Mama Mia Testbericht
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Erfahrungsbericht von diva68
Mamma Mia! Was für ein tolles Spektakel!
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
War das ein Spaß! Am 30.10. durfte ich die Vor-Premiere des Abba-Musicals „Mamma Mia“ im Hamburger Operettenhaus erleben. Und ein Erlebnis war es wirklich!
***Abba-Musical?***
Zum 25. Jahrestag von ABBAs Triumph beim Grand Prix d\'Eurovision de la Chanson hielt die Welt den Atem an! Am Abend des 6. April 1999 strömten Prominente und Kritiker zur Weltpremiere des Musicals „Mamma Mia“ in das Prince Edward Theatre in London. Die Musical-Komödie eroberte das West End im Sturm und wurde über Nacht zu einem der größten Erfolge in der Geschichte des Londoner Theaters. Seitdem läuft „Mamma Mia“ weltweit. Nach Toronto, Melbourne, San Francisco, Los Angeles und New York kommt das Musical jetzt endlich nach Deutschland. Am 3.November findet die offizielle Premiere im Hamburger Operettenhaus am Spielbudenplatz, mitten auf dem Kiez, statt.
***Worum geht`s denn da eigentlich?***
„Mamma Mia“ von Benny Andersson und Björn Ulvaeus verbindet ABBAs größte Hits mit einer wundervollen, temporeichen Liebesgeschichte: Es geht um den Mut, seine Träume zu verwirklichen, um Liebe, Freundschaft und Familie, aber auch um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Die toughe Donna lebt mit ihrer 20-jährigen Tochter Sophie auf einer kleinen griechischen Insel und betreibt dort eine Taverne. Durch das Tagebuch ihrer Mutter erfährt Sophie von ihren drei möglichen Vätern. Als sie die Hochzeit mit ihrer Jugendliebe Sky plant, will Sophie dieser Ungewissheit ein Ende bereiten. Sie lädt die in Frage kommenden Männer zur feierlichen Trauung ein. Das Chaos wird perfekt, als Donnas beste Freundinnen aus vergangenen Tagen anreisen. Die Vergangenheit wird zur Gegenwart, und das Rätselraten beginnt...
Nun gut, die Story ist nicht besonders anspruchsvoll. Aber darauf kommt es bei „Mamma Mia“ auch gar nicht an.
***Und wer war noch mal ABBA?***
Diese Frage stellt sich wahrscheinlich nicht wirklich. Trotzdem, hier noch mal ein kleiner Ausflug in die Historie einer der „besten Pop-Bands aller Zeiten!\" (Bono, U2)
Am 6. April 1974, im englischen Küstenort Brighton, gewann eine Band, die zuvor nur in ihrer Heimat Schweden bekannt war, den Grand Prix d\'Eurovision de la Chanson mit ihrem Song \"Waterloo\". ABBA eroberte die Bühne und was folgte ist nicht nur Musikgeschichte, sondern vielmehr eine Legende. Bis heute wurden mehr als 350 Millionen Alben weltweit verkauft.
Nach ihrem Triumph beim Grand Prix wurden Agnetha Fältskog, Benny Andersson, Björn Ulvaeus und Anni-Frid Lyngstad (die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen bilden den Band-Namen ABBA) auf die Weltbühne katapultiert. \"Waterloo\" belegte weltweit Spitzenplätze in den Pop-Charts. In den nächsten acht Jahren konnte ABBA zahlreiche Hit-Singles, Platin-Alben, ausverkaufte Konzerte und sogar einen Hit-Film \"ABBA - Der Film\" verbuchen. Die Band dominierte die europäischen Charts: Bis zum damaligen Zeitpunkt konnten sich nur die Rolling Stones, Elvis Presley und die Beatles länger mit ihren Singles in den Top Ten halten.
Auch auf der anderen Seite des Atlantiks, in Amerika, ging die Erfolgsstory weiter: Zehn Songs gelangten in die Top-Twenty und \"Waterloo\", \"Take a Chance on Me\" und \"The Winner Takes It All\" erreichten sogar die Top Ten. Mit \"Dancing Queen\" wurde ABBA dann zur Nr. 1 der Charts. Mit Spitzenplatzierungen in den Hitlisten weiterer zwölf Länder erwies sich dieser Song als wahrhaft weltweiter Erfolg.
Europa und Amerika waren nicht die einzigen Kontinente, die von der \"ABBAmania\" erfasst wurden. In Australien erreichte die Band die Nr. 1 der Charts mit sechs aufeinander folgenden Singles und vier Mal die Nr. 1 der Album-Charts (\"The Best of ABBA\" ist bis heute das meistverkaufte Album des Landes). Ihre Konzerte in Melbourne waren legendär. Es gab sechs Nr. 1-Hits in Neuseeland und weitere zwölf Songs erreichten die Top Twenty. In Mexiko kamen elf Songs unter die Top Ten, davon siebenmal auf die Nr. 1, und sechsmal erreichte die Band die Nr. 1-Album-Charts. In Simbabwe (!) belegte die Band dreizehnmal die Nr. 1 der Single-Charts und ihre Alben waren nicht weniger als achtmal nacheinander die meistverkauften Alben des Landes (ausgenommen die immer noch frei erhältlichen Compilation-Alben!). In Japan kamen vierzehn Singles unter die \"All Japan Pop 20\" und \"Summer Night City\", \"Chiquitita\", \"Voulez Vous\" und \"Gimme! Gimme! Gimme!\" wurden jeweils die Nr. 1 der Charts. Aber 1982 war plötzlich alles vorbei. Die Pläne für ein neues Album wurden aufgegeben und stattdessen das Album \"The Singles - The First Ten Years\" auf den Markt gebracht. Am Ende des Jahres veröffentlichte die Band ihre letzte Single \"Under Attack\". Obwohl die Band aufhörte Alben zu produzieren oder auf Tournee zu gehen, unterhielt, begeisterte und inspirierte ihre Musik weiterhin die Menschen.
