Lüneburger Heide Testbericht

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Erfahrungsbericht von *sannah*

Ik bün'n Heidjer!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

„Hermann Löns, die Heide Heide brennt, Heide Heide brennt, Heide Heide brennt...“ – „Löschen!!!“- „PROOOST“

Falls Ihr Euch fragt, wo ihr hier denn gelandet seid – wir befinden uns mitten in der stimmungsvollen *hicks* Feier eines (mehr oder weniger) gelungenen Schulkonzertes von Chor, Orchester und Big Band, traditionell im Delphi, einem griechischen Restaurant in Soltau. Der stimmvolle Gesang kommt von einem zentralen Tisch, vollbesetzt mit Herren aus den oberen Klassenstufen, die scheinbar vergessen haben, dass wir das Restaurant zwar voll besetzt haben, aber dennoch auch noch die vorherigen Gäste da sind. Nun ja, die Namen dieser Herren tun nichts zur Sache, dafür aber der Name „Hermann Löns“.

Wer ist das überhaupt???
Hermann Löns dürfte nur einigen wenigen (oder doch mehreren) Nicht- Heidjern ein Begriff sein. Er ist DER Heimatdichter hier und hat mehr oder weniger sinnvolle Gedichte, Liedtexte und sonstige Memoiren verfasst. Ein Beispiel sei hier einmal das wohl bekannteste Relikt...
1. „Auf der Lüneburger Heide / In dem wunderschönen Land / Ging ich auf und ging ich nieder / Allerlei am Weg ich fand“ (diverse Valeries und Juchheirassas bilden den Refrain und ein wiederholtes „Bester Schatz / Denn Du weißt es ja“ – [Was weiß ich???])
2. „Brüder lasst die Gläser klingen / Denn der Muskateller Wein / Wird vom langen Stehen sauer / Ausgetrunken muss er sein“
3. „Und die Bracken und die Bellen / Und die Büchse und die knallt / Rote Hirsche woll'n wir jagen / In dem grünen, grünen Wald“
4. „Ei du Hübsche, ei du Feine / Ei du Bild wie Milch und Blut / Unsere Herzen woll'n wir tauschen / Denn du glaubst nicht wie das tut“

Nun ja, das war die Lüneburger Heide vor etwa 100 Jahren (Löns lebte von 1866 bis 1914) in Löns’ Augen, bezeichnenderweise war Löns selbst kein Heidjer, sondern gebürtiger Westpreuße, er hat die Heide aber so sehr geliebt *schmalz*, dass man seine Knochen zwischen Fallingbostel und Walsrode verbuddelt hat (gefallen ist er im ersten Weltkrieg bei Reims). Deshalb nennt sich Walsrode auch heute noch gerne die „Hermann-Löns-Stadt“. Aufgrund von Löns nationalistisch-völkischer Denkweise wollen andere Kräfte diesen Zweitnamen aber auch wieder ablegen, zumindest symbolisch den "Untertitel" am Bahnhof. Außerdem kann man das Lönsgrab besichtigen, es ist allerdings sehr unspektakulär, nur ein schlichter Gedenkstein (aufgestellt 1939... das spricht auch wieder für sich...) für DEN Dichter der Lüneburger Heide.


Was ich damit sagen will:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Nun zum eigentlichen Thema.

Die Lüneburger Heide ist meine Heimat, hier bin ich geboren und aufgewachsen, bis man mich für erwachsen und reif genug befand, mich auf den Rest der Welt loszulassen. (Das habt Ihr nun davon... *g*).

Manche Leute bezeichnen mit „Lüneburger Heide“ das gesamte Gebiet zwischen Elbe und Aller (im Karo Hamburg-Bremen-Hannover-Uelzen), Geestlandschaft, also ziemlich sandig. Andererseits umfasst die „Touri-Heide“, also die restlichen Heidelandschaften, die ja ach so schön blühen ;-), nur die Naturschutzgebiete und damit einen sehr kleinen Teil der Gesamtfläche.
Zum einen sind dies die 200 Quadratkilometer rund um den Wilseder Berg, mit sagenhaften 169 m die höchste Erhebung weit und breit. In diesem Bereich herrscht absolutes Autoverbot, selbst auf den umliegenden Landstraßen ist „Tempo 80 - zur Schonung der Umwelt“ vorgeschrieben (woran sich aber nur sehr wenige halten), Wanderwege laden zum Spaziergang ein, mitunter lassen sich hier auch ganze Schafherden mitsamt Schäfer hier nieder. Das typische Heideschaf ist übrigens kein laufendes Wollknäuel, sondern heißt Heidschnucke, hat schwarze Beine und einen schwarzen Kopf und lässt sich nicht zu Wolle, sondern nur zu Braten etc. verarbeiten. Viele Gaststätten bieten im Herbst „Heidschnuckenbraten“ oder „Heidschnuckenknipp“ als Spezialität der Region an. „Knipp“ ist – ja, was ist Knipp... verwurstet, in Dosen und schmeckt kalt wie warm... eine Fleischspezialität. (Kennt das vielleicht sonst noch jemand?) Wie auch immer, ich esse Heidschnucke in keiner Form, das mag wohl daran liegen, dass auf unserem (Rest-)Hof auch welche rumlaufen und ich nichts essen kann, was ich selbst einmal gefüttert haben könnte...

