuliche Grimasse von Wirtschaftskrise, Erdbeben und Rassenunruhen nicht über­sehen.
Armselige Hinterhäuser, verfallene Stundenhotels, zwie­lichtige Spelunken.
Doch ein dramatisches Stück Stadtgeschichte findet jetzt ein grandioses Happy End.

Mehr als 2200 Sterne aus pinkfarbenem Korallen-Terraz­zo bilden die Konstellation des Waik of Fame auf dem Gehsteig des Hollywood Boulevards.
Auf jedem einzelnen prangt in Mes­sing-Buchstaben der Namen von ausgewählten Schauspie­lern, Musikern und anderen Größen der Unterhaltungsbran­ehe.
Gegen ein Trinkgeld vorü­ber eilender Passanten reibt ein Obdachloser den Gedenkstern von James Woods blank.
Den von Marilyn Monroe nur wenige Schritte weiter, ziert der ver­schwenderisch duftende Rosen­strauß eines unbekannten Ver­ehrers.
Viele Straßenecken wurden hier schon auf Zelluloid ge­bannt.
Andere wurden durch Skandale berühmt, wie der Autosex-Affäre von Hugh Grant mit der Prostituierten Divine Brown.
Aber wenn nicht gerade eine Filmpremiere im fantastischen Chinese Theater steigt, dessen Vorplatz die Hand- und Fußabdrücke von 200 namhaften Schauspielern.

Als inoffizielle Star-Sight­seeing-Tour gilt die Strecke von der neuen Stadtbahn-Haltestel­le Hollywood/Vine zum Tower Records Rundturm über Fre­derick‘s Lingerie zu James De­ans Lieblingsrestaurant Musso & Frank Grill.
Klettert die Film-Noblesse heutzutage von ihrem Olymp - den Hollywood Hills - herab, dann eher für eine flotte Einkaufstour ins schicke Nachbarstädtchen Beverly Flills.

Mancher Designerladen auf dem kopfsteingepflasterten 2Rodeo Drive erteilt hier nur fünf Kunden täglich eine Shop­ping-Audienz.
Eingeschüchtert von unerreichbaren Reichtü­mern halten normal Sterbliche hier zusammen.


Mit der Fertigstellung des ehrgeizigen Hollywood High­land Complex bekommt das hässliche Entchen Hollywood jetzt endlich seinen eigenen Konsumtempel samt Filmtbea­ter und Luxushotel.
Von der breiten Aussichtsterrasse des Einkaufsparadieses ist der Hol­lywood Schriftzug zu bewun­dern.
Dieser war ursprünglich als Werbeschild für ein Neu­baugebiet namens Hollywood-land gedacht.
Inzwischen ist er Wahrzeichen für den Kinomy­thos.


Michaela