Die zahlreichen Hits haben über die Jahre nichts an ihrer Beliebtheit verloren, manche sind sogar noch populärer geworden. \"ABBA Gold\" und \"More ABBA Gold\" sind bis heute die weltweit meistverkauften Alben.
Mit ihrer Musik in den Filmen \"Muriels Hochzeit\" und \"Priscilla, Königin der Wüste\" konnte die Band eine ganze Generation neuer Fans gewinnen. Bei der Premiere des Musicals MAMMA MIA! in London tanzten nicht nur die Theaterbesucher zu den wohlvertrauten oder neu entdeckten Songs in den Gängen. Wenige Wochen später eroberte auch das Album \"ABBA GOLD\" abermals die Nr. 1 der englischen Album-Charts. Mit täglich 3.500 verkauften Alben weltweit scheint das Phänomen ABBA einfach unaufhaltbar.
Angesichts dieser umwerfenden Erfolgsstory mag es niemanden verwundern, wenn auch das Musical nun einen Triumphzug über die ganze Welt antritt.
Verdient, würde ich sagen.
***Wer spielt mit bei „Mamma Mia“?***
Carolin Fortenbacher (Donna) wurde in Hamburg geboren und studierte an der heutigen \"Stage School of Dance and Drama\" in Hamburg sowie zusätzlich Gesang. Ihr Repertoire reicht von Musical und Pop über Jazz bis hin zur Oper. In Hamburg begeisterte sie bereits in „Die Zauberflöte“ als Königin der Nacht, was allein schon für ihren Stimmumfang spricht. Von diesem Volumen kann sie in „Mamma Mia“ sicherlich nicht soviel zeigen, dennoch ragt sie stimmlich (und auch schauspielerisch) aus dem Rest des Ensembles ein wenig heraus. In ihrer Rolle als Donna tritt sie überwiegend als toughe und pragmatische Frau auf, die stolz auf ihr Leben ist, weil sie es geschafft hat, die Erziehung ihrer Tocher Sophie und ihre Taverne unter einen Hut zu bekommen. Ihre verletzliche Seite bekomen ihre Freundinnen oder Ex-Lover nur selten zu sehen. Sie spielt eine starke Frau, die letztendlich die eigentliche „Heldin“ in dem Stück ist.
Kerstin-Marie Mäkelburg (Tanja) ist geboren und wohnhaft in Hamburg. Bekannt ist sie dem Publikum aus Fernsehen, Theater und Musical. Ihr Repertoire reicht von der Klassik bis zur Moderne. In Hamburg war sie u.a. zu sehen in „Der Sturm“ von Shakespeare im Deutschen Schauspielhaus und in „Himmel auf Erden“ in den Hamburger Kammerspielen. Sie gehörte zum festen Ensemble vom Schmidt Theater und Schmidt\'s Tivoli. Dort wurde auch ihr Soloprogramm „Ein Abend mit Marlene Dietrich“ produziert, mit welchem sie in Island (!) gastierte. Die Rolle der Tanja ist Kerstin Mäkelburg wie auf den Leib geschrieben. Sie spielt eine Diva (!) par excellence. Schon ihr erster Auftritt bringt die Zuschauer zu Beifallsstürmen, weil sie laut über den langen, beschwerlichen Weg flucht und natürlich die falschen Schuhe trägt...
Jasna Ivir (Rosie) ist als Kroatin in Deutschland geboren und lebt in London. Ihre Stimme umfasst den klassischen und einen vielseitigen Musical-Sopran, so dass sie bei den Originalcast-Aufnahmen (u.a. „Die Schöne und das Biest“, „Elizabeth“) sowie als Synchronstimme bei u.a. „König der Löwen“ zu hören ist. Ihre Solo-CD „Musical Diva (!) Delights“ mit den schönsten Melodien aus diversen Musicals kam in der Erscheinungswoche auf Platz eins der Musicalcharts. Von ihrer Rolle her ist sie als Öko-Emanze angelegt, was natürlich auch immer mal wieder zu echten Lacherfolgen führt, z.B. als sie ihr pailettenbesticktes kreisch-orangefarbenes Kleid aus dem Koffer holt und das mit „Das fänden meine Kolleginnen aus dem Frauenbuchladen jetzt aber nicht politisch korrekt...“
Katja Berg (Sophie) belegte 1995 als jüngste Preisträgerin beim \"Bundeswettbewerb Gesang Berlin\" den 3. Platz. Sie begann 1996 das Studium in Gesang, Tanz und Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin, das sie 2000 mit einer \"ausgezeichneten\" Diplomarbeit abschloss. Schon 1999 spielte sie ihre erste Hauptrolle an der Neuköllner Oper Berlin. Vielseitige Erfahrungen gewann Katja als Sängerin und Tänzerin in verschiedenen Bands, darunter die \"Band ohne Namen\", \"Nils Gessinger\", \"Melanie Thornton\" sowie bei unterschiedlichen Showproduktionen und Soloprogrammen. Katja ist zur Zeit in der Hauptrolle der Sheila im Musical „Hair“ in Ettlingen zu sehen. Sie gefiel mir in ihrer Rolle als Sophie nicht so sehr. Sie wirkte immer ein wenig zu bemüht, zu aufgeregt.
Allen vier Frauen ist gemeinsam, dass sie stimmlich brilliant sind. Es gab keine schrillen, missglückten Töne und nichts, was Anlass zur „Beanstandung“ gab. Das war bei den Männern anders. Gerade in Duett-Szenen, z.B. „Unser Sommer (Our Last Summer)“, dominierte Carolin Fortenbacher, während ihr Sangespartner Cusch Jung neben ihr unterging.