Aber zurück zur Lüneburger Heide, das zweite (und jüngere) Naturgebiet befindet sich in der Südheide, ist 500 Quadratkilometer groß, touristisch allerdings nicht so erschlossen, was vor allem an der Nähe zu den Sperrflächen des Bundes (hier übt man schießen und panzerfahren) liegen mag.

Die Bedeutung des Tourismus hat in den letzten 20 Jahren enorm zugenommen.


Zur Geschichte der Lüneburger Heide:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Ganz früher einmal war hier alles voller Wald, kaum zu glauben, wenn man sich die Landschaft heute anschaut: Grasflächen, niedrige Sträucher, Wacholder, hier und da Aufforstung mit Kiefern und vor allem das Heidekraut, „und das heißt Eeeerika!“ (ein weiterer Kassenschlager von vor ca. 50 Jahren). Außerdem wird die riesige Fläche häufig landwirtschaftlich genutzt, angebaut wird alles, was sich mit sandigem Boden zufrieden gibt: Roggen, Hafer, Raps und vor allem Kartoffeln. Ebenso hat die Rinderhaltung zugenommen (Gras wächst überall!), dafür ging die Imkerei (der gute Heidehonig!) und die Heidschnuckenzucht stark zurück. Besonders letztere wird hauptsächlich nur noch für Touristenzwecke betrieben.
Aber Ihr habt richtig gelesen, früher war mal alles voller Wald. Bis dann die Saline in Lüneburg mehr und mehr Holz benötigte und die Wälder weichen mussten, als Ersatz dafür und um zu verhindern, dass der sandige Boden abgetragen wird, pflanzte man niedrige Sträucher (die Heide) und schickte Heidschnucken darüber, um alles schön platt trampeln zu lassen. Doch auch davon ist nicht mehr viel übrig (da übertreibt der Herr Löns ein wenig), geblieben sind die Naturschutzgebiete als Touristenmagnet.


Die Ortschaften und deren Sehenswürdigkeiten:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
„Soltau – im Herzen der Lüneburger Heide“ ist der Werbeslogan für meine Heimatstadt und so ganz unrecht haben die Erfinder damit nicht, sowohl von der gesamtgeographischen Lage als auch von den Naturschutzgebieten ausgehend. Fast auf jedem Dorf, das zu der 21 000 Einwohner umfassenden Stadt gehört, vermietet eine Familie Ferienwohnungen, häufig gekoppelt mit „Ferien auf dem Bauernhof“, also eher Familien mit kleineren Kindern ansprechend. Außerdem laden Heimatmuseum, Spielzeugmuseum, die „Soltau-Therme“, ein großes Hallenbad mit Solebecken (ein Freibad gehört aber auch dazu), und natürlich der Heide-Park zum Besuch ein.

Wietzendorf – diese Gemeinde, knapp 20 km südlich von Soltau, hat durch viele fleißige Häuslebauer in letzter Zeit einen enormen Zuwachs an Einwohnern gut verkraftet, mittlerweile sind es gut 5 000. Vorher zeichnete es sich durch den höchsten Kornverbrauch (den zum Trinken...) pro Person in ganz Deutschland aus. Für Touristen wie Einheimische empfehlenswert ist der Besuch des „Honigfestes“ in jedem Jahr am letzten Septemberwochenende. Hier warten Hausmacherprodukte, handwerklich wie haushälterisch, auf Abnehmer – zu späterer Stunde bekommt man dann eine Ahnung vom hohen Kornverbrauch... ;o)

Neuenkirchen – 15 km westlich von Soltau Richtung Rotenburg/ Wümme gelegen – für Touristen kann man im Frühsommer (Anfang Sommer) beim „Schafstall“ sehen, wie die Heidschnucken geschoren werden. Ansonsten mit gut 5 500 Einwohnern eher unspektakulär.

Bispingen – in etwa so groß wie Neuenkirchen, 18 km nordöstlich von Soltau und gemeinsam mit Schneverdingen Ausgangspunkt für Touristen, um das nördlichere der beiden Naturschutzgebiete zu erkunden. In der Nähe befindet sich der „Center Parcs“, eine weitere potentielle Übernachtungsmöglichkeit, auch organisierter Urlaub unter Glas genannt. Bis in das Naturschutzgebiet sind es von hier noch ungefähr fünf Kilometer, Orte wie Unter- oder Oberhaverbeck erhalten ihre Daseinsberechtigung allein durch die Massen an Touristen im Spätsommer (~August), wenn die Heide blüht. Ebenso Wilsede oder Döhle. (Die Orte sind so groß, wie sie klingen... *g*).

Schneverdingen – das „Heideblütenfest“ am letzten Augustwochenende ist der Touristenmagnet und ist Ursache dafür, dass Schneverdingen unter den Städten im Landkreis Soltau-Fallingbostel am wahrscheinlichsten mit der Heide an sich in Verbindung gebracht wird. Bei diesem Fest wird eine (meist dunkelhaarige) der beiden Heideköniginnen (die weniger wichtige...) gekrönt, die dann ein Jahr lang repräsentative Aufgaben übernimmt. Daneben gibt es noch das „Pietzmoor“, das zum Wandern einlädt. Oder zu einer Erkundung per Rad, die Radwege sind in der Regel gut ausgebaut, man kommt auch gut mit dem Fahrrad ins Naturschutzgebiet (pst, Geheimtipp! *g*).

Als Orte in der Südheide fallen mir spontan noch Hermannsburg und Müden an der Örtze ein, besonders letzteres ist das, was man unter einem typischen Heidedorf versteht, mit Fachwerkhäusern etc.

