Mallorca Informationen Testbericht

Mallorca-informationen
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Erfahrungsbericht von dottigross_juliaa

Mallorca soll ballermann-frei werden!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Die Mallorcaner (Mallorcesen???) wollen keine Ballermann- und Pauschaltouristen mehr. Die Presse behauptet nach der letzten Saison sogar, sie wollen nur noch reiche Tennis- und Golfspieler und der Durchschnittsdeutsche sei kein gerngesehener Gast mehr. Ich glaube, das die Boulevard-Zeitungen ziemlich übertreiben.

Fakt ist: Der Mallorca-Tourismus ist durch solche Pauschal- und Sauf-Touristen erst richtig in Schwung gekommen. Und dieser Schwung hat die kleine Insel inzwischen überrollt. Die Inselbewohner sind der vielen lärmenden und grölenden Menschen überdrüssig geworden. Und das ist verständlich. Was würden wir denn sagen, wenn Deutschland von Billigrtouristen überrannt werden würde, die in Discountläden palettenweise Dosenbier und Fusel kaufen? Uns würde es dann auch irgendwann zu bunt werden.

Also wünschen sich die Insulaner ein wenig angenehmere Gäste. Menschen, die sich gesittet benehmen und ihre Kultur und Geschichte zu schätzen wissen. Auch wenn Mallorca wegen des Massentourismusses viele Denkmäler und alte Bauten abreißen ließ, besinnt es sich jetzt auf seine Vergangenheit und will sein Kulturgut schützen. Und Mallorca hat eine ganze Menge mehr zu bieten.

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Ich selbst wollte im Februar letzten Jahres vor dem Winter reissaus nehmen und beschloss einen Kurzurlaub auf Mallorca zu machen. Nach einer Stunde und vierzig Minuten Flug (ab München) landeten wir in Palma. Mit einem Bus ging es quer über die Insel nach Alcúdia, dass bis auf ein paar Rennradler (Team Telecom!!!) leergefegt war. Die Touristenmeile war wie ausgestorben. Hier und da hatte mal ein kleiner Lebensmittelladen oder ein Bistro geöffnet, aber sonst waren die Fensterläden an den Gebäuden heruntergelassen. Wir bezogen ein Vier-Sterne-Hotel der Iberostar-Kette, dass zwar sehr groß und unpersönlich war, aber sehr sauber und komfortable Zimmer bot. Begeistert war ich vom abendlichen Buffet, welches unter anderem auf die Bedürfnisse der Radfahrer abgestimmt war (Pastabuffet).
Wer für Halbpension nicht zu begeistert ist und lieber einheimische Restaurants besuchen will, wird abseits der Touristenhochburgen sicher genug Auswahl finden. Im Februar hat man damit aber etwas Probleme, weil auch die Einheimischen Urlaub machen.

In den nächsten Tagen erkundeten wir zu Fuß, mit Bus und Bahn und dem Leihwagen die Insel. Alle Fortbewegungsmittel sind ausgesprochen billig. Das Mietauto - ein Renault Clio Diesel - kostete uns knapp 40 DM (damals gab es sie noch, die gute alte D-Mark *seuftz*) am Tag. Busse fahren regelmäßig, wobei man außerhalb der Saison auf stark gekürzte Fahrpläne achten muss. Zugstrecken gibt es zwar nur drei, aber diese liegen auf den Hauptrouten und bieten angenehmen Fahrkomfort.

Die atemberaubende Naturlandschaft mit seinen Wiesen, Bergen und karstigen Küsten begeistern jeden Naturliebhaber. Die heimeligen, eingemauerten Felder, die Zitronen- und Olivenbaum-Plantagen, aber auch die kilometerlangen Strände waren immer wieder ein Foto wert. Ich machte mich gleich auf die Suche nach einer der typisch-mallorcanischen Windmühlen. Leider war ich davon etwas enttäuscht. Nur sehr wenige Mühlen wurden restauriert und wieder in Betrieb genommen. Dafür konnte ich massenweise Schafe fotografieren, Schafe... Schafe... Schafe...

Es gibt zahlreiche Bootshäfen, wo nicht nur die heimischen Fischerboote liegen, sondern auch millionenschwere Yachten. Gemütliche Cafés und Restaurants laden dort zum verweilen ein. Doch macht sich dort natürlich der Tourismus bemerkbar. Anstatt z.B. 1,50 DM für den Kaffee (oho!!), muss man dort 3,50 DM (trotzdem noch günstig) berappen.

Von Palma aus (gleich neben dem regulären Bahnhof) führt eine historische Eisenbahn nach Sollér hinauf. Der "Rote Blitz" fährt eineinhalbstündig und es empfiehlt sich, während der Fahrt zwischen den Wagons - draußen - auf der Kupplung zu stehen. Uiuiui! Das gibt ein Gedränge, wenn das jeder tut. *lach*

Sollér ist - wie so viele Dörfer auf Mallorca - ein gemütliches, verträumtes Örtchen. Wobei ich immer wieder betonen muss, dass das natürlich saisonbedingt ist!!! Mit einer Straßenbahn kann man noch einen Abstecher hinunter nach Port Sollér machen. Der Hafen soll auch sehr schön sein. Wir waren leider zu spät in Palma losgefahren (erst gegen 11 Uhr vormittags) und so blieb uns keine Zeit mehr für diesen Ausflug.

Palma selbst ist natürlich ein Tagesausflug wert. Die Kathedrale, der Hafen, das Castell de Sant Carles (dem ehemaligen Leuchtturm), Santa Catalina und Es Jonquet (wunderschöne Stadtviertel) und der älteste Markt Palmas, der Mercat de Santa Catalina. Sorgfältig restaurierte Paläste beherbergen heute noble Boutiquen und Galerien.

Eine Woche Aufenthalt ist für Mallorca viel zu kurz. Ich konnte nur eine kleine Anzahl Sehenswürdigkeiten besichtigen. Und Sportler sollten sowieso mindestens zwei Wochen einplanen. Mallorca ist die Radl-Insel total, ebenso die Wanderer kommen auf ihre Kosten. Doch auch für Inliner oder einfach nur Spaziergänger oder Strandläufer gibt es reichlich "Auslauf".

Uns hat die Reise 717.- DM pro Person (HP) gekostet. Pauschalurblaub! Ich gebe es zu. Aber ich werde auf jeden Fall noch einmal auf diese Insel fliegen und dann mehr Zeit mitbringen. Und vor allem werde ich Mallorca und nicht Ballermann besuchen!!!

Alles über Mallorca im Internet unter www.mallorca.de

17 Bewertungen, 1 Kommentar

  • Tanjamaus81

    04.03.2002, 16:18 Uhr von Tanjamaus81
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ganz meine Meinung! PS: Die Einwohner nennt man Mallorquiner!