Jörg Neubauer (Sky) wurde 1977 in Hamburg geboren und ist in den USA aufgewachsen. Nachdem er schon 1995 bis 1998 am Staatstheater Wiesbaden im Jugend-Club-Ensemble Hauptrollen u.a. in „Hair“ und „Linie 1“ übernommen hatte, begann er 1998 an der Bayrischen Theater-Akademie \"August Everding\", Hochschule für Musik und Theater in München, den Studiengang Musical. Diesen schloss er im Juli 2002 mit dem Diplom ab. Zuletzt war er in München am Staatstheater am Gärtnerplatz in „Hello Dolly“ und in „Cabaret“ am Staatstheater Wiesbaden als \"Conférencier\" zu sehen.
Frank Logemann (Sam) ist in Köln geboren. Nach einer privaten Gesangs- und Schauspielausbildung ist Frank auf der Bühne, im Radio und im Fernsehen ein ständiger Begleiter. Er gehörte jeweils zu der Originalcast in Disneys „Der Glöckner von Notre-Dame“ im Musicaltheater am Potsdamer Platz in Berlin sowie in „Les Miserables“ am Musicaltheater in Duisburg. Darüber hinaus spielte er in verschiedenen TV-Serien wie „Die Wache“, „Lindenstrasse“, „Unter Uns“ und in einigen Spielfilmen mit. Außerdem war Frank in vielen Hörspielen dabei. Diese Vielseitigkeit wird noch durch seinen Diplom-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Köln unterstrichen.
Cusch Jung (Harry) trat bereits als Zwölfjähriger als Gustav mit der Hupe in „Emil und die Detektive“ in seiner Heimatstadt Kaiserslautern auf. Später studierte er Schauspiel, Gesang und Tanz an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Seine erste Hauptrolle spielte Cusch Jung 1981 in der europäischen Uraufführung von „Anything Goes“. Weitere Hauptrollen führten ihn nach Basel, Bremen, Bonn, Dortmund, Hamburg, Frankfurt/M., Kassel und München. Als Regisseur debütierte Cusch Jung 1996 am Theater des Westens mit der Jubiläumsrevue „Alles nur Theater“.
Ulrich Wiggers (Bill) wohnt in Berlin. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Folkwang Hochschule in Essen. Bekannt ist Ulrich Wiggers dem Publikum aus Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen. Zu sehen war er u.a. in „Tatort“, Grossstadtrevier“, „Ein Fall für Zwei“ und in „Polizeiruf 110“. Acht Jahre war er fest im Ensemble des Bochumer Schauspielhauses und arbeitete dort u.a. mit Regisseuren wie Andrea Breth und Frank Patrick Steckel zusammen. Sein letztes Engagement war als Professor Higgins in „My Fair Lady“.
Getanzt wurde übrigens relativ wenig. Es standen eher Einzel-Performances im Vordergrund, die in Richtung \"Posing\" gingen. So z.B. Donna und ihre beiden Freundinnen, die als \"älteste Girlgroup der Welt\" mit \"Super Trouper\" einheizten. Nun gut, es gab ein paar nette Schrittfolgen, aber echter Tanz fand nicht wirklich statt bei \"Mamma Mia\". Der hat aber auch keineswegs gefehlt.
*** Gab`s was Besonderes bei den Proben?***
Oh, ja! Björn Ulvaeus himself gab sich die Ehre bei den Proben. Das war sicherlich auch für das Ensemble etwas Besonderes. Björn Ulveaus sagte in einem Interview über die Proben: \"Es ist ein wunderschönes Gefühl, wieder mit viel Erfolg um die Welt reisen zu können - ohne selbst auf der Bühne zu stehen. \"Mamma Mia“ in Deutschland - und vor allem in der Musicalhauptstadt Hamburg - ist für Benny und mich besonders wichtig: Wir kehren zurück zu unseren treuesten Fans und werden hier zum allerersten Mal „Mamma Mia“ in einer anderen Sprache aufführen - in Deutsch.\"
Über das Hamburger Ensemble sagte Björn Ulvaeus begeistert: \"Deutschland hat einen unglaublich guten Musicalnachwuchs. Trotzdem haben wir uns viel Zeit genommen, um uns für die richtigen Darsteller für „Mamma Mia“ zu entscheiden. Und ich bin mir sicher, dass wir die besten Darsteller gefunden haben!\"
*** Englische Songs ins Deutsche übersetzt? Geht das so einfach? ***
Diese Frage stellte ich mir vor Beginn des Stückes auch. Und bei den ersten beiden Songs sagte ich ziemlich laut zu meiner Begleitung zur Rechten: „Ich will nach Hause!“ Doch dann wurde es besser, viel besser. Die Songs fügten sich wunderbar in die Story ein. Jedes Stück wurde zu einer kleinen Überraschung. Man erkannte die Anfangsakkorde und war dann positiv überrascht von dem, was dazu gesungen wurde. Oft ernteten die Darsteller/innen für ihre Texte schon Szenenapplaus.
Und manchmal mußte man einfach auch über die Übersetzung lachen, z.B. bei \"Danke für die Lieder\", das ursprünglich \"Thank You For The Music\" heißt und dermaßen haarscharf an der Grenze zum guten Geschmack vorbeischrammte, dass es schon wieder witzig war.