Neben dem Heide-Park im Nordkreis ist auch der Südkreis mit zwei weiteren Freizeitparks gut ausgestattet. Der Vogelpark bei Walsrode und der Serengeti-Park bei Hodenhagen bieten Abwechslung für einen Tag und sind beliebte Ausflugsziele.

Wie natürlich auch das Lönsgrab, wir wollen unseren großen Dichter ja nicht vergessen! ;-)

Aber an Übernachtungsmöglichkeiten mangelt es im gesamten Kreis nicht...


Weitere Ausflugsziele:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
In Amelinghausen, 35 km nordöstlich von Soltau Richtung Lüneburg, findet ebenfalls jährlich im August ein Heideblütenfest statt. Die meist blonde Heidekönigin von hier ist in der Regel diejenige, die bei hochoffiziellen Veranstaltungen die Repräsentation der Region übernimmt. So fing übrigens auch die „WannaBeAStar“- Karriere von Jenny Elvers an.

Oder man fährt gleich weiter Richtung Lüneburg (60 km ab Soltau). Die alte Salzstadt mit dem schiefen Turm der St. Johanniskirche („Klein-Pisa“) ist für einen Einkaufsbummel wie gemacht, außerdem kann man noch die Saline oder das historische Rathaus besichtigen oder durch die Altstadt schlendern.

Wer es mondäner mag, ist in einer Autostunde (bzw. anderthalb mit der Bahn) in Hamburg. Oder alternativ in Hannover – nicht ganz so mondän.

Ebenfalls am Rand der Lüneburger Heide liegt Celle. Ehemals Herzogssitz, hat sich die Innenstadt ihren provinzialen Charme erhalten – Fachwerkhäuser, enge Gassen, trotzdem gute Einkaufsmöglichkeiten. Bei gutem Wetter kann man vom Turm der Marktkirche (ich meine die im Zentrum...) kann man die Nordsee sehen. Glaubt Ihr nicht??? – Doch, eine Querstraße weiter kann man sie erblicken, direkt neben dem roten Fisch... *gg*

Wenn man sich Richtung Bremen orientiert, findet man nach knapp anderthalb Stunden Autofahrt einen echten Schatz: das Künstlerdorf Worpswede (nordöstlich von Bremen). Viele bedeutende Künstler (z.B. Modersohn-Becker) haben hier gewerkelt.
Außerdem kann man in den Wümmeniederungen herrlich paddeln gehen oder „staken“, wie es hier Tradition ist. Man fühlt sich wie ein Gondolieri – das Wasser ist nicht besonders tief, so dass man die (möglichst zielgerichtete) Fortbewegung dadurch erreicht, dass man sich mit dem Ende eines Stabes vom schlammigen Boden abstößt. Das ist ungefähr doppelt so anstrengend wie es klingt... und geht ganz schön in die Arme! Als Ausgangspunkt für eine solche Tour kann ich übrigens Fischerhude bei Ottersberg wärmstens empfehlen.


Fazit:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Wer sich als Tourist hier langweilt, ist selbst schuld, denn es gibt viel zu entdecken. Andererseits kann man sich aber auch zurückziehen und einfach nur relaxen – jedem das Seine. Für die Einheimischen ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, im Winter herrscht jedoch tote Hose. Macht aber nichts, denn die Heidjer sind ein geselliges Volk, das gerne feiert und so wird es doch nicht wirklich langweilig.

Was habe ich also Hermann Löns voraus???

Ik bün’n Heidjer – un dat is uk gaud so!!!

:o)

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-07 20:12:49 mit dem Titel Ik bün'n Heidjer!

„Hermann Löns, die Heide Heide brennt, Heide Heide brennt, Heide Heide brennt...“ – „Löschen!!!“- „PROOOST“

Falls Ihr Euch fragt, wo ihr hier denn gelandet seid – wir befinden uns mitten in der stimmungsvollen *hicks* Feier eines (mehr oder weniger) gelungenen Schulkonzertes von Chor, Orchester und Big Band, traditionell im Delphi, einem griechischen Restaurant in Soltau. Der stimmvolle Gesang kommt von einem zentralen Tisch, vollbesetzt mit Herren aus den oberen Klassenstufen, die scheinbar vergessen haben, dass wir das Restaurant zwar voll besetzt haben, aber dennoch auch noch die vorherigen Gäste da sind. Nun ja, die Namen dieser Herren tun nichts zur Sache, dafür aber der Name „Hermann Löns“.

Wer ist das überhaupt???
Hermann Löns dürfte nur einigen wenigen (oder doch mehreren) Nicht- Heidjern ein Begriff sein. Er ist DER Heimatdichter hier und hat mehr oder weniger sinnvolle Gedichte, Liedtexte und sonstige Memoiren verfasst. Ein Beispiel sei hier einmal das wohl bekannteste Relikt...
1. „Auf der Lüneburger Heide / In dem wunderschönen Land / Ging ich auf und ging ich nieder / Allerlei am Weg ich fand“ (diverse Valeries und Juchheirassas bilden den Refrain und ein wiederholtes „Bester Schatz / Denn Du weißt es ja“ – [Was weiß ich???])
2. „Brüder lasst die Gläser klingen / Denn der Muskateller Wein / Wird vom langen Stehen sauer / Ausgetrunken muss er sein“
3. „Und die Bracken und die Bellen / Und die Büchse und die knallt / Rote Hirsche woll'n wir jagen / In dem grünen, grünen Wald“
4. „Ei du Hübsche, ei du Feine / Ei du Bild wie Milch und Blut / Unsere Herzen woll'n wir tauschen / Denn du glaubst nicht wie das tut“

