Macallan 1876 Replica Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 08/2004
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Erfahrungsbericht von harrykiri
Charakterlose Sherrybrühe?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Auf den Whisky "The Macallan" werden viele Lobeshymnen gesungen. Zumindest bei den erschwinglichen Abfüllen zu Unrecht wie ich meine. Die viel gerühmte Fülle und Komplexität bei gleichzeitiger perfekter Balance können die jüngeren Macallans mit 10, 12 und 18 jähriger Lagerzeit nur andeutungsweise erkennen lassen.
Durch die Lagerung in eigens importierten Sherryfässern werden die jungen Abfüllungen allesamt doch recht sherrylastig und die weinigen Aromen dominieren. (Die für Blends bestimmten Destillate reifen übrigens "nur" in den weit billigeren Bourbonfässern). Wenn man anfängt sich mit Whisky zu beschäftigen, kommt der 12jährige meist sehr gut an, da seine Sherryaromen einen volleren Körper ergeben. Im Laufe der Zeit nimmt die Begeisterung dann für gewöhnlich ab, denn die jungen Standardabfüllungen bleiben unkompliziert und langweilig.
Von den 18jährigen Abfüllungen gibt es schon seit den 70ern eine Abfüllung mit Jahresangabe. Ich kenne nur den 18yo.-1980 und der schenkt sich im direkten Vergleich zum 12yo. gar nix....ausser: er ist fast doppelt so teuer.
Wer sich dazu durchringen kann mehr als 100 Euro für einen 20+ alten Macallan hinzulegen, bekommt dafür schon eine ganz andere Qualität. Aber es geht auch zu zivilen Preisen, wie unabhängige Abfüller es immer wieder beweisen. Hier meine Verkostungsnotizen von 2 sehr unterschiedlichen Abfüllungen:
Milroys, 21yo., abgefüllt für La Maison (ca. 60 Euro), 43%
Der Geruch ist weich und sherrybetont, etwas malzig, nussig.
Im Geschmack anfangs leicht, süßlich und buttrig entwickelt sich die Sherrynote nur
langsam. Eine leichte Vanillenote mischt sich mit Tabak- und Holzaromen. Alles ist
sehr weich und rund. Keine Ecken und Kanten.
Das Finish ist wie der Geschmack, lang und haftend und mit einer kleinen trockenen
Anisnote zum Schluß.
Mit Wasser: etwas rauer und malziger, dem 12yo.Standard sehr ähnlich
Scotmalt, 12yo, 1988/2000, abgefüllt von Morrisson Fairlie (ca. 40 Euro),55,1%
Der Geruch ist intensiver und herber als die 21yo. Milroys-Abfüllung, würzig.
Sherry, Rosinen, Malz und Karamell und vor allem eine herb-süffige Note, die an
Rye-Whiskey erinnert, dominieren im Geschmack.
Das Finish ist mittellang und ebenfalls etwas herb.
Mit Wasser: insgesamt süßer und weniger herb
Der Milroys ist sehr weich und läuft runter wie Öl, kein Brennen am Gaumen. Gegenüber dem Scotmalt wirkt er jedoch konturlos. Obwohl sehr viel jünger ist der Scotmalt gegenüber dem Milroys ein Macallan mit Charakter!
Welchen Macallan man bevorzugt hängt davon ab, was man von einem guten Whisky erwartet. Da ich einen unkomplizierteren Whisky nicht so gerne hab, würde ich den Scotmalt bevorzugen.
Kleine Destillerie-Geschichte:
Macallan wurde 1824 gegründet und wechselte einige Male den Besitzer. In den 1980ern begann der Bekanntheitsgrad dieser Marke stark zu wachsen, dank der guten Werbung und Vermarktung. 21 sehr kleine Brennblasen stehen der Produktion zur Verfügung.
Durch verschiedene Abfüllungen sorgt die Marke wieder für etwas Aufsehen in der Branche. Seit kurzer Zeit gibt es eine Replica 1861, der den Geschmack von Macallan in dieser Zeit wiederspiegeln soll. Abgefüllt in einer damals üblichen Flasche sorgt jedoch der Preis von 180-190 Euro für Ernüchterung. Weiterhin gibt es 4 Abfüllungen mit dem Namen the twenties, the thirties, the fourties, the fifties, die auf der selben "Nostalgie"-Welle reiten und den Geschmack dieser Jahrzehnte wiederspiegeln sollen. Es gibt noch zahlreiche Abfüllungen von Macallan, sei es von unabhängigen Abfüllern oder Originalabfüllungen von der Destillerie, die man gar nicht alle aufzählen kann, geschweige denn erwerben kann.