Das Übersetzungsteam - Ruth Deny (Buch) und Michael Kunze (Lieder) war zum Probenbeginn nach Hamburg gekommen. Kunze übersetzte die ABBA-Songs in engster Absprache mit Björn Ulvaeus: \"Björn wollte keine Revue aus Zitaten. Er wollte, dass „Mamma Mia“ als Bühnenstück adaptiert wird. Er meinte, dass die englischsprachigen Lieder wie Fremdkörper zwischen den deutschen Dialogen wirken würden. Da musste ich ihm Recht geben. So hielt ich mich bei der Übersetzung an den Grundsatz: So treu dem Original wie möglich und so frei davon wie nötig. Mein Ziel war es, die Texte so rund und selbstverständlich klingen zu lassen, dass das Publikum nach spätestens zwanzig Minuten vergisst, den Text mit dem ABBA-Original zu vergleichen.\" Mit Björn Ulvaeus verbindet Michael Kunze seit Jahren eine enge Freundschaft.
*** Kam der ABBA-Sound auch als solcher `rüber? ***
Mehr noch: fast würde ich mich zu der Behauptung hinreissen lassen, er sei besser. Das Orchester spielte die Abba-Songs sehr druckvoll und dynamisch. Die Lautstärke war angenehm, der Sound insgesamt sehr ausgewogen. Leider tritt das Orchester wirklich nur akustisch in Erscheinung. Ich persönlich hab es immer gern, wenn ich die Musiker/innen auch optisch erleben darf. So fristen sie ihr Dasein knapp unter der Bühne, vom den Blicken des Publikums abgeschirmt.
*** Wie sah das Bühnenbild aus? ***
Ach ja, das Bühnenbild...da gerate ich unweigerlich ins Schwärmen. Mit einfachsten Mitteln wurden unglaubliche Effekte erzielt. Wir hatten nun auch noch das Glück, dass direkt in der Reihe hinter uns die Kulissencrew vom Operettenhaus saß, und so schnappten wir Satzfetzen auf wie „Achte mal gleich auf den Boden...“ oder „Das Boot da, das hat der Heinz gebaut, guck mal, es heißt Waterloo“ oder „...für den kleinen Schrank da hab ich 3 Tage gebraucht...“ Sehr amüsant.
Dominiert wurde die Kulisse von zwei schwenkbaren Elementen, die teilweise Aussen- und Innenmauer waren, je nach Bedarf. Insgesamt wurde immer Wert darauf gelegt, dass griechisches Inselfeeling beibehalten wird, ob nun in der Taverne, am Strand, auf dem Hotelzimmer oder in der Diskothek. Und das ist wirklich gut gelungen, weil immer wieder überraschend.
*** Was kostet der Spaß eigentlich? ***
So ganz billig ist das alles natürlich nicht.
Dienstag (20:00), Mittwoch (18:30) und Donnerstag (20:00) kann man sich „Mamma Mia“ für 69.-/59.-/39.-/24.- Euro (je nach Kategorie bzw. Sitzplatz) anschauen. Freitag (20:00), Samstag (15:00) und Sonntag (14:30 + 19:00) kostet es 84.-/74.-/54.-/39.- Euro. Und in der Primetime, am Samstagabend um 20:00 wird man mit 92.-/82.-/62.-/48.- Euro zur Kasse gebeten.
Bei Buchung übers Internet (www.mammamia.de) kann man 5% sparen. Allerdings kommen 2 Euro VVK-Gebühr dazu. Unter der Ticket-Line 01805-114 113 (0,12 €/Min Deutsche Telekom) gibt`s ebenfalls Karten für das Musical. Und natürlich „bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und Reisebüros“.
Wer sich ne Karte für das Musical leisten kann, dem kommt`s auf die 1,50 Euro für die Garderobe sicherlich auch nicht mehr an...
Trotzdem, es gibt Ermäßigungen:
Behinderte Besucher mit einem Behinderungsgrad von 70% und mehr erhalten für alle Vorstellungstermine sowie alle Preiskategorien eine Ermäßigung von 25%. Begleitpersonen erhalten ebenfalls diese Ermäßigung, sofern im Schwerbehindertenausweis ein \"B\" für Begleitperson eingetragen ist. Begleitpersonen von Rollstuhlfahrern bekommen immer 25% Ermäßigung. Details unter 01805-114 113 (0,12 €/Min Deutsche Telekom).
Kinder im Alter von bis zu 12 Jahre (plus 364 Tage), Schüler, Studenten, Azubis, Zivis und Grundwehrdienstleistende erhalten für fast alle Veranstaltungstermine sowie für alle Preiskategorien 25% Ermäßigung. Ausnahme ist der Samstagabend.
Senioren ab 65 Jahre erhalten für fast alle Veranstaltungstermine sowie für alle Preiskategorien 25% Ermäßigung. Ausnahme sind der Freitag und Samstagabend.
Gruppen ab 20 Personen erhalten für alle Veranstaltungstermine sowie für alle Preiskategorien eine Ermäßigung von 5%.
*** Diva`s Fazit ***
Ich bin eigentlich kein Musical-Fan. Allein die Musik von Abba lockte mich und meine drei Begleiterinnen ins Operettenhaus, und unsere Erwartungen waren eher niedrig angesetzt. Vielleicht war das der Grund dafür, dass wir letztendlich alle angenehm überrascht wurden. Vielleicht war es auch einfach die Spielfreude, die dem kompletten Ensemble anzumerken war. Zudem herrschte auch im Publikum eine grandiose Stimmung. Es ging sehr mit, sparte nicht mit Applaus, lachte viel. Kurzum: Es war sehr vergnüglicher,angenehmer Abend.
Am nächsten Morgen habe ich meinen Kollegen begeistert von „Mamma Mia“ erzählt, und das war dann auch für mich nochmal die Bestätigung, dass es mir wirklich gut gefallen hat. Deshalb: Bestnote!