Nun ja, das war die Lüneburger Heide vor etwa 100 Jahren (Löns lebte von 1866 bis 1914) in Löns’ Augen, bezeichnenderweise war Löns selbst kein Heidjer, sondern gebürtiger Westpreuße, er hat die Heide aber so sehr geliebt *schmalz*, dass man seine Knochen zwischen Fallingbostel und Walsrode verbuddelt hat (gefallen ist er im ersten Weltkrieg bei Reims). Deshalb nennt sich Walsrode auch heute noch gerne die „Hermann-Löns-Stadt“. Aufgrund von Löns nationalistisch-völkischer Denkweise wollen andere Kräfte diesen Zweitnamen aber auch wieder ablegen, zumindest symbolisch den "Untertitel" am Bahnhof. Außerdem kann man das Lönsgrab besichtigen, es ist allerdings sehr unspektakulär, nur ein schlichter Gedenkstein (aufgestellt 1939... das spricht auch wieder für sich...) für DEN Dichter der Lüneburger Heide.


Was ich damit sagen will:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Nun zum eigentlichen Thema.

Die Lüneburger Heide ist meine Heimat, hier bin ich geboren und aufgewachsen, bis man mich für erwachsen und reif genug befand, mich auf den Rest der Welt loszulassen. (Das habt Ihr nun davon... *g*).

Manche Leute bezeichnen mit „Lüneburger Heide“ das gesamte Gebiet zwischen Elbe und Aller (im Karo Hamburg-Bremen-Hannover-Uelzen), Geestlandschaft, also ziemlich sandig. Andererseits umfasst die „Touri-Heide“, also die restlichen Heidelandschaften, die ja ach so schön blühen ;-), nur die Naturschutzgebiete und damit einen sehr kleinen Teil der Gesamtfläche.
Zum einen sind dies die 200 Quadratkilometer rund um den Wilseder Berg, mit sagenhaften 169 m die höchste Erhebung weit und breit. In diesem Bereich herrscht absolutes Autoverbot, selbst auf den umliegenden Landstraßen ist „Tempo 80 - zur Schonung der Umwelt“ vorgeschrieben (woran sich aber nur sehr wenige halten), Wanderwege laden zum Spaziergang ein, mitunter lassen sich hier auch ganze Schafherden mitsamt Schäfer hier nieder. Das typische Heideschaf ist übrigens kein laufendes Wollknäuel, sondern heißt Heidschnucke, hat schwarze Beine und einen schwarzen Kopf und lässt sich nicht zu Wolle, sondern nur zu Braten etc. verarbeiten. Viele Gaststätten bieten im Herbst „Heidschnuckenbraten“ oder „Heidschnuckenknipp“ als Spezialität der Region an. „Knipp“ ist – ja, was ist Knipp... verwurstet, in Dosen und schmeckt kalt wie warm... eine Fleischspezialität. (Kennt das vielleicht sonst noch jemand?) Wie auch immer, ich esse Heidschnucke in keiner Form, das mag wohl daran liegen, dass auf unserem (Rest-)Hof auch welche rumlaufen und ich nichts essen kann, was ich selbst einmal gefüttert haben könnte...

Aber zurück zur Lüneburger Heide, das zweite (und jüngere) Naturgebiet befindet sich in der Südheide, ist 500 Quadratkilometer groß, touristisch allerdings nicht so erschlossen, was vor allem an der Nähe zu den Sperrflächen des Bundes (hier übt man schießen und panzerfahren) liegen mag.

Die Bedeutung des Tourismus hat in den letzten 20 Jahren enorm zugenommen.


Zur Geschichte der Lüneburger Heide:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Ganz früher einmal war hier alles voller Wald, kaum zu glauben, wenn man sich die Landschaft heute anschaut: Grasflächen, niedrige Sträucher, Wacholder, hier und da Aufforstung mit Kiefern und vor allem das Heidekraut, „und das heißt Eeeerika!“ (ein weiterer Kassenschlager von vor ca. 50 Jahren). Außerdem wird die riesige Fläche häufig landwirtschaftlich genutzt, angebaut wird alles, was sich mit sandigem Boden zufrieden gibt: Roggen, Hafer, Raps und vor allem Kartoffeln. Ebenso hat die Rinderhaltung zugenommen (Gras wächst überall!), dafür ging die Imkerei (der gute Heidehonig!) und die Heidschnuckenzucht stark zurück. Besonders letztere wird hauptsächlich nur noch für Touristenzwecke betrieben.
Aber Ihr habt richtig gelesen, früher war mal alles voller Wald. Bis dann die Saline in Lüneburg mehr und mehr Holz benötigte und die Wälder weichen mussten, als Ersatz dafür und um zu verhindern, dass der sandige Boden abgetragen wird, pflanzte man niedrige Sträucher (die Heide) und schickte Heidschnucken darüber, um alles schön platt trampeln zu lassen. Doch auch davon ist nicht mehr viel übrig (da übertreibt der Herr Löns ein wenig), geblieben sind die Naturschutzgebiete als Touristenmagnet.