Ich hoffe jedoch, dass ich euch mit meinen beiden Verkostungsnotizen einen Überblick geben konnte welche Bandbreite die Destillate aus einer einzigen Destillerie abdecken können.
Durch die Lagerung in eigens importierten Sherryfässern werden die jungen Abfüllungen allesamt doch recht sherrylastig und die weinigen Aromen dominieren. (Die für Blends bestimmten Destillate reifen übrigens "nur" in den weit billigeren Bourbonfässern). Wenn man anfängt sich mit Whisky zu beschäftigen, kommt der 12jährige meist sehr gut an, da seine Sherryaromen einen volleren Körper ergeben. Im Laufe der Zeit nimmt die Begeisterung dann für gewöhnlich ab, denn die jungen Standardabfüllungen bleiben unkompliziert und langweilig.
Von den 18jährigen Abfüllungen gibt es schon seit den 70ern eine Abfüllung mit Jahresangabe. Ich kenne nur den 18yo.-1980 und der schenkt sich im direkten Vergleich zum 12yo. gar nix....ausser: er ist fast doppelt so teuer.
Wer sich dazu durchringen kann mehr als 100 Euro für einen 20+ alten Macallan hinzulegen, bekommt dafür schon eine ganz andere Qualität. Aber es geht auch zu zivilen Preisen, wie unabhängige Abfüller es immer wieder beweisen. Hier meine Verkostungsnotizen von 2 sehr unterschiedlichen Abfüllungen:
Milroys, 21yo., abgefüllt für La Maison (ca. 60 Euro), 43%
Der Geruch ist weich und sherrybetont, etwas malzig, nussig.
Im Geschmack anfangs leicht, süßlich und buttrig entwickelt sich die Sherrynote nur
langsam. Eine leichte Vanillenote mischt sich mit Tabak- und Holzaromen. Alles ist
sehr weich und rund. Keine Ecken und Kanten.
Das Finish ist wie der Geschmack, lang und haftend und mit einer kleinen trockenen
Anisnote zum Schluß.
Mit Wasser: etwas rauer und malziger, dem 12yo.Standard sehr ähnlich
Scotmalt, 12yo, 1988/2000, abgefüllt von Morrisson Fairlie (ca. 40 Euro),55,1%
Der Geruch ist intensiver und herber als die 21yo. Milroys-Abfüllung, würzig.
Sherry, Rosinen, Malz und Karamell und vor allem eine herb-süffige Note, die an
Rye-Whiskey erinnert, dominieren im Geschmack.
Das Finish ist mittellang und ebenfalls etwas herb.
Mit Wasser: insgesamt süßer und weniger herb
Der Milroys ist sehr weich und läuft runter wie Öl, kein Brennen am Gaumen. Gegenüber dem Scotmalt wirkt er jedoch konturlos. Obwohl sehr viel jünger ist der Scotmalt gegenüber dem Milroys ein Macallan mit Charakter!
Welchen Macallan man bevorzugt hängt davon ab, was man von einem guten Whisky erwartet. Da ich einen unkomplizierteren Whisky nicht so gerne hab, würde ich den Scotmalt bevorzugen.
Kleine Destillerie-Geschichte:
Macallan wurde 1824 gegründet und wechselte einige Male den Besitzer. In den 1980ern begann der Bekanntheitsgrad dieser Marke stark zu wachsen, dank der guten Werbung und Vermarktung. 21 sehr kleine Brennblasen stehen der Produktion zur Verfügung.
Durch verschiedene Abfüllungen sorgt die Marke wieder für etwas Aufsehen in der Branche. Seit kurzer Zeit gibt es eine Replica 1861, der den Geschmack von Macallan in dieser Zeit wiederspiegeln soll. Abgefüllt in einer damals üblichen Flasche sorgt jedoch der Preis von 180-190 Euro für Ernüchterung. Weiterhin gibt es 4 Abfüllungen mit dem Namen the twenties, the thirties, the fourties, the fifties, die auf der selben "Nostalgie"-Welle reiten und den Geschmack dieser Jahrzehnte wiederspiegeln sollen. Es gibt noch zahlreiche Abfüllungen von Macallan, sei es von unabhängigen Abfüllern oder Originalabfüllungen von der Destillerie, die man gar nicht alle aufzählen kann, geschweige denn erwerben kann.
Ich hoffe jedoch, dass ich euch mit meinen beiden Verkostungsnotizen einen Überblick geben konnte welche Bandbreite die Destillate aus einer einzigen Destillerie abdecken können.
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