Danke Euch allen fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
***Abba-Musical?***
Zum 25. Jahrestag von ABBAs Triumph beim Grand Prix d\'Eurovision de la Chanson hielt die Welt den Atem an! Am Abend des 6. April 1999 strömten Prominente und Kritiker zur Weltpremiere des Musicals „Mamma Mia“ in das Prince Edward Theatre in London. Die Musical-Komödie eroberte das West End im Sturm und wurde über Nacht zu einem der größten Erfolge in der Geschichte des Londoner Theaters. Seitdem läuft „Mamma Mia“ weltweit. Nach Toronto, Melbourne, San Francisco, Los Angeles und New York kommt das Musical jetzt endlich nach Deutschland. Am 3.November findet die offizielle Premiere im Hamburger Operettenhaus am Spielbudenplatz, mitten auf dem Kiez, statt.
***Worum geht`s denn da eigentlich?***
„Mamma Mia“ von Benny Andersson und Björn Ulvaeus verbindet ABBAs größte Hits mit einer wundervollen, temporeichen Liebesgeschichte: Es geht um den Mut, seine Träume zu verwirklichen, um Liebe, Freundschaft und Familie, aber auch um die Auseinandersetzung mit der Vergangenheit.
Die toughe Donna lebt mit ihrer 20-jährigen Tochter Sophie auf einer kleinen griechischen Insel und betreibt dort eine Taverne. Durch das Tagebuch ihrer Mutter erfährt Sophie von ihren drei möglichen Vätern. Als sie die Hochzeit mit ihrer Jugendliebe Sky plant, will Sophie dieser Ungewissheit ein Ende bereiten. Sie lädt die in Frage kommenden Männer zur feierlichen Trauung ein. Das Chaos wird perfekt, als Donnas beste Freundinnen aus vergangenen Tagen anreisen. Die Vergangenheit wird zur Gegenwart, und das Rätselraten beginnt...
Nun gut, die Story ist nicht besonders anspruchsvoll. Aber darauf kommt es bei „Mamma Mia“ auch gar nicht an.
***Und wer war noch mal ABBA?***
Diese Frage stellt sich wahrscheinlich nicht wirklich. Trotzdem, hier noch mal ein kleiner Ausflug in die Historie einer der „besten Pop-Bands aller Zeiten!\" (Bono, U2)
Am 6. April 1974, im englischen Küstenort Brighton, gewann eine Band, die zuvor nur in ihrer Heimat Schweden bekannt war, den Grand Prix d\'Eurovision de la Chanson mit ihrem Song \"Waterloo\". ABBA eroberte die Bühne und was folgte ist nicht nur Musikgeschichte, sondern vielmehr eine Legende. Bis heute wurden mehr als 350 Millionen Alben weltweit verkauft.
Nach ihrem Triumph beim Grand Prix wurden Agnetha Fältskog, Benny Andersson, Björn Ulvaeus und Anni-Frid Lyngstad (die Anfangsbuchstaben ihrer Vornamen bilden den Band-Namen ABBA) auf die Weltbühne katapultiert. \"Waterloo\" belegte weltweit Spitzenplätze in den Pop-Charts. In den nächsten acht Jahren konnte ABBA zahlreiche Hit-Singles, Platin-Alben, ausverkaufte Konzerte und sogar einen Hit-Film \"ABBA - Der Film\" verbuchen. Die Band dominierte die europäischen Charts: Bis zum damaligen Zeitpunkt konnten sich nur die Rolling Stones, Elvis Presley und die Beatles länger mit ihren Singles in den Top Ten halten.
Auch auf der anderen Seite des Atlantiks, in Amerika, ging die Erfolgsstory weiter: Zehn Songs gelangten in die Top-Twenty und \"Waterloo\", \"Take a Chance on Me\" und \"The Winner Takes It All\" erreichten sogar die Top Ten. Mit \"Dancing Queen\" wurde ABBA dann zur Nr. 1 der Charts. Mit Spitzenplatzierungen in den Hitlisten weiterer zwölf Länder erwies sich dieser Song als wahrhaft weltweiter Erfolg.
Europa und Amerika waren nicht die einzigen Kontinente, die von der \"ABBAmania\" erfasst wurden. In Australien erreichte die Band die Nr. 1 der Charts mit sechs aufeinander folgenden Singles und vier Mal die Nr. 1 der Album-Charts (\"The Best of ABBA\" ist bis heute das meistverkaufte Album des Landes). Ihre Konzerte in Melbourne waren legendär. Es gab sechs Nr. 1-Hits in Neuseeland und weitere zwölf Songs erreichten die Top Twenty. In Mexiko kamen elf Songs unter die Top Ten, davon siebenmal auf die Nr. 1, und sechsmal erreichte die Band die Nr. 1-Album-Charts. In Simbabwe (!) belegte die Band dreizehnmal die Nr. 1 der Single-Charts und ihre Alben waren nicht weniger als achtmal nacheinander die meistverkauften Alben des Landes (ausgenommen die immer noch frei erhältlichen Compilation-Alben!). In Japan kamen vierzehn Singles unter die \"All Japan Pop 20\" und \"Summer Night City\", \"Chiquitita\", \"Voulez Vous\" und \"Gimme! Gimme! Gimme!\" wurden jeweils die Nr. 1 der Charts. Aber 1982 war plötzlich alles vorbei. Die Pläne für ein neues Album wurden aufgegeben und stattdessen das Album \"The Singles - The First Ten Years\" auf den Markt gebracht. Am Ende des Jahres veröffentlichte die Band ihre letzte Single \"Under Attack\". Obwohl die Band aufhörte Alben zu produzieren oder auf Tournee zu gehen, unterhielt, begeisterte und inspirierte ihre Musik weiterhin die Menschen.