Die Ortschaften und deren Sehenswürdigkeiten:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
„Soltau – im Herzen der Lüneburger Heide“ ist der Werbeslogan für meine Heimatstadt und so ganz unrecht haben die Erfinder damit nicht, sowohl von der gesamtgeographischen Lage als auch von den Naturschutzgebieten ausgehend. Fast auf jedem Dorf, das zu der 21 000 Einwohner umfassenden Stadt gehört, vermietet eine Familie Ferienwohnungen, häufig gekoppelt mit „Ferien auf dem Bauernhof“, also eher Familien mit kleineren Kindern ansprechend. Außerdem laden Heimatmuseum, Spielzeugmuseum, die „Soltau-Therme“, ein großes Hallenbad mit Solebecken (ein Freibad gehört aber auch dazu), und natürlich der Heide-Park zum Besuch ein.

Wietzendorf – diese Gemeinde, knapp 20 km südlich von Soltau, hat durch viele fleißige Häuslebauer in letzter Zeit einen enormen Zuwachs an Einwohnern gut verkraftet, mittlerweile sind es gut 5 000. Vorher zeichnete es sich durch den höchsten Kornverbrauch (den zum Trinken...) pro Person in ganz Deutschland aus. Für Touristen wie Einheimische empfehlenswert ist der Besuch des „Honigfestes“ in jedem Jahr am letzten Septemberwochenende. Hier warten Hausmacherprodukte, handwerklich wie haushälterisch, auf Abnehmer – zu späterer Stunde bekommt man dann eine Ahnung vom hohen Kornverbrauch... ;o)

Neuenkirchen – 15 km westlich von Soltau Richtung Rotenburg/ Wümme gelegen – für Touristen kann man im Frühsommer (Anfang Sommer) beim „Schafstall“ sehen, wie die Heidschnucken geschoren werden. Ansonsten mit gut 5 500 Einwohnern eher unspektakulär.

Bispingen – in etwa so groß wie Neuenkirchen, 18 km nordöstlich von Soltau und gemeinsam mit Schneverdingen Ausgangspunkt für Touristen, um das nördlichere der beiden Naturschutzgebiete zu erkunden. In der Nähe befindet sich der „Center Parcs“, eine weitere potentielle Übernachtungsmöglichkeit, auch organisierter Urlaub unter Glas genannt. Bis in das Naturschutzgebiet sind es von hier noch ungefähr fünf Kilometer, Orte wie Unter- oder Oberhaverbeck erhalten ihre Daseinsberechtigung allein durch die Massen an Touristen im Spätsommer (~August), wenn die Heide blüht. Ebenso Wilsede oder Döhle. (Die Orte sind so groß, wie sie klingen... *g*).

Schneverdingen – das „Heideblütenfest“ am letzten Augustwochenende ist der Touristenmagnet und ist Ursache dafür, dass Schneverdingen unter den Städten im Landkreis Soltau-Fallingbostel am wahrscheinlichsten mit der Heide an sich in Verbindung gebracht wird. Bei diesem Fest wird eine (meist dunkelhaarige) der beiden Heideköniginnen (die weniger wichtige...) gekrönt, die dann ein Jahr lang repräsentative Aufgaben übernimmt. Daneben gibt es noch das „Pietzmoor“, das zum Wandern einlädt. Oder zu einer Erkundung per Rad, die Radwege sind in der Regel gut ausgebaut, man kommt auch gut mit dem Fahrrad ins Naturschutzgebiet (pst, Geheimtipp! *g*).

Als Orte in der Südheide fallen mir spontan noch Hermannsburg und Müden an der Örtze ein, besonders letzteres ist das, was man unter einem typischen Heidedorf versteht, mit Fachwerkhäusern etc.

Neben dem Heide-Park im Nordkreis ist auch der Südkreis mit zwei weiteren Freizeitparks gut ausgestattet. Der Vogelpark bei Walsrode und der Serengeti-Park bei Hodenhagen bieten Abwechslung für einen Tag und sind beliebte Ausflugsziele.

Wie natürlich auch das Lönsgrab, wir wollen unseren großen Dichter ja nicht vergessen! ;-)

Aber an Übernachtungsmöglichkeiten mangelt es im gesamten Kreis nicht...


Weitere Ausflugsziele:
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In Amelinghausen, 35 km nordöstlich von Soltau Richtung Lüneburg, findet ebenfalls jährlich im August ein Heideblütenfest statt. Die meist blonde Heidekönigin von hier ist in der Regel diejenige, die bei hochoffiziellen Veranstaltungen die Repräsentation der Region übernimmt. So fing übrigens auch die „WannaBeAStar“- Karriere von Jenny Elvers an.

Oder man fährt gleich weiter Richtung Lüneburg (60 km ab Soltau). Die alte Salzstadt mit dem schiefen Turm der St. Johanniskirche („Klein-Pisa“) ist für einen Einkaufsbummel wie gemacht, außerdem kann man noch die Saline oder das historische Rathaus besichtigen oder durch die Altstadt schlendern.

Wer es mondäner mag, ist in einer Autostunde (bzw. anderthalb mit der Bahn) in Hamburg. Oder alternativ in Hannover – nicht ganz so mondän.

