Der Chronist der Winde (Taschenbuch) / Henning Mankell Testbericht

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ab 7,48
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Erfahrungsbericht von linnie

Mal ein ganz anderes Buch von Mankell

Pro:

sehr schönes Buch, das einen zum Nachdenken anregt

Kontra:

nichts dergleichen gefunden

Empfehlung:

Ja

Im Zuge meiner neu entdeckten Vorliebe für Mankell-Bücher musste ich mir natürlich auch den "Chronist der Winde" kaufen und habe ihn auch gleich gelesen. Hier zeigt Mankell dem Leser eine ganz andere Seite. Laut Kommentar auf dem Buchrücken liegt Henning Mankell dieses Buch besonders am Herzen und das kann ich auch gut verstehen.

Der Inhalt:
Der Erzähler, José Antonio Maria Vaz, ist eigentlich Bäcker in Südafrika, doch nachdem er den angeschossenen Nelio gefunden hat, der ihm seine Lebensgeschichte erzählt hat, beschließt er, seinen Beruf als Bäcker aufzugeben und lieber Bettler zu werden und Nelios Geschichte weiterzutragen.

Das Ende des Buches wird schon anfangs vorweggenommen, denn der Leser erfährt sofort, dass Nelio gestorben ist und Josè Antonio Maria Vaz nun als Bettler lebt.

Wie hat aber alles begonnen? Der südafrikanische Bäcker José Antonio Maria Vaz berichtet von seiner "Chefin Dona Estella", die ein Theater eröffnet und weil sie damit kein Geld verdienen kann, im Theater außerdem eine Bäckerei aufmacht. Sie stellt José, der eines Abends auf der Bühne des Theaters den angeschossenen Nelio findet und ihn auf Wunsch Nelios auf das Dach des Theaters trägt, um dort seine Geschichte zu hören. Nelio wünscht sich nichts weiter, als auf dem Dach zu liegen und zu erzählen. Josè pflegt ihn, auch wenn ihn immer wieder ein schlechtes Gewissen ergreift, weil er Nelio lieber ins Krankenhaus bringen würde, wo seine entzündete Wunde versorgt werden könnte.

In den folgenden Nächten erzählt Nelio immer mehr aus seinem Leben und Josè merkt, dass Nelio erst dann sterben wird (kann), wenn die Geschichte zu Ende erzählt ist und Josè erfahren hat, wie es zu dem Schusswechsel auf der Theaterbühne gekommen ist.

Nelio ist behütet in einem kleinen afrikanischen Dorf aufgewachsen. Sein Vater musste zum Geld verdienen häufig das Dorf verlassen, aber so hat Nelios Mutter ihn und seine neugeborene Schwester alleine versorgt. Eines Nachts wird Nelio wach und muss sehen, dass Banditen ins Dorf eingefallen sind. Zuerst versteckt er sich noch hinter einem Maissack, weil er Angst hat und seine Hosen nicht finden kann, aber um seine Mutter und seine Schwester zu beschützen, kommt er aus seinem Versteck heraus. Seinen Vater kann der 5-jährige Nelio nirgends sehen und auch seine Schwester wird von den Banditen getötet. Einige Dorfbewohner, darunter Nelio und seine Mutter, werden von den Banditen verschleppt.

Bald wird Nelio aufgefordert, einen befreundeten Jungen zu erschießen oder selbst sein Leben zu geben. Nelio erschießt aber stattdessen einen der Banditen und rennt dann um sein Leben. Und tatsächlich kann Nelio entkommen. Er trifft auf einen älteren Mann, einen Albino, dem er sich anschließt. Als die beiden das Meer erreichen, trennen sich ihre Wege und Nelio gelangt in die Stadt. Dort wird er in ein Rudel Straßenkinder aufgenommen, deren Anführer Cosmos ist. Sein Rudel schläft jede Nacht in Pappkartons vor dem Justizministerium, nur Nelio hat seinen eigenen geheimen Schlafplatz in einem Reiterstandbild. Als Cosmos die Stadt verlässt, wird Nelio der neue Anführer der Straßenkinder-Bande.

Ihr Geld verdienen sich die Straßenkinder damit, dass sie Autos waschen und bewachen und durch betteln. Auch die anderen Straßenkinder haben ein ähnlich schweres Leben hinter sich wie Nelio. Sie halten alle zusammen und kämpfen um ihr eigenes Überleben. Als einer von ihnen schwer erkrankt, will Nelio ihm einen ganz besonderen Wunsch erfüllen und ahnt nicht, dass er dabei selbst in tödliche Gefahr gerät....


Fazit:
Das Buch ist wunderschön geschrieben und man merkt deutlich, dass Mankell dieses Buch sehr wichtig war. Der schwedische Autor lebt selbst in Afrika und sieht wahrscheinlich täglich die armen Straßenkinder, denen er dieses Buch nun gewidmet hat. Leider hat das Taschenbuch nur 265 Seiten und kostet 9 Euro, aber auch dieses Buch kann man billiger bei Ebay ersteigern (ab 4 Euro). Ich kann das Buch jedem ans Herz legen, denn es ist ein Buch voller Mitgefühl und Menschlichkeit, in welchem Mankell an den Leser appelliert und ihn dazu aufrufen möchte, sich etwas mehr für die armen Kinder in Afrika einzusetzen.

84 Bewertungen, 1 Kommentar

  • die_da89

    01.02.2007, 20:59 Uhr von die_da89
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr toller Bericht :)