Die zahlreichen Hits haben über die Jahre nichts an ihrer Beliebtheit verloren, manche sind sogar noch populärer geworden. \"ABBA Gold\" und \"More ABBA Gold\" sind bis heute die weltweit meistverkauften Alben.
Mit ihrer Musik in den Filmen \"Muriels Hochzeit\" und \"Priscilla, Königin der Wüste\" konnte die Band eine ganze Generation neuer Fans gewinnen. Bei der Premiere des Musicals MAMMA MIA! in London tanzten nicht nur die Theaterbesucher zu den wohlvertrauten oder neu entdeckten Songs in den Gängen. Wenige Wochen später eroberte auch das Album \"ABBA GOLD\" abermals die Nr. 1 der englischen Album-Charts. Mit täglich 3.500 verkauften Alben weltweit scheint das Phänomen ABBA einfach unaufhaltbar.
Angesichts dieser umwerfenden Erfolgsstory mag es niemanden verwundern, wenn auch das Musical nun einen Triumphzug über die ganze Welt antritt.
Verdient, würde ich sagen.
***Wer spielt mit bei „Mamma Mia“?***
Carolin Fortenbacher (Donna) wurde in Hamburg geboren und studierte an der heutigen \"Stage School of Dance and Drama\" in Hamburg sowie zusätzlich Gesang. Ihr Repertoire reicht von Musical und Pop über Jazz bis hin zur Oper. In Hamburg begeisterte sie bereits in „Die Zauberflöte“ als Königin der Nacht, was allein schon für ihren Stimmumfang spricht. Von diesem Volumen kann sie in „Mamma Mia“ sicherlich nicht soviel zeigen, dennoch ragt sie stimmlich (und auch schauspielerisch) aus dem Rest des Ensembles ein wenig heraus. In ihrer Rolle als Donna tritt sie überwiegend als toughe und pragmatische Frau auf, die stolz auf ihr Leben ist, weil sie es geschafft hat, die Erziehung ihrer Tocher Sophie und ihre Taverne unter einen Hut zu bekommen. Ihre verletzliche Seite bekomen ihre Freundinnen oder Ex-Lover nur selten zu sehen. Sie spielt eine starke Frau, die letztendlich die eigentliche „Heldin“ in dem Stück ist.
Kerstin-Marie Mäkelburg (Tanja) ist geboren und wohnhaft in Hamburg. Bekannt ist sie dem Publikum aus Fernsehen, Theater und Musical. Ihr Repertoire reicht von der Klassik bis zur Moderne. In Hamburg war sie u.a. zu sehen in „Der Sturm“ von Shakespeare im Deutschen Schauspielhaus und in „Himmel auf Erden“ in den Hamburger Kammerspielen. Sie gehörte zum festen Ensemble vom Schmidt Theater und Schmidt\'s Tivoli. Dort wurde auch ihr Soloprogramm „Ein Abend mit Marlene Dietrich“ produziert, mit welchem sie in Island (!) gastierte. Die Rolle der Tanja ist Kerstin Mäkelburg wie auf den Leib geschrieben. Sie spielt eine Diva (!) par excellence. Schon ihr erster Auftritt bringt die Zuschauer zu Beifallsstürmen, weil sie laut über den langen, beschwerlichen Weg flucht und natürlich die falschen Schuhe trägt...
Jasna Ivir (Rosie) ist als Kroatin in Deutschland geboren und lebt in London. Ihre Stimme umfasst den klassischen und einen vielseitigen Musical-Sopran, so dass sie bei den Originalcast-Aufnahmen (u.a. „Die Schöne und das Biest“, „Elizabeth“) sowie als Synchronstimme bei u.a. „König der Löwen“ zu hören ist. Ihre Solo-CD „Musical Diva (!) Delights“ mit den schönsten Melodien aus diversen Musicals kam in der Erscheinungswoche auf Platz eins der Musicalcharts. Von ihrer Rolle her ist sie als Öko-Emanze angelegt, was natürlich auch immer mal wieder zu echten Lacherfolgen führt, z.B. als sie ihr pailettenbesticktes kreisch-orangefarbenes Kleid aus dem Koffer holt und das mit „Das fänden meine Kolleginnen aus dem Frauenbuchladen jetzt aber nicht politisch korrekt...“
Katja Berg (Sophie) belegte 1995 als jüngste Preisträgerin beim \"Bundeswettbewerb Gesang Berlin\" den 3. Platz. Sie begann 1996 das Studium in Gesang, Tanz und Schauspiel an der Hochschule der Künste in Berlin, das sie 2000 mit einer \"ausgezeichneten\" Diplomarbeit abschloss. Schon 1999 spielte sie ihre erste Hauptrolle an der Neuköllner Oper Berlin. Vielseitige Erfahrungen gewann Katja als Sängerin und Tänzerin in verschiedenen Bands, darunter die \"Band ohne Namen\", \"Nils Gessinger\", \"Melanie Thornton\" sowie bei unterschiedlichen Showproduktionen und Soloprogrammen. Katja ist zur Zeit in der Hauptrolle der Sheila im Musical „Hair“ in Ettlingen zu sehen. Sie gefiel mir in ihrer Rolle als Sophie nicht so sehr. Sie wirkte immer ein wenig zu bemüht, zu aufgeregt.
Allen vier Frauen ist gemeinsam, dass sie stimmlich brilliant sind. Es gab keine schrillen, missglückten Töne und nichts, was Anlass zur „Beanstandung“ gab. Das war bei den Männern anders. Gerade in Duett-Szenen, z.B. „Unser Sommer (Our Last Summer)“, dominierte Carolin Fortenbacher, während ihr Sangespartner Cusch Jung neben ihr unterging.