Ebenfalls am Rand der Lüneburger Heide liegt Celle. Ehemals Herzogssitz, hat sich die Innenstadt ihren provinzialen Charme erhalten – Fachwerkhäuser, enge Gassen, trotzdem gute Einkaufsmöglichkeiten. Bei gutem Wetter kann man vom Turm der Marktkirche (ich meine die im Zentrum...) kann man die Nordsee sehen. Glaubt Ihr nicht??? – Doch, eine Querstraße weiter kann man sie erblicken, direkt neben dem roten Fisch... *gg*

Wenn man sich Richtung Bremen orientiert, findet man nach knapp anderthalb Stunden Autofahrt einen echten Schatz: das Künstlerdorf Worpswede (nordöstlich von Bremen). Viele bedeutende Künstler (z.B. Modersohn-Becker) haben hier gewerkelt.
Außerdem kann man in den Wümmeniederungen herrlich paddeln gehen oder „staken“, wie es hier Tradition ist. Man fühlt sich wie ein Gondolieri – das Wasser ist nicht besonders tief, so dass man die (möglichst zielgerichtete) Fortbewegung dadurch erreicht, dass man sich mit dem Ende eines Stabes vom schlammigen Boden abstößt. Das ist ungefähr doppelt so anstrengend wie es klingt... und geht ganz schön in die Arme! Als Ausgangspunkt für eine solche Tour kann ich übrigens Fischerhude bei Ottersberg wärmstens empfehlen.


Fazit:
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Wer sich als Tourist hier langweilt, ist selbst schuld, denn es gibt viel zu entdecken. Andererseits kann man sich aber auch zurückziehen und einfach nur relaxen – jedem das Seine. Für die Einheimischen ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, im Winter herrscht jedoch tote Hose. Macht aber nichts, denn die Heidjer sind ein geselliges Volk, das gerne feiert und so wird es doch nicht wirklich langweilig.

Was habe ich also Hermann Löns voraus???

Ik bün’n Heidjer – un dat is uk gaud so!!!

:o)

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-04-07 20:12:55 mit dem Titel Ik bün'n Heidjer!

„Hermann Löns, die Heide Heide brennt, Heide Heide brennt, Heide Heide brennt...“ – „Löschen!!!“- „PROOOST“

Falls Ihr Euch fragt, wo ihr hier denn gelandet seid – wir befinden uns mitten in der stimmungsvollen *hicks* Feier eines (mehr oder weniger) gelungenen Schulkonzertes von Chor, Orchester und Big Band, traditionell im Delphi, einem griechischen Restaurant in Soltau. Der stimmvolle Gesang kommt von einem zentralen Tisch, vollbesetzt mit Herren aus den oberen Klassenstufen, die scheinbar vergessen haben, dass wir das Restaurant zwar voll besetzt haben, aber dennoch auch noch die vorherigen Gäste da sind. Nun ja, die Namen dieser Herren tun nichts zur Sache, dafür aber der Name „Hermann Löns“.

Wer ist das überhaupt???
Hermann Löns dürfte nur einigen wenigen (oder doch mehreren) Nicht- Heidjern ein Begriff sein. Er ist DER Heimatdichter hier und hat mehr oder weniger sinnvolle Gedichte, Liedtexte und sonstige Memoiren verfasst. Ein Beispiel sei hier einmal das wohl bekannteste Relikt...
1. „Auf der Lüneburger Heide / In dem wunderschönen Land / Ging ich auf und ging ich nieder / Allerlei am Weg ich fand“ (diverse Valeries und Juchheirassas bilden den Refrain und ein wiederholtes „Bester Schatz / Denn Du weißt es ja“ – [Was weiß ich???])
2. „Brüder lasst die Gläser klingen / Denn der Muskateller Wein / Wird vom langen Stehen sauer / Ausgetrunken muss er sein“
3. „Und die Bracken und die Bellen / Und die Büchse und die knallt / Rote Hirsche woll'n wir jagen / In dem grünen, grünen Wald“
4. „Ei du Hübsche, ei du Feine / Ei du Bild wie Milch und Blut / Unsere Herzen woll'n wir tauschen / Denn du glaubst nicht wie das tut“

Nun ja, das war die Lüneburger Heide vor etwa 100 Jahren (Löns lebte von 1866 bis 1914) in Löns’ Augen, bezeichnenderweise war Löns selbst kein Heidjer, sondern gebürtiger Westpreuße, er hat die Heide aber so sehr geliebt *schmalz*, dass man seine Knochen zwischen Fallingbostel und Walsrode verbuddelt hat (gefallen ist er im ersten Weltkrieg bei Reims). Deshalb nennt sich Walsrode auch heute noch gerne die „Hermann-Löns-Stadt“. Aufgrund von Löns nationalistisch-völkischer Denkweise wollen andere Kräfte diesen Zweitnamen aber auch wieder ablegen, zumindest symbolisch den "Untertitel" am Bahnhof. Außerdem kann man das Lönsgrab besichtigen, es ist allerdings sehr unspektakulär, nur ein schlichter Gedenkstein (aufgestellt 1939... das spricht auch wieder für sich...) für DEN Dichter der Lüneburger Heide.


Was ich damit sagen will:
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Nun zum eigentlichen Thema.

Die Lüneburger Heide ist meine Heimat, hier bin ich geboren und aufgewachsen, bis man mich für erwachsen und reif genug befand, mich auf den Rest der Welt loszulassen. (Das habt Ihr nun davon... *g*).

Manche Leute bezeichnen mit „Lüneburger Heide“ das gesamte Gebiet zwischen Elbe und Aller (im Karo Hamburg-Bremen-Hannover-Uelzen), Geestlandschaft, also ziemlich sandig. Andererseits umfasst die „Touri-Heide“, also die restlichen Heidelandschaften, die ja ach so schön blühen ;-), nur die Naturschutzgebiete und damit einen sehr kleinen Teil der Gesamtfläche.
Zum einen sind dies die 200 Quadratkilometer rund um den Wilseder Berg, mit sagenhaften 169 m die höchste Erhebung weit und breit. In diesem Bereich herrscht absolutes Autoverbot, selbst auf den umliegenden Landstraßen ist „Tempo 80 - zur Schonung der Umwelt“ vorgeschrieben (woran sich aber nur sehr wenige halten), Wanderwege laden zum Spaziergang ein, mitunter lassen sich hier auch ganze Schafherden mitsamt Schäfer hier nieder. Das typische Heideschaf ist übrigens kein laufendes Wollknäuel, sondern heißt Heidschnucke, hat schwarze Beine und einen schwarzen Kopf und lässt sich nicht zu Wolle, sondern nur zu Braten etc. verarbeiten. Viele Gaststätten bieten im Herbst „Heidschnuckenbraten“ oder „Heidschnuckenknipp“ als Spezialität der Region an. „Knipp“ ist – ja, was ist Knipp... verwurstet, in Dosen und schmeckt kalt wie warm... eine Fleischspezialität. (Kennt das vielleicht sonst noch jemand?) Wie auch immer, ich esse Heidschnucke in keiner Form, das mag wohl daran liegen, dass auf unserem (Rest-)Hof auch welche rumlaufen und ich nichts essen kann, was ich selbst einmal gefüttert haben könnte...

Aber zurück zur Lüneburger Heide, das zweite (und jüngere) Naturgebiet befindet sich in der Südheide, ist 500 Quadratkilometer groß, touristisch allerdings nicht so erschlossen, was vor allem an der Nähe zu den Sperrflächen des Bundes (hier übt man schießen und panzerfahren) liegen mag.

Die Bedeutung des Tourismus hat in den letzten 20 Jahren enorm zugenommen.


Zur Geschichte der Lüneburger Heide:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
Ganz früher einmal war hier alles voller Wald, kaum zu glauben, wenn man sich die Landschaft heute anschaut: Grasflächen, niedrige Sträucher, Wacholder, hier und da Aufforstung mit Kiefern und vor allem das Heidekraut, „und das heißt Eeeerika!“ (ein weiterer Kassenschlager von vor ca. 50 Jahren). Außerdem wird die riesige Fläche häufig landwirtschaftlich genutzt, angebaut wird alles, was sich mit sandigem Boden zufrieden gibt: Roggen, Hafer, Raps und vor allem Kartoffeln. Ebenso hat die Rinderhaltung zugenommen (Gras wächst überall!), dafür ging die Imkerei (der gute Heidehonig!) und die Heidschnuckenzucht stark zurück. Besonders letztere wird hauptsächlich nur noch für Touristenzwecke betrieben.
Aber Ihr habt richtig gelesen, früher war mal alles voller Wald. Bis dann die Saline in Lüneburg mehr und mehr Holz benötigte und die Wälder weichen mussten, als Ersatz dafür und um zu verhindern, dass der sandige Boden abgetragen wird, pflanzte man niedrige Sträucher (die Heide) und schickte Heidschnucken darüber, um alles schön platt trampeln zu lassen. Doch auch davon ist nicht mehr viel übrig (da übertreibt der Herr Löns ein wenig), geblieben sind die Naturschutzgebiete als Touristenmagnet.


Die Ortschaften und deren Sehenswürdigkeiten:
- - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
„Soltau – im Herzen der Lüneburger Heide“ ist der Werbeslogan für meine Heimatstadt und so ganz unrecht haben die Erfinder damit nicht, sowohl von der gesamtgeographischen Lage als auch von den Naturschutzgebieten ausgehend. Fast auf jedem Dorf, das zu der 21 000 Einwohner umfassenden Stadt gehört, vermietet eine Familie Ferienwohnungen, häufig gekoppelt mit „Ferien auf dem Bauernhof“, also eher Familien mit kleineren Kindern ansprechend. Außerdem laden Heimatmuseum, Spielzeugmuseum, die „Soltau-Therme“, ein großes Hallenbad mit Solebecken (ein Freibad gehört aber auch dazu), und natürlich der Heide-Park zum Besuch ein.

Wietzendorf – diese Gemeinde, knapp 20 km südlich von Soltau, hat durch viele fleißige Häuslebauer in letzter Zeit einen enormen Zuwachs an Einwohnern gut verkraftet, mittlerweile sind es gut 5 000. Vorher zeichnete es sich durch den höchsten Kornverbrauch (den zum Trinken...) pro Person in ganz Deutschland aus. Für Touristen wie Einheimische empfehlenswert ist der Besuch des „Honigfestes“ in jedem Jahr am letzten Septemberwochenende. Hier warten Hausmacherprodukte, handwerklich wie haushälterisch, auf Abnehmer – zu späterer Stunde bekommt man dann eine Ahnung vom hohen Kornverbrauch... ;o)

Neuenkirchen – 15 km westlich von Soltau Richtung Rotenburg/ Wümme gelegen – für Touristen kann man im Frühsommer (Anfang Sommer) beim „Schafstall“ sehen, wie die Heidschnucken geschoren werden. Ansonsten mit gut 5 500 Einwohnern eher unspektakulär.