Jörg Neubauer (Sky) wurde 1977 in Hamburg geboren und ist in den USA aufgewachsen. Nachdem er schon 1995 bis 1998 am Staatstheater Wiesbaden im Jugend-Club-Ensemble Hauptrollen u.a. in „Hair“ und „Linie 1“ übernommen hatte, begann er 1998 an der Bayrischen Theater-Akademie \"August Everding\", Hochschule für Musik und Theater in München, den Studiengang Musical. Diesen schloss er im Juli 2002 mit dem Diplom ab. Zuletzt war er in München am Staatstheater am Gärtnerplatz in „Hello Dolly“ und in „Cabaret“ am Staatstheater Wiesbaden als \"Conférencier\" zu sehen.
Frank Logemann (Sam) ist in Köln geboren. Nach einer privaten Gesangs- und Schauspielausbildung ist Frank auf der Bühne, im Radio und im Fernsehen ein ständiger Begleiter. Er gehörte jeweils zu der Originalcast in Disneys „Der Glöckner von Notre-Dame“ im Musicaltheater am Potsdamer Platz in Berlin sowie in „Les Miserables“ am Musicaltheater in Duisburg. Darüber hinaus spielte er in verschiedenen TV-Serien wie „Die Wache“, „Lindenstrasse“, „Unter Uns“ und in einigen Spielfilmen mit. Außerdem war Frank in vielen Hörspielen dabei. Diese Vielseitigkeit wird noch durch seinen Diplom-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften an der Universität Köln unterstrichen.
Cusch Jung (Harry) trat bereits als Zwölfjähriger als Gustav mit der Hupe in „Emil und die Detektive“ in seiner Heimatstadt Kaiserslautern auf. Später studierte er Schauspiel, Gesang und Tanz an der Staatlichen Schauspielschule Berlin. Seine erste Hauptrolle spielte Cusch Jung 1981 in der europäischen Uraufführung von „Anything Goes“. Weitere Hauptrollen führten ihn nach Basel, Bremen, Bonn, Dortmund, Hamburg, Frankfurt/M., Kassel und München. Als Regisseur debütierte Cusch Jung 1996 am Theater des Westens mit der Jubiläumsrevue „Alles nur Theater“.
Ulrich Wiggers (Bill) wohnt in Berlin. Seine Schauspielausbildung absolvierte er an der Folkwang Hochschule in Essen. Bekannt ist Ulrich Wiggers dem Publikum aus Film-, Fernseh- und Theaterproduktionen. Zu sehen war er u.a. in „Tatort“, Grossstadtrevier“, „Ein Fall für Zwei“ und in „Polizeiruf 110“. Acht Jahre war er fest im Ensemble des Bochumer Schauspielhauses und arbeitete dort u.a. mit Regisseuren wie Andrea Breth und Frank Patrick Steckel zusammen. Sein letztes Engagement war als Professor Higgins in „My Fair Lady“.
Getanzt wurde übrigens relativ wenig. Es standen eher Einzel-Performances im Vordergrund, die in Richtung \"Posing\" gingen. So z.B. Donna und ihre beiden Freundinnen, die als \"älteste Girlgroup der Welt\" mit \"Super Trouper\" einheizten. Nun gut, es gab ein paar nette Schrittfolgen, aber echter Tanz fand nicht wirklich statt bei \"Mamma Mia\". Der hat aber auch keineswegs gefehlt.
*** Gab`s was Besonderes bei den Proben?***
Oh, ja! Björn Ulvaeus himself gab sich die Ehre bei den Proben. Das war sicherlich auch für das Ensemble etwas Besonderes. Björn Ulveaus sagte in einem Interview über die Proben: \"Es ist ein wunderschönes Gefühl, wieder mit viel Erfolg um die Welt reisen zu können - ohne selbst auf der Bühne zu stehen. \"Mamma Mia“ in Deutschland - und vor allem in der Musicalhauptstadt Hamburg - ist für Benny und mich besonders wichtig: Wir kehren zurück zu unseren treuesten Fans und werden hier zum allerersten Mal „Mamma Mia“ in einer anderen Sprache aufführen - in Deutsch.\"
Über das Hamburger Ensemble sagte Björn Ulvaeus begeistert: \"Deutschland hat einen unglaublich guten Musicalnachwuchs. Trotzdem haben wir uns viel Zeit genommen, um uns für die richtigen Darsteller für „Mamma Mia“ zu entscheiden. Und ich bin mir sicher, dass wir die besten Darsteller gefunden haben!\"
*** Englische Songs ins Deutsche übersetzt? Geht das so einfach? ***
Diese Frage stellte ich mir vor Beginn des Stückes auch. Und bei den ersten beiden Songs sagte ich ziemlich laut zu meiner Begleitung zur Rechten: „Ich will nach Hause!“ Doch dann wurde es besser, viel besser. Die Songs fügten sich wunderbar in die Story ein. Jedes Stück wurde zu einer kleinen Überraschung. Man erkannte die Anfangsakkorde und war dann positiv überrascht von dem, was dazu gesungen wurde. Oft ernteten die Darsteller/innen für ihre Texte schon Szenenapplaus.
Und manchmal mußte man einfach auch über die Übersetzung lachen, z.B. bei \"Danke für die Lieder\", das ursprünglich \"Thank You For The Music\" heißt und dermaßen haarscharf an der Grenze zum guten Geschmack vorbeischrammte, dass es schon wieder witzig war.