Bispingen – in etwa so groß wie Neuenkirchen, 18 km nordöstlich von Soltau und gemeinsam mit Schneverdingen Ausgangspunkt für Touristen, um das nördlichere der beiden Naturschutzgebiete zu erkunden. In der Nähe befindet sich der „Center Parcs“, eine weitere potentielle Übernachtungsmöglichkeit, auch organisierter Urlaub unter Glas genannt. Bis in das Naturschutzgebiet sind es von hier noch ungefähr fünf Kilometer, Orte wie Unter- oder Oberhaverbeck erhalten ihre Daseinsberechtigung allein durch die Massen an Touristen im Spätsommer (~August), wenn die Heide blüht. Ebenso Wilsede oder Döhle. (Die Orte sind so groß, wie sie klingen... *g*).

Schneverdingen – das „Heideblütenfest“ am letzten Augustwochenende ist der Touristenmagnet und ist Ursache dafür, dass Schneverdingen unter den Städten im Landkreis Soltau-Fallingbostel am wahrscheinlichsten mit der Heide an sich in Verbindung gebracht wird. Bei diesem Fest wird eine (meist dunkelhaarige) der beiden Heideköniginnen (die weniger wichtige...) gekrönt, die dann ein Jahr lang repräsentative Aufgaben übernimmt. Daneben gibt es noch das „Pietzmoor“, das zum Wandern einlädt. Oder zu einer Erkundung per Rad, die Radwege sind in der Regel gut ausgebaut, man kommt auch gut mit dem Fahrrad ins Naturschutzgebiet (pst, Geheimtipp! *g*).

Als Orte in der Südheide fallen mir spontan noch Hermannsburg und Müden an der Örtze ein, besonders letzteres ist das, was man unter einem typischen Heidedorf versteht, mit Fachwerkhäusern etc.

Neben dem Heide-Park im Nordkreis ist auch der Südkreis mit zwei weiteren Freizeitparks gut ausgestattet. Der Vogelpark bei Walsrode und der Serengeti-Park bei Hodenhagen bieten Abwechslung für einen Tag und sind beliebte Ausflugsziele.

Wie natürlich auch das Lönsgrab, wir wollen unseren großen Dichter ja nicht vergessen! ;-)

Aber an Übernachtungsmöglichkeiten mangelt es im gesamten Kreis nicht...


Weitere Ausflugsziele:
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In Amelinghausen, 35 km nordöstlich von Soltau Richtung Lüneburg, findet ebenfalls jährlich im August ein Heideblütenfest statt. Die meist blonde Heidekönigin von hier ist in der Regel diejenige, die bei hochoffiziellen Veranstaltungen die Repräsentation der Region übernimmt. So fing übrigens auch die „WannaBeAStar“- Karriere von Jenny Elvers an.

Oder man fährt gleich weiter Richtung Lüneburg (60 km ab Soltau). Die alte Salzstadt mit dem schiefen Turm der St. Johanniskirche („Klein-Pisa“) ist für einen Einkaufsbummel wie gemacht, außerdem kann man noch die Saline oder das historische Rathaus besichtigen oder durch die Altstadt schlendern.

Wer es mondäner mag, ist in einer Autostunde (bzw. anderthalb mit der Bahn) in Hamburg. Oder alternativ in Hannover – nicht ganz so mondän.

Ebenfalls am Rand der Lüneburger Heide liegt Celle. Ehemals Herzogssitz, hat sich die Innenstadt ihren provinzialen Charme erhalten – Fachwerkhäuser, enge Gassen, trotzdem gute Einkaufsmöglichkeiten. Bei gutem Wetter kann man vom Turm der Marktkirche (ich meine die im Zentrum...) kann man die Nordsee sehen. Glaubt Ihr nicht??? – Doch, eine Querstraße weiter kann man sie erblicken, direkt neben dem roten Fisch... *gg*

Wenn man sich Richtung Bremen orientiert, findet man nach knapp anderthalb Stunden Autofahrt einen echten Schatz: das Künstlerdorf Worpswede (nordöstlich von Bremen). Viele bedeutende Künstler (z.B. Modersohn-Becker) haben hier gewerkelt.
Außerdem kann man in den Wümmeniederungen herrlich paddeln gehen oder „staken“, wie es hier Tradition ist. Man fühlt sich wie ein Gondolieri – das Wasser ist nicht besonders tief, so dass man die (möglichst zielgerichtete) Fortbewegung dadurch erreicht, dass man sich mit dem Ende eines Stabes vom schlammigen Boden abstößt. Das ist ungefähr doppelt so anstrengend wie es klingt... und geht ganz schön in die Arme! Als Ausgangspunkt für eine solche Tour kann ich übrigens Fischerhude bei Ottersberg wärmstens empfehlen.


Fazit:
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Wer sich als Tourist hier langweilt, ist selbst schuld, denn es gibt viel zu entdecken. Andererseits kann man sich aber auch zurückziehen und einfach nur relaxen – jedem das Seine. Für die Einheimischen ist der Tourismus ein wichtiger Wirtschaftsfaktor, im Winter herrscht jedoch tote Hose. Macht aber nichts, denn die Heidjer sind ein geselliges Volk, das gerne feiert und so wird es doch nicht wirklich langweilig.

Was habe ich also Hermann Löns voraus???

Ik bün’n Heidjer – un dat is uk gaud so!!!

:o)