Das Übersetzungsteam - Ruth Deny (Buch) und Michael Kunze (Lieder) war zum Probenbeginn nach Hamburg gekommen. Kunze übersetzte die ABBA-Songs in engster Absprache mit Björn Ulvaeus: \"Björn wollte keine Revue aus Zitaten. Er wollte, dass „Mamma Mia“ als Bühnenstück adaptiert wird. Er meinte, dass die englischsprachigen Lieder wie Fremdkörper zwischen den deutschen Dialogen wirken würden. Da musste ich ihm Recht geben. So hielt ich mich bei der Übersetzung an den Grundsatz: So treu dem Original wie möglich und so frei davon wie nötig. Mein Ziel war es, die Texte so rund und selbstverständlich klingen zu lassen, dass das Publikum nach spätestens zwanzig Minuten vergisst, den Text mit dem ABBA-Original zu vergleichen.\" Mit Björn Ulvaeus verbindet Michael Kunze seit Jahren eine enge Freundschaft.
*** Kam der ABBA-Sound auch als solcher `rüber? ***
Mehr noch: fast würde ich mich zu der Behauptung hinreissen lassen, er sei besser. Das Orchester spielte die Abba-Songs sehr druckvoll und dynamisch. Die Lautstärke war angenehm, der Sound insgesamt sehr ausgewogen. Leider tritt das Orchester wirklich nur akustisch in Erscheinung. Ich persönlich hab es immer gern, wenn ich die Musiker/innen auch optisch erleben darf. So fristen sie ihr Dasein knapp unter der Bühne, vom den Blicken des Publikums abgeschirmt.
*** Wie sah das Bühnenbild aus? ***
Ach ja, das Bühnenbild...da gerate ich unweigerlich ins Schwärmen. Mit einfachsten Mitteln wurden unglaubliche Effekte erzielt. Wir hatten nun auch noch das Glück, dass direkt in der Reihe hinter uns die Kulissencrew vom Operettenhaus saß, und so schnappten wir Satzfetzen auf wie „Achte mal gleich auf den Boden...“ oder „Das Boot da, das hat der Heinz gebaut, guck mal, es heißt Waterloo“ oder „...für den kleinen Schrank da hab ich 3 Tage gebraucht...“ Sehr amüsant.
Dominiert wurde die Kulisse von zwei schwenkbaren Elementen, die teilweise Aussen- und Innenmauer waren, je nach Bedarf. Insgesamt wurde immer Wert darauf gelegt, dass griechisches Inselfeeling beibehalten wird, ob nun in der Taverne, am Strand, auf dem Hotelzimmer oder in der Diskothek. Und das ist wirklich gut gelungen, weil immer wieder überraschend.
*** Was kostet der Spaß eigentlich? ***
So ganz billig ist das alles natürlich nicht.
Dienstag (20:00), Mittwoch (18:30) und Donnerstag (20:00) kann man sich „Mamma Mia“ für 69.-/59.-/39.-/24.- Euro (je nach Kategorie bzw. Sitzplatz) anschauen. Freitag (20:00), Samstag (15:00) und Sonntag (14:30 + 19:00) kostet es 84.-/74.-/54.-/39.- Euro. Und in der Primetime, am Samstagabend um 20:00 wird man mit 92.-/82.-/62.-/48.- Euro zur Kasse gebeten.
Bei Buchung übers Internet (www.mammamia.de) kann man 5% sparen. Allerdings kommen 2 Euro VVK-Gebühr dazu. Unter der Ticket-Line 01805-114 113 (0,12 €/Min Deutsche Telekom) gibt`s ebenfalls Karten für das Musical. Und natürlich „bei allen bekannten Vorverkaufsstellen und Reisebüros“.
Wer sich ne Karte für das Musical leisten kann, dem kommt`s auf die 1,50 Euro für die Garderobe sicherlich auch nicht mehr an...
Trotzdem, es gibt Ermäßigungen:
Behinderte Besucher mit einem Behinderungsgrad von 70% und mehr erhalten für alle Vorstellungstermine sowie alle Preiskategorien eine Ermäßigung von 25%. Begleitpersonen erhalten ebenfalls diese Ermäßigung, sofern im Schwerbehindertenausweis ein \"B\" für Begleitperson eingetragen ist. Begleitpersonen von Rollstuhlfahrern bekommen immer 25% Ermäßigung. Details unter 01805-114 113 (0,12 €/Min Deutsche Telekom).
Kinder im Alter von bis zu 12 Jahre (plus 364 Tage), Schüler, Studenten, Azubis, Zivis und Grundwehrdienstleistende erhalten für fast alle Veranstaltungstermine sowie für alle Preiskategorien 25% Ermäßigung. Ausnahme ist der Samstagabend.
Senioren ab 65 Jahre erhalten für fast alle Veranstaltungstermine sowie für alle Preiskategorien 25% Ermäßigung. Ausnahme sind der Freitag und Samstagabend.
Gruppen ab 20 Personen erhalten für alle Veranstaltungstermine sowie für alle Preiskategorien eine Ermäßigung von 5%.
*** Diva`s Fazit ***
Ich bin eigentlich kein Musical-Fan. Allein die Musik von Abba lockte mich und meine drei Begleiterinnen ins Operettenhaus, und unsere Erwartungen waren eher niedrig angesetzt. Vielleicht war das der Grund dafür, dass wir letztendlich alle angenehm überrascht wurden. Vielleicht war es auch einfach die Spielfreude, die dem kompletten Ensemble anzumerken war. Zudem herrschte auch im Publikum eine grandiose Stimmung. Es ging sehr mit, sparte nicht mit Applaus, lachte viel. Kurzum: Es war sehr vergnüglicher,angenehmer Abend.
Am nächsten Morgen habe ich meinen Kollegen begeistert von „Mamma Mia“ erzählt, und das war dann auch für mich nochmal die Bestätigung, dass es mir wirklich gut gefallen hat. Deshalb: Bestnote!
Danke Euch allen fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
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